Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3721

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

strega hat geschrieben: Mo 6. Jun 2022, 12:22 meinste echt dass Deutsche Spargelstechen gehen?
Das sind die polnischen Gastarbeiter, die sich dafür nicht zu schade sind... und die haben sicher nicht deutschen Mindestlohn in vielen Fällen
brutto vielleicht schon, denn wenn Kontrolletti kommen muss ma ja ne weisse Weste haben, aber dann werden intern noch paar Hundert Euro abgezogen für Mehrbettzimmerfeldbett und einmal am Tag Spaghetti... da kannste dann auf 5 Euro netto kommen pro Stunde - möglicherweise, vielleicht zahlen ja die meisten ja auch deutschen Mindestlohn mit Sozialversicherung und trallala
ich hatt mich mal beworben in Österreich auf so nen Job, da lernste die Branche kennen...... aber sorry, bin dann doch auf nen konvi-Hof mit Milchwirtschaft gegangen, wo ich wenigstens 1000 Euro pro Monat für Vollzeit netto rausbekommen hab, bin halt doch nicht aus Rumänien und hab weniger Idealismus

aber ohne diese Gastarbeiter wärs um die deutsche Landwirtschaft freilich noch schlechter bestellt....

aber frag mal nen deutschen Langzeitarbeitslosen ob er/sie/es sagen wir mal 4 Stunden am Tag für nen Eineurojob Spargel stechen tät, wär auch gut für die allgemeine Fitness, kann sein dass die Fittesten ja sagen, aber wieviel Prozent werden das wohl sein?

Da lob ich mir doch die Rumänen und Polen, die haben noch Biss und Ausdauer....
die Deutschen bekommen eh alles hinterhergeschoben, das macht schlapp

aber schätzungsweise sind diese Zeiten dann auch irgendwann vorbei
und das könnt auch gut sein...........
denn so gehts ja nicht weiter auf Dauer, Landwirtschaft ist sowas von abhängig geworden in jeder Hinsicht, das ist sowas von unwürdig!!!!

Ein alter Bauer in der Schweiz, wo ich mal gearbeitet hab ne Weile, hat wiederholt geschrien: "Ich wandere aus!!!! wenn mal wieder irgendeine Nonsens- Verordnung ins Haus flatterte
er hätt nie auswandern können, war zu sehr verwurzelt,
aber das sagt viel.......
es sagt halt dass es so nicht weitergeht

und jetzt schreien sie alle wegen den Kunstdüngerpreisen.... sogar die Christbaum-Baumschulen

geht das nicht auch autonomer?????

Wie haben die Landwirte früher hier gedüngt?????
Bestimmt nicht auf die Art, dass sie ohne Lieferungen aus dem Ausland völlig aufgeschmissen gewesen wären

jaaa, jetzt kommt gleich das Argument, schneller, weiter, grösser, mehr, und die Konkurrenzfähigkeit und soweiter
und die EHHHUUUUH schreibt ja alles vor und ma hat ja keinen Spielraum mehr...................................

ich kenn einen Bauern aus der Steiermark, der pflügt mit eigenen Pferden, erzeugt eigenes Saatgut, verkauft eigenes Gemüse und Getreide von eigenem Saatgut, düngt mit eigenem Mist und eigenem Kompost und Terra preta
und verhungert komischweise nicht und kann die Stromrechung auch noch zahlen
und macht Brennesselsalz, das kostet fast nix, nur Steinsalz im Grossgebinde und Gläschen im Grossgebinde,
und bringt so etwa 5000 Euro im Jahr Gewinn

es geht
nur halt nicht so wie das die Politik vorschreibt
und Kreativität brauchts auch, logo
wer horrende Kosten bedienen muss bleibt Sklave
Tut mir nicht leid für die Wortwahl,
aber so viel Mumpitz in einem Betrag habe ich schon lange nicht mehr gelesen.
Eule
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3722

Beitrag von Eule »

Oelkanne hat geschrieben: Mo 6. Jun 2022, 19:18 Tut mir nicht leid für die Wortwahl,
aber so viel Mumpitz in einem Betrag habe ich schon lange nicht mehr gelesen.
...und ich dachte gestern noch, der Beitrag im Notfall-Faden, wo Jemand vorrechnet, wieviel € er durch die Preissteigerung von Speiseöl "gewonnen" hat, weil er vorher welches kaufte, sei an Bedeutsamkeit nicht mehr zu unterbieten, - und schon belehrt mich deine o.a. "Information" eines Besseren :roll:
Oder kommt da noch irgendwas an konkreter, sachlicher Kritik nach?
sybille
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3723

Beitrag von sybille »

Oder kommt da noch irgendwas an konkreter, sachlicher Kritik nach?
Täte mich auch interessieren.
Hühner sind Menschen wie Du und ich, nur das sie zur Hausordnung Hackordnung sagen.
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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3724

Beitrag von emil17 »

Ich versuche eine Brücke zu bauen:
Hier die Kleinen, die ihre Nische gefunden haben und sich darin wohlfühlen, dort die Grossen, die Quadratkilometer nach rationell-wirtschaftlich optimierten Methoden bestellen.

Dazwischen liegen Welten, und jeder der beiden Extreme hätte Grund, aus seiner Sichtweise heraus das Tun des anderen als Mumpitz zu bewerten.

Man kann es ja neutzral bewerten: Wer sein wirtschaftliches Auskommen hat, dabei zurieden ist und weder auf Kosten der anderen noch der Umwelt wirtschaftet, der hat eine Existenzberechtigung.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3725

Beitrag von Rohana »

strega hat geschrieben: Mo 6. Jun 2022, 12:22 ich kenn einen Bauern aus der Steiermark, der pflügt mit eigenen Pferden, erzeugt eigenes Saatgut, verkauft eigenes Gemüse und Getreide von eigenem Saatgut, düngt mit eigenem Mist und eigenem Kompost und Terra preta
und verhungert komischweise nicht und kann die Stromrechung auch noch zahlen
und macht Brennesselsalz, das kostet fast nix, nur Steinsalz im Grossgebinde und Gläschen im Grossgebinde,
und bringt so etwa 5000 Euro im Jahr Gewinn
Sowas nennt man Nische, die sich unter anderem dadurch definiert, dass sie nicht funktioniert wenn's jeder macht. Der Markt für Brennesselsalz ist relativ überschaubar. Mit Pferden pflügen ist toll, aber langsam. Das kann man auf Gemüseflächen machen die nicht riesig sind, aber sicherlich nicht auf *Flächen*. Eigenes Saatgut erzeugen eh die meisten, mal abgesehen von Raps und Mais.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3726

Beitrag von emil17 »

Es geht nicht darum, eine Nische zu finden, die für jeden passt, sondern eine Nische, die für einen selber passt.

Wenn man auf 500 ha Weizen zu Weltmarktpreisen macht, dann muss man auch nach den Regeln des Weltmarktes tanzen. Wenn man jeden Tag 2000 Liter Milch abliefert, schreibt die Molkerei das Drehbuch, und eine Welt in welcher alle Bauern bloss viel Milch können, würde auch nicht funktionieren.
Deshalb halte ich "dass es nicht funktioniert wenn's jeder macht " nicht für ein sinnvolles Kriterium eigener Erwerbstätigkeit. Es gibt nämlich überhaupt nichts, das funktionieren würde, wenn es jeder machte und wenn keiner etwas anderes machte.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3727

Beitrag von Rohana »

Der Markt für Milch ist grösser als der für Brennesselsalz. Da passen wesentlich mehr Bauern rein die "nur Milch" machen ;) Mal ganz abgsehen davon dass die historische Entwicklung (also der Grund, warum heute Bauer X eben Y macht) ihre Begründung hat. Es gibt Gegenden, da hat man nicht so wahnsinnig viel Auswahl allein schon von den Gegebenheiten her, oder andersrum, man spielt eben zu seinen Stärken - wenn man denn welche hat. Mittlerweile ist Solarpark DER Spitzenreiter was Deckungsbeiträge angeht, da kannst jede andere Bewirtschaftung dagegen vergessen :aeh:

Es nervt mich jedenfalls wenn hier mal wieder Kommentare kommen vonwegen X in Y macht Z nach dem Motto, du musst das nur so und so machen. Ist ja schön, ich gönne es jedem einen florierenden Betrieb zu haben, nur heisst das nicht dass es immer und überall so für jeden funktioniert. Für die meisten tut es das nämlich nicht, siehe "Nische". C'est tout.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3728

Beitrag von penelope »

Mit Solarparks begibt man sich dafür in sehr starke Abhängigkeit – sowohl von den Betreiberfirmen als auch von politischen Rahmenbedingungen. Die eigene Existenz hängt dann an Faktoren, die in erster Linie andere Leute beeinflussen, und nicht man selbst.
Eule
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3729

Beitrag von Eule »

penelope hat geschrieben: Di 7. Jun 2022, 10:24 Mit Solarparks begibt man sich dafür in sehr starke Abhängigkeit – sowohl von den Betreiberfirmen als auch von politischen Rahmenbedingungen. Die eigene Existenz hängt dann an Faktoren, die in erster Linie andere Leute beeinflussen, und nicht man selbst.
:hmm: und das ist in der kommerziellen Landwirtschaft heute ganz anders..?
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3730

Beitrag von Rohana »

penelope hat geschrieben: Di 7. Jun 2022, 10:24 ... als auch von politischen Rahmenbedingungen. Die eigene Existenz hängt dann an Faktoren, die in erster Linie andere Leute beeinflussen, und nicht man selbst.
Erzähl mir mal was über politische Rahmenbedingungen in der Landwirtschaft :lol: es gibt kaum noch Bereiche die nicht totreguliert sind.

Eule, was ist denn für dich nicht-kommerzielle Landwirtschaft?
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