Vegan düngen

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emil17
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Re: Vegan düngen

#111

Beitrag von emil17 »

Wenn du doch eh schon vor dem Rechner sitzest, um in der grossen Bucht sackweise Spurenelemente zusammenzukaufen, kannst du doch auch gleich nachgucken, was das Zeug sonst noch so für Eigenschaften hat und ob man es wirklich braucht :kaffee:

Neben dem was Oelkanne geschrieben hat, noch folgendes: Was für dein Knie gut war (Zufall oder ursächliche Wirkung wäre noch herauszufinden), muss für deinen Kohl nicht auch zwingend gut sein.
Im Buch stand daß auch Pflanzen besser wachsen sollen wenn genug Bor verfügbar ist.
Das kann jeder risikolos schreiben, weil die Definition essentieller Spurenelemente eben die ist, dass ohne sie das Wachstum nicht funktioniert.
Die Bedarfsrechnungen funktionieren nur, wenn man sich eine Nährlösung auf der Basis von destilliertem Wasser zusammenstellen will. Es sei denn, dass du deine Kulturen über chemisch reinem Quarzsand hast.
Sowohl Pflanzen wie Tiere sind darauf eingerichtet, dass die Spurenelemente, wie der Begriff es aussagt, eben nur in Spuren vorhanden sind. Deshalb können sie geringste Mengen davon aufnehmen und deshalb ist eine Überversorgung damit kritisch.

Bevor du DIr die Apothekerausrüstung zusammensuchst, solltest du also wissen, ob es deinem Garten wirklich an Bor fehlt und welche dieser Spurenelemente denn wirklich im Mangel sind. Das kannst du nicht mit Hausmitteln zuverlässig messen. Wenn es nicht zuwenig Bor hat, was in einem Hausgarten unwahrscheinlich ist, bewirkt eine Gabe bestenfalls gar nichts.

Bei Kompostwirtschaft kannst du viel weniger falsch machen, und einen Sack Borax, oder was dir der Pole da verkauft hat, kann man endlos lange lagern. Also nicht gleich in den Garten damit!
Borax war früher mal ein gutes Hausmittel zum Reinigen und Desinfizieren, und wurde als Flammschutzmittel verwendet. Die Abgabe an Private ist jetzt allerdings unterbunden, aus folgendem Grund:
Da jedoch die Hintergrundbelastung über die Nahrung bereits so hoch ist, dass die täglich duldbare Aufnahmemenge ausgeschöpft ist, muss gewährleistet sein, dass es durch die Anwendung des Borats als Flammschutzmittel nicht zu einer nennenswerten Zusatzbelastung des Menschen kommt. Borax, wikipedia
... was wiederum eine Folge des "viel hilft viel" Prinzips bei der Düngung sowie Lebensmittelzubereitung sein dürfte.

Wenn du also brav Haushaltabfälle kompostierst, dürfte bis zum Beweis des Gegenteils Bormangel nicht dein Gartenproblem sein.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
viktualia

Re: Vegan düngen

#112

Beitrag von viktualia »

Ach hotte, wenn ich mein nächstes Magnesiumbad nehme, denk ich an dich...
Da gibt es auch diese interessante Preisstaffelung: 100gr.= 6Euro/1Kg = 3 Euro/10Kg = 6 Euro. So Ungefähr....

Hier: http://ich-mache-boden-gut.de/?p=530 was informatives über die Anwendung von Bor.
Das "Albrecht-Kinsey System" kennst du? http://ich-mache-boden-gut.de/?page_id=348 (Überblick)

Und noch was "spannendes" aus Emils link:
Als Lebensmittelzusatzstoff hat es die Bezeichnung E 285, ist aber in der EU ausschließlich für echten Kaviar zugelassen und in den USA ganz verboten.[28]

Borax ist neben Polyvinylalkohol, destilliertem Wasser und Lebensmittelfarbe eine Grundsubstanz zur Herstellung des populären Spielzeugs Slime (Schleim) gewesen.[29]
Fröhliche Weihnachten noch!
vogelsberger
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Re: Vegan düngen

#113

Beitrag von vogelsberger »

Hallo,
Ich würde aber mit gießkannenmäßigen Boranwendung sehr vorsichtig sein.
Früher hieß es es gäbe borempfindliche Pflanzen, heute erwähnt nur noch Wikipedia als solche Weiden, Obstbäume und Artischocken. Sonstige Infos und Angaben im Netz sind positiv. Ich würde trotzdem vorsichtig sein, da Überdosierungen auch Chlorosen verursachen können. Habe ich selbst an einer Thuja festgestellt, die zu nah an meinem Impregnierungsplatz stand. Sie hat Jahre gebraucht um sich zu erholen.
Gruß
Daniel
BäckerChris

Re: Vegan düngen

#114

Beitrag von BäckerChris »

Hast du schonmal Urgesteinsmehl zum Düngen verwendet? Funktioniert bei mir im Garten klasse und ist meines Wissens aus Steinen, also vegan :holy:

Ich hab damals hier sehr gute Infos gefunden xxx Link editiert k_r/mod aber das müsste es auch im Baumarkt geben. Ist gar nichtmal so teuer.
Zuletzt geändert von BäckerChris am Fr 31. Jan 2020, 19:43, insgesamt 2-mal geändert.
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65375
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Re: Vegan düngen

#115

Beitrag von 65375 »

Bor soll reichlich in Weintrestern drin sein. Wenn ich das - alle pasr Jahre mal - hole und im Garten verteile, geht mir erstmal einiges ein (weshalb ich es gerne in hartnäckigen Unkrautecken ausbringe, die ich danach wieder nutzen kann).
Benutzer 72 gelöscht

Re: Vegan düngen

#116

Beitrag von Benutzer 72 gelöscht »

65375 hat geschrieben: Sa 1. Feb 2020, 08:16(weshalb ich es gerne in hartnäckigen Unkrautecken ausbringe, die ich danach wieder nutzen kann).
Vertreibt oder tötet Bor das "Unkraut"?
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65375
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Re: Vegan düngen

#117

Beitrag von 65375 »

Bei mir hat es ein paar Sachen zum Absterben gebracht. Was genau und wie effektiv, weiß ich nicht mehr; ist schon ein paar Jahre her. Den Effekt hätte man mit dickerer Schicht sicher besser nutzen können, aber das war nicht meine ursprüngliche Intention. War auch zu faul, entsprechende Mengen zu holen.
Marleen2021
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Re: Vegan düngen

#118

Beitrag von Marleen2021 »

Hallo,
sehr interessanter Beitrag! Zwar esse ich tierische Produkte aber meine Tochter lebt vegan und erzählt mir viel davon und versucht es auch in unseren Alltag etwas mehr zu implementieren. Allerdings habe ich mir tatsächlich noch nie über das ausschließlich vegane düngen Gedanken gemacht. Ich bin aber froh dass du diesen Beitrag gepostet hast und werde mich mit dem Thema genauer auseinander setzten. Es macht den Anschein als würde es ein bisschen mehr Arbeit sein, aber das nehme ich gerne in Kauf.
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Oli
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Re: Vegan düngen

#119

Beitrag von Oli »

Wenn du seit Jahren erfolgreich Gemüse anbaust und dabei tierische Produkte benutzt, dann würde ich empfehlen, dass du bei deinen veganen Versuchen zumindest einen Teil des Gartens wie gehabt bewirtschaftest. So hast du den direkten Vergleich.
Aero
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Re: Vegan düngen

#120

Beitrag von Aero »

Hallo,
Da hier die Luzerne angesprochen wurde und ich kein neues Thema aufmachen möchte, hier meine Frage: ich möchte auf einem Acker Gemüse anbauen und die Hälfte der Fläche mit Luzerne bepflanzen und alle drei Jahre die Flächen wechseln, damit sie Zeit hat tief zu Wurzeln. Oder wäre ein Wechsel nach einem Jahr sinnvoller? Da ich alles händisch/emissionsfrei machen werde hier nun meine Frage: bekomme ich die Luzerne nach drei Jahren recht einfach untergearbeitet oder krieg ich sie gar nicht mehr weg? Und kann ich da dann Gemüse anbauen oder ist alles so verwurzelt, dass es nicht möglich ist?
Werde die Luzerne voraussichtlich zwei mal im Jahr sensen (spätestens vor der Samenbildung:-) im August und das Heu zum Mulchen nehmen.
Habe auch gelesen, dass Luzerne keinen Schnitt unter 7 cm mag. Würde sie bei einem sehr kurzen Schnitt eingehen oder einfach schlechter wachsen?

Vielen Dank schonmal!
Grüße Marc
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