Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

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Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3771

Beitrag von Rohana »

https://www.zdf.de/nachrichten/heute-jo ... t-100.html

Bauen auf xxx ha und die Hälfte davon ist laut sim ein Parkplatz :roll: wenn ich schon höre, EU- und Bundessubventionen von einstelliger Milliardenhöhe... klar, ich bin absolut dafür dass der Osten einen tollen neuen Arbeitgeber bekommt, dass es wieder mehr Forschung und Produktion in einem wirklich wichtigen Bereich gibt, aber müssen dafür xxx ha Acker verschwinden? Haben die nicht genug Industriebrache? Wo bleibt der Umweltschutzgedanke, gehen da nochmal xxx ha drauf? Das ist doch genauso murks wie bei Tesla und dem Wald.

Über die Grösse bin ich mir übrigens nicht im klaren, je nach Quelle bzw. Artikel "500 Fussballfelder", "450ha", "380ha" aber in jedem Fall verdammt viel. Für meinen Geschmack zu viel. Da sieht man doch mal wieder, wenn's um's ganz grosse Geld geht ist alles andere absolut nebensächlich, sei's Natur oder Acker, alles wurscht. DIE bekommen garantiert weniger Auflagen damit sie ja nur bleiben, aber wehe der kleine Bauherr für Projekt XY macht eine Abwasserleitung nicht nach Vorschrift.
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
penelope
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3772

Beitrag von penelope »

Für Tesla ist kein Wald gefällt worden, sondern ein Forst.
Hier im Forum sind doch eigentlich Leute unterwegs, die sich in diesen Dingen auskennen und nicht auf solche Polemik anspringen sollten.
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3773

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

Rohana hat geschrieben: Di 14. Jun 2022, 08:25 https://www.zdf.de/nachrichten/heute-jo ... t-100.html

Bauen auf xxx ha und die Hälfte davon ist laut sim ein Parkplatz :roll: wenn ich schon höre, EU- und Bundessubventionen von einstelliger Milliardenhöhe... klar, ich bin absolut dafür dass der Osten einen tollen neuen Arbeitgeber bekommt, dass es wieder mehr Forschung und Produktion in einem wirklich wichtigen Bereich gibt, aber müssen dafür xxx ha Acker verschwinden? Haben die nicht genug Industriebrache? Wo bleibt der Umweltschutzgedanke, gehen da nochmal xxx ha drauf? Das ist doch genauso murks wie bei Tesla und dem Wald.

Über die Grösse bin ich mir übrigens nicht im klaren, je nach Quelle bzw. Artikel "500 Fussballfelder", "450ha", "380ha" aber in jedem Fall verdammt viel. Für meinen Geschmack zu viel. Da sieht man doch mal wieder, wenn's um's ganz grosse Geld geht ist alles andere absolut nebensächlich, sei's Natur oder Acker, alles wurscht. DIE bekommen garantiert weniger Auflagen damit sie ja nur bleiben, aber wehe der kleine Bauherr für Projekt XY macht eine Abwasserleitung nicht nach Vorschrift.
Intel soll hier ca. 470 ha bebauen.
Löss-Lehm Schwarzerde , 85 bis 95 Bodenpunkte mit ca 2,8-3 % Humus.
Oder mit anderen worten:
Aller erste Sahne Ackerboden.
Im Prinzip die Fläche eines gut laufenden Familienbetrieb es ortsüblicher Größe.

Das Reiht sich aber ein, in z.b. zwei Glaswerke auf Bördeboden ganz in der Nachbarschaft.
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3774

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

penelope hat geschrieben: Di 14. Jun 2022, 08:48 Für Tesla ist kein Wald gefällt worden, sondern ein Forst.
Hier im Forum sind doch eigentlich Leute unterwegs, die sich in diesen Dingen auskennen und nicht auf solche Polemik anspringen sollten.
Das heist, man könnte deiner Meinung Nach völlig unbescholten die ganzen restlichen Bäume absägen?

Warum baute man die Fabrik nicht in der Lausitz oder im Mitteldeutschen Revier / Burgenlandkreis?

Auf den Tagebaurestflächen und den ehemaligen Industriegebieten hat es Platz ohne Ende, durch die Wasserhaltung der Gruben gibt es Wasser im Überfluss. Es müsste kaum ein Baum gefällt werden,
keiner würde im Trinkwasserschutzgebiet in den Grundwasserleiter hineinbetontieren, Eisen- und Autobahnanschlüsse sind schon da.

Aber:
"GIGA Berlin" klingt natürlich viel toller als "GIGA Hoyerswerda" oder "GIGA Hohenmölsen".
penelope
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3775

Beitrag von penelope »

Ich habe mit keinem Wort gesagt, dass ich irgendwas gutes an dem Bau der Tesla-Fabrik finde. Aber es ist einfach Fakt, dass dafür kein Wald gewichen ist, sondern die Fläche eines erntereifen Forstes genutzt wurde. Der wäre auch ohne Fabrik in absehbarer Zeit gefällt worden. Gibt genug, was man an dem Bau zu Recht kritisieren kann, aber da nun anzuführen, dass dafür Wald sterben musste, ist einfach polemisch und falsch.

Hier mal ein Bild von der Fläche:
https://www.spiegel.de/wissenschaft/tec ... 37a873d2be
auch in dem Artikel wird leider fälschlicherweise von Wald gesprochen.
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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3776

Beitrag von emil17 »

Ich bin hier auch mal der Meinung von Oelkanne:
Waldboden, egal mit welcher Umtriebszeit, ist fruchtbarer Boden. Ungefähr die Hälfte des Kohlenstoffes steckt in den Stubben, Wurzeln und im Bodenhumus, manchmal noch mehr. Dieser wird bei der Holzernte nicht entnommen.
Rechtlich ist geschlagener Wald Wald, genauso wie ein abgeernteter Acker Ackerfläche bleibt.
Bei Überbauung und Versiegelung ist das alles weg, d.h. als CO2 in der Umwelt. Selbst wenn man abhumusiert, wird das CO2 des Bodenhumus frei, weil sich der Humus abbaut, da die aufbauenden Pflanzen fehlen.
Zudem ist ausreichend bekannt, was eine Vegetationsdecke, und sei es "nur" Acker oder Forst, für Wirkungen auf die Lufttemperaturen und auf die Wasserspeicherung hat.
Ich verstehe nicht, wieso man fruchtbares Land überbauen muss, wenn es ausreichend Flächen gäbe, die gleich gut geeignet sind, aber bezüglich Urpdoduktion (Land- und Forstwirtschaft) schlecht sind. Industriebrachen kosten natürlich zusätzlich etwas, um bebaubar zu werden.
Vermutlich hat da die Wirtschaftsförderung auf Bundeslandebene (falls das bei Euch so heisst) die Interessen des gesamten Landes vergessen. Zudem dürfte die aktuelle Energiekrise weidlich ausgenützt worden sein, um rasch zu Planungsentscheiden zu kommen. Da bleiben dann die langfristigen Planungsziele auf der Strecke. Es redet zwar jeder von Klimaschutz, auch die Elektroautofabriken, aber wenns dann konkret wird, zeigt sich, wo die wahren Interessen sind.
(Könnte es sein, dass man die Nähe zu Poen ausnützen möchte, um billige Arbeitskräfte zu bekommen?)
Zudem würde ich erwarten, dass die Regierung gesamtheitlich handelt und beschliesst. Nahrungsmittelknappheit und -sicherheit scheint kein Thema zu sein.Nachher kann man dann wieder dem Biolandbau vorwerfen, er gefährde wegen bewusst in Kauf genommener Mindererträge die Welternährung. Das wahre Problem zeugt sich aber an genau solchen Projekten: Flächenverluste durch Umnutzung oder Versiegelung.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
penelope
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3777

Beitrag von penelope »

Nur um nochmal klarzustellen:
Ich bin natürlich absolut gegen die Neuversiegelung von Flächen und sehe in dem aktuellen Flächenfraß ein riesen Problem.
Eigentlich ist es in Deutschland geltendes Recht, dass nur dann neu versiegelt werden darf, wenn es keine andere Möglichkeit gibt. Das wird aber leider überhaupt kein Stück durchsetzt – weder bei Tesla, noch bei Intel, noch bei den ganzen Neubaugebieten am Rand von zig kleinen Gemeinden, in denen die Dorfkerne veröden (letzteres wird allerdings gerade sehr häufig von den Landwirten in den Gemeinderäten vorangetrieben, die gerne ihr Land als Bauland verkaufen möchten).

Nur gibt es im Fall Tesla-„Wald“ einfach kein realistisches Szenario, in dem die Bäume dort noch wesentlich länger stehengeblieben wären. Das wäre auch ohne Tesla weder wirtschaftlich sinnvoll gewesen, noch unter Naturschutzaspekten relevant. Da auf Waldromantik zu setzen, lenkt von den wirklichen Argumenten und Problemen ab. Es ist ja auch in Magdeburg nicht das Problem, dass die Felder noch einmal abgeerntet werden, bevor man sie bebaut…

(Tesla hängt sicherlich eher aufgrund der Nähe zu Berlin und der damit verbundenen Attraktivität für qualifizierte Leute an dem Standort, als wegen der Nähe zu Polen)

Da kann man sich die Ausmaße des Tesla Fabrik anschauen:
https://www.google.com/maps/place/Tesla ... 13.7902534
Das ist jetzt absolut gesehen nicht so viel größer, als das 08/15-Gewerbegebiet, was man direkt daneben mitten im Nichts an die Autobahn gebaut hat. Tesla mit so einem eigenwilligen Typ an der Spitze sorgt halt einfach nur für sehr viel mehr Aufsehen in den Medien als das Edeka-Lager nebean ;)
Und die Giga :roll: -Fabrik tut so groß, ist aber eigentlich winzig gegenüber beispielsweise den Mercedes-Weken, die das ganz Neckarufer zugebaut haben, oder dem VW-Standort in Wolfsburg.
sybille
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3778

Beitrag von sybille »

Oelkanne hat geschrieben: Di 14. Jun 2022, 11:07
penelope hat geschrieben: Di 14. Jun 2022, 08:48 Für Tesla ist kein Wald gefällt worden, sondern ein Forst.
Hier im Forum sind doch eigentlich Leute unterwegs, die sich in diesen Dingen auskennen und nicht auf solche Polemik anspringen sollten.
Das heist, man könnte deiner Meinung Nach völlig unbescholten die ganzen restlichen Bäume absägen?

Warum baute man die Fabrik nicht in der Lausitz oder im Mitteldeutschen Revier / Burgenlandkreis?

Auf den Tagebaurestflächen und den ehemaligen Industriegebieten hat es Platz ohne Ende, durch die Wasserhaltung der Gruben gibt es Wasser im Überfluss. Es müsste kaum ein Baum gefällt werden,
keiner würde im Trinkwasserschutzgebiet in den Grundwasserleiter hineinbetontieren, Eisen- und Autobahnanschlüsse sind schon da.

Aber:
"GIGA Berlin" klingt natürlich viel toller als "GIGA Hoyerswerda" oder "GIGA Hohenmölsen".
Wenn wir auch sonst verschiedener Meiung sind aber da hast Du völlig Recht.
Hühner sind Menschen wie Du und ich, nur das sie zur Hausordnung Hackordnung sagen.
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Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3779

Beitrag von Rohana »

@Penelope Was ist dein Problem mit Wirtschaftswald? Auch der ist Wald, als Lebensraum für Flora und Fauna. Aber nicht mehr, wenn er zubetoniert ist.

Man mag zu Biolandbau stehen wie man will, wenn landwirtschaftliche Flächen weniger werden, wird der Ertrag pro Fläche irgendwann wieder sehr relevant.

Achja, das Problem überbauter Boden wird ja ganz geschickt "gelöst" .. https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen- ... e-100.html
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3780

Beitrag von Dyrsian »

Äh sorry, aber wird hier grade ein milliardenschweres Projekt zur Schaffung dringend notwendiger chip-infratsruktur in Europa kritisiert weil ein bisschen acker überbaut wird?
Unsere Waschmaschinen und Mähdrescher wollen wir aber trotzdem gerne pünktlich haben ... :motz:
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