Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2881

Beitrag von emil17 »

Der soll auf einer Rechtsmittelbelehrung bestehen (die gesetzlichen Grundlagen des Bescheides und die Behörde, an welche der Widerspruch zu richten ist, eischliesslich Frist, MÜSSEN in der Verfügung genannt sein) und ggf. auf Schadenersatz klagen. Hoffentlich hat er alles schriftlich.
Es kann nicht sein, dass man sich auf Aussagen der Behörden nicht verlassen kann - egal wie man zur Sache steht.
Als produzierender Landwirt (oder Kleingewerbler) hat man eh besseres zu tun, als mit Behörden Prozesse und Papierkriege zu führen, schon gar während der Hauptsaison.
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Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2882

Beitrag von Rohana »

Upländer Bauernmolkerei bekommt ja jetzt eine ordentliche Förderung:
https://umwelt.hessen.de/presse/pressem ... rnmolkerei

Und ich hoffe, dass die verbliebenen Bauern mit dem Milchgeld zufrieden sind... mir ist da noch was im Hinterkopf dass eben diese Molkerei, die sich die fairen Preise auf die Fahnen geschrieben hat, auch in den aktuellen Molkereirankings ziemlich weit unten war. https://www.topagrar.com/management-und ... 89808.html
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2883

Beitrag von Rohana »

Tränen um die Schweinebauern in Niedersachsen...
https://www.rtl.de/cms/landwirtschaftsm ... 27513.html

Immerhin zeigt sie Empathie. Von einer Politikerin erwarte ich allerdings mehr als das, nämlich ein bisschen Konzept zum Umgang mit "Produktion anpassen"...
Bei meiner (angeheirateten) Tante sind letzte Woche die letzten Schweine vom Hof gegangen. Riechen tut man sie immernoch. So traurig es ist - die hat alles richtig gemacht.
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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2884

Beitrag von emil17 »

Die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften von Vieh und Fleisch (VEZG) setzte bereits Mitte September außer der Reihe den Erzeugerpreis für Schweinefleisch neu fest und senkte ihn von 1,47 Euro um 20 Cent auf 1,27 Euro je Kilogramm
Das ist ja das Betteln versäumt, und dann soll auch noch das Tier vorher ein schweinewürdiges Leben gehabt haben.
Für die Familienexistenzen ist es schlimm, um die Massentierhaltung ist es nicht schade.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2885

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

emil17 hat geschrieben: Do 8. Okt 2020, 19:48
Die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften von Vieh und Fleisch (VEZG) setzte bereits Mitte September außer der Reihe den Erzeugerpreis für Schweinefleisch neu fest und senkte ihn von 1,47 Euro um 20 Cent auf 1,27 Euro je Kilogramm
Das ist ja das Betteln versäumt, und dann soll auch noch das Tier vorher ein schweinewürdiges Leben gehabt haben.
Für die Familienexistenzen ist es schlimm, um die Massentierhaltung ist es nicht schade.
Wo hört für dich das eine auf und wo fängt das andere an?


https://www.youtube.com/watch?v=5j7t0uuRBqA
Ja ist schon ein Jahr alt, aber wieder besserem Wissen hat man die 20% unter Bedarf beschlossen, das Messstellennetz lapidar "überarbeitet" und damit die Landwirtschaft wieder näher an das Aus befördert.
Anstatt das man vernünftig flächendeckend misst, Vorschriften erlässt die eine sinnvolle Produktion ermöglicht und gleichzeitig die Überwachung der Vorschriften besser kontrolliert.
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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2886

Beitrag von emil17 »

Sich kurz zu fassen ist des Wissings Stärke nicht ...
Nach 4:27 Minuten sagt er, und jetzt zur Sache.

ich nehme mal an es gehe wieder um die Nitratbelastung ...
"Anstatt das man vernünftig flächendeckend misst"
Bei Grenzwerten, die *überall* und *immer* einzuhalten sind, misst man logischerweise zuerst und vorwiegend dort, wo die Wahrscheinlichkeit am grössten ist, dass es Probleme gibt.
"Vernünftig flächendeckend" erzeugt Durchschnittswerte, die nichts bedeuten. Zudem ist es sinnfrei, Messwerte von Trinkwassergebieten und Wäldern mit Grundwasserwerten intensiver Agrargebiete zusammenzurechnen. Es sei denn, man will ein Problem wegrechnen.

Die Polizei macht ja auch nicht Geschwindigkeitskontrollen in Sackgassen, und der Zoll am Flughafen kontrolliert auch nicht vorwiegend Leute ohne Gepäck. Die wollen nämlich beide nicht Durchschnittswerte von was auch immer, die wollen Übeltäter erwischen. Das ist ihr Job und dafür werden sie ausgebildet und bezahlt.

"Vorschriften erlässt, die eine sinnvolle Produktion ermöglichen"
wenn man die Produzenten egal welcher Branche fragt, ist alles nur dann sinnvoll, wenn es die Konkurrenzfähigkeit steigert. Kollateralschäden soll die Bevölkerung ertragen und (mit Steuergeldern) tragen.
Helfen tut es sowieso nichts, denn ohne Auflagen ist nur Konkurrenzstärke entscheidend und dann hat man bald auch nur noch ein paar Grossbetriebe, allerdings bei untragbar tiefem Umweltstandard.
"und gleichzeitig die Überwachung der Vorschriften besser kontrolliert"
also nicht etwa die Einhaltung der Vorschriften, sondern die Überwachung?
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2887

Beitrag von Rohana »

Emil, nimm dir n bissl Popcorn und guck einfach was passiert. Du kannst es dir ja leisten zuzugucken, du bist ja nicht betroffen ;)
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2888

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

emil17 hat geschrieben: Fr 9. Okt 2020, 09:34 Sich kurz zu fassen ist des Wissings Stärke nicht ...
Nach 4:27 Minuten sagt er, und jetzt zur Sache.

ich nehme mal an es gehe wieder um die Nitratbelastung ...
"Anstatt das man vernünftig flächendeckend misst"
Bei Grenzwerten, die *überall* und *immer* einzuhalten sind, misst man logischerweise zuerst und vorwiegend dort, wo die Wahrscheinlichkeit am grössten ist, dass es Probleme gibt.
"Vernünftig flächendeckend" erzeugt Durchschnittswerte, die nichts bedeuten. Zudem ist es sinnfrei, Messwerte von Trinkwassergebieten und Wäldern mit Grundwasserwerten intensiver Agrargebiete zusammenzurechnen. Es sei denn, man will ein Problem wegrechnen.

Die Polizei macht ja auch nicht Geschwindigkeitskontrollen in Sackgassen, und der Zoll am Flughafen kontrolliert auch nicht vorwiegend Leute ohne Gepäck. Die wollen nämlich beide nicht Durchschnittswerte von was auch immer, die wollen Übeltäter erwischen. Das ist ihr Job und dafür werden sie ausgebildet und bezahlt.

"Vorschriften erlässt, die eine sinnvolle Produktion ermöglichen"
wenn man die Produzenten egal welcher Branche fragt, ist alles nur dann sinnvoll, wenn es die Konkurrenzfähigkeit steigert. Kollateralschäden soll die Bevölkerung ertragen und (mit Steuergeldern) tragen.
Helfen tut es sowieso nichts, denn ohne Auflagen ist nur Konkurrenzstärke entscheidend und dann hat man bald auch nur noch ein paar Grossbetriebe, allerdings bei untragbar tiefem Umweltstandard.
"und gleichzeitig die Überwachung der Vorschriften besser kontrolliert"
also nicht etwa die Einhaltung der Vorschriften, sondern die Überwachung?
Klassischer Fall von "ich höre nur das was ich hören will".
Aber ich mache mir mal die Mühe und lasse dich nicht im Regen stehen:
"Anstatt das man vernünftig flächendeckend misst"
Bei Grenzwerten, die *überall* und *immer* einzuhalten sind, misst man logischerweise zuerst und vorwiegend dort, wo die Wahrscheinlichkeit am grössten ist, dass es Probleme gibt.
"Vernünftig flächendeckend" erzeugt Durchschnittswerte, die nichts bedeuten. Zudem ist es sinnfrei, Messwerte von Trinkwassergebieten und Wäldern mit Grundwasserwerten intensiver Agrargebiete zusammenzurechnen. Es sei denn, man will ein Problem wegrechnen.
Sicher müssen die 50mg/l Nitrat eingehalten werden, keine Frage.
Die Ausweisung der roten Gebiete, die Regelung innerhalb der Gebiete verbietet eine Sinnvolle Produktion, erfolgt auf Grund von 692 Messstellen in Ganz Deutschland. Deutschland hat eine Grundfläche von 35.711.100 Hektar.
Das heißt eine Messstelle soll 51.605,64 Hektar abbilden, also wird extrapoliert was das Zeug hält.
Man muss weder Landwirt, noch Hydrogeologe sein um zu sehen das das völliger Irrsinn ist.
Mit vernünftig meine ich eine flächendeckende Messung im Raster einer maximal mittleren dreistelligen Hektarzahl, nur dadurch lässt sich ein rotes Gebiet genau feststellen und der Verursacher besser bestimmen.
Damit rechnet man kein Problem weg, sondern behebt den systemischen Fehler der bis jetzt begangen wird.
"Vorschriften erlässt, die eine sinnvolle Produktion ermöglichen"
wenn man die Produzenten egal welcher Branche fragt, ist alles nur dann sinnvoll, wenn es die Konkurrenzfähigkeit steigert. Kollateralschäden soll die Bevölkerung ertragen und (mit Steuergeldern) tragen.
Helfen tut es sowieso nichts, denn ohne Auflagen ist nur Konkurrenzstärke entscheidend und dann hat man bald auch nur noch ein paar Grossbetriebe, allerdings bei untragbar tiefem Umweltstandard.
Du hast es nicht verstanden das diese 20% Regelung dafür sorgt das eine Produktion von Speisegetreide auf den meisten Standorten unmöglich macht
Ja, wir brauchen eine Regulierung der Dünung genau so wie wir eine Regulierung der Geschwindigkeit des Verkehrs brauchen.
Aber es ist nicht sinnvoll auf allen Autobahnen 60km/h ein zuführen und auf Landstraßen nur 40km/h.
Macht doch alles sicherer, verringert die Verkehrstoten, verschleist weniger die Straße, spart co2 da der Spritverbrauch runter geht und ist deutlich leiser.
Find ich Super, denn mein Schlepper läuft eh nur 40km/h.... :bang:
"und gleichzeitig die Überwachung der Vorschriften besser kontrolliert"
also nicht etwa die Einhaltung der Vorschriften, sondern die Überwachung?
Da habe ich mich missverständlich ausgedrückt.
Die Einhaltung der Vorschriften muss besser kontrolliert bzw überwacht werden.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2889

Beitrag von MeinNameistHASE »

Diese 20 % dürfen nicht so heiß gegessen werden, wie gekocht wird :aeh:

Für Betriebe die zu 100 % in Roten Gebieten liegen mag das natürlich anders aussehen, aber wer anteilig betroffen ist :pfeif: Bedarf summieren, 20 % abziehen und verbleibende Menge verteilen... wo ist doch dir selbst überlassen :hmm:

Wir reden immer so viel von Artenvielfalt und vielfältigen Kulturen, dann muss es doch auch möglich sein die Fruchtfolge entsprechend anzupassen und ggfs in eine überbetriebliche Kooperation einzubringen.
Ich verlasse mich auf meine Sinne: Irrsinn, Wahnsinn und Blödsinn!
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2890

Beitrag von emil17 »

Das heißt eine Messstelle soll 51.605,64 Hektar abbilden, also wird extrapoliert was das Zeug hält.
Man muss weder Landwirt, noch Hydrogeologe sein um zu sehen das das völliger Irrsinn ist.
Woher weisst du denn, dass die zu blöd zum richtig Messen sind?
Das Argument würde nur zutreffen, wenn man die Messtellen zufällig wählte. Hydrologische Modelle erlauben es aber, sehr genau zu bestimmen, wo man messen muss und welches Einzugsgebiet man damit abdeckt.
Zudem hast du ja hier immer wieder erklärt, dass jeder Landwirt an die Düngebilanzrechnung gebunden ist und also keiner mehr als erlaubt ausbringen kann - folglich ist es eine plausible Annahme, dass das Problem in roten Zonen nicht auf schwarze Schafe zurückzuführen ist, sondern auf allgemein zu hohe Ausbringewerte warum auch immer. Das es zuviel ist, zeigen die hohen Messwerte.
Bei wenigen Messtellen, die für grosse Flächen stehen, kommt es für die Landwirte im Gebiet eher besser heraus - wenn die Annahme stimmt, dass es einzelne Verursacher sind. Denn deren zu hohe Emissionen würden durch das weniger belastete Grundwasser der anderen verdünnt und somit oft gar nicht mehr aufscheinen - genauso wie viele Gemeinden heute schon zu nitratreiche Trinkwasserquellen mit besserm Wasser verdünnen müssen, damit die Mischung noch unter den zulässigen Höchstwert zu liegen kommt.
Anders gesagt, wenn das Grundwasser aus Einzugsgebieten in der Grössenordnung von 10''000 ha insgesamt zu hoch belastet ist, müssen da schon viele oft zuviel ausbringen.
Du hast es nicht verstanden das diese 20% Regelung dafür sorgt das eine Produktion von Speisegetreide auf den meisten Standorten unmöglich macht
Wie hat man denn das früher gemacht, bevor zu viel gedüngt wurde? "Unmöglich" heisst wohl "unter heutigen Marktbedingungen nicht konkurrenzfähig". Das ist aber etwas anderes.
Hier stellt sich neben der berechtigten Frage um die Zukunft der Betriebe auch die ebenso berechtigte des Steuerzahlers, warum er mit Steuergeldern die Ausbringung von zuviel Dünger (zuviel aus Sicht des Gewässerschutzes) und damit letztlich Grundwasserbelastung, wiederum mit Folgekosten, fördern soll. Immerhin kriegt jeder Hektar Acker netto etwa 250 Euro pro Jahr an Subventionen netto, das habe ich hier mal vorgerechnet. Da darf man eigentlich schon verlangen, dass die Grenzwerte eingehalten werden.
Ja, wir brauchen eine Regulierung der Düngung genau so wie wir eine Regulierung der Geschwindigkeit des Verkehrs brauchen.
Aber bitte so, dass keiner langsamer fahren muss ... Denn dürfte man schneller fahren, wäre das für Spediteure auch profitabel - wenigstens so lange, bis alle zu schnell herumheizen. Dann sind wieder alle gleich weit, nur bei mehr Unfällen und Umweltbelastung.
Mein Vorschlag: Man subventioniere nicht Flächen und auch nicht Erntemengen, sondern schonende Produktionsverfahren.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
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