Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

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Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2011

Beitrag von Rohana »

Nee, wenn das Spritzen erstmal verboten ist, findet sich bestimmt noch was anderes bevor "alles gut" ist :engel:

Aber im Ernst, schön wärs, wenn dein Traum Wirklichkeit würde. Es ist auch nicht so dass ich alles in und an der Landwirtschaft, so wie sie jetzt ist, super und nichts verbesserungswürdig finde, nur hat man von "innen" definitiv einen anderen Blick als von "aussen", vor allem auch auf die begrenzten Spielräume und die ökonomischen Zwänge. Das ist oft sehr frustrierend, insbesondere wenn suggeriert wird "die müssten ja nur dies und das" - was in unserer Realität eben nicht so einfach funktioniert.

In meinem Fastenkalender steht heute etwas ganz passendes dazu: "Man tut eben, was man kann und legt sich dann schlafen." (Paula Modersohn-Becker, 1906)
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
Wildmohn

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2012

Beitrag von Wildmohn »

Rohana hat geschrieben: Aber im Ernst, schön wärs, wenn dein Traum Wirklichkeit würde. Es ist auch nicht so dass ich alles in und an der Landwirtschaft, so wie sie jetzt ist, super und nichts verbesserungswürdig finde, nur hat man von "innen" definitiv einen anderen Blick als von "aussen", vor allem auch auf die begrenzten Spielräume und die ökonomischen Zwänge. Das ist oft sehr frustrierend, insbesondere wenn suggeriert wird "die müssten ja nur dies und das" - was in unserer Realität eben nicht so einfach funktioniert.
Eine lobenswerte Einsicht @Rohana. Ich glaube es Dir, der Markt macht das System Landwirtschaft zu dem, was in der öffentlichen Meinung und Deiner Meinung nach diese zum Prügelknaben degradiert. Momentan sind so viele Veränderungen im Gange, die Welt scheint sich schneller und schneller zu drehen, alle getätigten "Umweltsünden" scheinen sich zu akkumulieren und wir stehen wieder einmal vor dem oft zitierten Babylon.
Immer mehr, immer größer, weiter und schneller geht nun mal nicht. Ein ganzheitlicher Blick in unsere Zukunft würde unserer Turbo-Gesellscht gut zu Gesicht stehen. Veränderungen brauchen bekanntlich Zeit, Einsicht und entsprechende Veränderungen brauchen Zeit und diese Zeit für grundlegende Veränderungen wird langsam knapp. Wie man am ausführlichen Disput zwischen Dir und emil erkennen kann, ist das alles offensichtlich sehr kompliziert.
Eigentlich müsste die Menschheit schon sehr viel weiter vorangeschritten sein in Anbetracht der Probleme, die sie geschaffen hat...
sybille
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2013

Beitrag von sybille »

Mir könnte es egal sein da ich nicht mehr die Jüngste bin und keine Nachfahren haben. Aber trotzdem oder gerade deswegen (Erinnerungen an früher) gefällt es mir nicht das unsere Umwelt durch die intensive Landwirtschaft zu Grunde geht.
Rohana denke mal richtig nach! Hier und auch dort (Du weißt was ich meine) widerspricht man Dir heftigst.
Hühner sind Menschen wie Du und ich, nur das sie zur Hausordnung Hackordnung sagen.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2014

Beitrag von hobbygaertnerin »

Ich bin auch nicht mehr die Jüngste und wenn ich mich zurückerinnere, ich fand es als Bauernkind nicht immer so toll, dass ich ständig helfen musste und die anderen Kinder sehr viel Freizeit hatten. Wenn ich zurückdenke, wieviel meine Eltern arbeiten mussten, da war ich mir sicher, dass ich das einmal nicht machen werde.
Hab es dann der Liebe wegen doch gemacht und bin jetzt froh, dass ich einen neuen Lebensabschnitt beginne.
Wenn ein jeder an seinen Platz das macht, was ihm möglich ist, dann ist schon viel gewonnen.
Wenn ich durch unsere Gegend fahre, es ist erschreckend, wieviele Bauern aufhören- aber es wundert mich nicht.
Ein Dorf nach dem anderen wird bauernleer. Keine Fliegen mehr wegen Misthaufen, aber auch keine Schwalben mehr im Stall, niemand stört mehr die dörfliche Idylle, -
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Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2015

Beitrag von Rohana »

Am Rückgang der Schwalben ist selbstverständlich die intensive Landwirtschaft schuld, so neulich im Spiegel zu lesen. Klar, kann auch gar nicht sein dass es damit zusammenhängt dass immer mehr (kleine) Ställe aufgegeben werden. Ich hab noch keine Rauchschwalbe ausserhalb eines Stalles nisten gesehen! So viele Pferdeställe können gar nicht gebaut werden dass es die Zahl der aufgegebenen Kuhställe ausgleich, bei Schweinen geht ja gar nix mehr mit offenen Fenstern... :hmm: Unsere Population von 30+ Pärchen ist jedenfalls recht konstant, die Mehlschwalben werden wieder mehr.

Sybille: Auch intensives Nachdenken macht nicht, dass das Geld vom Himmel fällt. Das ist so der Haken an der Sache ;)
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2016

Beitrag von hobbygaertnerin »

Bei den Rauchschwalben sind meiner Meinung nach 2 Dinge ausschlaggebend, ein Stall mit Fliegen- und feuchte Lehmstellen für den Nestbau.
Die feuchten Lehmstellen haben wir immer noch, aber keine Rinder mehr im Stall und damit auch keine Fliegen und damit auch keine Rauchschwalben mehr. Sie fehlen mir.
Ich bin so froh, dass die Dinosaurier vor der Landwirtschaft ausgestorben sind, sonst wären wir daran auch noch schuld.
War früher wirklich alles besser und warum hören heute so viele auf? Es gab über einen langen Zeitraum eine Dauerausstellung in einem Bauernhausmuseum in Amerang- Stallhaltung einst und jetzt.
Die Rinder der früheren Zeit wurden über den Winter so sparsam gefüttert, dass sie mit dem Schwanz aus dem Stall gezogen wurden und mit so einer Art Schubkarre auf die Flächen gefahren werden mussten, ausser Milch, einem Kalb musste in vielen Betrieben auch die Kuh bzw. 2 Kühe auch noch zum Einspannen genutzt werden.
Ich kann mich noch an das Aufstellen von Getreidegarben erinnern, es war sehr heiss und die Gerstengarben juckten und kratzen so auf der Haut, welche Freude, als der Mähdrescher kam.
Und wer schon tagelang Disteln aus den Getreidefeldern ausgestochten hat, der weiß von was ich schreibe.
Rüben verziehen- und Kartoffeln hacken, das Kreuz war so oft auch sehr beleidigt,
wenn ich immer von der guten alten Zeit lese, ist in der Erinnerung vielleicht so, tagelang draussen bei den Rüben arbeiten hab ich jetzt nicht in furchtbarer Erinnerung, aber man wusste am Abend, was man gemacht hat.
Oder wenn ich an das letzte Jahr züruckdenke, die Trockenheit war eine echte Herausforderung, im Garten kann ich giessen, draussen wächst eben nichts und da hilft dann auch kein intensives Nachdenken, es steht eben wenig oder nichts zum Ernten draussen.
Nein, ich möchte nicht in der guten alten Zeit der Landwirtschaft leben.
Rati
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2017

Beitrag von Rati »

Rohana hat geschrieben:Am Rückgang der Schwalben ist selbstverständlich die intensive Landwirtschaft schuld, so neulich im Spiegel zu lesen. Klar, kann auch gar nicht sein dass es damit zusammenhängt dass immer mehr (kleine) Ställe aufgegeben werden. Ich hab noch keine Rauchschwalbe ausserhalb eines Stalles nisten gesehen! ....
ich schon, aber ich gebe dier Recht, was Nistplätze für Vögel angeht, ist es nicht allein die hermetische abriegelung von Ställen aus Hygienegründen. Auch Wohnhäuser werden immer ungeeigneter und so mancher will auch sein Haus nicht durch so eine "alles vollkackende Kolonie verschandeln" lassen. Aber das trockenlegen von immer mehr Ackerland mit geeignetem Nestbaumaterial, das verschwinden kleiner gewässer in denen die Nahrung für die Schwalben heranwächst und noch so einige andere Punkte die zum Rückgang der Schwalben führen haben schon großteilig ihren Ursprung in der industriallisierten Großlandwirtschaft.

Grüße R ati
Was ist ist! Was nicht ist ist möglich!"
[Einstürzende Neubauten 1996]
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2018

Beitrag von hobbygaertnerin »

Unser Dorf ist "rinderfrei"- seit dem sieht man im August keine Schwalben mehr, die sich sammeln. Da sich in der Bewirtschaftungsweise sonst nichts verändert hat und wir vor zig Jahren etliche Tümpel, Weiher und Wasserstellen angelegt haben, wir haben sogar so feuchte Lehmbaustellen damals extra für die Schwalben angelegt und in jedem Stall waren sehr viele Schwalbennester.
In einem Stall ohne Rinder scheint es den Rauchschwalben nicht mehr zu behagen, es fehlen die Fliegen.
Benutzer 72 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2019

Beitrag von Benutzer 72 gelöscht »

ein offener Stall mit Rindern und ein Misthaufen davor...
Ich denke, das brauchen diese Schwalben.

Eben: <<kleinbäuerliche>> Landwirtschaft.
Rohana hat geschrieben:Am Rückgang der Schwalben ist selbstverständlich die intensive Landwirtschaft schuld, so neulich im Spiegel zu lesen. Klar, kann auch gar nicht sein dass es damit zusammenhängt dass immer mehr (kleine) Ställe aufgegeben werden.
Ja, daran ist die intensive Landwirtschaft schuld. :im:
(Auch!!) wegen ihr geben viele (kleine) Ställe auf.... Das ist jetzt aber doch wirklich alles andere als "Bauernbashing" ...

Die "Kleinen" fehlen halt überall.
Tika
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2020

Beitrag von Tika »

Rohana hat geschrieben:So viele Pferdeställe können gar nicht gebaut werden
Und auch die will "man" ja eh eigentlich auch gar nicht, wegen den Emissionen, auch nicht im Mischgebiet in ländlicher Gegend am Ortsrand, haben mir die Herren vom Landwirtschafts- und Bauamt hier mal nachdrücklich erklärt. "Die Bevölkerung" fühle sich da gestört. Das riecht nacht Tier und Mist ist Mist. Und die Leut vom Amt haben mir erzählt, dass sie bei so etwas immer penibler werden (müssen), weil die Beschwerden von Anwohnern/Nachbarn/Touristen etc. beim Amt ständig mehr werden.
War ein ziemliches Theater damals hier bei uns, mit vielen (teuren) Auflagen, und hat ewig gedauert (zwei Pferde im Offenstall plus Misthaufen).
Die Schwalben waren schon im ersten Sommer mit Mist und Tieren da.
Die meisten Schwalbenpärchen in der Gegend sind tatsächlich in/bei privaten kleinen Pferdeställen, sagt der Schwalbenfachmann vom NABU hier, und jeder dieser privaten Halter ist den Behörden grundsätzlich mal eher ein Dorn im Auge, weil, s.o.

Jetzt stelle sich mal jeder von Euch die Strasse vor in der er wohnt, zwischen den Wohhäusern immer wieder mal ein schöner dampfender Misthaufen, Stallgeruch und Fliegen inklusive...

Es ist gewollt, dass die Ställe der Landwirte abgeschlossen und zu sind, und möglichst weit weg, und der Mist sowieso (am besten gleich in die Biogasanlage, dann is er weg). Gleichzeitig sind Schwalben und Vögel und Insekten aller Art gewollt.
WER will das?
Lebe das Leben, das Du liebst und liebe das Leben, das Du lebst.
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