alte Rezepte

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si001
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Re: alte Rezepte

#271

Beitrag von si001 »

Doris L. hat geschrieben:Hopfenblätter kann man auch zum würzen nehmen, aber ich weiß nicht recht?
Was weißt du nicht? Wie es schnecken wird? Wozu es passt?
Hopfenblätter stelle ich mir - wie die Zapfen - recht herb vor. Habs aber noch nicht probiert. (Seit letztem Jahr weiß ich aber, wo Wilder Hofen wächst.)
Ich überlege gerade, wo so ein harzig, herber Geschmack, wie ihn die Zapfen haben, passen könnte. Vielleicht in die Grillfleischmarinade, statt Bier? Oder eine andere Fleischbeize?
Liebe Grüße, si001!
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Doris L.
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Re: alte Rezepte

#272

Beitrag von Doris L. »

Hopfenblätter kann man ähnlich wie Weinblätter nutzen.
Die jungen Triebe , die Stängel und die jungen Blätter kann man kleingeschnitten Gemüsegerichte zugeben oder für Gemüsefüllungen verwenden, oder für Salate. Irgendwo fand ich auch die Information das man die Blätter getrocknet als Gewürz nehmen kann.

Hopfenspargen schmeckt wirklich lecker. Ab nächsten Monat müßten sie zu finden sein. In den alten Büchern stehen einige Rezepte. Gängig ist sie in Fleischbrühe zu kochen.

Bei uns kann man nicht viel Wildkräuter sammeln, ziemlich alles ist verdreckt weil hier so viele Menschen unterwegs sind, da mag ich nicht sammeln. Im Wald wächst fast nichts an Kräutern , nur an den Wegrändern.
.Wenn ich also irgendwas finde was sich zu sammeln lohnt dann suche ich im Netz nach Information was man alles daraus machen kann. In meinen Kräuterbüchern steht nämlich nicht besonders viel. Nur das übliche für Hopfenzapfen und allenfalls noch Hopfenspargel. Übrigend hatte ich voriges Jahr nach den weiblichen Blüten ausschau gehalten und nicht gefunden. Fast täglich war ich unterwegs.

Vorhin habe ich überlegt ob man die Ahornblüten nicht nur für Sirup verwenden kann, sondern auch getrocknet für Teezusatz. Diese Blüten riechen sehr stark nach Honig. Außerdem kann man in kurzer Zeit eine große Menge Blüten ernten .
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Re: alte Rezepte

#273

Beitrag von hobbygaertnerin »

@Doris,
da gibts einen Machatscheck, der hat 4 Bücher über die Verwendung von Kräuter usw. geschrieben.
Hab da leider keines mehr, da ständen sicherlich einige Tips über nahrhafte Landschaften.
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Buchkammer
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Re: alte Rezepte

#274

Beitrag von Buchkammer »

Doris L. hat geschrieben:... In meinen Kräuterbüchern steht nämlich nicht besonders viel. ...
Bücher über essbare Wildpflanzen und Wildkräuter gibt es eine Menge - nicht nur von Machatschek. Hier sind in einer Tabelle mal knapp 600 Stück gelistet; inklusive entsprechender Suchfunktion :) :

http://www.pflanzenlexikon.org/buecher- ... dkraeuter/
Gestern war ich klug und wollte die Welt verändern. Heute bin ich weise und möchte mich verändern. (Rūmī)
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Doris L.
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Re: alte Rezepte

#275

Beitrag von Doris L. »

Danke, das kannte ich noch nicht. Kann aber erst nächsten Monat stöbern wegen meiner Flatrate. Ist ja nicht so das ich nicht mal in ein Buchgeschäft gehe. Hat aber keinen Zweck wenn allenfalls Bücher die ich schon habe angeboten werden und Verkäufer haben keine Ahnung wie umfangreich ein Thema sein kann. Der Laden im Dorf ist sehr trostlos.
Doris L.
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Re: alte Rezepte

#276

Beitrag von Doris L. »

Machatschek hatte ich mal kaufen wollen, das Buch kostet mir zuviel, überall 30 €. Wenn ich soviel bezahlen soll würde ich gerne vorher reinschauen können.
Beim Pflanzenlexikon komme ich nicht klar, kann an meiner Flaterate liegen, ich komme nirgends rein ohne endloses warten . Ich muß mich gedulden.
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Re: alte Rezepte

#277

Beitrag von hobbygaertnerin »

Ich hab mich vor längerer Zeit für die Verwendung von heimischen Kräutern und Gewürzen interessiert. Da waren die Leute früher vielleicht auch erfinderisch, alle waren keine Pfeffersäcke, die sich diese teuren Gewürze leisten konnten.
Was mir beim Suchen aufgefallen ist, Kümmel, lässt sich z.B. auch annähernd durch Dillsamen ersetzen, der steht manchmal reichlichst zur Verfügung, Liebstöckel als Blätter und Samen ebenso. Schnittlauch, Petersilie, Bärlauch im Frühling, Knoblauchrauke, Dill, da hat man schon einiges, Thymian, Bohnenkraut, Pfefferkraut, Salbei, Basilikum (wobei ich bei dem nicht weiß, ob der früher auch schon benutzt wurde) wilde Rauke, Hopfensprossen, und da gabs sicher noch ganz vieles, was wir heute wieder suchen müssten.
Vanillie ist heute sehr teuer, ich muss die abr auch nicht in jedes Essen geben, mir kommen heute viele Rezepte so übervoll vor, auch beim Würzen, hab schon oft statt Pfeffer mit Brennesselsamen aus der Gewürzmühle gewürzt, ich hab da nicht das Problem, dass das Essen nicht schmeckt. Dillsamen aus der Mühle schmeckt auch fast wie Kümmel, und das gemischte kräutersalz macht einen guten Geschmack beim Essen.
Ich lese gerne diese alten Rezepte und versuche, sie so weit es geht in unsere Zeit zu übertragen, so manches war zu damaliger Zeit modern, heute gibts wieder andere Essmoden.
Wir haben heute auch ganz andere Möglichkeiten, den Herd, bei dem man kochen und backen konnte, gibts ungefähr 200 Jahre, zuvor war die Küche eine dunkle, rußiger und rauchiger Ort, da haben wir es heute ja richtig schön. Es gbt jede Menge elektrische Küchenhelfer statt der Mägde und Hilfskräfte, die damals für billigestes Geld schuften mussten.
Ich hab ein Kochbuch von vor 200 Jahren, kommt aus der Münchner Gegend und wurde von der Köchin des Grafen Rumford geschrieben- er hatte den sparsamen Holzofen zum Kochen in Bayern bekannt gemacht.
Beim Lesen sind mir auch viele Rezepte als sehr teuer und aussergwöhnlich vorgekommen, die normalen Leute haben damals echt gehungert, teils als Nachwirkung des Durchzuges von Napoleon, teils als Nachwirkung vom Ausbruch eines Vulkans in Asien, der hier ein Jahr ohne Sommer und eine Hungersnot bescherte.
Zum Glück haben wir heute ein reichhaltiges Angebot und sid nicht ständig Hungersnöten ausgesetzt.
Doris L.
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Re: alte Rezepte

#278

Beitrag von Doris L. »

Veilchen, Duftveilchen waren sehr beliebt. Das blüht jetzt! Vorgestern habe ich Veilchen am Strassenrand gesehen. Leider regnet es hier und stürmt, da gehe ich nicht in den Wald. Veilchen kann man kandieren, oder Sirup von machen, oder Essig.
poison ivy

Re: alte Rezepte

#279

Beitrag von poison ivy »

*lach* in meinem Garten duerfen allerlei Unkraut-Bluemchen wachsen, von Veilchen - ja, die wuchern und sind eine echte Plage - ueber Loewenzahn bis hin zu Akkelei
die Blueten kommen in Salat, zusammen mit money plant, Obstblueten - keine Sorge, Bradford Birnen zB produzieren eh keine nutzbaren Fruechte bluehen aber ueppigst -
und allem was es an brassicas schafft zu bluehen, dafuer braucht's keine alten Rezepte

@Hobbygaernerin, Du klingst, als waeren Dir Kraeuter bisher fremd gewesen?
Doris L.
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Re: alte Rezepte

#280

Beitrag von Doris L. »

Was man alles essen kann aus der Natur wissen aber viele nicht mehr. Im Heim befragte ich alte Menschen was sie früher sammelten nach dem Krieg, wie sie einmachten und welche Rezepte, sie wußten von nichts, oder wollten es nicht mehr wissen.
Aus dem Spessart habe ich einen Naturführer, ältere Bürger erzählten was sie früher gesammelt haben, sie wurden als Kinder mit einem Körbchen geschickt und sie sammelten Sauerampfer, Brennnesseln, Comfrey( keine Ahnung) Giersch, Taubenkopf-Leinkraut für Gemüse. Der Spessart war früher eine arme Gegend, kleine Äcker, nur vereinzelt hielten sie Kühe. Ich kann mich daran erinnern das ich ums Dorf herum Gemüsegärten gesehen habe ( 1965). Die gibt es heute nicht mehr.

Kräuter gehören zum kochen, ansonsten kann man auch gleich auf Salz verzichten.
Wer schonmal eine Wurzel von Nelkenwurz ausgegraben hat wird wissen das diese Wurzel genauso wie Gewürznelken riecht. Ich denke das arme Menschen diese Wurzel als Ersatz genommen haben. Oder wahrscheinlich schon benutzt haben ehe Gewürznelken entdeckt wurden. Lebkuchen gib`s ja schon lange.

Soweit ich weiß ist Akelei leicht giftig. .............Kann mich irren.
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