Euer Selbstversorger-Ärger

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Benutzer 146 gelöscht

Re: Euer Selbstversorger-Ärger

#2821

Beitrag von Benutzer 146 gelöscht »

penelope hat geschrieben: Mo 11. Nov 2019, 14:45 Kann jemand von euch sagen, an welcher Stelle mach richtig ist, wenn Feldwege umgepflügt werden und wenn Feldränder, die vor ein paar Jahren noch mehrere Meter breit waren, bis direkt an den Weg umgebrochen werden?
das mit den schmaleren Wegen ist ein verbreitetes Problem (sorry für das Wortspiel :rot: ), und ich würde da die Ansprechpartner in folgender Reihenfolge sehen: 1. Ortsbürgermeister, sofern der für eine gewisse "Objektivität" bekannt ist, ansonsten Ordnungsamt, wenn's eine etwas größere Gemeinde ist, die sowas hat.
Wenn der Weg im Flächennutzungsplan als Weg eingezeichnet, und/oder eine kommunale Wegeparzelle ist, hast Du gute Karten, dass der Bauer Probleme bekommt, und Du evtl. den Weg zurück. Wenn's sein Privatweg ist, - dumm gelaufen!
Auf meinem Grund verlaufen auch ehemalige Wegeparzellen, die in der Flurkarte noch drin stehen, aber eben mein Eigentum sind (und schon das des Vorbesitzers waren), - und das Einzige, was man davon heute noch bemerkt: man kann dort keinen E-Zaun stecken, weil unter der Grasnarbe Schotter ist :ohoh:
Benutzer 6122 gelöscht

Re: Euer Selbstversorger-Ärger

#2822

Beitrag von Benutzer 6122 gelöscht »

Penelope, wenn ich das hier beim Nachbarbauern richtig verstanden habe, ist die Flurbereinigung für Wege und Vermessungen zuständig. Landratsamt wäre so die erste Adresse, wo ich nachfragen würde.

Es kann aber auch sein, daß der Bauer so nah an den Rand arbeiten muß, um Fördermittel zu bekommen.
Eine Bekannte von mir hat ihren Acker verpachtet und sich mal beim Bauern beschwert, daß er immer so nahe an ihre Weiden am Rand hinpflügt.
Sie braucht die Weiden für ihre Bienen.

Er meinte dann, er müsse das tun, weil die Felder mittlerweile per Satellit vermessen werden. Und wenn seine tatsächlich bearbeitete Fläche kleiner ist als die offiziell angegebene Ackergröße hat er finanzielle Einbußen. Das ist hier in Bayern. Ich weiß nicht, wie es in Deiner Region aussieht.

Allerdings bin ich nicht vom Fach. Wenn das so nicht stimmt bitte ich um Korrektur.

Und wenn Du einfach mal die Bauern fragst, warum sie das machen penelope?
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Rohana
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Re: Euer Selbstversorger-Ärger

#2823

Beitrag von Rohana »

Pitu hat geschrieben: Mo 11. Nov 2019, 20:18 Er meinte dann, er müsse das tun, weil die Felder mittlerweile per Satellit vermessen werden. Und wenn seine tatsächlich bearbeitete Fläche kleiner ist als die offiziell angegebene Ackergröße hat er finanzielle Einbußen. Das ist hier in Bayern. Ich weiß nicht, wie es in Deiner Region aussieht.
Kleine Anekdote zum Thema, fällt auch durchaus unter "Ärger": Auf einer unserer Wiesen haben wir mittendrin eine kleine Böschung. Die ist zu steil zum Mähen, ein kleines Eichenbäumchen ist seit ein paar Jahren drin und ein paar Büsche mittlerweile. Lassen wir wachsen, wird gepflegt. Neulich waren die Herrschaften vom StMELF da und meinten wir hätten mehr Fläche angegeben als wir bewirtschaften. Sowas verbitte ich mir natürlich... und was war? Unter anderem diese Böschung, die wir seit jeher als Teil der Wiese angeben, ist nach neuesten Satellitendaten etwas breiter als 2m und fällt dann als "Landschaftselement" aus der bewirtschafteten Fläche raus. Auf diese Weise wird die bewirtschaftete Fläche auch weniger (mitsamt den daran hängenden Förderungen), denn das ist nicht rückgängig zu machen... wenn die blöde Böschung nun nicht 2m breit wäre, kein Problem. Es rächt sich also wenn man der "Natur" mehr Raum lässt :dreh:
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Re: Euer Selbstversorger-Ärger

#2824

Beitrag von Benutzer 6122 gelöscht »

Rohana, ich weiß zwar nicht was StMELF ist (magst Du's noch erklären?), aber das deckt sich ja dann mit dem, was der Bauer meiner Bekannten gesagt hat wegen den Ackerrändern und der Fläche, die er bewirtschaften muss.
Welche Ämter greifen denn auf die Satellitendaten zu? Und welche Auswirkungen hat das für Euch?

Landschaftselemente sind nicht rückgängig zu machen? Warum nicht? Und das kann dann schon ein Streifen von 2 m Breite sein???
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Re: Euer Selbstversorger-Ärger

#2825

Beitrag von penelope »

Ok, vielen Dank. Ich guckt dann mal, ob ich beim Landsratsamt was werde.

Dass der Feldrand so weit umgepflügt werden muss, kann ich mir nicht vorstellen. Die Felder davor und dahinter haben wirklich alle wesentlich breitere Ränder. Das sieht mir sehr nach "kriegt den Hals nicht voll" aus...
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Re: Euer Selbstversorger-Ärger

#2826

Beitrag von Rohana »

Pitu hat geschrieben: Mo 11. Nov 2019, 21:49 Rohana, ich weiß zwar nicht was StMELF ist (magst Du's noch erklären?), aber das deckt sich ja dann mit dem, was der Bauer meiner Bekannten gesagt hat wegen den Ackerrändern und der Fläche, die er bewirtschaften muss.
Welche Ämter greifen denn auf die Satellitendaten zu? Und welche Auswirkungen hat das für Euch?

Landschaftselemente sind nicht rückgängig zu machen? Warum nicht? Und das kann dann schon ein Streifen von 2 m Breite sein???
Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten - https://www.stmelf.bayern.de/ :)
Warum das nicht rückgängig zu machen ist? Landschaftselemente beseitigen ist verboten nach den Cross-Compliance-Richtlinien, die wir einhalten müssen um die Förderungen (vulgo: Subventionen) zu bekommen. Siehe http://www.stmelf.bayern.de/agrarpoliti ... /index.php, Cross-Compliance Richtlinien II Ziffer 6 (GLÖZ 7)
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Re: Euer Selbstversorger-Ärger

#2827

Beitrag von emil17 »

Ihr habt das hoffentlich vor Ort mit denen angesehen, frisch gegüllt darf die Wiese auch sein.
So macht man die Leute wütend.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
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Re: Euer Selbstversorger-Ärger

#2828

Beitrag von Benutzer 6122 gelöscht »

Rohana, danke für Deine Erklärung.
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Re: Euer Selbstversorger-Ärger

#2829

Beitrag von Rohana »

emil17 hat geschrieben: Mo 11. Nov 2019, 22:51 Ihr habt das hoffentlich vor Ort mit denen angesehen, frisch gegüllt darf die Wiese auch sein.
So macht man die Leute wütend.
Nönö, die sind zu fein zum rausgehen und Satellit misst super genau :roll: klar, wir hätten drauf bestehen können mit viel Tamtam, aber wer weiss was denen dann noch alles einfällt wo man uns was wegkürzen kann... paar Feldränder hier, Landschaftselement da, das summiert sich. Ich bin ja froh dass wir deswegen nicht des Subventionsbetrugs bezichtigt werden und Strafe/Rückzahlung leisten müssen :platt: :ohm:
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Re: Euer Selbstversorger-Ärger

#2830

Beitrag von emil17 »

Mich ärgert sowas, weil wegen solchen Sesselpupsern das Anliegen Natur- und Landschaftsschutz Schaden nimmt.
Da ich zudem auch schon mit Luftbildern und Auswertungen davon gearbeitet habe, weiss ich, was Präzision bei solchen Objekten bedeutet und was nicht. Der Rechner gibt den Kronendurchmesser auf Zehntelmillimeter und die Heckenfläche auf Quadratzentimeter genau an, wenn man das will. Der Bezug zur Realität sollte aber zwischen den Ohren desjenigen gemacht werden, der vor dem Bildschirm sitzt. Zu hohe Präzision von Messdaten (C-Gehalte von Ackerböden mit 4 geltenden Ziffern beispielsweise) ist stets ein Anzeichen dafür, dass der Sachbearbeiter nicht wirklich versteht, was er da macht.

Üblicherweise geht man mit dem betroffenen Bewirtschafter aufs Feld und schaut sich die Sache an, dann findet man eine Lösung, mit der beide Seiten leben können: Die Behörde, weil schon aus rechtlichen Gründen Beiträge nicht ohne reale Basis bezahlt werden können, der Bauer, weil gegen den Willen des Bewirtschafters Schutz solcher Objekte nicht wirklich durchsetzbar ist und das ja Zweck der Übung ist. Zudem geht es um Kulturlandschaft.

Du kannst die dem Satelliten huldigenden Typen ja mal fragen, wie das so ist mit Wiesen am Waldrand oder unter Baumgruppen, wo man ganz normalerweise Kronenüberhang hat. Der Satellit bzw. derjenige, der die Analyse macht, sieht im Luftbild Baum, Mensch und Kuh finden darunter noch Wiese.

Ich bitte Dich, im Interesse der Sache eine begründete Beschwerde zu schreiben, und zwar oben rein (an den Chef oder die Rechtsabteilung), mit Kopie ans andere Amt, falls mehr als eins beteiligt ist. Die müssen darauf eintreten, und es ist ja nicht ausgeschlossen, dass da tatsächlich jemand mitdenkt. Die Tatsache, dass man nicht auf die Bitte um Besichtigung vor Ort eingegangen ist, gehört unbedingt erwähnt.

Vor Besichtigung Jauche ausbringen hat den Vorteil, dass dann eher einer kommt, der sich nicht zu fein ist, und der versteht dann vermutlich auch was davon.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
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