terra preta

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Sonne
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Re: terra preta

#651

Beitrag von Sonne »

hobbygaertnerin hat geschrieben: Wir grillen nicht- sondern kochen mit dem Sampada draussen, was dabei anfällt wird verwendet.
Ich glaube ich habe schon mehrmals gefragt, aber irgendwie fällt diese Frage immer durch die Maschen:

Ist das wirklich die gleiche Holzkohle, wie sie in den großen Holzkohleöfen hergestellt wird? Ich meine nur - da hat es ja ganz andere Temperaturen und auch die Dauer der Verbrennung ist, soviel ich weiß, viel, viel länger? Ich weiß nicht, ob das dann die gleiche Beschaffenheit wie im Sampada sein kann. :hmm:

Ansonsten kaufe ich für meinen Bokashieimer Planzkohle vom EM-Shop aus dem Chiemgau und sammle was beim Grillen anfällt und was beim Heizen vom Holzofen übrig bleibt.
Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte; und siehe da, es war sehr gut. 1. Mose 1, 31
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65375
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Re: terra preta

#652

Beitrag von 65375 »

Wir grillen nie, verbrennen aber immer mal holzige Gartenabfälle. In mit Holzstückchen gefüllten Blechdosen mit wenigen Löchern, die man in ein größeres Feuer stellt, kann man immer mal kleine Mengen Kohle herstellen.

Im Eimer mit einem passenden Gerät zerstampft, mit Urin (stinkt nicht!), Kompost, Stallmist, was auch immer man zur Verfügung hat gemischt, beiseite gestellt und bei Bedarf mit Erde gemischt, kann man nach und nach das ein oder andere Beet versorgen.

Irgendwas abzuwiegen, um irgendwelche Rezepte genau nachzubasteln, ist Zeit- und Energievergeudung. Einfach machen, und wenn's erstmal nur ein Kübel ist!
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Re: terra preta

#653

Beitrag von hobbygaertnerin »

@Sonne,
ich weiß es nicht, aber ich glaube nicht, dass diese Bewohner im heissen Amazonien solche grossen Holzkohleöfen hatten. s gab über längere Zeit diese Inkaöfen aus Ton und ich vermute mal, dass es so ähnliches zur Zeit vor den Spanieren auch in den Terra Preta gebieten gab.
Leider gibt es keine schriftliche Überlieferung, keine mündliche Weitergabe, weil sie aus irgendwelchen Gründen ausgestorben sind.
Ich hab mir am Anfang vom Fischer ein paar Säcke dieser feinen Biokohle gekauft, weil ganz am Anfang haben wir in Gemeinschaftsarbeit mit dem schweren Weidehammer die normale Grillkohle aus Buchenholz versucht kleinzuhauen. Als ich dann den Sampada wo gesehen hab, hab ich ihn mir zugelegt. Der Sampada ist bestimmt nicht das Gelbe vom Ei- gäbe es den Kon Tiki, aber der ist mir einfach zu teuer. Am Holz mangelt es bei uns nicht, hab im Winter mal vor, ein Erdloch auszugraben und dort einen Versuch mit grösserer Menge Holzkohle zu machen.
Eine Weile haben wir von so einem Gerät geträumt, wo man Holz vergast, die Kohle nützt, Wärme und Strom vom Holz für den Betrieb, aber als wir den ganzen Wust an Bürokratie, an Vorschriften, an Steine in den Weg legen gesehen haben, haben wir es sein lassen.
Solche mächtigen Humusflöze, wie man so manchmal sehen kann, da krieg ich "Sabber" in so was Gemüse zu pflanzen, lechz.
Ich mache nur noch Küchenbokashi, alles andere kommt in den überdachten Komposter und dort eben auch die selbstgemachte aufgeladene Holzkohle.
Das Einzige, auf was man aufpassen muss, ist die passende Feuchtigkeit, zu trocken, dann vertorft es, zu feucht, dann riecht es nicht gut.
Ich stelle mir da immer vor, ich würde in so einem Gebiet leben und dort gab es sicher nicht x Supermärkte, sondern was die Gegend hergab, selbst die Knochen und Fischgräten wurden verwendet, vermute mal, dass die Pampers für die Babies aus irgendwelchen grossen Blättern bestanden, kam sicher alles in so einen grossen Tonbehälter rein. Es war sicher eine hochstehende Kultur und sie haben Kinder bekommen, haben sicher auch gekocht, gegessen, gefeiert, ..........


Das Buch hat mal 25 Euro gekostet, um 80 Euro würde ich es mir auch nicht kaufen. Leider hab ich das Buch verliehen und derjenige findet die Bücher nicht mehr. Sonst könntest du sie von mir zum Lesen haben.
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Re: terra preta

#654

Beitrag von Teetrinkerin »

Ich habe mir vorhin mal den noch vorhandenen Inhalt vom Grill angeschaut. Der ist definitiv nicht nur schwarz, sondern es ist viel grau dabei. Sprich, es wird mehr Asche als Kohle sein. Asche hat - wie ich gelesen habe - wohl nicht den gleichen Effekt wie die Holzkohle. Asche hätten wir recht viel, da wir komplett mit Holz und Holzpellets heizen (wobei die Aschen getrennt anfallen und ich die Pelletasche nicht verwenden würde).

Wenn ich allerdings so überlege: Ob die Bewohner Amazoniens wirklich immer bewusst Holzkohle produziert haben und nicht auch viel Asche?

Ich finde das Kompostthema recht schwierig. Zu meinen Gärtneranfangszeiten dachte ich noch, ich haue alles auf den Kompost wie es anfällt und dann kommt tolle Komposterde dabei raus. Langsam hab ich aber das Gefühl, dies studieren zu müssen.

Schade, dass das Buch abhanden gekommen ist. Ich werde aber meine Augen offen halten und gucken, ob ich es mal irgenwo günstiger finde.
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Re: terra preta

#655

Beitrag von hobbygaertnerin »

Die Frage, was ist guter Kompost- da gibts vermutlich genausoviele Fragen und noch mehr antworten.
Ich hab früher in offenen Kompostern gearbeitet und umgesetzt- jedes Jahr den Kompost aufs Beet gegeben und war irgendwie nie richtig zufrieden mit dem Wachstum.
Eigentlich kam erst mit der Terra preta bei mir so ein Nachdenken- ich konnte mir nicht vorstellen, dass die ihre Tonbehälter ausgeleert hatten- in diesem heissen Klima war diese Art der Fermentierung in den Behältern sicher die beste Krankheitsvorbeuge. Ob da jetzt nur Holzkohle in die Behälter kam, glaube ich auch nicht, da kamen auch Sachen rein, die ich lieber nciht beschreiben möchte.
ich verwende auch Holzasche von unserer Heizung, da sind auch vom Putz- und Reinigungsgang immer noch verkohlte kleine Holzstücke dabei.
Beim Sampada muss ich auch aufpassen, dass ich es rechtzeitig "ernte"- sofort in Wasser ablöschen, damit es nicht weiterverkohlt und zu Asche wird. Meist hab ich Brennesseljauche- dann kann ich es auch gleich aufladen.
Der Sampada ist für mich mit der grossen Hitze eher für den WOK oder zum Erhitzen von Wasser-
ich setzte auf alle Fälle den Kompost nicht mehr um- es wächst gut- macht weniger Arbeit, das war es ja, dass ich immer nach Möglichkeiten für den arbeitssparsamen Garten gesucht habe.
Der Christopf Fischer hat mit seiner Firma sicher sehr viele zum Terra Preta Nachdenken gebracht.
Die letzten Jahre wurde es eh ruhiger, am Anfang war im Fernsehen sehr viel über diese schwarze Wundererde zu sehen.
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Sonne
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Re: terra preta

#656

Beitrag von Sonne »

@Hobbygärtnerin...aber die Holzkohle aus dem Sampada zerkleinerst du bestimmt auch, oder?

Welches Werkzeug nimmst du da und wie fein machst du sie dann.? Auch so feinkrümelig wie die fertig gekaufte Pflanzkohle? Die ist ja auch zerbrechlicher als die gekaufte Grillkohle aus Buchenholz.

Wenn ich das nächste Jahr Brenneseljauche mache, dann könnte ich die zerstampfte Holzkohle da gleich mit reingehen und mit der Jauche auf's Beet bringen.

Oder spricht da was dagegen?
Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte; und siehe da, es war sehr gut. 1. Mose 1, 31
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Re: terra preta

#657

Beitrag von holzgaser »

Wenn du zu den Brennessel ca. 10%Vol. Holzkohle dazu gibts wird das ein super Humus. Die Brennessel können mit der Holzkohle nach der Verjauchung auf den Kompost oder in die Wurmkiste. Es geht aber auch ohne Kompost, direkt im Beet ohne einarbeiten. Die Bodenbewohner werden daraus beste Terra Preta Nova machen.
Holzkohle - warum die wertvollste Kohle nicht das Geld ist!
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Re: terra preta

#658

Beitrag von hobbygaertnerin »

Und das funkioniert ohne Mist und sonstigem?
Ich war immer der meinung, dass die Terra Preta ein 5 Gänge Menü für das Bodenleben sei.
Benutzer 72 gelöscht

Re: terra preta

#659

Beitrag von Benutzer 72 gelöscht »

hobbygaertnerin hat geschrieben:Und das funkioniert ohne Mist und sonstigem?
Ich war immer der meinung, dass die Terra Preta ein 5 Gänge Menü für das Bodenleben sei.
5-Gänge, interessant! Was genau?
Holz und Stengelreste, Blätter und Gras, Früchte und so, Mist, Kohle?

Ich habe beobachtet, dass der Kompost sehr viel gehaltvoller und die Erde fast schwarz geworden ist, weil wir immer wieder etwas drinnen versenkt haben (wir haben draußen keinen Kanalanschluss).
Ich bin noch vorsichtig, daraus Schlüsse zu ziehen, weil ich schon meine, das "Immer-wieder-ein-Loch-Hineinbohren" hat auch seine Auswirkungen, von wegen Sauerstoff - ?
Aber tierische Ausscheidungen sind im Prinzip nicht wirklich wegzudenken, nur ganz ganz große Mengen braucht es nicht wirklich!

edit: weil ich gerade in einem anderen Faden gelesen habe:
hobbygaertnerin hat geschrieben:Steinmehl in die Gülle einrühren
korrigiere ich meinen Menüvorschlag:

Holz und Stengelreste, Blätter/Gras und andere pflanzliche Abfälle, mineralisches (Steinmehl, Tonscherben), Mist, Kohle :)
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Re: terra preta

#660

Beitrag von hobbygaertnerin »

Die Erfinder der Terra Preta haben ihr Potschamperl auch in ihren Tonbehälter geleert, war mit Sicherheit eine grosse Hilfe, erstens für den 5 gänge Gehalt der Bakterienspeisefolge und vor allem eine riesengrosse Krankheitsverhinderungsmaßnahme.
Bei uns haben sie ihren Nachttopf zu den gleichen Zeiten in den Bach geschüttet und sich gewundert, warum die Wasserqualität so schlecht war und sich Ratten und anderes Ungeziefer so wohl fühlte.
Von da aus gesehen ist euer Kompost sehr nährstoffreich- und soweit ich das verstanden habe, ist das das Geheimnis der Terra Preta- es ist ausreichend für den Humusaufbau und für die Pflanzen vorhanden.
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