Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

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Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3021

Beitrag von Rohana »

Manfred hat geschrieben: Fr 15. Okt 2021, 14:25 Und man sollte auch verstehen, dass das subjektive Empfinden gut über die Runden zu kommen, noch kein angemessenes Einkommen bedeutet.
Den Stundenlohn darf man nicht ausrechnen, sonst fängt man's heulen an, stimmt schon. Es ist aber genau der richtige Job für Workaholics ohne Freunde und Hobbies :grinblum:
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3022

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

penelope hat geschrieben: Fr 15. Okt 2021, 12:51 Es kommt in der Diskussion nur oft so rüber, als wäre Landwirtschaft in Deutschland gernerell praktisch gar nicht mehr möglich und quasi immer ein Verlustgeschäft. Und wenn diese Argumentation dann von Leuten kommt, die ein konventionelle Landwirtschaft betreiben und daran auch nichts ändern wollen, finde ich das unlogisch.
Nach wollen fragt kaum einer, es geht ums können.
Nicht um das Können im Sinne von Lernen und Üben sondern um das finanzielle können.
Die von dir und Emil geforderten alternativen Vertriebswege sind für über 95% schlicht nicht machbar damit unrentabel und sorgen nicht für eine wirtschaftliche Entspannung.
Es gibt zur Zeit keinen Weg für den normalen Marktfruchtbetrieb seine Produkte so zu vermarkten wie ihr es euch wünscht.

Zur Überlegung:
Bitte vermarktet mir:
24.000 Tonnen B-Weizen
6.800 Tonnen Winterraps
64.000 Tonnen Zuckerrüben
32.300 Tonnen Silomais
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Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3023

Beitrag von Rohana »

Ja ne, du musst ja keine Rüben, Weizen, Raps, Mais Fruchtfolge haben, wird man dir gleich sagen. Mach doch mal was cooles. Quinoa oder so :haha:
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3024

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

Rohana hat geschrieben: Fr 15. Okt 2021, 18:24 Ja ne, du musst ja keine Rüben, Weizen, Raps, Mais Fruchtfolge haben, wird man dir gleich sagen. Mach doch mal was cooles. Quinoa oder so :haha:
Bis letztes Jahr hatten wir Erbsen und Ackerbohnen, dafür weniger Raps.
Kann man voll in die Tonne treten.
Die Ackerbohnen haben richtig Spaß gemacht...
... bis man die BZA angeschaut hat.
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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3025

Beitrag von emil17 »

Entscheidet Euch doch mal ob ihr Marktwirtschaft wollt oder nicht.
Wenn du Martktwirtschaft willst musst du das erzeugen was sich rechnet. Wenn du das nicht kannst, geht es dir genau gleich wie Tante Emma ihrem Laden nachdem daneben ein Aldi kam. Hat das jemanden interessiert, und hat Tante Emma vom Staat viel Geld bekommen, bloss weil Tante Emma nett war und weil es eigentlich nützlich für die Gesellschaft ist, einen Laden in jedem Dorf zu haben?

Wenn du deine 24'000 t B-Weizen nicht kostendeckend los wirst, dann musst du etwas anderes machen, oder es ganz lassen.

Oder ihr habt keine Marktwirtschaft, dann werdet ihr von einem Auftraggeber bezahlt, und dann musst du machen was der will, wie jeder andere Auftragnehmer auch.

Aber "ich kann nur das und das und ich muss dafür mindestens diesen Preis haben, sonst gehe ich ein, also ist mir so und soviel dafür zu bezahlen" das geht in der Marktwirtschaft nicht.
Kommt hinzu, dass die Landwirtschaft vom Staat eh schon privilegiert wird, etwa mit steuerbegünstigtem Diesel. Den hätten Tiefbaufirmen und Transportgewerbe auch gerne, denn auch dort geht ohne Treibstoff nichts und auch die wissen, was Konkurrenz ist. Wichtig für die Gesellschaft sind diese Gewerbe zweifellos auch.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Manfred

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3026

Beitrag von Manfred »

Oelkanne hat geschrieben: Fr 15. Okt 2021, 18:33 ... bis man die BZA angeschaut hat.
Ich übersetze mal vorsorglich BZA = Betriebszweigauswertung.

Was bringt die schönste und theoretisch sinnvollste Frucht, wenn die finanzielle Seite nicht stimmt.
Solange die Kritiker der Landwirtschaft nicht zu einer ganzheitlichen Herangehensweise wechseln, werden sie in der Gesamtschau fast immer mehr Schaden als Nutzen anrichten.
Was hilft der aus der Ferne schönste ha Blühfläche der Natur, wenn in Südamerika dafür ein ha artenreicher Regenwald gerodet und dabei evtl. mehrere Arten ausgerottet werden und der Boden der Blühfläche ausschaut wie ein schlecht bewirtschaftetes Maisfeld...
Manfred

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3027

Beitrag von Manfred »

emil17 hat geschrieben: Fr 15. Okt 2021, 20:36 etwa mit steuerbegünstigtem Diesel. Den hätten Tiefbaufirmen und Transportgewerbe auch gerne, denn auch dort geht ohne Treibstoff nichts und auch die wissen, was Konkurrenz ist. Wichtig für die Gesellschaft sind diese Gewerbe zweifellos auch.
Den Aufschrei möchte ich hören, wenn die Tiefbaufirmen plötzlich mit chinesischen Baufirmen mit steuerfrei mitgebrachtem Diesel und nach chinesischem Tarif bezahlten Arbeitnehmern konkurrieren müssten...

Die Tiefbauer wechseln dann evtl. auch in den "Naturschutz", wo sie für Naturzerstörung vom warmen Büro aus fürstlich entlohnt werden.
Hat schon mal jemand die CO2-Bilanz eines NABU-Büros berechnet?
Vermutlich heizen die auch alle brav mit feinstaubfreiem Scheitholz oder sind so gut gedämmt, dass sie gar keine Heizung benötigen?
Und wenn man dann ihre Bahnfahrten auch noch mit den tatsächlichen Werten statt mit theoretisch voll besetzten Zügen nachrechnet?
Wenn das mal kein böses Ende nimmt...
penelope
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3028

Beitrag von penelope »

Oelkanne hat geschrieben: Fr 15. Okt 2021, 17:19

Nach wollen fragt kaum einer, es geht ums können.
Nicht um das Können im Sinne von Lernen und Üben sondern um das finanzielle können.
Die von dir und Emil geforderten alternativen Vertriebswege sind für über 95% schlicht nicht machbar
Ich meinte mit "nichts ändern wollen" auch gar nicht nur den Umstieg auf eine andere Form der Landwirtschaft, sondern auch beispielsweise denn Umstieg in einen anderen Beruf. Klar, ist auch nicht einfach, aber wenn einerseits Landwirtschaft in Deutschland immer als das ultimativ Schlimmste hingestellt wird, dann muss die Überlegungen, in eine andere Branche zu wechseln, doch naheliegend sein.

Ich fordere doch auch an keiner Stelle irgendwelche Betriebswege von irgendwem. Ich freu mich einfach nur immer, wenn ich von Leuten höre, die eine gute und ungewöhnliche Idee hatten und mutig genug waren, die auch umzusetzten und damit Erfolg haben. Ob nun in der Landwirtschaft oder in irgendeiner anderen Branche. Für mich ist es immer inspirierenden, ich hocke hier ja auch noch in meinem Job und hoffe, dass mich irgendwann nochmal möglichst gleichzeitig eine gute Idee und genügend Mut überkommen ;) Für andere scheinen solche Beispiele ganz große Trigger zu sein.
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3029

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

emil17 hat geschrieben: Fr 15. Okt 2021, 20:36 Entscheidet Euch doch mal ob ihr Marktwirtschaft wollt oder nicht.
Wenn du Martktwirtschaft willst musst du das erzeugen was sich rechnet.
Das tun wir. Un dann kommst du und schipfst was für böse Bauern wir doch sind.
Wir leben von unserem Strukturellen Vorteil:
große, einheitliche Schläge, kaum Hindernisse und dadurch gut mechnisierbar.
Wir haben ein Schlagdurchschnitt von 80 Hektar. ohne Rohana zu nahe treten zu wollen aber ich glaube das ist ihr ganzer Betrieb :ua:
Genau das beschimpfst du aber als Agrarindustrie.
Zur Marktwirtschaft:
ja die wäre schön.
Weltmarktbedingungen und dann können wir auch zu Weltmarktpreisen produzieren.
Es herrschen keine Weltmarktbedingungen und zum Ausgleich bekommen wir Agrarausgleichszahlungen.

Die Tiefbaufirma hat keine Konkurrenz aus aller Welt, deshalb braucht sie auch kein Ausgleich. Sie produzeirt zu lokalen Preisen und nicht zu Weltmarktpreisen.
emil17 hat geschrieben: Fr 15. Okt 2021, 20:36 Wenn du deine 24'000 t B-Weizen nicht kostendeckend los wirst, dann musst du etwas anderes machen, oder es ganz lassen.
was schlägt euer Hochwürden denn als alternative vor?
Es lassen: da kommt der böse Strukturwandel...
emil17 hat geschrieben: Fr 15. Okt 2021, 20:36 Aber "ich kann nur das und das und ich muss dafür mindestens diesen Preis haben, sonst gehe ich ein, also ist mir so und soviel dafür zu bezahlen" das geht in der Marktwirtschaft nicht.
Wir haben keine Marktwirtschaft im Sektor der Urproduktion.
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3030

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

penelope hat geschrieben: Fr 15. Okt 2021, 20:59
Oelkanne hat geschrieben: Fr 15. Okt 2021, 17:19

Nach wollen fragt kaum einer, es geht ums können.
Nicht um das Können im Sinne von Lernen und Üben sondern um das finanzielle können.
Die von dir und Emil geforderten alternativen Vertriebswege sind für über 95% schlicht nicht machbar
Ich meinte mit "nichts ändern wollen" auch gar nicht nur den Umstieg auf eine andere Form der Landwirtschaft, sondern auch beispielsweise denn Umstieg in einen anderen Beruf. Klar, ist auch nicht einfach, aber wenn einerseits Landwirtschaft in Deutschland immer als das ultimativ Schlimmste hingestellt wird, dann muss die Überlegungen, in eine andere Branche zu wechseln, doch naheliegend sein.
sicher dass kan jeder tun.

Aber heult dann bitte nicht rum wenn es keine kleinen Betriebe mit "bäuerlicher Landwirtschaft" (was ist das eigentlich) mehr gibt
sondern Aktiengesellschaften mit deutlich fünfstelligen Hektarzahlen, 10.000 Rindern, 25.000 Schweinen oder 700.000 Hühnern.
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