Milpa oder Die drei Schwestern (Mais, Kürbis, Bohnen)

Talitha Cumi

Die "Drei Schwestern"

#1

Beitrag von Talitha Cumi »

Mais, Bohnen und Kürbis, wenn ich mich nicht irre.
ich finde das Konzept, mehrere Etagen beim Anbau zu nutzen, interessant.
Hat das hier schonmal jemand gemacht? Funktioniert das in unseren Breitengarden? Welches Saatgut / Welche Sorten habt ihr genommen.? Geht das auch mich Zucchini anstatt mit Kürbis, Zucchini essen wir lieber (auch wenn die Pflänzlein dieses Jahr komplett von den Schnecken gefressen worden sind. :bang: ).
Fragen über Fragen ... erzählt doch mal.
Evtl. kann ich bald meine Gartenfläche vergrössern - meine Mutter ist auf den Geschmack gekommen und bewirbt sich auf einen Garten in unserer Anlage :pfeif: - und dann wollte ich das nächstes Jahr mal ausprobieren.
derk-jan

Re: Die "Drei Schwestern"

#2

Beitrag von derk-jan »

Moin,

ich habe es dies Jahr zum ersten Mal Mais so angebaut und es ist nichts geworden. Bodenbearbeitung war erst pflügen und ein Loch graben (20x20x20cm) dort einen Eimer Kompost rein, dann die Erde angehäuft und die Körner gesät. 2 Wochen später kamen die Kürbispflanzen an die Haufen.
Der Kompost war noch warm, deswegen standen 10 Tage später auch die ersten Maispflanzen auf den Hügeln. Bei einigen Hügeln waren die Bohnen schneller und haben den Mais beschattet, das Unkraut hielt sich in Grenzen und ich dachte noch, so kanns weitergehen. Leider fing dann die gro0e Dürre an, der Mais kümmerte und bekam wohl wegen dem Kompost nicht an genug Wasser, die Bohnen gingen ein, das Unkraut schoß in die Höhe und aus war es mit der Herrlichkeit. Nicht zu retten.
Die "ungarische Methode", also in Reihen 75cm und den Mais zusammen mit Bohne weit gesät, den Kürbis später gepflanzt oder gesäht, hatte mehr Erfolg. Aber auch nur da, wo die Kaninchen nicht hingekommen sind und wo es später nicht zu nass und alles vom Wildkraut überwuchert wurde. Vom dem Mais ist etwa die Hälfte was geworden, die Bohnen sind fertig, beim Kürbis kann ich es noch nicht sehen aber Wildkraut wächst dort auch gut. Trotz 2mal hacken und jäten.

Die Haufen würde ich nur noch auf nassem und kaltem Boden machen, die Reihen auf allen anderen Standorten. Die Reihen haben zudem den Vorteil, das man dort das Beikraut besser regulieren kann. Bei den Haufen bleibt nur Jäten, obwohl wenn es läuft müßte man theoretisch auch ohne auskommen, der Mais hatte fast 4 Wochen Vorsprung, bevor er stehengeblieben ist.

lg derk-jan
Shura
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Re: Die "Drei Schwestern"

#3

Beitrag von Shura »

Hallo,

wir haben mehr aus Zufall dieses Jahr BantamMais & Buschbohnen auf einem Hügel wachsen. Ursprünglich hatte ich Zucchinipflanzen noch dazugesetzt - die haben allerdings die Wühlmäuse gekillt. Ein Kürbis macht sich nun breit. Alles wächst gut - selbst bei der Trockenheit letztens war alles im grünen Bereich - gut ab und an etwas Wasser war schon nötig, trotz Mulchdecke.

Grüße
Shura
Unkraut ist für alle da ;)
Heiko

Milpa, Indianerbeet

#4

Beitrag von Heiko »

Die Mischkultur von Mais, Bohne und Kürbis scheint viele Namen zu haben. Bisher habe ich die Pflanzen im Garten getrennt angebaut. Wer hat Erfahrungen in dieser Art von Anbau (Aussaat, Abstände etc...)?

Wikipedia: Milpa
Mexikon-Lexikon Milpa (Maisfeld)
citizendium.org Milpa agriculture (engl.)
Tanja

Re: Milpa, Indianerbeet

#5

Beitrag von Tanja »

die drei Schwestern :nick:

siehe Thread im Museum
Leidschaf

Re: Milpa, Indianerbeet

#6

Beitrag von Leidschaf »

Ach so, das Kind hat einen Namen!
Bei uns wurde einfach alles gesät und Mais, Kürbis, Zucchini, Bohnen und Erbsen wachsen eindeutig am besten.
OK, ein paar andere Pflanzen haben sich auch dazwischengeschmuggelt (Amaranth, Sonnenblume, Zuckerrübe, Kohlrabi, Rote Beete). Die Krtoffeln nebenan schmecken den Wühlmäusen leider sehr gut.
BeetKlein.jpg
BeetKlein.jpg (228.5 KiB) 11763 mal betrachtet
Schade, dass man keine größeren Bilder einstellen kann...
Schöne Grüße,
Leidschaf
Heiko

Re: Milpa, Indianerbeet

#7

Beitrag von Heiko »

Oh danke ihr Lieben für die schnellen Antworten.

@Tanja
Leider ist man in diesem alten Thread etwas vom Thema abgekommen. Nur mal kurz ein paar Eckdaten von dort, vielleicht kann sie ja jemand mit eigenen Erfahrungen noch ergänzen:
- Reihenabstand: 65-80 cm
- Pflanzenabstand in der Reihe: 20-60cm
- vom Mais mehrere Körner ins Loch, später evtl. vereinzeln
Einige schreiben den Mais als erstes säen und dann 2-3 Wochen warten und dann die Bohnen. Letztere wachsen evtl. schneller als der Mais, der ja als Rankhilfe dienen soll. Den Kürbis dann zum Schluß setzen.
Andere meinen, den Mais und die Bohnen zusammen ins Pflanzloch.

@Leidschaf
So siehts bei mir im "Garten" auch aus. Etwas wild mitunter, fast alles gemulcht und dazwischen eine Menge was sich selber aussät. Zum Beispiel: Dille, Schwarzwurzel, Borretsch, Ringelblumen, Rucola,...
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krabbe
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Re: Milpa, Indianerbeet

#8

Beitrag von krabbe »

Hallo,
Ich hab die Mischung selber nicht ausprobiert aber einen Hinweis in meinem Buch über Pflanzengemeinschaften gefunden, den ich hier einfach mal wiedergebe. :
Mais enthällt, wie Weizen übrigens auch, einen Stoff der sich "acide hydroxamiques" nennt. (ist ein französisches Buch und eine Übersetzung ist mir nicht gelungen. Ist auf jeden Fall eine Säure die sich wohl folgende chemische bestandteile haben soll: R–CO–NH–OH) Diese Säure soll laut meinem Buch keim- und wachstumshemmend wirken.
Für den Kürbis wird eine wachstumshemmende Wirkung auf Mais und Bohnen angegeben.
Bei den drei Schwerstern soll laut dem Buch wohl vor allem der Kürbis profitieren.

lg Andrea
lg Andrea
Leidschaf

Re: Milpa, Indianerbeet

#9

Beitrag von Leidschaf »

Hallo Krabbe,
die Angaben aus Deinem Buch kann ich nicht bestätigen. Alles wächst wie verrückt!

Hallo Heiko,
der Mais sollte definitiv einen Vorlauf bekommen, bei mir waren die Bohen schon auf 1,50m als der Mai langsam in die Gänge kam.
Hier nochmal eine andere Perspektive:
BeetKlein.jpg
BeetKlein.jpg (249.6 KiB) 11637 mal betrachtet
P.S. Von selbst hat sich leider nur Feldsalat ausgesät, aber der ist inzwischen schon verwelkt. Gemulcht habe ich viel, weil mir sonst das Gras über alles drüberwächst. Ich kümmere mich ja nur einmal die Woche um den Garten. Glücklicherweise kümmert sich dieses Jahr der Kater (inzwischen wohnt er glaube ich in meiner Scheune) um die Wühlmäuse. Dafür bin ich ihm sehr dankbar und mähe ihm auch immer die Gartenwege!!

Schöne Grüße,
Leidschaf
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Buchkammer
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Re: Milpa, Indianerbeet

#10

Beitrag von Buchkammer »

Ich denke, selbst wenn der Mais etwas Vorlauf bekommt oder gar vorgezogen Mitte Mai in die Erde gesetzt, wird sich das nicht so wie erhofft entwickeln. Man müsste gegebenenfalls über die Samensorten, welche damals von den Ureinwohnern für die Milpas verwendet wurden, verfügen. Also eine schnell wachsende Maispflanze und eine langsame Bohne.

Meine diesjährigen 2 Versuche brachten auch nicht das erhoffte Ergebnis. In der Milpa 1 wurde die Stangenbohne Neckarkönigin, Mais Golden Bantam und Hokkaido Kürbis Mitte Mai versenkt, wobei die Maiskörner 8 Stunden vorkeimten. Auf der Milpa 2 wachsen Stangenbohnen mit Mais Hopi Blue, Rainbow Inka, Erdbeermais und Riesenkürbis.

Alles in allem schön grün, es wurden schon reichlich Bohnen geerntet, aber eben das die Bohnen am Mais hochranken, das funktioniert wohl nur mit den alten Sorten, die die Indianer verwendet haben.
Milpa 1.jpg
Milpa 1.jpg (74.88 KiB) 4313 mal betrachtet
Milpa 2.jpg
Milpa 2.jpg (78.38 KiB) 4313 mal betrachtet
Gestern war ich klug und wollte die Welt verändern. Heute bin ich weise und möchte mich verändern. (Rūmī)
https://www.bewusste-menschen.de/
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