alte Rezepte

hobbygaertnerin
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Re: alte Rezepte

#241

Beitrag von hobbygaertnerin »

Weniger mit der Waage und mehr mit dem Gefühl kochen, hab bemerkt, dass ich mir das auch mit der Zeit angewöhnt habe.
Doris L.
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Re: alte Rezepte

#242

Beitrag von Doris L. »

Selbst im Sommer kommt nur wenig Gemüse auf den Tisch. Pastete von einem Pfau, Froschschenkel sehr oft, oft auch Krebse, da waren die Bäche noch sauber, dann noch Kranich, sehr oft Weichseln. Eichhörnchen Rezepte oder Trappen gar nicht. Kommt vermutlich auf die Region an. Oft las ich Sardellen zu Fleischgerichten, oder einmal Hering in Huhn. Sehr seltsam. Ob das mit den Sardellen noch an die Römerzeit erinnert? Garum?

Hier sind einige Rezepte, von Seite 265 und 273

Klöße von Blumenkohl . Es wird gekochter Blumenkohl mit Rindermark fein gehackt und mit geröstetem Semmelmehl vermischt ,dazu kommen Eier, Salz und Muskatblüte, also Macis. Dann werden Klöschen geformt und in Fleischbrühe gekocht. Wenn sie fertig sind gießt man Butter oder Krebsbrühe darüber ..Zu einem großen Blumenkohl nimmt man 4 Loth Rindermark ,1 Eierdotter, den Schnee von 3 Eiweiß und 2 bis 3 Hände voll Semmelmehl man muß zuerst ein Klößchen probieren und dann eventuell noch Semmelmehl dazu tun.

Gebackene Markklöße. Es wird 4 Loth Rindermark mit 2 bis 3 Eiern und einer guten Handvoll Semmelmehl gerührt, der Teig gesalzen und davon Klöße gemacht. Diese Klösse bäckt man in Schmalz und kocht sie in ein wenig in Fleischbrühe .

Wassernudeln. Von Nudelteig der aus 1/2 Maas Mehl 2 Eiern und 2 Löffeln Wasser verfertigt wird werden dünne Blätze ausgewellt und halb Finger breite Nudeln geschnitten, diese kocht man mit 4 Loth Butter in Salzwasser , beim anrichten kommt geröstetes Semmelmehl darüber.
Selbstverständlich habe ich einiges anders geschrieben, Blätze weiß ich nicht richtig zu übersetzen. Plätzchen?
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Minze
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Re: alte Rezepte

#243

Beitrag von Minze »

Ich würde Blätze mit Fladen übersetzen.
Liebe Grüße
Minze
poison ivy

Re: alte Rezepte

#244

Beitrag von poison ivy »

wenn ich jetzt versuche,
diese alten Rezepte und die urspruengliche Aufgabenstellung
hobbygaertnerin hat geschrieben:... Kochen mit dem was da ist, je nach Jahreszeit und für die Winterzeit eine sinnvolle Vorratshaltung.
Wer hat noch Rezepte als Familienüberlieferung, aus alten Kochbüchern oder von anders her, die in das SV-Konzept passen.
Würd mich freuen, wenn wir hier noch manches zusammentragen- ich sammle seit vielen Jahren die einfachen, praktischen Rezepte, die in keinem Kochbuch zu finden sind.
unter einen Hut zu bringen :pfeif:

nicht nur hab ich keine Quelle fuer Nutria, Bachkrebse oder Kranich ...
man verzeihe, wenn ich im Huhn keinen Hering mag

und Gruenzeug jeder Schattierung verarbeite ich ohne Rezept, was anfaellt kommt in'n Wok,
was zu viel anfaellt kommt in die Kaelte, wird gedoerrt oder eingekocht,
Rezepte sind bestenfalls Ideen oder Vorschlaege
hobbygaertnerin
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Re: alte Rezepte

#245

Beitrag von hobbygaertnerin »

Jede Region, Gegend hatte und hat vermutlich ihren eigenen Kochstil,
geht vielleicht noch viel weiter zurück, vielleicht sind auch von früheren Zeiten Überlieferungen, Kochrezepte von Generation zu Generation weitergegeben worden.
In den Zeiten von massenhaften Kochbüchern, Kochrezepten aus dem Netz wird das weniger.
Es wird ja immer so getan, als sei bei den einfachen Leuten nur ungewürztes und breiiges Essen auf den Tisch gekommen, nur die "hochstehenden Gesellschaften" pflegten einen koch- und esstechnischen Luxus.
Ich kann mir vorstellen, dass diejenigen, die aus dem was da war was Gutes auf den Tisch brachten, bestimmt nicht mit Orden und Lob überhäuft wurden, aber der Spruch- gutes Essen hält Leib und Seele zusammen- hatte wohl immer seine Berechtigung
Ist ja heute auch so, dass beim Durchzappen durch Kochsendungen Gerichte und Zutaten verwendet werden, die ich teilweise gar nicht kenne- je besonderer um so höher scheint die Gewichtung.
Was mich fasziniert, mit ein paar einfachen Zutaten ein wohlschmeckendes Essen auf den Tisch zu bringen-
vermute aber mal, dass solche Kochbücher auch früher nicht gedruckt und gekauft worden wären, weil der Blick auf die einfachen Leute doch eher einer von oben herab war.
Aus Linsen einen Brotaufstrich zu machen, der so gut schmeckt, sowas hat es früher auch gegeben, heute kann man sovieles bereits fertig kaufen.
Bei uns gibts heute ein Geflügelgericht, würde da sicher auch keinen Bachkrebs oder ähnliches mitverwenden, aber zu den Zeiten, wo es Bachkrebse und andere Bachbewohner in grösseren Mengen gab, wurden sie vermutlich geringer geschätzt als heute-und das Huhn oder Hähnchen war vermutlich die höher gewichtete Speise.
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65375
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Re: alte Rezepte

#246

Beitrag von 65375 »

Ich enpfehle das Buch "Essen und Trinken im Mittelalter" von Ernst Schubert.
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Re: alte Rezepte

#247

Beitrag von si001 »

hobbygaertnerin hat geschrieben:aber zu den Zeiten, wo es Bachkrebse und andere Bachbewohner in grösseren Mengen gab, wurden sie vermutlich geringer geschätzt als heute-und das Huhn oder Hähnchen war vermutlich die höher gewichtete Speise.
In meinem Heimatort haben sich der Überlieferung nach Mitte des 19. Jh´s die Dienstboten geweigert, mehr als zwei Mal in der Woche Lachs zu essen. Heute, wo Lachse nur noch vereinzelt in den dt. Flüssen vorkommen, hat Lachs wohl auch einen höheren Stellenwert.
hobbygaertnerin hat geschrieben:Ich kann mir vorstellen, dass diejenigen, die aus dem was da war was Gutes auf den Tisch brachten, bestimmt nicht mit Orden und Lob überhäuft wurden,
Alttagshelden werden auch heute nicht mit Lob überschüttet. Man schätzt ihr Tun erst, wenn sie es nicht mehr tun.
Liebe Grüße, si001!
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Re: alte Rezepte

#248

Beitrag von hobbygaertnerin »

Scheint eine dem Menschen innewohnende Eigenschaft zu sein, dass seltene Sachen gefragter sind als die, von denen sehr viel bzw. reichlich vorhanden ist.
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Maisi
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Re: alte Rezepte

#249

Beitrag von Maisi »

Ist bei Tieren doch auch zu beobachten, egal wie saftig das Gras im eingezäunten Bereich ist, das Gräslein auf der anderen Zaunseite ist viel verlockender ;)
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Re: alte Rezepte

#250

Beitrag von Maeusezaehnchen »

Das ist der Reiz des nicht erreichbaren.
Wie bei Kindern... dürfen sie immer was kleines Süßes ist das Verlangen nach großen Mengen nicht da... verbietet man Süßes Komplett können sie nicht genug bekommen wenn sie mal was ergattern.

Bei uns in der Region gab es definitiv keinen Lachs... Dafür Forellen, Flusskrebes usw. .... aber nur gestolen.
Das meiste Fleisch war für die hohen Herrschaften gedacht. Die kleinen Leute bekamen mehr Gemüse und Getreide.... aber auch nicht mit der jetzigen Auswahl.

Und Rezeptbücher für die kleinen Leute waren nicht notwendig, denn die konnten ja nicht mal lesen... daher die mündlichen Überlieferungen.
Ich koch auch sehr viel ohne Rezept so wie ich es von Oma und Mama gelernt habe.... und genau so gebe ich es auch meinen Mädels weiter.
Natürlich gibts auch sehr gerne mal was ausgefalleneres nach Rezeptbuch... aber nicht laufend als Standartküche.
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