Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

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Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2111

Beitrag von Rohana »

emil17 hat geschrieben:Ich bin der Ansicht, dass Standard-Lebensmittel aus der Umgebung kommen sollen, wenn diese solche erzeugt, und dass man, wenn man in einer Gegend wohnt, die gute Standard-Lebensmittel erzeugt, sich auch zur Hauptsache davon ernähren soll.
Soweit die Theorie, der ich auch zustimme. Aber was meinst du welcher Anteil der Verbraucher a) weiss, wo seine Milch, sein Fleisch und sein Mehl ursprünglich herkommt und sich b) dafür interessiert? Ich weiss jedenfalls wie schwierig es sein kann wenn man versucht das im Supermarkt oder Discounter rauszufinden, damit habe ich mich lange beschäftigt, und wohl dem, der in der Nähe eine entsprechende kleinstrukturierte Infrastruktur hat (Bäcker, Metzger z.B.) :flag:
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
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Sonne
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2112

Beitrag von Sonne »

Rohana hat geschrieben:Bei uns wachsen Steine besonders gut, aber die will keiner haben :hmm:
Dito. Wir sind auch steinreich. :haha:
Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte; und siehe da, es war sehr gut. 1. Mose 1, 31
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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2113

Beitrag von emil17 »

Da wo ich wohne, baute man früher die Häuser aus Holz, weil sie die Steine für die Berge gebraucht haben.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2114

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

emil17 hat geschrieben:In der Schweiz (Kanton Bern) sind bei einer Untersuchung von Kleingewässern über 80 problematische Substanzen gefunden worden, die vorwiegend oder ausschliesslich aus der Landwirtschaft stammen.
Weitere Substanzen kommen unterhalb der Einmündunge von geklärten Abwässern hinzu.
Bereits eine Untersuchung der EAWAG hat vor zwei jahren auf das Problem hingewiesen.

Ebenfalls typisch ist eine Stellungnahme der Agrarwirtschaft dazu:
Die Kleingewässer seien nicht repräsentativ für die Schweiz ausgewählt worden, die meisten Schweizer Kleingewässer seien geringer belastet.
Das stimmt, aber: Das Ziel der Studie war die Untersuchung von Kleingewässern in intensiv landwirtschaftlich genutzten Gebieten.
Da die Schweiz 2/3 ihrer Fläche im Gebirge hat, wo nur extensive oder gar keine landwirtschaftliche Nutzung ist, ist dieser Vorwurf eigentlich eine Bestätigung der Vermutung: Die Landwirtschaft ist die eine Hauptursache der Belastung, wenn Gewässer mit Einzugsgebiet aus landwirtschaftlicher Nutzfläche stärker belastet sind.
Die andere Quelle sind ungenügend geklärte Abwässer (oder Substanzen, die sich in Kläranlagen nicht ausreichend zurückhalten lassen).

https://www.schweizerbauer.ch/tiere/ueb ... 48553.html
Benutzer 72 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2115

Beitrag von Benutzer 72 gelöscht »

Bei dem link warnt mich Kaspersky!
"könnte eine attackierende Seite sein"
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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2116

Beitrag von emil17 »

Oelkanne hat geschrieben: ...
und jetzt?
Im Wasser haben Pestizide nichts verloren. Punkt.
Würde man die akkumulierte Menge statt jedes Produkt einzeln bewerten, dann wäre die Situation noch schlimmer als sie es ist.
Wenn der Agrarexperte sagt, es sei ja logisch, dass etwas im Wasser nachweisbar sei, nachdem man Gewässer aus intensiv bewirtschafteten Gegenden zur Haupteinsatzzeit messe, dann bedeutet das, dass die Anwender die Sache nicht im Griff haben.
Ausserdem sollen die Hersteller der Pflanzenschutzmittel die Unbedenklichkeit beweisen, nicht die Betroffenen den Schaden.
Wir diskutieren hier übrigens nicht über ein Verbot, sondern über die Einhaltung von per Gesetz vorgegebenen Grenzwerten.
Grenzwerte sind genau so sinnvoll und genau so verhandelbar wie Höchstgeschwindigkeiten auf Strassen.
einer der Experten im Link hat geschrieben:Wir haben ja die Umweltziele Landwirtschaft, da gibt es einen Rahmen. Und die Landwirtschaft ist daran, mit ihrem Aktionsplan PSM etwas zur Verringerung zu unternehmen.
Schön, also besteht Handlungsbedarf. Immerhin das ist unstrittig.
Das hingegen
Neonikotinoide, eine Gruppe hochwirksamer Insektizide. Auch sie sind Nervengifte und kommen natürlich vor, wie beispielsweise in der Tabakpflanze.
ist so nicht ganz richtig: Neonicotinoide sind Derivate, d.h. von der chemischen Struktur her vom Nicotin abgeleitete Substanzen, die es so natürlicherweise nicht gibt und die synthetisch hergestellt werden. Zudem befindet sich Nicotin natürlicherweise in der Pflanze, da es im Geweben gebildet wird, und bleibt auch dort. Das bedeutet, dass kein Lebenwesen, das nicht an einem Tabak herumnagt, damit in Berührung kommt.
Der Vergleich im Link, der eine Verharmlosung bezweckt, ist deshalb unzulässig, denn "unterschiedliche chemische Substanzen haben unterschiedliche Eigenschaften" (Grundkurs Chemie, erstes Kapitel).
Genau so unpassend könnte man deshalb sagen, was haben Sie gegen Lawinen, Schnee ist doch ein Naturprodukt.
Richtig hingegen ist der Umkehrschluss - bloss weil etwas natürlicherweise vorkommt, ist es noch lange nicht harmlos. Prominente Beispiel sind Blausäure (als Glykosid in Bittermandeln, Kirschkernen usw.) oder Monofluoracetat, eines der potentesten Gifte, chemisch von der Essigsäure abgeleitet und natürlicherweise in südafrikanischen Ginftpflanzen vorhanden.

Bleibt noch das Argument der Konkurrenzfähigkeit, das im Link angesprochen wird. natürlich ist das für jemanden, der davon leben muss, das zentrale Problem.
Ich frage mich aber, ob der Steuerzahler Umweltschäden sowie deren Behebung zwangsweise mitfinanzieren muss, nur damit ein Gewerbe konkurrenzfähig bleibt.
Ich verlange auch, dass er mitzureden hat, wenn er das tut, welche Ziele (Menge und billig, oder gut und umweltschonend und teuer) vorrangig sind.
Wenn ich als Konsument hochpreisige, weil umweltschonend produzierte Lebensmittel kaufe, dann muss ich die Kollateralschäden der anderen, die billig produzieren, ja trotzdem mittragen. Ich zahle also zweimal. Deshalb ist es nicht angängig, einfach alles auf die Konsumenten abzuschieben.
Deshalb müssen Umweltstandards per Gesetz und für alle (nicht nur für die Landwirtschaft!) gelten und kompromisslos durchgesetzt werden, auch wenn die davon finanziell betroffenen quietschen.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Benutzer 6456 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2117

Beitrag von Benutzer 6456 gelöscht »

Ich glaube erst, dass diese Substanzen harmlos sind, wenn sich die Leute, die das Zeug verspritzen, bei jedem (!) Durchgang auch selbst drunterlegen und sich vollspritzen lassen. Das bitte über ein paar Jahre und nicht sofort unter die Dusche rennen! Selber ablecken ist allerdings erlaubt!

:grinblum:
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2118

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

SunOdyssey hat geschrieben:Ich glaube erst, dass diese Substanzen harmlos sind, wenn sich die Leute, die das Zeug verspritzen, bei jedem (!) Durchgang auch selbst drunterlegen und sich vollspritzen lassen. Das bitte über ein paar Jahre und nicht sofort unter die Dusche rennen! Selber ablecken ist allerdings erlaubt!

:grinblum:
du reibst dich also allmorgendlich mit Pril statt Handcreme ein, putzt deine Zähne mit Vollwaschpulver?
Zu Frühstück gibt's bei dir bestimmt auch trockene Nudeln in Nähmaschinenöl geschwenkt und dazu ein Glas frischer Glasreiniger,
am besten gut gekühlt.

Der Maurer nimmt bestimmt statt trocken Shampoo lieber Zement und der Maler kippt lieber weiße Farbe statt Milch in sein Müsli.

Die Bürokauffrau finde Kosmetik zu teuer und knackt lieber die Tonerpatrone des Kopierers, und der Tankwart nimmt sein kühles Blondes aus der E10 Zapfsäule,
da fehlt ihm aber etwas die Schaumkrone...
Benutzer 72 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2119

Beitrag von Benutzer 72 gelöscht »

:hmm: :hmm: :dreh: :aeug:

Ich wasche auch den Salat nicht mit Pril (ich wasche nicht mal unser Geschirr damit ... Ich nehme ein ganz "ungiftiges" Bio-Handspülmittel :mrgreen:
weil Pril will ich nicht auf unserem Grundstück versickern lassen.

Das Wasser des kärntner Wörthersees war damals getestet und mit Trinkwasserqualität ausgezeichnet worden.
Ja, ich hab draus getrunken! :lol:

Das verstehe ich unter "harmlos".

Druckerschwärze, Vollwaschpulver, Pril und Benzin - wer nennt das alles "harmlos"?
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Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2120

Beitrag von Rohana »

ina maka hat geschrieben: Druckerschwärze, Vollwaschpulver, Pril und Benzin - wer nennt das alles "harmlos"?
Wer fordert denn, diese Dinge zu verbieten weil sie giftig sind? Wer regt sich darüber auf dass sie benutzt werden? ... :roll:
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
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