Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Sven2
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3211

Beitrag von Sven2 »

Achja, bin leider bequemer Supermarktgänger
Was ist am Supermarkt so bequem? Ok, ich kann den Supermarkt auch nicht ganz vermeiden aber ich bin immer froh das ich nicht an Fleisch, Wurst, Käse und Brot anstehen muss. Das würde mich wesentlich mehr Zeit und Nerven kosten als das wie ich es jetzt mache.
[/quote]

Um noch kurz drauf zu Antworten und Schleichwerbung zu machen :
Einmal hin, alles drin, war mal irgend eine Werbung. Leider passt der Gang zum kleinen Einzelhandel oft nicht in die Tagesplanung,da die Öffnungszeiten anders sind, und alle Landverkäufe sind mit Umwegen und Zeitverlust verbunden. Deshalb auch der Unterschied Supermarkt und Discounter: im Smarkt gibt's wenigstens ein paar Produkte vom (halbwegs) regionalen Metzger oder von der Käserei. (Änderung des Einkaufsverhaltens unsererseits in Arbeit). Zudem ist's schön, dass es Bauernläden gibt und von vielen hier genutzt werden, nur gibt's die nicht (mehr) überall.
Rohana hat geschrieben: So 31. Okt 2021, 19:07 Welche Werbung? Die mit "mehr Tierwohl"?

Ich hab letztens ne Werbung gehört... Bergbauern, ich hab schon wieder vergessen von wo, werben damit kein Glyphosat und keine Gentechnik zu nutzen. Immer wieder schön wenn man damit wirbt geltendes Recht einzuhalten :bang: als ob alle anderen das nicht täten.
...ja, das liebe ich. Ist aber leider fast intelligent. Mache Werbung mit Schlagwörtern, die jeder gehört hat, jeder Angst vor hat und du nichts zusätzlich machen musst. Ich find's erschreckend wie oft man den Zusatz "laut gesetzlicher Vorgabe" auf der Packung bei vielen Werbeversprechen findet, oder es Augenwischerei ist.
Vielleicht fehlt es einfach massiv an Information- bei uns damals in der Schule gab's zu solchen Themen auch kaun Input, außer esse Gemüse, aber nichts zur Qualiität, Herkunft, wie wirds erzeugt..., mal einen Kinobesuch und fertig. Vielleicht hat sich das ja geändert, dann müssten sich viele mal darüber Gedanken machen...
Die Erfahrung in meinem Bekannten und Kollegenkreis ist übrigens, dass sich ein großer Teil gar keine Gedanken über Lebensmittelproduktion macht, und der Rest eher oberflächlich was weiß oder eher aus lifestyle Gründen handelt.
emil17 hat geschrieben: So 31. Okt 2021, 17:04dann
Oelkanne hat geschrieben: So 31. Okt 2021, 18:13 https://help.orf.at/stories/3209424/
Die Österreicher/ der ORF sind/ist da wohl etwas wissenschaftsorientierter und weniger ideologisch unterwegs wie viele Deutsche...
Cool, danke
emil17 hat geschrieben: So 31. Okt 2021, 17:04
Rohana hat geschrieben: So 31. Okt 2021, 14:33 Ohne finanzielles Wohl des Tierhalters hat das Tier keine Existenzgrundlage.
Weiss ich, aber die Werbung kriegt dann halt ein Gschmäckle.
Das find ich - als Laie- tatsächlich mega Spannend. Klar, natürlich ist Weide (Steppe, Moor, Wald oder nicht, da dürft ihr euch gerne Streiten ;) ), und ich denke auch, dass Kühe auf der Weide glücklich sind, aber sind Kühe ohne Weide, aber mir Auslauf wirklich unglücklich? Und die alte krux, vermisst man was, das man nicht kennt? Es geht ja immer um den bestmöglichen Kompromiss. Und ich denke, die meisten Landwirte wollen wirklich das beste für ihre Tiere, das eben möglich ist. Ethikverachtende Betriebe, die nur auf Profit getrimmt sind, wird es immer geben, aber ich halte sie nicht für vorherrschend.

Wissenschaft...

Ja, Ohje, war das nicht das Ding, das versucht uns Erkenntnisse zu generieren, auf der wir dann vernunftbassierte Entscheidungen treffen sollen? Und die versucht, Dinge wie Tierwohl subjektiv messbar zu machen, damit wir drüber diskutieren können? Wo verschiedene Ansätze erforscht werden, um die Daten zu vergleichen? Das unsere Entwicklung, Lebenserwartung, Gesundheitsversorgung, Nahrubgsmittelsicherheit und vieles anders soweit ins positive verändert hat? Dass nur die Daten liefert, was wir draus machen ist unsere Sache?
Nenne Du, bleib mir damit mal lieber vom Hals ;)
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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3212

Beitrag von emil17 »

Sven2 hat geschrieben: Mo 1. Nov 2021, 14:28 Wissenschaft ...

Nenne Du, bleib mir damit mal lieber vom Hals ;)
Na ja, das Problem an der Wissenschaft ist, dass es Menschen sind, die sie machen, und da findet man das ganze Sortiment der mehr oder weniger vollkommenen Weisen des Landes versammelt. Wenn, was vorkommen soll, der Institutsvorsteher menschliche Schwächen hat oder sonst nicht die hellste Kerze auf der Torte ist, dann kann Wissenschaft auch im schlechten Sinne des Wortes menschlich werden.
Immerhin hat uns die Wissenschaft vor Geistern, Aberglauben, Verschwörungen und religiösen Dogmen befreit, oder sie könnte es wenigstens.
Sie hat uns auch all die technischen Dinge erschlossen, deren Benutzung heute selbstverständlich ist und die das Leben sehr viel leichter und angenehmer machen.
Sie kann auch einiges zu einer guten Diskussionskultur beitragen, indem man Fragestellungen klar definiert, Fakten von Hypothesen trennt und Tatsache von Wünschen. Man kann beispielsweise in wissenschaftlichen Diskussionen und Publikationen nicht irgendwas behaupten und die Beweislast der Wahrheit oder Unwahrheit dem Diskussionsgegner überlassen.
Was sie nicht kann, ist, uns persönliche und ethische Entscheidungen abzunehmen.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Eberhard
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3214

Beitrag von Eberhard »

Das Ende des Malser Wunders ist dann offensichtlich im Sinne der praktischen Landwirtschaft.
Mit freundlichem Glück Auf!

Eberhard
Sven2
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3215

Beitrag von Sven2 »

Moment, das Wunder besteht daraus, dass eine Gemeinde eine Frage per Abstimmung entschieden hat, für die sie nicht zuständig war?
Und wenig überraschend haben die, die durch den Beschluss Gewinneinbußen gehabt hätten, dagegen geklagt. Klingt logisch. Ich hätte auch was dagegen, weniger zu verdienen, weil ein nicht zuständiges Gremium mir neue Vorschriften macht.
Dass sie recht bekommen haben zeigt eigentlich nur, dass die Aktion nicht ganz durchdacht war...
Und wieso denn "Wunder"?


Fazit:
Ich find's schade, dass das Pedtizidfreie Projekt gescheitert ist.
Aber ich finde auch erstmal, dass man sich an geltendes Recht halten sollte, so als Gemeinde...
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3216

Beitrag von MeinNameistHASE »

Eberhard hat geschrieben: Mo 1. Nov 2021, 18:57 Das Ende des Malser Wunders ist dann offensichtlich im Sinne der praktischen Landwirtschaft.
Im Sinne der praktischen Landwirtschaft ist es auf jeden Fall, dass man auf Ordnungsrecht verzichtet...

Mit ein bisschen gegenseitiger Rücksicht etc. funktioniert das auch ohne ein Verbot :aeh:
Ich verlasse mich auf meine Sinne: Irrsinn, Wahnsinn und Blödsinn!
Manfred

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3217

Beitrag von Manfred »

Langsam wird auch die Presse aufmerksam:
"Kostenexplosion bei Dünger und Treibstoff"
https://www.youtube.com/watch?v=f-zlNiPqbZM
Manfred

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3218

Beitrag von Manfred »

Wiederkäuer im "Klima-Labor" Klimakiller Kuh "ist irreführendes Narrativ"

https://www.n-tv.de/wissen/Wiederkaeuer ... 90482.html
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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3219

Beitrag von emil17 »

Na ja, der Titel "Wiederkäuer im "Klima-Labor Klimakiller Kuh ist irreführendes Narrativ" ist bestenfalls die halbe Wahrheit:
"Wenn Sie es weltweit betrachten, gehen ungefähr 80 Prozent der Soja-Ernte und etwa ein Drittel der Getreide- und der Maisernte an Nutztiere. " (aus dem Link).
Insofern erzeugt die gegenwärtige Nutztierhaltung global gesehen durchaus ein Klimaproblem.
Die Zufütterungshaltung ist das Problem, nicht die Kühe (oder anderen Wiederkäuer) die Gras fressen das von selber gewachsen ist.
Kommt dazu, dass das meiste Soja auf Flächen wächst, die zu diesem Zweck gerodet worden sind.
Die Produktion dieser Futtermittel erzeugt wiederum viel CO2 nach der Rodung, durch Pflügen, Düngen, Ernten, transportieren, verarbeiten. Dazu kommen die unvermeidlichen Humusverluste einer solchen Flächenbewirtschaftung.

Wäre es nicht ein schlaueres Zuchtziel, Kühe nicht auf absolute Milchleistung zu züchten, sondern auf optimale Verwertung von Rauhfutter vom Hof, und fürs Gebirge noch auf Weidegängigkeit und Robustheit? Ganz nebenbei hätten die dann auch ein "tiergerechteres" Leben.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Eberhard
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3220

Beitrag von Eberhard »

die unvermeidlichen Humusverluste einer solchen Flächenbewirtschaftung
Bei dieser Unvermeidlichkeit würden einige Widerspruch anmelden: Klimaschutz durch Humusaufbau
Es kann also Geld geben für nachgewiesenen Humusaufbau, und es ist möglich Humus aufzubauen. Die Flächenbewirtschaftung muss selbstredend angepasst sein.
Mit freundlichem Glück Auf!

Eberhard
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