Sonst wäre nicht einzusehen, warum Bauer XY sowas bekommt, Tante Emma für ihren Dorfladen aber nicht.
Eine weitere Erklärung damals (es war kalter Krieg): Sicherung der Grundnahrungsmittelproduktion im Kriegsfall. Das ist heute so nicht mehr so aktuell, zum Glück.
Ich bin nicht der einzige, der das anders sieht, denn auch das Landwirtschaftsministerium sieht das so:
QuelleDie Landwirtschaft in Deutschland und der EU unterliegt zahlreichen Auflagen des Verbraucher-, Tier-, Umwelt- und Klimaschutzes, die in anderen Regionen der Welt nicht gelten. Die Einhaltung dieser Qualitätsstandards sowie weitere Leistungen wie die Erhaltung der Kulturlandschaft werden indes nicht über den Markt entgolten. Als Ausgleich unterstützen die Länder, der Bund und eben die EU die Landwirtschaft. Für öffentliche Leistungen, die dem Gemeinwohl dienen, müsse es auch öffentliches Geld geben, heißt es aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium.
Also genau das was ich behaupte. Geld gibts für Leistung. Das ist auch in Ordnung so.
Allerdings definiert die Öffentlichkeit, und nicht die Subventionsbezüger alleine, was Gemeinwohl ist, denn sie bezahlt das ja auch. Das ist einem Wertewandel unterworfen und soll dauernd diskutiert werden. Also eben nicht so:
Weiter im zitierten Artikel:Rohana hat geschrieben:wir haben Leute die meinen uns reinreden zu müssen, obwohl sie unsere Produkte (angeblich) eh nicht kaufen wollen
Soviel zum Hofsterben: Warum Subventionen nicht einfach deckeln: Wer einen 5000-ha Betrieb nicht kostendeckend führen kann, muss wohl Nachhilfestunden in Sachen Betriebsführung nehmen.Rund 70 Prozent der Subventionen werden pro Hektar verteilt, ohne weitreichende Auflagen. Das bedeutet, wer viel Land bewirtschaftet, bekommt viel Geld. "Während ein Bauernhof mit 50 Hektar jährlich etwa 14 000 Euro erhält, kann ein Großbetrieb von 5000 Hektar mit etwa 1,4 Millionen Euro Flächenprämien auf dem Konto rechnen", erklärt Christian Rehmer, Leiter des Bereichs Agrarpolitik beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). 20 Prozent der Betriebe in der EU erhalten auf diese Weise 80 Prozent der Gelder. Die Folge des Ungleichgewichts: Immer mehr kleine Betriebe geben auf, große wachsen.
Ebenfalls meine Argumentation: Wieviel Geld kriege ich als Autofahrer vom Staat dafür, dass ich Auto fahre und mich an die Regeln halte?Nicht allen leuchtet das ein: Warum wird diese Branche derart gefördert, fragten sich viele angesichts der Bauernproteste. Würden nicht andere Berufsgruppen, zum Beispiel in der Pflege, nicht auch schwere, für die Allgemeinheit wichtige Arbeit leisten - ohne vom Staat unterstützt zu werden? Müssten sich andere Branchen nicht auch an EU-Auflagen halten, ohne dafür Ausgleichszahlungen zu erhalten?
Nein, das ist ein böder Vergleich, und genau deshalb will ich die Tatsache, dass sich auch Landwirte an geltendes Gesetz halten müssen, nicht als Auflage verstanden wissen, sondern als Selbstverständlichkeit. Wie der VW-Konzern bewiesen hat, kann man auch Autos billiger machen, wenn diese blöden Abgasvorschriften nicht wären.

