Die schönen Momente des Selbstversorgerlebens

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hobbygaertnerin
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Re: Die schönen Momente des Selbstversorgerlebens

#1171

Beitrag von hobbygaertnerin »

@Teetrinkerin-
wichtig ist doch, dass du es so machst, wie es für dich/euch passt, es geht nicht um Wettbewerb. Für mich war ein Buch von Brett Markham - Minifarming- der zündende Funke- es geht nicht darum, solche grosse Flächen zu bewirtschaften, die man dann nicht schafft und es dann für alle ein Kampf wird, dem Ganzen Herr zuwerden.
Mit 1.000 qm bringt man schon ganz schön was auf die Reihe und die Idee mit den Mehrsortenbäumen find ich sehr gut. Wir haben deshalb viele Obstbäume, weil immer bei Baumassnahmen als Vorschrift dazukam, dass wir Bäume pflanzen müssten und statt irgendwelchen sinnlosen Laubbäumen hab ich dafür alte Obstsorten als Bäume gekauft und wir haben sie eingepflanzt.
Ich hab früher auf dem Feld eine grössere Fläche für Gemüse bearbeitet- war nicht so erfolgreich als mit der kleineren Fläche, mit Hochbeeten, mit Terra Preta und ich hab auch schon als letzten Baum einen Mehrsortenbaum gepflanzt, weil normalerweise unsere Obstbaummenge mehr als ausreichend war- aber irgendwann kommt das Sammlergen dazu.
Jakob Fischer und Glockenapfel sind wunderbare Äpfel, besonders der Jakob Fischer als Kompott oder für Kuchen und Apfelstrudel.
Die Baumschule deiner Wahl- vielleicht müsstest du mal fragen- bei uns kann man sich so einen Baum veredeln lassen.
Hühner sind wirklich etwas sehr schönes, wünsche es dir, dass ihr das verwirklichen könnt.
Was mir im Laufe der Zeit aufgefallen ist- wir werden nicht jünger- heute würde ich keine Hochstämme mehr pflanzen, so langlebig und schön sie auch sind. Der neue SV-Obstgarten würde mit niedrigen Obstbäumen bepflanzt, in den Hochstämmen herumzuturnen ist schon auch Aufwand und mit dem Apfelpflücker auch aufwendig.
Weinreben wachsen alle am Spalier, leider ist der Sündwandplatz begrenzt, muss eben sehr gut geschnitten werden, dass für mehrere Sorten Platz ist.
Am Anfang möchte man das und dies und noch jenes- mit der Zeit schält sich heraus, was sinnvoll ist, was geht und vor allem, was auch machbar ist.
Was nützt der schönste Garten, wenn man der Sklave davon ist.
Lass dir die kleinen Erfolgen und Freuden nicht durch das Vergleichen mit anderen vermiesen, ihr macht es so, wie es für euch passt und was euch Freude macht.
Ich hab so eine verrückte Marotte, wenn ich als Beifahrerin im Auto mitfahre und schöne Gärten vom Autofenster aus sehe- dann mache ich immer geistige Pläne, was in diesen Gärten alles an Obst, Beeren, Gemüse sinnvoll Platz hätte.
Die meisten Gärten sind nämlich ziemlich unwirtlich, da liesse sich sicher so manches machen, dass was geniessbares wachsen würde.
Aber für viele macht das ARreit und die wollen lieber einen anderen Garten. Deshalb mach einfach weiter und freu dich darüber.
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Taraxacum
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Re: Die schönen Momente des Selbstversorgerlebens

#1172

Beitrag von Taraxacum »

@Teetrinkerin: sei nicht traurig oder mach dich nicht klein mit dem, was du tust. :troest:
Auch Rom ist nicht an einem Tag erbaut worden. Viele, die hier schon recht autark leben, bewirtschaften ihre Flächen schon seit Jahren oder Jahrzehnten und haben auch genügend Zeit gehabt, Erfahrungen zu machen, was wächst wie und wo am Besten. Da bei uns fasst alle Sanierungs- & Umbaumaßnahmen abgeschlossen sind und die Kid's langsam flügge werden, ist mehr Zeit für Acker, Tiere und Garten. Auch kommt mir meine Ausbildung zum Gärtner (Gemüse, Zierpflanzen und Landschaftsbau) sehr entgegen bei der Umsetzung unserer Projekte.
Gemüsetechnisch tobe ich mich auch nur auf rund 1000m² aus incl. Beerenobst und einigen Obstbäume, 2 großen Komposthaufen und natürlich den Folienzelten. Dein Ansatz mit den Mehrsortenbäumen ist schon richtig. Im Netz findet man Baumschulen, die auch Wunschveredlungen machen. Platzsparend Obst anbauen kann man auch mit Spalieren als Zaun oder festen Abtrennungen. Ein Apfel- oder Birnenspalier ist nach 5 Jahren 2m hoch und im Sommer völlig Blickdicht. Die Ernte gibt es gratis dazu. Hab ich auch für Äpfel und Birnen. Wein passt gut an die Hauswand, ebenso Pfirsiche oder Aprikosen. Johannisbeeren lassen sich ebenfalls gut als Spalier ziehen. Vor etwa 20 Jahren hab ich mit einem Tomatenbeet mit 10 Pflanzen angefangen, heute decke ich meinen vegetarischen Bedarf zum größten Teil selber und trotzdem funktioniert es auch bei mir nicht immer so, wie ich will. Dieses Jahr ist die Apfelernte fast komplett ausgefallen (Frost zur Blüte), vom letzten Jahr haben wir immer noch eine Stiege eingelagert. Dafür hab ich dieses Jahr Haselnüsse bis zum Abwinken. Bisher 6 große Gemüsekisten voll und noch mindestens für 3 Kisten hängen noch Nüsse an den Sträuchern. Das heißt für mich dann tauschen: Nüsse gegen Äpfel. Birnen, Pflaumen und Pfirsiche haben zum Glück nicht enttäuscht. Am kleinen Quittenbäumchen ist nur 1 Frucht dran, aber auch da habe ich zuverlässige Quellen, die gerne gegen etwas anderes tauschen. Am liebsten gegen Tomaten... :pft:
Doch zurück, zu den schönen Momenten. Die hab ich jetzt bei jedem Gang in den Keller, wenn ich meine Vorräte sehe, die gefüllten Regale, Schränke und Gefriertruhen. Mein Sohn hat die letzten Tage das Feuerholz für den Winter in den Keller gekarrt und so schön aufgestapelt, dass es schade wäre, sein Kunstwerk wieder abzubauen. Es macht einen zufrieden, wenn man weiß, für die nächste Zeit ist ausreichend vorgesorgt.
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Re: Die schönen Momente des Selbstversorgerlebens

#1173

Beitrag von Rohana »

Mal was ganz anderes als Acker und Co:

https://www.briefpapiershop.de/images/p ... 5088_0.jpg

Ich habe eine Hängematte, und ich werde sie benutzen. Selbst-Versorgung mit Auszeit...

edit: bild wg. urhebberrecht gegen link getauscht/k_r
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
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emil17
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Re: Die schönen Momente des Selbstversorgerlebens

#1174

Beitrag von emil17 »

Taraxacum hat geschrieben:Mein Sohn hat die letzten Tage das Feuerholz für den Winter in den Keller gekarrt und so schön aufgestapelt, dass es schade wäre, sein Kunstwerk wieder abzubauen.
Solche (Stapel, nicht Söhne) hab ich auch ...
Sieht man wenigstens, was man gemacht hat, bei Forschungszeugs ist das durchaus nicht immer der Fall.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Teetrinkerin
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Re: Die schönen Momente des Selbstversorgerlebens

#1175

Beitrag von Teetrinkerin »

Ganz, ganz lieben Dank für eure wunderbaren, herzlichen Worte, @hobbygärtnerin und @Taraxacum! Das war/ ist Seelenbalsam pur! Ja, ihr habt recht, man sollte sich nicht vergleichen.

@hobbygärtnerin,
vielen Dank für deine Tipps! Ich habe mir das Buch übrigens gestern gleich bestellt und heute in meiner Buchhandlung abgeholt - zusammen mit dem Buch "Basiswissen Selbstversorgung aus Biogärten" von Andrea Heistinger. Das Buch wollte ich mir schon länger kaufen, aber weil es so teuer ist, hab ich es immer wieder geschoben. Praktischerweise hab ich aber zum Geburtstag zwei Gutscheine von meiner Lieblingsbuchhandlung bekommen (meine Freunde wissen, worüber ich mich am meisten freue :) ) und so habe ich es mir nun endlich geleistet. Ich freue mich auf die Abende mit Buch - im Frühjahr und Sommer kommt das einfach immer zu kurz.
Jakob Fischer ist mein absoluter Lieblingsapfel. Davon koche ich immer gerne Apfelmus auf Vorrat und koche es dann ein. Da ich die Äpfel mit Schale koche und sie dann in die Flotte Lotte gebe, ist das Mus immer etwas rötlich bei mir.
Wie ist der Ertrag bei den kleineren Bäumen? Da wird man vermutlich mehrere pflanzen müssen, damit man auch etwas Saft davon machen kann, oder?
An der Südwand kann ich leider nichts pflanzen, da ist die große Terrasse unserer Mieterin. Aber ich könnte mir ein Spalier als Sichtschutz zur Straße hin vorstellen, an dem dann die Trauben wachsen.
Wir haben zu uns auf den Balkon hoch eine Spindeltreppe (über diese Treppe erfreue ich mich jeden Tag). Rückseitig haben wir ein kleines Beet gemacht, in das wir eine Mini-Kiwi gepflanzt haben (männlichen Partner haben wir zwei Meter weiter gepflanzt). Die Kiwi soll mit der Zeit das Geländer hochwachsen und auch noch am Dachgebälk über dem Balkon weiterwachsen.
Du hast übrigens eine tolle Beifahrer-Marotte. :)

@Taraxacum,
ein Tomatenprojekt lese ich sehr interessiert mit! Unglaublich, was aus den anfänglich 10 Tomatenpflanzen geworden ist. :mrgreen:
Vielen Dank für die Spaliertipps! Das werde ich im Hinterkopf behalten. Ich möchte ja unbedingt noch mehr Obststräucher und -bäume pflanzen, damit wir rund ums Jahr eigenes Obst haben. Heuer haben wir leider keine Äpfel, Kirschen, Zwetschgen oder Birnen. Wir hatten vor zwei Jahre Frost zur Blütezeit, Komplettausfall. Dann haben letztes Jahr die Bäume so überreich getragen, dass sie jetzt wieder Pause einlegen. Aber das ist bei ganz vielen hier in der Gegend so.
Du hast Recht ;) Rom ist nicht an einem Tag erbaut worden. Wenn ich da an meine Anfangsjahre im Garten denke...
Ja, so ein aufgeschichteter Holzstaple im Keller hat schon was. Mein Mann hat heute einen Teil gesägt, gespaltet und im Garten aufgeschichtet.
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Oli
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Re: Die schönen Momente des Selbstversorgerlebens

#1176

Beitrag von Oli »

Abends nochmal schön gemütlich ins Forum gucken und feststellen, dass alles seinen Gang geht.
Weitermachen! :daumen:

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hobbygaertnerin
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Re: Die schönen Momente des Selbstversorgerlebens

#1177

Beitrag von hobbygaertnerin »

@Teetrinkerin,
dann viel Freude beim Lesen der Bücher in der gartenärmeren Zeit.
Mach ich auch so, im Winter bleibt Zeit für Weiterbildung.
Wir haben inzwischen einige niedrige Obstbäume- sie tragen früher - ich brauch bei denen keine Leiter usw. - Erträge sind nicht schlecht (sind höchstens 6-8 Jahre alt), sie werden sicher nicht die Mengen eines Hochstammes erreichen und sicher auch nicht die Langlebigkeit.
Bei den Bäumen, wo die Früchte mit Schütteln geerntet werden können brauch ich keinen Zwergbaum oder Niederstamm, aber bei Äpfeln, Birnen, Kirschen merke ich den Unterschied. Ein Kirschbaum ist höher als das Haus, ein wunderbarer Schattenlieferant im Sommer und auch die Stare freuen sich über die sehr schmackhaften Kirschen, wir holen nur noch die im unteren Bereich.
Da bin ich wirklich am Überlegen, ob ich mir einen niedrigen sehr frühen Kirschbaum von der Baumschule hole.
Bin gespannt, wie es euch mit der Mini-Kiwi geht- diese Pflanze nervt mich seit mehr als 10 Jahren- ein Jahr geb ich ihr noch, dann machen wir einen Radikalschnitt.
Was mir sehr gut gefallen würde, grossfrüchtige Kiwis, aber die brauchen wirklich sehr warmen geschützen Platz- geschmacklich sind die mit den gekauften nicht zu vergleichen.
Teetrinkerin
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Re: Die schönen Momente des Selbstversorgerlebens

#1178

Beitrag von Teetrinkerin »

Mit dem Selbstversorger-Buch von Heistinger habe ich bereits begonnen. War da jetzt sehr gespannt drauf, weil hier ja scho über das Buch gesprochen wurde, aber es bisher keiner gelesen hat. Es ist ein ziemlicher Brocken - sowohl von der Seitenanzahl als auch vom Gewicht.

Wenn ich mich nach den Zahlen in diesem Buch richte, dann bräuchten wir, um uns selbst versorgen zu können, über 300m² Gemüseanbaufläche. Das werde ich nie schaffen, so viel Fläche gibt mein Garten nicht her (da wir ja noch Lagerplatz für Holz brauchen, Hühner irgendwann halten wollen, Bäume pflanzen möchten und auch die Kinder irgendwo noch Platz zum Spielen brauchen). Außerdem wäre das dann gestückelt verteilt. Das ist halt auch ein Unterschied, ob ich alles schön am Stück habe, oder an mehreren Stellen verteilt (merke ich immer wieder, wenn ich zwischen dem vorderen und mittleren Gartenteil und dem hinteren Gartenteil pendle).

Wir haben auch einen hohen Kirschbaum im Garten. Das ist der Baum, in dem manchmal die Kinder rumklettern und Schaukeln bauen und der letztes Jahr Massen an Kirschen geliefert hat (musste ich allerdings auch mit der Leiter ernten). Dann haben wir zwei ganz alte Hauszwetschgenbäume (die ich letzten Winter professionell habe schneiden lassen, was sie dringend mal brauchten und wo ich hoffe, dass wir sie noch lange halten können), ein neuerer Zwetschgenbaum (der wird ungefähr 10-12 Jahre alt sein), einen kleinen Apfelbaum (eigentlich Spalier, aber er wurde nicht entsprechend erzogen, nun haben wir das Spalier abgebaut und ihn entsprechend schneiden lassen), zwei Birnbäume (davon einer mit kleinen, nicht schmeckenden Früchten und einer, der leider an der Veredelungsstelle krank ist und vermutlich irgendwann absterben wird) und dann haben wir noch einen kleinbleibenden Quittenbaum, Pimpernuss, Kornellkirsche und Felsenbirne letztes Jahr gepflanzt. In einem Topf wartet noch ein Holunder darauf, ausgepflanzt zu werden und ich bin noch auf der Suche nach einem Haselnuss-Strauch.

Ich hoffe sehr, dass meine Kiwi in ein paar Jahren Früchte trägt. Hast du vielleicht eine ungeeignete Sorte erwischt? Und einen männlichen Partner hat deine Kiwi auch? Ich drücke die Daumen, dass deine Kiwi im nächsten Jahr endlich trägt.
Eine großfrüchtige Sorte hätte ich auch unheimlich gerne, aber hier in Oberschwaben kann es immer mal wieder (wenn auch mittlerweile immer seltener) Winter mit sehr, sehr kalten Nächten mit unter -20°C geben. Das würde eine normale Kiwi selbst an einer geschützten Stelle vermutlich nicht überstehen. Genauso werde ich wohl nie eine Feige haben können. Auch Pfirsiche und Aprikosen werden sich hier schwer tun.
kaliz
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Re: Die schönen Momente des Selbstversorgerlebens

#1179

Beitrag von kaliz »

-20 Grad bekommen wir hier auch ab und an, das hält die Kiwi aus. Das Problem sind eher Spätfröste. Wenn die Kiwi mal ausgetrieben hat wird sie empfindlich, davor sind auch sehr tiefe Temperaturen kein Problem.
Teetrinkerin
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Re: Die schönen Momente des Selbstversorgerlebens

#1180

Beitrag von Teetrinkerin »

Gut zu wissen. Ich habe mehrmals gelesen, dass normalfrüchtige Kiwis nur max. 12-15°C Frost aushalten, die Mini-Kiwis jedoch weit unter -20°C. Deswegen war die Entscheidung ganz klar für die Mini-Kiwi gefallen.
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