Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

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Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2232

Beitrag von Rohana »

https://www.spiegel.de/wissenschaft/tec ... 72000.html

Ohne Worte. Am besten es isst jeder nur noch was er/sie selbst angebaut hat, noch besser aus selbstgezüchteten Pflanzen, und bitte wieder mit den Wildformen anfangen... dann würden sich manche Probleme SEHR schnell lösen. :dreh:
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
Benutzer 6122 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2233

Beitrag von Benutzer 6122 gelöscht »

Das ist aber sehr skurril. :ohoh:
Dem Artikel nach hört es sich für mich so an, als ob der Großteil unserer Nutzpflanzen durch Genmanipulation mittels Strahlung oder Chemie gezüchtet wurde.
Zum einen gibt es aber weit mehr Nutzpflanzensorten als 3200 auf der Welt. Und die vielen anderen Sorten wurden wohl hauptsächlich durch klassische Züchtung mit Kreuzung und Auslese entwickelt. Also nicht mit Strahlung und Chemie.
Dem Artikel nach hätte ich gedacht, daß der Verein vor Manipulation warnen will.

Aber auf der Homepage des Vereins unter Portraits finden sich nur absolute Befürworter der Gentechnik. Die Ziele des Vereins sind also definitiv nicht, vor Gentechnik zu warnen, im Gegenteil ...

Die Darstellung im Artikel soll wohl eher den Glauben erwecken, daß ja eh schon Alles manipuliert ist und es dann auf so ein bißchen Gentechnik auch nicht mehr ankommt.

Und wenn es keine Produkte mehr gibt, auf denen das Logo "Ohne Gentechnik" prangt (was sicherlich für einige Menschen ein positives Kriterium ist), kann der Kunde auch nicht mehr erkennen, ob das Produkt jetzt mittels natürlicher Züchtung, per Strahlung oder Chemie oder per CRISPR erzeugt wurde. Das ist vermutlich auch der Zweck der ganzen Aktion durch den Verein. Schräge Nummer das Ganze... :aeug:
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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2234

Beitrag von emil17 »

Das Problem lässt sich nicht durch eine exakte Definition lösen, denn die kann es nicht geben. Die Übergänge zwischen "natürlich entstandenen" Sorten (das heisst wohl Zufallssämlinge) über Auslese von Pflanzen mit bestimmten Eigenschaften auf dem Feld zur Samengewinnung für die nächste Aussaat über "Nachhelfen" durch physikalische Behandlung (etwa Aussaat grosser Mengen von Samen und Kältebehandlung der Keimlinge, um besonders kältetolerante Individuen zu finden) sind fliessend.
Aus Sicht des Züchters sind auch Behandlungen mit Röntgenstrahlen und ähnlichem nur Tricks, um die natürliche Mutationsrate zu erhöhen und damit die Wahrscheinlichkeit zu verbessern, etwas Neues zu finden. Genmanipulation im Sinne eines gezielten Eingriffs ist das nicht, es ist eine typische Schrotflintenmethode.
Ebenfalls seit jeher üblich ist es, gezielt Elternpflanzen zu kreuzen und zu hoffen, dass sich Nachkommen mit einer günstigen Kombination erwünschter Eigenschaften der Eltern finden und diese Kombination entweder samenfest ist (z.B. bei Getreide) oder sich die Pflanzen vegetativ weitervermehren lassen (z.B. bei Erdbeeren oder Obstbäumen oder Kartoffeln). Auch die Wahl der geeigneten Schwiegertochter für den Alleinerben des Unternehmens fällt in diese Kategorie, wenn man es nicht allzu eng sieht.
Komplett unnatürlich ist es schon, mehrere Wildarten einzukreuzen, die normalerweise nicht mit der Kulturpflanze kompatibel sind. Das kann man mit Befruchtung im Reagenzglas machen. Es gelingt auch durch biochemische Tricks, Abstossungsreaktionen zwischen Pollen und Narbe in der Blüte auszuschalten und zu überwinden. In der Humanmedizin bei Transplatationen ist das ein übliches Verfahren.
Der Ingenieur in Gentechnik kommt erst dort ins Spiel, wo man gezielt Eigenschaften Genen zuordnet und diese in ganz andere Pflanzen oder Tiere mit biochemischen Methoden einsetzt (Beispiel: Trockenheitsresistenzgen aus Kaktee gibt trockenfestere Kartoffel).
Ich habe eigentlich kein Problem damit, weil gezielte Züchtung von Nutzpflanzen und Tieren eine der ältesten kulturellen Errungenschaften der Menschheit sind.
Zudem sind die Genen nicht eine reine Programmierung des daraus hervorgeheneden Lebenwesens, sondern mehr ein Archiv oder ein Werkzeugkasten - wie man am Menschen selbst am besten sehen kann.

Ich habe hingegen ein Problem damit, wenn man Eigenschaften, die man in Wildherkünften gefunden hat, patentieren lässt (nicht das Verfahren der Übertragung, sondern die Eigenschaft selbst). Im Softwarebereich ist das verboten und regelmässig Gegenstand hoher Schadenersatzklagen. In der Landwirtschaft ist es Jahrtausende altes Gewohnheitsrecht und kulturell tief verankert, dass man einen Teil der Ernte fürs nächte Jahr beiseite legt.
Zudem gilt wie überall, dass Geldgier alles andere platt macht. Eine Haftung des Sorteninhabers für Kollateralschäden gibt es auch nicht.
Ebenfalls fragwürdig ist das Märchen der Ernährungssicherung der Menschheit. Wäre das zentrales Anliegen, würde man Sorten für Grenzertragslagen züchten. Menschen, die solche Böden bewirtschaften müssen, haben zwar Hunger, aber kein Geld.
Mit den 3200 Sorten sind wohl genetisch einheitliche amtlich zugelassene Sorten gemeint. Vieviele es gibt, kann niemand wissen, weil viele Sorten genetisch nicht einheitlich sind (im Sinne der strengen Definition also ein Gemisch sehr ähnlicher Sorten darstellen) und weil viele Sorten gar nicht erfasst sind. Zudem gibt es kein Verfahren, das gestattet, eindeutig und sinnvoll und artunabhängig zu entscheiden, ob zwei Individuen derselben Art der gleichen Sorte angehören oder nicht, wenn sie genetisch nicht identisch sind. Sorten aus Arten, die über Samen vermehrt werden, sind das regelmässig nicht.
Nur schon aus der Schweiz sind etwa 80 Sorten (Herkünfte, Selektionen, gezielt kultivierte Varanten) von Esskastanien bekannt.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
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Sonne
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2235

Beitrag von Sonne »

Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte; und siehe da, es war sehr gut. 1. Mose 1, 31
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MeinNameistHASE
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2236

Beitrag von MeinNameistHASE »


Diese künstlichen Zugänge sind auch in der Forschung in Deutschland üblich. Auch bei anderen Tieren wie Schafen und Ziegen, bei Pferden scheint es wohl nicht so zu funktionieren. Mich wundert allerdings dieser lockere Sitz und dass da scheinbar Flüssigkeit raussuppt...

Alle anderen Varianten, um an Mageninhalte der Kuh zu kommen würden für das Tier größeren Stress verursachen, als so ein künstlicher Zugang, der unter "normalen" Forschungsbedingungen sorgfältig überwacht wird. Auf welche Erkenntnisse soll sich denn die Fachberatung und Wissenschaft sonst stützen? :hmm:
Je besser ein Futtermittel zum Leistungspotential der Kuh passt, desto besser geht es dem Tier wenn auch die übrigen Haltungsbedingungen stimmen. Das hat zwar auch etwas mit dem Streben nach monetärem Gewinn zu tun, aber genauso mit der Sorge des Halters um das Wohlergehen seiner "Produktionsgrundlage".


Edit: Das ist mal eine wichtige Meldung: https://www.agrarheute.com/tier/rind/tu ... hen-554716
Ich verlasse mich auf meine Sinne: Irrsinn, Wahnsinn und Blödsinn!
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2237

Beitrag von sybille »

MeinNameistHASE hat geschrieben:

Diese künstlichen Zugänge sind auch in der Forschung in Deutschland üblich. Auch bei anderen Tieren wie Schafen und Ziegen, bei Pferden scheint es wohl nicht so zu funktionieren. Mich wundert allerdings dieser lockere Sitz und dass da scheinbar Flüssigkeit raussuppt...

Alle anderen Varianten, um an Mageninhalte der Kuh zu kommen würden für das Tier größeren Stress verursachen, als so ein künstlicher Zugang, der unter "normalen" Forschungsbedingungen sorgfältig überwacht wird. Auf welche Erkenntnisse soll sich denn die Fachberatung und Wissenschaft sonst stützen? :hmm:
Je besser ein Futtermittel zum Leistungspotential der Kuh passt, desto besser geht es dem Tier wenn auch die übrigen Haltungsbedingungen stimmen. Das hat zwar auch etwas mit dem Streben nach monetärem Gewinn zu tun, aber genauso mit der Sorge des Halters um das Wohlergehen seiner "Produktionsgrundlage".


Edit: Das ist mal eine wichtige Meldung: https://www.agrarheute.com/tier/rind/tu ... hen-554716
Genau so krass wie ich das Video finde das Sonne eingestellt hat, finde ich Deine Meinung dazu!
Müssen die Kühe solch eine Leistung bringen? Damit kann es ihnen doch gar nicht gut gehen da sie für solch eine Leistung nicht geschafen wurden.
Es ist einfach nur ekelhaft was es heutzutage alles gibt! Und ich bin nicht schnell eklig vor etwas.
Hühner sind Menschen wie Du und ich, nur das sie zur Hausordnung Hackordnung sagen.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2238

Beitrag von emil17 »

sybille hat geschrieben: Je besser ein Futtermittel zum Leistungspotential der Kuh passt, desto besser geht es dem Tier wenn auch die übrigen Haltungsbedingungen stimmen. Das hat zwar auch etwas mit dem Streben nach monetärem Gewinn zu tun, aber genauso mit der Sorge des Halters um das Wohlergehen seiner "Produktionsgrundlage".
Wenn man solche Milcherzeugungsmaschinen züchtet, da noch von "Sorge des Halters ums Tierwohl" zu reden ist doch blanker Hohn. Können solche Tiere überhaupt "artgerecht" gehalten werden?
Was noch fehlt: die Konsumenten wollen es so
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
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Sonne
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2239

Beitrag von Sonne »

@Emil...das hat nicht Sybille geschrieben.
Sie hat es nur zitiert. Von 'MeinNameistHase'.

:)
Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte; und siehe da, es war sehr gut. 1. Mose 1, 31
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2240

Beitrag von Hildegard »

Ich hab mich auch gefragt: Und was meint die Kuh dazu? :hmm:
LG Hildegard
Trau nie dem Ort an dem kein Unkraut wächst ;)
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