Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
- Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Ja und? Was hat das mit "nachhaltig wirtschaften" zu tun und "stellen sich Gewinne von selber ein"?
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
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Benutzer 3370 gelöscht
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Rohana hat geschrieben:Ja und? Was hat das mit "nachhaltig wirtschaften" zu tun und "stellen sich Gewinne von selber ein"?
Wenn du nachhaltig wirtschaftest, dann gibt es deinen Betrieb morgen auch noch.Nachhaltiges Wirtschaften oder Corporate Sustainability (CS): Dies bedeutet, sein Kerngeschäft grundsätzlich sowohl sozial und ökologisch verantwortlich als auch wirtschaftlich erfolgreich zu betreiben
Wenn es deinen Betrieb morgen auch noch gibt, dann müssen sich die Gewinne von sebst eingestellt haben.
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Benutzer 4754 gelöscht
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
RichardBurgenlandler hat geschrieben:Rohana hat geschrieben:Ja und? Was hat das mit "nachhaltig wirtschaften" zu tun und "stellen sich Gewinne von selber ein"?Wenn du nachhaltig wirtschaftest, dann gibt es deinen Betrieb morgen auch noch.Nachhaltiges Wirtschaften oder Corporate Sustainability (CS): Dies bedeutet, sein Kerngeschäft grundsätzlich sowohl sozial und ökologisch verantwortlich als auch wirtschaftlich erfolgreich zu betreiben
Wenn es deinen Betrieb morgen auch noch gibt, dann müssen sich die Gewinne von selbst eingestellt haben.
Wenn es den Betrieb morgen aber nicht mehr gibt weil die Wirtschaftlichkeit nicht gegeben ist da ohne das der Betrieb dafür etwas kann,
was dann?
Ein Kleinbetrieb kann weder die Preise für die Produkte bestimmen, noch kann er die Preise für seine Einkäufe bestimmen,
produziert er zu teuer obwohl er seine Arbeitszeit zu gering entlohnt oder bietet der Markt nur unterirdische Preise (aus sicht des Kleinbauern) ist der Ofen einfach aus.
Kommen dann noch so schöne Forderungen nach neuer Gülletechnik (ein neues Güllefass kostest etwa 250.000€) oder neue Forderung bei der Aufstallung von Schweinen (im Mittel etwa 500.000€ umbau/neubau kosten) wird immer öfter der Laden dicht gemacht bevor man sich hoch verschuldet und in wenigen Jahren alles wieder über den Haufen geworfen wird.
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Benutzer 72 gelöscht
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Das ist welche Größenordnung? nur so ungefähr ....Oelkanne hat geschrieben:neue Forderung bei der Aufstallung von Schweinen (im Mittel etwa 500.000€ umbau/neubau kosten)
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Benutzer 4754 gelöscht
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Das ist eine Schätzung von mir für eine Betrieb mit 100 Sauen, 1000 Mastplätzen für Schweine oder 50 Kühe.ina maka hat geschrieben:Das ist welche Größenordnung? nur so ungefähr ....Oelkanne hat geschrieben:neue Forderung bei der Aufstallung von Schweinen (im Mittel etwa 500.000€ umbau/neubau kosten)
In meinem Heimatort hat einer vor 3 Jahren einen neuen Kuhstall für 150 Kühe gebaut:
pro Kuh 10.000€, also 1,5 Millionen Euro Investitionssumme nur für den Stall.
Die Siloanlagen hat er teilweise vom alten Stall übernommen und für nur 500.000€ erweitert (totaler neubau 1 Mio).
Was der Abriss des alten Stalls und die Erdbau-/Asphaltarbeiten drum rum gekostet haben weis sich nicht.
- Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Komm, Zahlen interessieren hier doch nicht. Überhaupt können sich doch die ehemaligen Landwirte glücklich schätzen wenn sie pleite sind, denn die können ja Land verkaufen und bekommen Geld dafür.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
müssen den Verkauf von Betriebsvermögen allerdings auch ordentlich versteuern ......
anders als beim Privatmann, der nach ablauf der Spekulationsfrist seine vermietete Eigentumswohnung verkauft,
um vom Erlös die eigene Rente noch auf zustocken.
woidler
anders als beim Privatmann, der nach ablauf der Spekulationsfrist seine vermietete Eigentumswohnung verkauft,
um vom Erlös die eigene Rente noch auf zustocken.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Sorry, aber warum soll da ein Unterschied zu anderen Gewerben sein?Oelkanne hat geschrieben: Wenn es den Betrieb morgen aber nicht mehr gibt weil die Wirtschaftlichkeit nicht gegeben ist da ohne das der Betrieb dafür etwas kann,
was dann?
Entweder du bist konkurrenzfähig weil du effizienter bist, oder du hast eine Nische wo dir die anderen nix können, oder du erbringst Leistungen für die Allgemeinheit, welche diese bezahlt (und folglich auch bestimmt und kontrolliert).
Das erste funktioniert nicht - man kann nicht jedes Jahr grösser werden müssen und gleichzeitig klagen, dass es immer weniger werden. Ausserdem hat man mit dieser Strategie den vollen Konkurrenzdruck des Auslandes auszuhalten.
Das Zweite funktioniert so gut, wie man selber kreativ ist. Schliesslich ist man Unternehmer.
Das Dritte (Leistungen für die Allgemeinheit) bedeutet, dass man akzeptieren muss, dass andere dreinreden und kontrollieren. Schliesslich bezahlen sie ja dafür.
Das Dritte ist auch der Grund, wieso die Öffentlichkeit überhaupt so viel Geld in die Landwirtschaft pumpt und diese nicht wie irgend ein anderes Gewerbe behandelt.
Auch das ist nicht anders als bei jedem Gewerbe, schliesslich war das Betriebsvermögen bis zur Auflösung steuerlich privilegiert. Der Privatmann hat das Geld, womit er seine Eigentumswohnung gekauft hat, ja zuerst (hoffentlich) als Einkommen versteuert und für diese Grundsteuer bezahlt und die Miete auch als Einkommen versteuert.woidler hat geschrieben:müssen den Verkauf von Betriebsvermögen allerdings auch ordentlich versteuern ......
anders als beim Privatmann, der nach ablauf der Spekulationsfrist seine vermietete Eigentumswohnung verkauft,
um vom Erlös die eigene Rente noch auf zustocken.
Als Unternehmer hat man viel mehr Möglichkeiten, durch zeitlich gestaffelte Übertragung von Betriebs- zu Privatvermögen die Steuern zu beeinflussen. Nur muss man sich halt beizeiten drum kümmern.
Mich macht diese einseitige Darstellung der Dinge und die selbstgewählte Opferrolle langsam müde.
In jedem dieser Reizthemen sind die Dinge kompliziert und nicht schwarz-weiss.
Da behauptet der Bauernverband, der Staat schikaniere die Bauern mit 250 E pro ha durch gewinnhemmende Vorschriften. Dass der gleiche Staat über 500 E pro ha bezahlt, muss man ja nicht schreiben.
Da behauptet man, das Glyphosatproblem sei vorwiegend wegen Kleingärtnern und so. Dass über 95% von dem Zeug von der gewerblichen Landwirtschaft ausgebracht werden, gehört ja nicht zum Thema.
Da wird behauptet, den Bauern würden wegen immer neuen Vorschriften jeder Spielraum genommen. Warum diese Vorschriften überhaupt erlassen werden, muss man ja nicht wissen.
Da wird behauptet, das Nitratproblem sei wegen defekten Abwasserleitungen. Dass es auch da ist, wo gar keine Abwasserrohre sind, gehört nicht zum Thema.
Wir müssen die Bevölkerung ernähren, das braucht immer mehr Ertrag pro Fläche. Dass rund 1/3 aller erzeugten Lebensmittel gar nicht erst verzehrt werden, gehört nicht zum Thema.
Dass jedes Jahr Bauern aufgeben, ist eine Tatsache. Dass es anderen Erwerbszweigen genauso geht oder diese bereits ganz verschwunden sind, tut nichts zur Sache.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
- Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Ich zitiere dich nochmal:
"Nachhaltiges Wirtschaften oder Corporate Sustainability (CS): Dies bedeutet, sein Kerngeschäft grundsätzlich sowohl sozial und ökologisch verantwortlich als auch wirtschaftlich erfolgreich zu betreiben "
Die Bauern sollen also die eierlegende Wollmilchsau spielen (bzw. melken), denn Umwelt- und Tierschutz wollen alle, aber wenn wir auch wirtschaftlich sein dürfen wollen, ist das schonwieder zuviel verlangt weil zu teuer (und/oder entgegen dem Umwelt- und Tierschutz!). Sorry, die Quadratur des Kreises geht halt nicht, und von hätte, könnte und würde lebt kein Betrieb.
Aber natürlich könnt ihr gerne weiterhin hier eine Echokammer betreiben und kollektiv darüber jammern wie scheisse doch die Landwirtschaft ist und diese dämlichen Bauern die sich nicht dreinreden lassen wollen obwohl sie von der Öffentlichkeit GELD bekommen... hey, wer's besser weiss, darf's gerne besser machen. Und immer schön dran denken, wer nicht mindestens 50% seines Futterbedarfs auf eigener Fläche erzeugt, betreibt keine Landwirtschaft
"Nachhaltiges Wirtschaften oder Corporate Sustainability (CS): Dies bedeutet, sein Kerngeschäft grundsätzlich sowohl sozial und ökologisch verantwortlich als auch wirtschaftlich erfolgreich zu betreiben "
Die Bauern sollen also die eierlegende Wollmilchsau spielen (bzw. melken), denn Umwelt- und Tierschutz wollen alle, aber wenn wir auch wirtschaftlich sein dürfen wollen, ist das schonwieder zuviel verlangt weil zu teuer (und/oder entgegen dem Umwelt- und Tierschutz!). Sorry, die Quadratur des Kreises geht halt nicht, und von hätte, könnte und würde lebt kein Betrieb.
Aber natürlich könnt ihr gerne weiterhin hier eine Echokammer betreiben und kollektiv darüber jammern wie scheisse doch die Landwirtschaft ist und diese dämlichen Bauern die sich nicht dreinreden lassen wollen obwohl sie von der Öffentlichkeit GELD bekommen... hey, wer's besser weiss, darf's gerne besser machen. Und immer schön dran denken, wer nicht mindestens 50% seines Futterbedarfs auf eigener Fläche erzeugt, betreibt keine Landwirtschaft
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- emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Es ist schwer, deine Aussage anders zu verstehen als so, dass eine ökologisch und ethisch vertretbare Landwirtschaft wirtschaftlich nicht darstellbar sei.
Das ist eine Bankrotterklärung.
Da kann man nur raten, es den vielen Bauern gleichzutun, die eine Nische gefunden haben, die genau dieses erlaubt. Unmöglich ist es nicht.
Universalrezepte, die immer und überall funktionieren, gibt es auch nicht.
Aus Sicht des Konsumenten kann ich, abgesehen vom regelmässigen Kauf hochpreisiger und regionaler Lebensmittel (was du nicht merkst, wenn ich es tue, weil wir nicht in der gleichen Region wohnen), mich bloss politisch dafür einsetzen, dass sich die Situation verbessert. Das kann eigentlich nur über striktere Durchsetzung geltender Umweltvorschriften geschehen, d.h. über Gleichbehandlung der konventionellen Landwirtschaft mit jedem anderen Gewerbe auch.
Die Nahrung wird uns deshalb nicht so schnell ausgehen, auch ohne mehr Importe nicht. Vielleicht wird ja etwas weniger verschwendet.
Das ist eine Bankrotterklärung.
Da kann man nur raten, es den vielen Bauern gleichzutun, die eine Nische gefunden haben, die genau dieses erlaubt. Unmöglich ist es nicht.
Universalrezepte, die immer und überall funktionieren, gibt es auch nicht.
Aus Sicht des Konsumenten kann ich, abgesehen vom regelmässigen Kauf hochpreisiger und regionaler Lebensmittel (was du nicht merkst, wenn ich es tue, weil wir nicht in der gleichen Region wohnen), mich bloss politisch dafür einsetzen, dass sich die Situation verbessert. Das kann eigentlich nur über striktere Durchsetzung geltender Umweltvorschriften geschehen, d.h. über Gleichbehandlung der konventionellen Landwirtschaft mit jedem anderen Gewerbe auch.
Die Nahrung wird uns deshalb nicht so schnell ausgehen, auch ohne mehr Importe nicht. Vielleicht wird ja etwas weniger verschwendet.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
