Wölfe

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Taraxacum
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Re: Wölfe

#1351

Beitrag von Taraxacum »

Das wäre vernünftig, ist aber leider nicht so cool und man kann sich nicht als Held fühlen. Es ist ja was anderes, den edlen Wolf zu beschützen als ein schnödes Schaf.....
Rati
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Re: Wölfe

#1352

Beitrag von Rati »

Ja, stimmt schon, aber an Heldenbildern kann mensch ja auch arbeiten.
Und wäre es nicht auch heldenhaft, Urheber des Friedens und der Zusammenarbeit zu sein, so da am Ende sogar die Viehwirt und Jägerschaft mit cum ba ja singt. :engel:

Grüße Rati

Ach übrigens @Rohana:
Rati hat geschrieben:statt immer nur starr auf die Mauern seines "alle sind böse, schräg und verrückt" Hauses zu schauen
das war nicht auf dich bezogen, sondern auf die beiden "Kriegsparteien" beim Thema Wolf.
Was ist ist! Was nicht ist ist möglich!"
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penelope
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Re: Wölfe

#1353

Beitrag von penelope »

Ich bin ja grundsätzlich optimistisch, aber aus der Tatsache, dass sich da ein paar Leute zusammenfinden, die einmal für 2 oder 3 Stunden eine Jagdt stören zu schließen, dass da sicherlich die Bereitschaft da wäre, in zuverlässigen Schichten an ca. 200 Tagen im Jahr die kompletten Nächte durch Herden zu bewachen finde ich mal wirklich weit hergeholt.

Der Wolf ist in vielen Gegend inzwischen halt nicht ein einmaliges "Event" sondern schnöder Alltag. Das ist ja das Problem.

(Mal ganz abgesehen davon: sollte ich (aus welchem Grund auch immer) nachts eine Schafherde im Wolfsgebiet zu bewachen und merke ich dann, dass sich ein Rudel Wölfe nähert: ich seh zu das ich Land gewinne und hoffe auf viel Glück und ein kleines Wunder für die Schafe. Was soll man da (ohne Waffe) denn ausrichten können?)
Rati
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Re: Wölfe

#1354

Beitrag von Rati »

doppel post :pfeif:
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Rati
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Re: Wölfe

#1355

Beitrag von Rati »

Hi penelope
penelope hat geschrieben:Ich bin ja grundsätzlich optimistisch, aber aus der Tatsache, dass sich da ein paar Leute zusammenfinden, die einmal für 2 oder 3 Stunden eine Jagdt stören zu schließen, dass da sicherlich die Bereitschaft da wäre, in zuverlässigen Schichten an ca. 200 Tagen im Jahr die kompletten Nächte durch Herden zu bewachen finde ich mal wirklich weit hergeholt.?)
falls du Zeit hast, mal ab Seite 110 so ein wenig durch meine Beiträge zu schmökern, da habe ich mehrfach versucht genauer zu erklären wie das so gemeint ist und wie Wölfe zu reagieren pflegen.
Ganz kurz:
Dies sollte keine Alleinmaßnahme sein
es bedarf keines ganzjährigem Schichtbetrieb
es gibt viele je nach regionalen Bedingungen machbare Maßnahmen, mensch muß sie nur finden wollen. :)
penelope hat geschrieben:Der Wolf ist in vielen Gegend inzwischen halt nicht ein einmaliges "Event" sondern schnöder Alltag. Das ist ja das Problem....
eigentlich nicht, denn wie in der letzten hier veröffentlichten Statistik der Jägerschaft sichtbar, gibt es sinkende Nutztierverluste bei stiegenden Wolfspopulationen. Und der Trent, je etablierter das Rudel des to weniger Nutztierschäden ist dort auch bestätigt.
penelope hat geschrieben:(Mal ganz abgesehen davon: sollte ich (aus welchem Grund auch immer) nachts eine Schafherde im Wolfsgebiet zu bewachen und merke ich dann, dass sich ein Rudel Wölfe nähert: ich seh zu das ich Land gewinne und hoffe auf viel Glück und ein kleines Wunder für die Schafe. Was soll man da (ohne Waffe) denn ausrichten können?)
Auch dazu habe ich in der Disskusion ab Seite 110 schon genaur zu geschrieben.
Kurz:
vergleiche nicht die Situation hier mit den Bildern aus irgendwelchen Fimen in denen ausgehungerte Großwolfsruden arglose Menschen reißen.
Das Bild vom Wolf ist verfälscht.
Nein der Wolf ist kein Kuscheltier, aber auch keine bestie die jeden immer angreifen würde.

Grüße Rati :)
Was ist ist! Was nicht ist ist möglich!"
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Benutzer 72 gelöscht

Re: Wölfe

#1356

Beitrag von Benutzer 72 gelöscht »

Was mich persönlich an dieser Diskussion stört, weil es so einfach nicht stimmt ...

Der Wolf wird weder von den Naturschützern "geholt" noch ist er "seit neuestem" da.

Er war doch lange vor uns da.
viktualia

Re: Wölfe

#1357

Beitrag von viktualia »

Was mich persönlich an dieser Diskussion stört, weil es so einfach nicht stimmt ...
Der Wolf wird weder von den Naturschützern "geholt" noch ist er "seit neuestem" da.
Er war doch lange vor uns da.
Ina, er war da. Und er ist fort gewesen.
Seit er mal da war, hatten wir die Industrielle Revolution und zwei Weltkriege und den Kapitalismus und Facebook.
Und die Weide-, bzw. Tierhaltung hat sich auch sehr verändert, seitdem der Wolf da war.
Das kommt jetzt, ganz neu, zusammen.

Mich wundert, dass der Wolf nicht wie ein Wolf behandelt werden soll.
Der arme Kerl wird selber rausfinden müssen, dass wir nicht nett sind, selber Raubtiere, aber nicht so wirklich schlau und Teamfähig.
Dafür können wir aber noch effektiver töten als er.
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Rallymann
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Re: Wölfe

#1358

Beitrag von Rallymann »

Wow! Ein echt langer Fred hier. War zu Anfang hier auch dabei und eher Pro Wolf, was sich bis jetzt auch nicht geändert hat.
Hab jetzt auch nicht jeden Post gelesen, denke aber, dass bei dem Thema noch ein Aspekt fehlt, oder nicht bedacht wurde.

Ich mache es mal am Link, über den geschossenen Wolf bei einer Drückjagd fest, bzw die Auffalligkeiten seines Verhaltens. Meine Meinung: Kein Wolf verhält sich so.
Drückjagden sind laut. Hunde, Treiber.......................da trabt der nicht lässig vorbei und nimmt sich dann noch die Zeit, sich mit mehreren Hunden anzulegen.
Natürlich ist so ein Wolf Opportunist..............sonst hätten wir keine Hunde. Ich seh das hier an unseren Hunden, wenn sie jung sind. Die rennen wie die Hasen, wenn der Ganter kommt.
Irgendwann.......................so in der Pubertät werden sie mutiger und starten Scheinangriffe. Natürlich zögerlich und immer bereit zur Flucht. Dennoch kommt der Moment, wo der Ganter zurück weicht und genau dann, verändert sich das Machtgefüge zu gunsten des Hundes. Jetzt ist er der Jäger. Der Wolf selbst, bestätigt dieses Verhalten seit Jahren indem er alle Behaubtungen, die sog: Wolfsexperten über das Verhalten der Wölfe machen, immer zuverlässig wiederlegt. Der Wolf ist scheu, den bekommt man nicht zu Gesicht.............
Naja..............yt zeigt das Gegenteil, wenn sie dann durchs Dorf traben. Wiei kann es sein, dass solche Exerten so falsch liegen?

Vieleicht sollten wir mal diesen Aspekt ins Auge fassen............
https://www.youtube.com/watch?v=XcSV-3zX4Xs
Rati
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Re: Wölfe

#1359

Beitrag von Rati »

Rallymann hat geschrieben:. Der Wolf selbst, bestätigt dieses Verhalten seit Jahren indem er alle Behaubtungen, die sog: Wolfsexperten über das Verhalten der Wölfe machen, immer zuverlässig wiederlegt. Der Wolf ist scheu, den bekommt man nicht zu Gesicht.............
Naja..............yt zeigt das Gegenteil, wenn sie dann durchs Dorf traben. Wiei kann es sein, dass solche Exerten so falsch liegen?]
na ja, Filme von Wölfen die sich nicht in der Öffentlichkeit zeigen bzw arttypisch scheu verhalten, können ja auch schlecht für yt aufgenommen werden oder?
Welcher Experte würde denn sagen das immer und unbedingt alle Wölfe zu jeder Zeit so scheu sind das sie niemals in die Nähe von Siedlungen oder menschen gehen würden?
Normalerweise halten sich Wölfe fern, und die meisten der hier lebenden tuen das doch auch.
Es ist also schon ein wenig kurz gedacht nun wegen der Aufnahmen von ein paar Tieren gleich auf die gesamte Population zu schließen... aber das ist ja ein immer wieder aufkommendes Missverstehen der menschen, das mit der Verallgemeinerung meine ich. :)
viktualia hat geschrieben:Mich wundert, dass der Wolf nicht wie ein Wolf behandelt werden soll.Der arme Kerl wird selber rausfinden müssen, dass wir nicht nett sind,
genau.

Grüße Rati

PS:
Rallymann hat geschrieben:.Vieleicht sollten wir mal diesen Aspekt ins Auge fassen............
https://www.youtube.com/watch?v=XcSV-3zX4Xs
also ich weis nicht was das Problem mit Hybriden sein soll. Rassen einer Art haben sich immer schon vermischt. Wenn was gutes (überlebensstarkes) dabei rauskommt, ist gut wenn nich verschwindet es halt wieder. :aeh:
Das Gebot der Reinrassigkeit, war eh nie natürlich.
Außerdem, da müssen ja reichlich ungesetzlich frei rumlaufende Hunde unterwegs sein das das als so große Gefahr gewertet wird. Für von Menschen gehaltene Tiere ist natürlich der Besitzer selber verantwortlich. Um da Schindluder vorzubeugen müssen da halt nur Registrierung und Überwachung gewährleistet werden.
Was ist ist! Was nicht ist ist möglich!"
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viktualia

Re: Wölfe

#1360

Beitrag von viktualia »

Meine Meinung: Kein Wolf verhält sich so.
Rallymann, nix für ungut, aber das ist bisl so ähnlich wie Inas Aussage, er wär nie weg gewesen: der Wolf war schon immer helle genug, sein Verhalten an die Umgebung anzupassen.

Er ist ja ein "soziales Wesen" - man könnte echt meinen, dass er uns da überlegen ist, denn er macht was aus seinen Anlagen....
"Soziale Wesen" zeichnen sich dadurch aus, dass sie KOMMUNIZIEREN, erst mal miteinander;
Wölfe sind ja bekannt dafür, sich gut umeinander kümmern zu können, stabile Rudel mit klaren Regeln zu bilden.
Wie macht man das wohl?
Mit Kommunikation. Die labern nicht übers Wetter, die Wölfe, die schauen hin und ziehen Schlüsse draus und setzen die dann um.
Kommunikation halt.
Nicht "wie ist das Wetter heute", oder "like mich auf Facebook" sondern "du oder ich?!?", bzw. "wer zuerst?" oder auch "deine Hilfe wird an der rechten Flanke benötigt!" Machen die, schon immer, auch, als sie weg waren.

Und damals, in der schlechten alten Zeit, da konnten wir wohl auch noch ein bisschen besser auf deren Level kommunizieren, da war das "du oder ich", bei grottenschlechtem Wetter zum Beispiel, ne klare Sache.
Heute nicht mehr. Und was machen die Wölfe?
Gernau das gleiche, was sie damals gemacht hätten, hätten wir damals schon so komische "Kommunikationsstrukturen" in punkto Wölfe gehabt:
sie nutzen die Gelegenheit. Warten erst mal ab, die Puber-Tiere, können ihr "Glück" (die Gelegenheit, an einen ungeschützten gedeckten Tisch vorzudringen) nicht recht glauben - sind ja nicht doof und so ein "Gewehr" ist ein arg abstraktes Konzept - und testen es dann aus.

Woher sollen die Wölfe wissen, dass unsere "Kommunikationsstrukturen" mies und korrupt sind und sich seit dem Kaiserreich nur langsam (und wenig!) verändert haben?
Dass wir beim Kaiser zwar mehr hungern, aber noch selber schiessen, jetzt aber weniger hungern, aber nicht mehr schiessen dürfen?
Oder dass wir "Medien" haben, die uns ein ausgesprochen schräges Bild der Natur vermitteln?
Ob die wohl ahnen, dass sie hier "angesiedelt" werden sollen? In bewohnten Gebieten?
Ich bin sicher, wenn man sie fragen könnte, sie wären bereit, sich an der "Wiedereinführung der Weidetierhaltung" konstruktiv zu beteiligen und, wie seit altes her, den Genpool unserer Herden sauber zu halten, indem sie bevorzugt die Mickerlinge entnehmen.
Denn auch diese Eigenschaft haben sie, als "soziale Wesen" mit uns gemeinsam: Faulheit, die Fähigkeit, durch Denkleistung Arbeit einzusparen.

Aber da sie auch ein "unverdorbener Teil der Natur" sind, ist nicht nur "Gewehr" ein zu abstraktes Konstrukt, auch "Geburtenkontrolle" ist zu hoch und das mit den "Mickerlingen" relativiert sich.

Sollte man bedenken (alles, nicht nur den Teil mit dem geregeltem Sex, den verstehen die Wölfe ganz sicher noch schlechter als töten...), wenn man mit ihnen auskommen will, oder besser gesagt, soll.
Gerade wenn man, mangels vernünftiger Kommunikationsstrukturen, gar nicht gefragt wird.
(Rallyman, da mein ich dich schon lange nicht mehr, das ist klar, oder?)

Das sind Tiere. Die wollen nicht spielen, die wollen lernen.

P.S.: anders ausgedrückt, die sollten ja mal "lernen", das Wild im Wald zu dezimieren um den Aufwuchs der Bäume zu unterstützen: den Verbiss zu reduzieren.
Die müssten also in den Wald rein, aber ausserhalb vom Wald wird weniger geschossen, weil Jäger halt im Wald jagen und nicht auf der Weide.
Das ist der Ist-Zustand; wie die Wölfe daraus lernen sollen, nicht an die Weidetiere zu gehen - ???
Die "lernen" (erfahren) im Moment halt nur, dass sie vor Krach und Leuten weniger Angst zu haben brauchen als ihre Ahnen.
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