Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3761

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

Sven2 hat geschrieben: So 12. Jun 2022, 00:25 Ich hab jetzt keine Quelle, aber es gibt auch Pläne mit Speiseabfälle Insekten aufzuziehen und die dann als (proteinreiches) Tierfutter zu nehmen. Ich weiß nicht mehr, ob es Würmer oder Maden waren, finde die Idee aber gut
Speiseabfälle sind Abfälle.
Abfälle dürfen nicht verfüttert werden. Auch nicht draus hergestellte Produkte oder damit gefütterte Tiere.
Auch nicht an Haustiere.

Die Mehlwürmer müssen mit Futtermitteln nach LFGB gefüttert werden, um sie danach als Futter oder Lebensmittel verwenden zu dürfen.
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3762

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

Rohana hat geschrieben: So 12. Jun 2022, 17:49 Er könnte, wenn er wollte, aber er will nicht :hmm:
Der wollte nie und der wird auch nie wollen.
Jedenfalls nichts sinnvolles was die Landwirte in Deutschland ernsthaft vorangebracht hätte oder voranbringen würde.

Er schwätzt viel bis der Tag lang ist, schafft aber nur Mumpitz.
sybille
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3763

Beitrag von sybille »

Rohana, ich fände es richtig wenn alle Förderungen gestrichen würden. Aber der Landwirt muß auch seinen gerechten Preis bekommen. Dann würde der Verbraucher endlich merken das die Lebensmittel nicht "vom Himmel fallen".
An nichts wird soviel gespart wie an Lebensmitteln und das kann einfach nicht sein.

Und wieder hört einer auf. Mein Spargelbauer hatte dieses Jahr das letzte Jahr Spargel. Die Konditionen für die Einstellung der Saisonarbeiter sind zu schlecht geworden und seine Frau muß sich beim Verkauf Unverschämtheiten wegen der Preise anhören. Dabei hatten sie den Preis seit Jahren stabil gehalten obwohl alles teurer wurde. Aber geiz ist geil und Edeka und co. sind günstiger. Aber zu welcher Qualität? Pächter für die Spargelfelder findet er nicht.
Auch die Erdbeerfelder in der Region werden nicht abgeerntet sondern umgepflügt weil es sich nicht lohnt die Erbeeren zu pflücken.
Soviel zur Unabhängigkeit von anderen Ländern. Aber scheinbar sind Gas und Öl im Moment wichtiger als die deutsche Landwirtschaft.
Hühner sind Menschen wie Du und ich, nur das sie zur Hausordnung Hackordnung sagen.
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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3764

Beitrag von emil17 »

Rohana hat geschrieben: So 12. Jun 2022, 17:49 Jauchzet frohlocket, für Mai bekommen wir 50ct Basismilchpreis
Das freut mich für Euch!
Rohana hat geschrieben: So 12. Jun 2022, 17:49Eigentlich war ich am Anfang ganz angetan von Herrn Özdemir als Landwirtschaftsminister, aber irgendwie ist jedes Mal, wenn eine Schlagzeile mit ihm irgendwo zu sehen ist, nur Enttäuschung dabei. Er könnte, wenn er wollte, aber er will nicht
https://www.agrarheute.com/politik/kris ... del-594549
Jeder Wunsch, wenn er in Erfüllung geht, kriegt augenblicklich Junge (W. Busch)
Derr verlinkte Text in der Agrar ist typisch: Statt sich über den Sperling in der Hand zu freuen, will man die Taube auf dem Dach. Wie sagt man einem Kind, das sich nicht über seine Weihnachtsgeschenke freut, sondern blärzt weil ein anderes mehr gekriegt haben soll?
Was kann der deutsche Landwirtschaftsminister dafür, dass die EU Gelder kürzt? Was haben Haustierheime mit Landwirtschaft gemeinsam? Wären "die Bauern" zufrieden, wenn sie noch diese 5 Millionen mehr gekriegt hätten, nachdem die 120 Millionen aus dem Landwirtschaftsetat nicht reichen?
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Sven2
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3765

Beitrag von Sven2 »

Oelkanne hat geschrieben: So 12. Jun 2022, 18:27
Sven2 hat geschrieben: So 12. Jun 2022, 00:25 Ich hab jetzt keine Quelle, aber es gibt auch Pläne mit Speiseabfälle Insekten aufzuziehen und die dann als (proteinreiches) Tierfutter zu nehmen. Ich weiß nicht mehr, ob es Würmer oder Maden waren, finde die Idee aber gut
Speiseabfälle sind Abfälle.
Abfälle dürfen nicht verfüttert werden. Auch nicht draus hergestellte Produkte oder damit gefütterte Tiere.
Auch nicht an Haustiere.

Die Mehlwürmer müssen mit Futtermitteln nach LFGB gefüttert werden, um sie danach als Futter oder Lebensmittel verwenden zu dürfen.

Ja, natürlich, das ist mir bewusst,
Aber es gibt oder gab diese Bestrebungen dass zu ändern bzw die Idee. Ob der Gesetzgeber darauf eingeht, weiß ich nicht. Oder inwieweit man Futterinsekten mit Grünschnitt o.ä. großziehen könnte/darf, das müsste gegen, oder?
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Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3766

Beitrag von Rohana »

emil17 hat geschrieben: So 12. Jun 2022, 19:50 Derr verlinkte Text in der Agrar ist typisch: Statt sich über den Sperling in der Hand zu freuen, will man die Taube auf dem Dach. Wie sagt man einem Kind, das sich nicht über seine Weihnachtsgeschenke freut, sondern blärzt weil ein anderes mehr gekriegt haben soll?
Naja, er braucht sich nicht damit brüsten uns erstmal X Millionen Beihilfen zu streichen um sie dann an anderer Stelle, aber weniger effektiv, wieder zu geben. Warum kann man nicht ehrlich kommunizieren? Das stört mich. Immer diese Darstellung wie toll man doch wär, die Allgemeinheit glaubt's, die sind auch nicht betroffen...
Der Vergleich mit den Weihnachtsgeschenken trifft es nicht. Das ist kein Geschenk, das ist, bzw war mal, eine Grundleistung.


Mir wär's auch lieber einen angemessenen Preis zu bekommen statt Subventionen, für die jedes Jahr immer absurdere Forderungen gestellt werden. Ich bin echt schon am überlegen wie weit es noch gehen muss bis wir aus diesem System aussteigen, und ob es sich dann überhaupt noch lohnt (zumindest für uns) Landwirtschaft zu betreiben. Für Brennesselsalz braucht man keine Landwirtschaft :hmm:
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3767

Beitrag von strega »

wenn ihr nicht an der Landwirtschaft hängt,
zumindest so wie sie jetzt ist
dann schaut mal was sonst gehen kann, halt vielleicht auch noch gehen kann

und nein, ihr müsst nicht die Welt retten mit eurer Kuhmilch, es gibt viele andere Möglichkeiten satt zu werden :mrgreen:

hab auch noch in der Schweiz gearbeitet auf ner Ziegenfarm
die hatte ne eigene Käserei und der Ziegencamembert wurde ihr im Hofladen fast aus der Hand gerissen - symbolisch gemeint -
klaro, auch in der Schweiz gibts ne Menge Auflagen,
dennoch geht sowas gut, weil super für Kuhmilchallergiker, und die Tiere werden viel artgerechter gehalten als Kühe in ach so klassischer Anbindehaltung.....

die der Wahnsinn pur ist, haste schon mal Kühe gesehen aus klassischer Anbindehaltung, die dann so einmal im Monat Ausgang auf die Weide bekommen, in der Schweiz wär das sowiso Pflicht jede Woche...... auch im Winter, aber wer macht das schon, das is ja Arbeit zusätzlich, die Viecher rauslassen und wieder reintreiben,
vor allem wenn die greislichen Viecher nicht mehr reinwollen so schnell................................................................ die sind ja nicht blöd :gkusch:
dann ist das richtig Arbeit, die Viecher wissen dass sie lieber draussenbleiben wollen und mensch treibt sie mit Gewalt wieder rein in die Anbindehaltung, was ein abgrundtiefer Scheiss!!!!

und auch die ach so tolle Weidemilch muss ja nur drei Monate im Jahr gemolken werden in Ösiland, danach dürfen die Kühe wieder in Anbindehaltung stehen neun Monate lang..... aber die ach so bewussten Leut beim A....diiii kaufen Weidemilchprodukte, weil die ja ach so toll ökkko sind :ohoh: :ohoh: :ohoh:

aber zurück zum Ziegenkäs, was den Kunden wichtig ist, die wollen keine Milchprodukte von gequälten Lebewesen......
und solche Leute gibt es auch in DE, jede Wette

und ja, solche Sachen wie Brennesselsalz können ein super zweites, drittes, viertes Standbein sein,
der erwähnte Typ in der Steiermark macht 5000 Reingewinn jährlich damit
ohne Tyrannei von wem auch immer, ohne Auflagen waswiewannwomit gefüttert oder medikamentiert und gespritzt werden darf

zum Glück brauchen Brennesseln weder Antibiotika noch irgendwelche der vielen -zide, die können sich noch selbst verteidigen, eine schwindende Qualität bei sogenannten Nutzpflanzen und bieten sogar noch vielen Schmetterlingsarten geschützten Verpuppungsraum :aeh:
das sind zukunftsfähige Projekte!!!
und sind unabhängig von irgendwelchen provozierten Verknappungen aufm sogenannten Weltmarkt von was auch immer
Kunstdünger brauchen sie auch nicht, endlich mal was richtig schön autarkes,
regional und saisonal sind sie sowiso :fypig:

naja, nachbauen is manchmal eher einfallslos, aber es gehen bestimmt 1001 andere Sachen....

coole Brotaufstriche sind auch hoch im Kurs
veggi oder auch vegan geht da richtig was
oder macht halt, wenn euer Herz dafür schlägt, nen richtig tollen Kräuterquark und bietet den an.....
ist eh immer das was zählt, ob was läuft oder nicht, wofür jemand brennt, was jemand begeistert, was jemand super gern macht......
ergo kann nix auf Dauer funzen was einen selbst ankotzt, was mensch selbst eigentlich gar nicht machen will (oft aus gutem Grund, weil pure Sklaverei, Drangsaliererei, Vergewaltigung von welcher Seite auch immer, Familie, Staat, Ehhhhu)

spinnt rum, legt los, träumt :hippie: :gren: :gren: :gren: :kermit: :hallo: :wicki: :verknallt: :verknallt: :verknallt: :verknallt: :verknallt:
und rechnet damit dass Träume wahr werden, wenn mensch das will, wirklich will
und nicht von vornherein alles abwürgt mit dem Argument der vermeintlichen Realität und dass das alles sowiso niemals geht und niemals gehen kann :kuuh:
Frauen, die sich gut benehmen, schreiben selten Geschichte. Eleanor Roosevelt
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3768

Beitrag von Dyrsian »

strega hat geschrieben: Mo 13. Jun 2022, 11:22 hab auch noch in der Schweiz gearbeitet auf ner Ziegenfarm
die hatte ne eigene Käserei und der Ziegencamembert wurde ihr im Hofladen fast aus der Hand gerissen - symbolisch gemeint -
und nicht von vornherein alles abwürgt mit dem Argument der vermeintlichen Realität und dass das alles sowiso niemals geht und niemals gehen kann :kuuh:
Ich denke mal, aus Schweizer Perspektive, auch aus der Perspektive Österreichs oder Süddeutschlands denkt man, dass die Leute vieles möchten und bezahlen können. Im Ruhrgebiet und den Elendsquartieren der großen Städte sieht die Sache ganz anders aus. Wir haben im Umkreis von ... ich würde sagen 5 km noch nicht mal einen Biosupermarkt, geschweige denn Reformhaus oder so. Und das mitten in der Großstadt, einer Stadt mit einer halben Millionen Einwohner. Geh mal nach Gelsenkirchen und frag die Leute was die wollen! Bestimmt keine Produkte aus dem Hofladen.
In Osteuropa ist es noch schlimmer. Die Arbeitskollegen aus Serbien sind froh, wenn sie die Miete zahlen können und der Kühlschrank voll ist.

Man möge auch bedenken, dass man zwar viel machen kann im Leben und auch für ein paar Euro im Monat auf irgendeinem Hof jobben kann, oder eben Brennesselsalz verkaufen. Wer aber zahlt dann die Grundsicherung im Alter? Mit Rente ist bei dem Lebensstil nämlich nicht viel! Genau, der Mainstreammensch.

Man kann vieles machen, man kann auch mit Bioprodukten richtig viel Geld verdienen. Da müssen aber eine Menge Faktoren (Standort!) zusammenkommen. Ich kann diese rosarote Brille und dieses "alles ist möglich wenn ihr es nur wollt" echt nicht leiden. Das Leben ist keine romantische Kutschfahrt, jedenfalls für die meisten.
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Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3769

Beitrag von Rohana »

Wenn man davon leben will, muss es sich rechnen. Das kann man vorher tatsächlich annähernd durchspielen und -rechnen, und sollte es auch wenn man die Verantwortung für drei Generationen trägt.

Wir verkaufen übrigens keine Produkte von gequälten Lebewesen, wir haben Laufstall mit Panoramablick. Letztens ist mal eine ausgebüxt, die wollte aber wieder rein :aeh: Kühe sind Gewohnheitstiere. Weidehaltung hab ich schon ein paar mal erklärt warum das bei uns und für uns leider nicht geht.

Aber zur Anbindehaltung, ein Kollege mit Anbindehaltung und Weidegang, ja der muss sich auch fürchterlich "anstrengen" zum reintreiben der Tiere... der pfeift abends, und die Damen kommen schön im Gänsemarsch, gehen jede an ihren Platz und lassen sich anbinden.
Also, sie kamen. Der hat nämlich aufgegeben als einer der letzten mit Weidegang hier in der Nachbarschaft. Glaub sogar DER letzte. Als mein Schwiegervater da die letzten Kühe zum schlachten geholt hat, das hat mir das Herz gebrochen wie die Altbäuerin die Kuh auf den LKW geführt hat, "komm Moggi, ist schon gut..."
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
sybille
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3770

Beitrag von sybille »

Naja, er braucht sich nicht damit brüsten uns erstmal X Millionen Beihilfen zu streichen um sie dann an anderer Stelle, aber weniger effektiv, wieder zu geben. Warum kann man nicht ehrlich kommunizieren? Das stört mich. Immer diese Darstellung wie toll man doch wär, die Allgemeinheit glaubt's, die sind auch nicht betroffen...
Genau wie bei der Corona Soforthilfe. Sie brüsten sich damit und ich sowie viele andere auch mußten sie zurückzahlen.
Hühner sind Menschen wie Du und ich, nur das sie zur Hausordnung Hackordnung sagen.
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