Meine erste Interpretation der Antragsformalitäten war anscheinend richtig. Der Gatte hat heute mit dem Steuerberater telefoniert, bei denen im Büro wurden die Anträge diskutiert und man kam ebenfalls zu der Ansicht, dass die Soforthilfe nicht für den Lebensunterhalt des Solo-Selbstständigen geeignet ist, sondern nur für laufende Kosten, die der Betrieb produziert.Oli hat geschrieben: Fr 27. Mär 2020, 21:56
Wir haben uns heute den Antrag für die Corona-Soforthilfe des Landes Schleswig-Holstein angesehen und festgestellt, dass Betriebe, die solide + schuldenfrei gewirtschaftet haben und keine Kreditzinsen, Mietzinsen oder Leasingraten zahlen müssen, anscheinend keine Hilfe beantragen können.
Der Antrag ist 2,5 Seiten kurz, wirklich recht einfach gehalten und es geht um die 9000€ bzw. 15000€ Soforthilfe, die recht plakativ beworben wurden und über die Investitionsbank ausgezahlt werden sollen.
Den Antrag stellen kann man anscheinend nur, wenn man sowohl einen Umsatzrückgang von 50% vorweisen kann, als auch Miet-, Leasing- oder Ratenzahlungen anstehen, die man nicht bedienen kann.
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Das sieht dünn aus für den kleinen Mann, der lieber weniger Privatentnahmen als Schulden gemacht hat. Wir müssen schauen, was da jetzt noch kommt und die entsprechenden aktuellen Publikationen der Berufsverbände, Kammern usw. verfolgen.
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Das alleine hätte ich hier jetzt nicht nachgereicht, aber mittlerweile kann man Artikel dazu auch in der Presse finden.
Das oben gilt jetzt zwar für Schleswig-Holstein, in überregionalen Zeitungen sind aber heute auch Beiträge dazu zu finden, dass man sich die Antragsformalitäten ganz genau anschauen sollte, um sich nicht selbst ein Bein zu stellen.Keine Sofort-Hilfe für Solo-Selbstständige
Wer als Alleinunternehmer kein Büro hat und keine Leasingraten begleichen muss, muss Hartz IV beantragen.
Artikel von Kay Müller/SHZ
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Für uns heißt das im Umkehrschluss, dass unsere Betriebe durch vernünftiges Wirtschaften keine Schulden und niedrige laufende Kosten haben. Auf Angestellte oder gar Auszubildende haben wir wohlweislich verzichtet, was jetzt von Vorteil ist. Ein Betrieb verursacht natürlich trotzdem durch Pflichtbeiträge, Versicherungen, Steuern gewisse Kosten, frisst aber sonst kein Brot.
Wir als Privatpersonen müssen jetzt eben von dem leben was noch reinkommt und danach gucken, wie lange wir vom Eingemachten (und eingelagerten) leben wollen/können.

