Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

hobbygaertnerin
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1841

Ungelesener Beitrag von hobbygaertnerin »

Mir fällt auf, sind nicht so weit von der österr. Grenze entfernt-
dass viele Österreicher zum Einkaufen zu uns fahren- weil es billiger ist.
Ein Bioladen nach dem anderen hat die letzten Jahre zugemacht- die Konkurrenz in den Discountern ist vermutlich den Läden zum Nachteil geworden.
Ich weiß nicht mehr, wieviel pro Tag für die Verpflegung in Krankenhäusern und Altenheimen gerechnet werden darf- aber es war sehr wenig- selbst die Kitas und Horte kaufen sehr preisbewusst ihre Verpflegung für die Kids ein. Da spielen auch Entfernungen, alles tiefgekühlt usw. keine Rolle.
In den LEH und Discountern werden die Biosachen verschleudert, beim Honig fällt es wirklich auf, das kann es doch nicht sein.
Auf der anderen Seite- wir kommen öfters nach Österreich, da kann man noch gut zum Essen gehen, weil sehr gut gekocht wird, gibts in den meisten Ortschaften noch einen Gasthof, der auch als geselliger Treffpunkt gilt, bei uns stirbt eine Gastwirtschaft nach der anderen.
Weiterbildungen als Bäuerin mache ich lieber in Österreich, weil da über so manches anders gedacht wird, ich tausche auch gerne mit meinen österr. Freundinnen Kochrezepte aus- das ist eher so meine Welt.
In unserem Land wird zwar viel über Bio gelabert, aber das wars auch schon.
Je mehr und je weiter weg der Urlaub - das besondere In-Smartphone und vieles mehr zählt in diesem Land wesentlich mehr, auch wenn noch soviele Kochsendungen das Gefühl vermitteln, dieses Land sei ein Land der Feinschmecker.
Nein ist es nicht, je billiger, um sehr mehr wird gekauft, man wird schon eher als altbacken und hinterwäldlerisch bezeichnet, wenn man diese Segnungen der modernen Supermärkte nicht haben möchte-
gut kochen können- ein eher antiquarisches Relikt. Hab mich sehr viele Jahe als Bäuerin sehr in meine Arbeit reingehängt- aber ich merke, dass ich froh bin, wenn ich es nicht mehr mache-
es ist so verdammt einfach die ganze Verantwortung auf die, die diese Arbeit machen abzuwälzen und beim Ald.... und Consorten auf die billigen Bioprodukte, auf das Gemüse aus Spanien usw. zu greifen und sich darüber aufzuregen, dass diese Bauern so gar nicht ihrem Wunsch entsprechen.
Mir kommt immer öfters die Fabel vom Bauer mit dem Esel in den Sinn-
neulich bin ich mit dem Fahrrad so einen Radius von 50 km gefahren und ich war geschockt, wieviele landw. Betriebe in diesem Bereich aufgegeben haben und ich brauch gar nicht viel Phantasie, um zu sehen, was da in Zukunft noch kommt.
Bauernkinder haben heute auch eine gute Ausbildung, können studieren, der Fachkäftemangel wird da noch die letzten willigen aufsaugen- aber warum sich aufregen, wir können doch alles aus dem Ausland beziehen, auch China liefert gerne.
Ich bin auch noch in einer Zeit aufgewachsen, wo es 2 mal im Jahr Wiender Würstchen gab- und wir haben gelernt, dass Lebensmittel etwa kostbares sind, das man nicht wegwirft.
Letztes Jahr, wo der Regen so knapp war- die Sorgen, wie das Futter für die Tiere reichen könnte, die mussten wir zum Glück nicht mehr haben, unser Stall steht leer-
und ich hätte nie gedacht, dass ich einmal froh darüber bin, dieses ewige Gelaber über die Landwirtschaft nicht mehr so ernst zu nehmen.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1842

Ungelesener Beitrag von Rohana »

kraut_ruebe hat geschrieben:mir fehlt die zeit, das zu durchleuchten, obwohls mich ernsthaft interessiert. und ich kanns nach all den jahren, die wir hier schon darüber diskutieren nicht wirklich verstehen, dass bio hier 'funktioniert' und quasi direkt nebenan nicht, obwohl - runtergebrochen aufs individuum - zwischen mir und Rohana kaum ein unterschied in der grundlegenden denk- und lebensweise besteht.
Ich denke wir sind uns durchaus einig dass biologische Landwirtschaft, nur als Landbewirtschaftungsweise betrachtet, durchaus funktioniert. Das wirtschaftlich-ökonomische ist halt was anderes. Die Leistung muss angemessen vergütet werden - und da kommen ganz, ganz viele Faktoren ins Spiel, von denen der Verbraucher nur einer (und sicher nicht der bedeutendste) ist.
emil17 hat geschrieben:Selbst wenn keiner dieser Kreuzchenmacher Bio einkauft, wird es dazu führen, dass die Umweltstandards in der landwirtschaftlichen Produktion angehoben werden, wenn es nur genügend viele sind. Dann müssen auch diese mehr für bessere (im Sinne von umweltverträglicher erzeugte) Nahrungsmittel ausgeben.
Wieso sollten sie mehr dafür ausgeben? Wir haben doch weiterhin den billigen Import... da fragt niemand nach den Bedingungen, unter denen sonstwo Lebensmittel erzeugt werden.
Wie ich schon sagte, wenn die Leute konsequent wären, würde es kein Volksbegehren brauchen um einige der Forderungen dort umzusetzen. Im Schnitt 10% Beteiligung (ganz grob gesagt) aber 10% Bio-Anteil am Lebensmittelumsatz haben wir nicht. :hmm:
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1843

Ungelesener Beitrag von emil17 »

Ich habe es schon mehrfach gesagt, gerne wieder: Damit es keine unfaire Konkurrenz gibt, soll nichts auf den Ladentisch dürfen, was bezüglich Produktionsstandard nicht dem Inland entspricht.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1844

Ungelesener Beitrag von Benutzer 72 gelöscht »

:daumen: :daumen:
überall!
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1845

Ungelesener Beitrag von Rohana »

emil17 hat geschrieben:Ich habe es schon mehrfach gesagt, gerne wieder: Damit es keine unfaire Konkurrenz gibt, soll nichts auf den Ladentisch dürfen, was bezüglich Produktionsstandard nicht dem Inland entspricht.
Da stimmen wir überein. Leider steht sowas weder im Volksbegehren Rettet die Bienen noch sonstwo. :kaffee:
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1846

Ungelesener Beitrag von emil17 »

Rohana hat geschrieben: Da stimmen wir überein. Leider steht sowas weder im Volksbegehren Rettet die Bienen noch sonstwo.
Man kann jede gute Sache niedermachen, weil irgend etwas daran fehlt.
Würde man trotz Umweltbedenken alle Pestizide zulassen, die irgendwo sonst auf der Welt noch verwendet werden dürfen, sähe es mit unserer Umwelt noch viel schlechter aus.
Würde man erkannte Übel nicht beheben wollen, solange die im Ausland nicht mitziehen, geschähe gar nichts.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1847

Ungelesener Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

emil17 hat geschrieben:
Rohana hat geschrieben: Da stimmen wir überein. Leider steht sowas weder im Volksbegehren Rettet die Bienen noch sonstwo.
Man kann jede gute Sache niedermachen, weil irgend etwas daran fehlt.
Würde man trotz Umweltbedenken alle Pestizide zulassen, die irgendwo sonst auf der Welt noch verwendet werden dürfen, sähe es mit unserer Umwelt noch viel schlechter aus.
Würde man erkannte Übel nicht beheben wollen, solange die im Ausland nicht mitziehen, geschähe gar nichts.
Und deshalb möchtest du die heimische Produktion platt machen und voll auf Importware setzen?
Wir haben in DE im Pflanzenschutz schon die höchsten Standards in der EU...
... zieht deshalb irgendwer, wenigstens innerhalb der EU, mit?
Nö.
Die lachen sich den Arsch ab und fragen sich wie wir so dumm sein können.


Die von dir geforderten Importbeschränkungen sind vernünftig,
werden aber nie kommen.
Dann dürfte z.B. DE ab Ernte 2019 nicht Mal mehr Zucker aus Polen importieren usw
Benutzer 72 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1848

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Oelkanne hat geschrieben:Wir haben in DE im Pflanzenschutz schon die höchsten Standards in der EU...
... zieht deshalb irgendwer, wenigstens innerhalb der EU, mit?
Nö.
:oma:

https://www.youtube.com/watch?v=sBw5bb9KGHM

(immer wieder Österreich ;) )

:pft:

Also meinen Kindern verbiete ich es strickt, zu anderen zu schaun, die es schlechter machen, wenn ich sie dazu auffordere, etwas besser zu machen.

Fangt mal bei Tierfutter und Mineraldünger an .... :flag:

edit: das muss jetzt sein:

:lol: und bei Erdöl .....
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1849

Ungelesener Beitrag von Maisi »

Oelkanne hat geschrieben: Und deshalb möchtest du die heimische Produktion platt machen und voll auf Importware setzen? .....
Freiburg stampft demnächst einen neuen Stadtteil aus dem Boden; 130 Hektar, die bislang hauptsächlich landwirtschaftlich genutzt werden. Der Bürgerentscheid war dafür. Solang der Import der Lebensmittel so gut funktioniert und die Supermärkte voll sind, macht sie da doch kaum einer Gedanken drüber.

http://www.badische-zeitung.de/freiburg ... 64164.html
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1850

Ungelesener Beitrag von Benutzer 72 gelöscht »

Glyphosat ist überall....(Informationsdienst Gentechnik 19.02.2019)
Wissenschaftler der Universität Washington haben einen „überzeugenden Zusammenhang“ festgestellt zwischen der Nutzung glyphosathaltiger Herbizide und dem Risiko, an Lymphdrüsenkrebs zu erkranken. Eine deutsche Studie wies Glyphosat in Baumrinden weitab von Feldern nach.[....] Es forderte eine Neubewertung der Zulassung von Glyphosat, da die offensichtlich stattfindende Luftverfrachtung im EU-Zulassungsverfahren nicht berücksichtigt worden sei. Angesichts der Ergebnisse sieht das Bündnis langfristig die Koexistenz von ökologischer und konventioneller Landwirtschaft gefährdet.
Maisi hat geschrieben:Freiburg stampft demnächst einen neuen Stadtteil aus dem Boden; 130 Hektar,
Wir leben zu fünft auf 70 m² (vor kurzem waren wir noch zu sechst, meine Tochter "okupiert" inzwischen ihre eigenen 40m² - vorher wohnte dort eine vierköpfige türkische Familie, denen wurde dann doch zu eng, als die Kinder größer wurden...) -
Am Land draußen haben wir noch nicht gebaut, obwohl "Bauland". weil ich brauch den Platz für mein Maisfeld.... :rot: :haha: ach ja, ohne Mineraldünger und ohne "Pflanzenschutzmittel".

Dort leben wir auf 15m² plus zwei Zelte.

Wer lobt mich dafür? :pfeif:

ach ja: alte Bauernhäuser werden niedergerissen und ein weitaus größeres drüber gebaut (sagt niemand was).

Die ökologischte Wohnform dürfte wohl wirklich ein Hochhaus in der "Plattensiedlung" sein.
Wer will dort leben und sich dann auch noch anhören dürfen, dass "die Städter" und "die Konsumenten" an allem Übel der Welt schuld seien?

schon mal das gefragt? :aeh:

Ja, ja - ist schlimm, wenn mehr gebaut wird, aber wer will schon freilwillig eng mit anderen Menschen zusammenleben???
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