Jetzt muss ich gleich nochmal nachfragen, was ist mechanische Sikkation bei Getreide? Halme abschneiden und zum trocknen aufhängen, wie bei Heureitern?
Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Ach je, an so was naheliegendes wie das Ortsklima hätte ich garnicht gedacht
klingt logisch! Danke für die schnelle Antwort
Jetzt muss ich gleich nochmal nachfragen, was ist mechanische Sikkation bei Getreide? Halme abschneiden und zum trocknen aufhängen, wie bei Heureitern?
Jetzt muss ich gleich nochmal nachfragen, was ist mechanische Sikkation bei Getreide? Halme abschneiden und zum trocknen aufhängen, wie bei Heureitern?
-
wörpedahler
- Beiträge: 130
- Registriert: Mo 15. Nov 2021, 13:40
- Familienstand: verheiratet
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Ich bin kein Landwirt, habe aber für die USA eine historische Erklärung:Sven2 hat geschrieben: Do 13. Jan 2022, 21:53 Eine Frage an die Landwirte:
Es wird im Artikel erwähnt, dass Russland und die USA im Vergleich zu Deutschland und der Ukraine massiv weniger dt/ha ernten. Das wird dort "extensiverer" Anbau genannt und indirekt wird auf technologischen Unterschied (evtl ältere Technik?) Und den Düngereinsatz hingewiesen.
Gibt's da Unterschiede in der Anbautechnik? Oder noch andere Faktoren? Ich weiß nur, dass es da riesige Felder gibt. Sind die Böden in Europa einfach besser? Von der Ukraine hab ich das schon gehört, dass die Region sehr fruchtbar ist, von Deutschland hier gelesen. Ich weiß gerade echt nicht, nach was ich suchen kann um die Infos zu finden.
Die haben in den 30ern einen guten Teil ihres fruchtbaren Mutterbodens verloren (Erosion nach Weizenanbau in ehemaliger Steppe).
Meines Wissens haben sie danach auch nie mehr versucht mal wieder Boden aufzubauen, sondern machen weiter in ihre riesigen Weizenfelder in dem, was halt über geblieben ist. Das ist sicher nicht der einzige Grund, aber ein Faktor.
Zum nachlesen hier
https://de.wikipedia.org/wiki/Dust_Bowl
und hier
https://www.history.com/this-day-in-his ... ern-states
"Over a period of two days, high-level winds caught and carried some 350 million tons of silt all the way from the northern Great Plains to the eastern seaboard."
"That year, as part of its New Deal program, President Franklin D. Roosevelt’s administration began to enforce federal regulation of farming methods, including crop rotation, grass-seeding and new plowing methods."
Das ist wie ich finde ein interessanter Punkt: Die Landwirte haben ihr eigenes Land zerstört bis der Staat eingegriffen und reguliert hat, um alle zu schützen. Paralellen zu heutigen Diskussionen sind rein zufällig.
-
Benutzer 4754 gelöscht
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Fast, darunter versteht man das Schwadmähen.Sven2 hat geschrieben: Do 13. Jan 2022, 23:42 Jetzt muss ich gleich nochmal nachfragen, was ist mechanische Sikkation bei Getreide? Halme abschneiden und zum trocknen aufhängen, wie bei Heureitern?
-
Manfred
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
wörpedahler hat geschrieben: Fr 14. Jan 2022, 10:29 "That year, as part of its New Deal program, President Franklin D. Roosevelt’s administration began to enforce federal regulation of farming methods, including crop rotation, grass-seeding and new plowing methods."
Das ist wie ich finde ein interessanter Punkt: Die Landwirte haben ihr eigenes Land zerstört bis der Staat eingegriffen und reguliert hat, um alle zu schützen. Paralellen zu heutigen Diskussionen sind rein zufällig.
Bitte weiterbilden.
Roosevelt ist es nicht gelungen, diese Entwicklung zu stoppen oder gar umzukehren, er hat sie allenfalls etwas gebremst.
Das Problem war und ist heute noch, dass landwirtschaftliche Methoden aus dem verzeihenden Klima Mitteleuropas in Regionen mit sprödem Klima exportiert wurden, wo sie völlig ungeeignet sind und Verheerung anrichten.
In den letzten Jahrzehnten haben diverse Praktiker aber neue Bewirtschaftungsweisen entwickelt, die weitere Zerstörung verhindern und nach und nach die Böden wieder aufbauen.
Schau z.B. mal auf Youtube die Videos von Grabe Brown, David Brandt, Ray Archuleta, Allan Savory, etc. etc. an.
Heute ist die Situation genau umgekehrt. Die Regierungen und diverse NGOs behindern massiv die Entwicklung hin zu besseren Methoden.
Die Nationalparks in den spröden Klimaten gelten unter Fachleuten inzwischen als Extrembeispiele für zerstörende Misswirtschaft.
Die letzte deutsche Agrarministerin hat gar ein Programm zur Förderung von Bodenzerstörenden Hackmaschinen aufgelegt...
Landwirte werden gezwungen, Gülle in den Boden einzuarbeiten usw. usw.
Hier ein Vergleich von Flächen, die vom African Centre for Holistic Management in Dimbangombe nach den Theorien von Allan Savory bewirtschaftet werden, mit simuliertem Herdenzug, wo die Natur wieder aufblüht, und umliegenden Nationalparkflächen und herkömmlich bewirtschaftet Flächen mit ständig fortschreitender Zerstörung durch die Dauerstandweidenutzung, egal ob durch Nutztiere oder Nationalparktiere.
https://www.facebook.com/watch/?ref=ext ... 1788323794
-
Manfred
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Was ja das gleiche Prinzip ist wie früher mit den Reutern.
Aber halt groß mechanisiert und im dortigen Kontinentalklima auch auf dem Boden möglich.
Die schwaden ja auch Heu für den Winter teilweise nur zusammen und lassen es monatelang liegen als Winterweidefutter, ohne dass es groß verdirbt.
Und unserem nassen Klima mit den vielen Temperaturwechseln ist das nicht so einfach.
-
Manfred
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
So schaut das aus:
Erst fahren die Schwadmäher über das Feld und dann einige Stunden bis Tage später, wenn das Getreide trocken ist, die Drescher (mit Pickup wie bei einer Ballenpresse oder einem Ladewagen statt Schneidwerk)
https://www.youtube.com/watch?v=zJpdgTdgEJg
Erst fahren die Schwadmäher über das Feld und dann einige Stunden bis Tage später, wenn das Getreide trocken ist, die Drescher (mit Pickup wie bei einer Ballenpresse oder einem Ladewagen statt Schneidwerk)
https://www.youtube.com/watch?v=zJpdgTdgEJg
- Rohana
- Förderer 2018

- Beiträge: 4712
- Registriert: Mo 3. Feb 2014, 20:31
- Familienstand: verheiratet
- Wohnort: Oberpfalz
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Die Senkung der Mehrwertsteuer für pauschalierende Landwirte von 10,7 auf 9,5% kostet uns etwa einen halben Cent Milchgeld. Auf's Jahr ist das eine ganz schöne Summe...

Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
- emil17
- Beiträge: 8270
- Registriert: Di 21. Sep 2010, 08:07
- Wohnort: In der Schweiz da, wo die Berge am höchsten sind
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Die Diskussion gabs schon mal.Manfred hat geschrieben: Fr 14. Jan 2022, 11:46 Die Regierungen und diverse NGOs behindern massiv die Entwicklung hin zu besseren Methoden.
Die Nationalparks in den spröden Klimaten gelten unter Fachleuten inzwischen als Extrembeispiele für zerstörende Misswirtschaft.
Du kannst das sicher beweisen:
Wo überall behindern welche NGOs warum und wie "massiv die Entwicklung hin zu besseren Methoden"?
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
@ Rohana: ich krieg das ncht durchdacht, deswegen frage ich: Wieso kostet euch das Milchgeld? Seid ihr pauschalisierender Betrieb? Oder der Milchabnehmer?
-
Benutzer 4754 gelöscht
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Bei Pauschalieren schlägt der Betrieb jetzt 9,5 % statt 10,7 % an MwSt auf den Nettopreis.Ferry hat geschrieben: Sa 15. Jan 2022, 09:29 @ Rohana: ich krieg das ncht durchdacht, deswegen frage ich: Wieso kostet euch das Milchgeld? Seid ihr pauschalisierender Betrieb? Oder der Milchabnehmer?
Diese MwSt darf der Betrieb behalten und muss sie nicht an das Finanzamt abführen.
Im Gegenzug darf der Betrieb aber beim Einkauf auch keine MwSt (hier 19 und 7 %) geltend machen.
https://m.zinsen-berechnen.de/mehrwerts ... schaft.php
Für Rohana bleiben die Kosten für die MwSt im Einkauf gleich, die Einnahmen sinken aber um 1,2 Prozentpunkte, diese Änderung kostet Rohana also Geld.
Pauschalieren tun kleine Betriebe, da sich die erheblicher Verwaltungsaufwand einsparen lässt.
Pro Jahr kostet das die Landwirtschaft 95 Millionen Euro:
https://www.bundestag.de/dokumente/text ... aft-868570
Es zu machen wie der Rest der Wirtschaft, das Optieren, machen die größeren Betriebe.
