Das bedeutet aber auch, dass man nicht mehr wie früher wegen lokaler Dürre oder Überschwemmung nix mehr zu essen hat. Also nicht bloss schlecht.Oelkanne hat geschrieben: Mi 19. Jan 2022, 09:35 Wenn hier weniger produziert wird, Fahrt eben ein Schüttgutfrachter mit Weizen mehr die Donau hoch, die Polen schicken drei Lkw mehr Milch. Dänemark liefert das Schweinefleisch, Polen die Eier und die Niederlande Gemüse und Geflügelfleisch. Rind kommt aus Frankreich oder Übersee usw.
Du ignorierst, dass jede Produktion Umweltbelastung und Ressourcenverbrauch bedeutet. Wenn weniger erzeugt wird, sinkt die Umweltbelastung.Oelkanne hat geschrieben: Mi 19. Jan 2022, 09:35 Die deutsche Produktionsmenge hat kein Einfluss auf den Preis.
Wenn wir weniger als das wirtschaftliche Optimum produzieren haben wir also nur weniger verdient und weiter passiert nichts.
Zudem ist genau diese Argumentation der Grund für das Elend der Kleinen, die Effizienzfalle.
Ebenfalls ignoriert wird, dass, wenn neue Regeln für alle gelten, dann ein neues Optimum eintritt. Es wäre Sache der Politik, das so zu machen, dass nicht nur wenige Grosse übrigbleiben.
Zwangskonsum durch Aussenschutz alleine kann nicht die Lösung sein - soll ganz Deutschland nur das essen dürfen, was die deutsche Landwirtschaft kann?
Eine Vollkostenrechnung bringt bei hoher Konkurrenz, bei grossem Markt und einem Produkt, das sich nicht von dem der Konkurrenz unterscheidet, immer einen Gewinn nahe Null. Fragt sich nur, warum so viele etwas machen, was sich nicht rechnet.Oelkanne hat geschrieben: Mi 19. Jan 2022, 09:35 Mit deinen abstrusen Ideen und Forderungen drückst du den Monetärenertrag so weit dass sich die Sache nicht mehr rechnet. Das ist nicht schwer, denn sie lohnt sich jetzt schon kaum:
nach Vollkosten bleiben pro Hektar Brotweizen etwa 20-50 € Gewinn.
Bei 2.000 € Umsatz macht das eine Umsatzrendite von
1-2,5 %. Ein absolut grottenschlechtes Ergebnis, verglichen mit anderen Wirtschaftszweigen.
Da sind wir wieder beim Schraubenfabrikanten, denn der wird auch jammern, dass es sich wegen der Konkurrenz und wegen Auflagen des Staates (zu hohe Lohnnebenkosten, Energiesteuer, was weiss ich ...) fast nicht mehr rechnet.
Die wirtschaftlich logische Schlussfolgerung wäre einfach die, keinen Brotweizen und keine Schrauben zu machen, wenn man dabei das Betteln versäumt. Deswegen hat auch Tante Emma ihren Laden zugemacht, interessiert hats offenbar keinen.
Aus volkswirtschaftlicher Sicht kann man durch gezielte Vorschriften und Förderungen hin zu einer etwas anders funktionierende Landwirtschaft hin arbeiten. Das sind politische Entscheidungen. Für einzelne Unternehmer bedeutet sowas immer, dass sie sich anpassen oder verschwinden müssen.
Das ist auch nicht grundsätzlich anders, als wenn der Zwang von aussen kommt. Nachdem sich der PC durchgesetzt hatte, wollte keiner mehr Schreibmaschinen. Ebenso will keiner mehr Analogfilme entwickeln lassen. Was machst du nun, wenn du ne Schreibmaschinenfabrik oder ein Fotogeschäft hast?
Die Politik will die Umwelt in der Landwirtschaft ja nicht deshalb mehr gewichten, um die Bauern zu schikanieren.

