Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

strega
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3921

Beitrag von strega »

ach Rohana, das Feld das ich meine haben sie gestern beerntet,
da sind jetzt paar Kräutli drin, aber der gute Rest, schätz mal so über 90 Prozent,
sind gesundes, giftfreies, gutes Getreide

ist das jetzt ein Problem, wenn paar Kräutli drin sind?

Jede/r/s macht sich selbst die Probleme.....
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strega
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3922

Beitrag von strega »

Rohana hat geschrieben: Mo 18. Jul 2022, 15:00
Ansonsten... kann man alles machen, wenn man genug Platz hat.
ach, wieviele Hektar haben alteingessene Bauern eigen? Wieviele haben sie noch günstig dazugepachtet?

Das Platzargument zählt bei jemandem, der/die/das in ner Reihenhaussiedlung lebt und so 10 qm plusminus an Grund verfügbar hat
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Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3923

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

strega hat geschrieben: Di 19. Jul 2022, 12:28 ach Rohana, das Feld das ich meine haben sie gestern beerntet,
da sind jetzt paar Kräutli drin, aber der gute Rest, schätz mal so über 90 Prozent,
sind gesundes, giftfreies, gutes Getreide

ist das jetzt ein Problem, wenn paar Kräutli drin sind?

Jede/r/s macht sich selbst die Probleme.....
Ja, "die paar kräuterli" machen ein Problem:
Guckst du PDF

Und das "giftfrei" würde ich so nicht unterschreiben.
DON, ZEA, Pyrrolizidinalkaloide usw sind super giftig und vorallem in PSM-frei erzeugter Ware zu finden.
Ob das Getreide gesund war/ist lässt sich vom Straßenrand aus nicht ohne weiteres bewerten, ob es gut ist schon drei Mal nicht.
Ganz ganz schlecht sieht man beim Blick in den Korntank. Alles andere lässt sich nicht visuell feststellen.
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Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3924

Beitrag von Rohana »

strega hat geschrieben: Di 19. Jul 2022, 12:28 ach Rohana, das Feld das ich meine haben sie gestern beerntet,
da sind jetzt paar Kräutli drin, aber der gute Rest, schätz mal so über 90 Prozent,
sind gesundes, giftfreies, gutes Getreide

ist das jetzt ein Problem, wenn paar Kräutli drin sind?

Jede/r/s macht sich selbst die Probleme.....
Ein paar Kräutli, die keine deutlichen negativen Auswirkungen auf die Kultur, Ernte und Verarbeitung/Nutzung haben, gegen die hat niemand was.

Ich meinte meinen obigen Kommentar auch nicht negativ in dem Sinne. Es steht jedem frei zu wirtschaften wie er möchte... nur hätte ich dieses Feld nicht dreschen wollen. Weisst, wir müssen unser Getreide lagern, und alles was da so enorm Feuchtigkeit reinbringt wie z.B. unreifes Durchwuchsgetreide ist enorm problematisch. Wenn man drauf hätte warten wollen dass der Dinkel reif wird (und ja, das war ein wirklich enormer Dinkelbesatz dort), wär die Gerste schon komplett zusammengebrochen. Eine blöde Situation, ich vermute er hat es in die Trocknung geben müssen oder mit Abschlägen verkauft.

Da draussen ist jetzt jedenfalls "Trocknung" pur, wir stürzen uns jetzt in den Weizen - Feuchtigkeit nicht mehr messbar (am einen Ende des Feldes, am anderen ist er grasgrün) :lala: :ohoh:
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
Ferry
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3925

Beitrag von Ferry »

@Rohana
hast du eine Erklärung für mich warum der Landwirt hier sein Getreide Nachts drischt?
Ich dachte immer um die Brandgefahr zu minimieren, aber so richtig Sinn ergibt das nicht, oder?
sybille
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3926

Beitrag von sybille »

Ferry, ich bin zwar nicht Rohana aber hast Du eine Ahnung wie das staubt beim Mährdreschen und dann noch die Hitze. Da hatte mein Vater dann auch lieber nachts gedroschen.
Hühner sind Menschen wie Du und ich, nur das sie zur Hausordnung Hackordnung sagen.
strega
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3927

Beitrag von strega »

Oelkanne hat geschrieben: Di 19. Jul 2022, 13:15
Ja, "die paar kräuterli" machen ein Problem:
Guckst du PDF
in dem Link gehts doch ausschliesslich um maximalen Ertrag, oder überseh ich da was?

und in wieweit die ganzen Mittelchen noch im Getreide verbleiben und im Boden steht da auch nicht..... und was sie im Körper und im Boden anrichten eventuell

insofern sagt es mir nichts über die Qualität des so normgerecht traktierten Getreides und des ganzen Umfeldes
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Tscharlie
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3928

Beitrag von Tscharlie »

Oh ich glaube ihr solltet euch mal wirklich mit Landwirtschaft beschäftigen.

Kaum ein Getreide wird heuer zur richtigen Zeit geerntet, da es viel zu trocken war, machen die lieben Feldfrüchte eine Notreife durch.
Damit ist der Ertrag geringer, der Landwirt hat das Problem: wartet er noch und es kommt Regen, dann fallen die viel zu schmächtigen Halme um und alles ist hin.

Ernstezeitpunkt am Tag.

Da es noch keinen Tau gibt, müßt mal morgens barfuß laufen dann merkt ihr das, kann Getreide parktisch im Moment den ganzen Tag und die Nacht geerntet werden.

Kommt der Tau, in 1-4 Wochen wird das soweit sein, dann muss der Landwirt morgens abwarten bis der Tau wieder weg ist, dann kann die Ernte solange laufen bis eben wieder Feuchtigkeit ins Korn kommt.

Jeder Prozentsatz Wasser im Korn der nicht da ist, ist bares Geld wert, da weniger getrocknet werden muss.

Da ist auch der Gund warum Silomais Tag und Nacht eingefahren wird, da ist der Feuchtigkeitsgehalt nicht so eng eingegrenzt. Bei Körnermais ist das schon wieder anders.

Gerne können mich Landwirte verbessern, denn ich bin acuh nur ein Interessierter.
Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier. M.Gandhi
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3929

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

strega hat geschrieben: Di 19. Jul 2022, 17:33
Oelkanne hat geschrieben: Di 19. Jul 2022, 13:15
Ja, "die paar kräuterli" machen ein Problem:
Guckst du PDF
in dem Link gehts doch ausschliesslich um maximalen Ertrag, oder überseh ich da was?

und in wieweit die ganzen Mittelchen noch im Getreide verbleiben und im Boden steht da auch nicht..... und was sie im Körper und im Boden anrichten eventuell

insofern sagt es mir nichts über die Qualität des so normgerecht traktierten Getreides und des ganzen Umfeldes
Ja, du übersiehst da was, von Maximalertrag ist auf den ganzen 14 Seiten nichts zu lesen.
Es geht um die wirtschaftliche Betrachtung, schließlich heißt es Landwirtschaft und nicht Landhobby.

Wir bauen im Betrieb rund 2.500 ha Weizen an. Überträgt man die Zahlen 1:1 würden uns ohne Unkrautbekämpfung jedes Jahr 887.500 € fehlen.
Nur beim Weizen.

Das Abbauverhalten, Rückstandsmengen und die Wirkung auf nicht-Zielorganismen sind Gegenstand der Zulassung.
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3930

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

Tscharlie hat geschrieben: Di 19. Jul 2022, 18:22 Oh ich glaube ihr solltet euch mal wirklich mit Landwirtschaft beschäftigen.

Kaum ein Getreide wird heuer zur richtigen Zeit geerntet, da es viel zu trocken war, machen die lieben Feldfrüchte eine Notreife durch.
Damit ist der Ertrag geringer, der Landwirt hat das Problem: wartet er noch und es kommt Regen, dann fallen die viel zu schmächtigen Halme um und alles ist hin.

Ernstezeitpunkt am Tag.

Da es noch keinen Tau gibt, müßt mal morgens barfuß laufen dann merkt ihr das, kann Getreide parktisch im Moment den ganzen Tag und die Nacht geerntet werden.

Kommt der Tau, in 1-4 Wochen wird das soweit sein, dann muss der Landwirt morgens abwarten bis der Tau wieder weg ist, dann kann die Ernte solange laufen bis eben wieder Feuchtigkeit ins Korn kommt.

Jeder Prozentsatz Wasser im Korn der nicht da ist, ist bares Geld wert, da weniger getrocknet werden muss.

Da ist auch der Gund warum Silomais Tag und Nacht eingefahren wird, da ist der Feuchtigkeitsgehalt nicht so eng eingegrenzt. Bei Körnermais ist das schon wieder anders.

Gerne können mich Landwirte verbessern, denn ich bin acuh nur ein Interessierter.
Salopp gesagt, wird
In kleinen/Familien Betrieben tagsüber gedroschen weil man nachts schlafen muss.
Dazu kommt noch bei vielen die Viehhaltung die versorgt werden muss.

Großbetriebe dreschen dann wann es geht, sprich bei einer Kornfeuchte von unter 14,5 %. Und dann so lange bis entweder das Korn feuchter wird oder der Acker leer ist. Bei ausreichend dicker Personaldecke im 2 oder drei Schichtbetrieb.
So lassen sich die teuren Maschinen optimal auslasten.

Zu trocken darf das Getreide nicht sein: das kostet Gewicht!

Erntet man statt mit 14,5 % Feuchte nur mit 12,5 % Feuchte, so fehlen bei 9 t/ha auf jedem Hektar 180 kg Ertrag, bei den aktuellen Preisen sind das rund 60 €/ha oder bezogen auf unseren Betrieb 150.000 €.
Wenn wir also das Getreide nur ein bisschen zu trocken ernten verlieren wird den Gegenwert eines gut ausgestatteten Oberklasse Autos...

Zu Nass zieht der Landhandel rigoros ab (mehr angelieferte Wassermenge und evtl. Trocknungskosten)
Zuschläge für zu trockene Ware gibt es nicht.
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