Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Hildegard
Förderer 2017
Förderer 2017
Beiträge: 1689
Registriert: Mi 11. Aug 2010, 21:33
Wohnort: Oberösterreich

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1831

Beitrag von Hildegard »

https://www.bz-berlin.de/berlin/das-sin ... es-grauens
Hier wäre viel Platz und ..im Sommer durch die Aufheizung ..auch Temperatur für die Mangos und Avocados. ;)

Warum/wie sind ..zumindest in unseren Breiten....vor der Einführung der Intensivlandwirtschaft die Menschen satt geworden?
Ich erinnere mich mal 60 Jahre zurück, da waren wir alle "zwangsbio"-ernährt. Es gab nichts anderes.Und es wurde bis zum letzten Krümel alles verwertet.Das Schnitzel/Braten ..vom Hausschwein...blieb aber dem Sonntag vorbehalten.Wurst? Gabs nur alle heiligen Zeiten.
Zumindest ich erinnere mich, dass es nur 2x/Jahr "Frankfurter Würstl" gab. Zu Allerheiligen nach dem Grabbesuch und Fronleichnam nach der Prozession wurde ins Gasthaus eingekehrt. Das musste man sich aber mit einem 16km Marsch erst verdienen.Deshalb sind "Frankfurter" für mich heute noch sowas wie eine "heilige Speise", obwohl es sie an jedem Würstlstand rund um die Uhr und auch in jedem Supermarkt kiloweise gibt. :)
LG Hildegard
Trau nie dem Ort an dem kein Unkraut wächst ;)
Benutzeravatar
emil17
Beiträge: 8319
Registriert: Di 21. Sep 2010, 08:07
Wohnort: In der Schweiz da, wo die Berge am höchsten sind

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1832

Beitrag von emil17 »

Da wäre noch das, was schon ostherhidi belustigt hat:
Doch wie sähe eine konsequente regionale Erzeugung am Beispiel Berlins wirklich aus? Legen wir hypothetisch zugrunde, dass von den 3,5 Millionen Berlinern neben Geflügel, Rind und Lamm vielleicht 2 Millionen Schweinefleisch zumindest dann und wann essen möchten. Und dass dieses Fleisch in einem Umkreis bis 100 Kilometer produziert werden soll – ganz regional. Können wir uns vorstellen, was es für den ländlichen Raum bedeuten würde, wenn jeder Berliner im Jahr durchschnittlich 60 Kilo Fleisch aus regionaler Erzeugung verzehrte? 1,5 Millionen Schweine müssten dort gemästet, geschlachtet und weiterverarbeitet werden. 180 Schweine pro Quadratkilometer und Jahr!
Niedersachsen hat 8.42 Millionen Schweine auf 47'614 km2 Fläche, also 176 Stück pro km2, erstaunlicherweise genau so viele wie er für Berlin bei seiner Rechnung völlig absurd fände ...
Die Frage: "Können wir uns vorstellen, was es für den ländlichen Raum bedeuten würde, wenn jeder Berliner im Jahr durchschnittlich 60 Kilo Fleisch aus regionaler Erzeugung verzehrte?" ist also schon beantwortet: gehts nach Niedersachsen und schaut euch dort um, genauso wäre es.

Dann ist da ein Rechenfehler. Aus "im Umkreis von 100 km" hat er einen Kreis von 100 km Durchmesser gemacht (1.5 mio. Schweine bei 180 Stück pro km2 gibt 8300 km2 Fläche, was einem Kreis von 100 km Durchmesser entspricht).
Würde man es so auffassen, wie es gemeint ist, nämlich "im Abstand von weniger als 100 km zur Stadt", dann wäre es die fünffache Fläche (die Stadt selber hat schon 900km2 Fläche) und 40 Schweine pro km2 wären wohl akzeptabel.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Hildegard
Förderer 2017
Förderer 2017
Beiträge: 1689
Registriert: Mi 11. Aug 2010, 21:33
Wohnort: Oberösterreich

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1833

Beitrag von Hildegard »

...dann wären auch noch die erforderlichen Hühner, Schafe, Ziegen, Rinder mit ihren Ausscheidungen in dem Kreis unterzubringen. DAs "stinkt" dann zum Himmel :)
LG Hildegard
Trau nie dem Ort an dem kein Unkraut wächst ;)
Gelöschter Benutzer 54

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1834

Beitrag von Gelöschter Benutzer 54 »

wann wurde für die durchschnittsbevölkerung (inkl. journalisten) die lebensmittelproduktion so ein mysterium? und warum? :hmm:

in österreich (nicht weit weg. nicht 100% gleich in der sprache, aber soweit verständlich.) hat keiner angst zu verhungern, obwohl der bioanteil inzwischen bei 25% liegt und noch ne menge weitere betriebe in der umstellungsphase sind. quelle für die prozentangabe: https://www.bmnt.gv.at/land/bio-lw/zahl ... ktion.html

ja, österreich ist klein und man kann es schonmal übersehen, wenn man hektisch dabei ist schweine zu zählen. aber dass es weltweit führend im bioanteil ist, wird medial breitgetreten ohne ende, bei der recherche zu einem artikel muss man da drüberstolpern, ob man will oder nicht.

also: don't panic. das geht schon irgendwie, man braucht nur etwas zeit.
Benutzeravatar
Rohana
Förderer 2018
Förderer 2018
Beiträge: 4787
Registriert: Mo 3. Feb 2014, 20:31
Familienstand: verheiratet
Wohnort: Oberpfalz

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1835

Beitrag von Rohana »

Der Denkfehler ist, den Im- und Export wegzulassen. Denn es ist ja keineswegs so dass Österreich nur für Österreich produziert oder in Österreich nur in Österreich produzierte Lebensmittel verzehrt werden. Andererseits macht genau das wieder den Bio-Anteil irrelevant, globaler Handel ist nunmal vorhanden und wird nicht abgestellt. Und hab ich nicht letztens gelesen/gehört dass in Österreich gezielt staatliche Einrichtungen umgestellt wurden auf Bio-Essen? Nachfrage steigern hilft, Bioproduktion zu ermöglichen - würde auch bei uns in D funktionieren. Gezielt und konsequent Bio-Produkte aus D einkaufen statt nur lustige Kreuzchen zu machen hätte einfach einen grösseren Effekt. Ist aber anstrengender und teurer. :ohm:
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
Benutzeravatar
Rohana
Förderer 2018
Förderer 2018
Beiträge: 4787
Registriert: Mo 3. Feb 2014, 20:31
Familienstand: verheiratet
Wohnort: Oberpfalz

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1836

Beitrag von Rohana »

Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
Gelöschter Benutzer 54

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1837

Beitrag von Gelöschter Benutzer 54 »

wegen mir muss man den import/export nicht extra raus- oder berechnen. ganz ohne wäre etliches sehr schwierig in jeder hinsicht.

atomstrom hamma nicht zum exportieren, also nehmen wir halt unsere eier her (oder was auch immer, ich hab keinen einblick was genau ins ausland geht). und wenn ich das recht im kopf hab, ist D der grösste abnehmer unserer biosachen. es muss also bedarf geben, sonst würde das ja nicht so sein und vergleichsweise teuer wird es auch sein, weil wir ja eine spürbar höhere abgabenquote haben und grossmengen aufgrund unserer kleineren flächen rein rechnerisch kein ausgleich sein können.

mir fehlt die zeit, das zu durchleuchten, obwohls mich ernsthaft interessiert. und ich kanns nach all den jahren, die wir hier schon darüber diskutieren nicht wirklich verstehen, dass bio hier 'funktioniert' und quasi direkt nebenan nicht, obwohl - runtergebrochen aufs individuum - zwischen mir und Rohana kaum ein unterschied in der grundlegenden denk- und lebensweise besteht.
Benutzeravatar
emil17
Beiträge: 8319
Registriert: Di 21. Sep 2010, 08:07
Wohnort: In der Schweiz da, wo die Berge am höchsten sind

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1838

Beitrag von emil17 »

Die Erklärung ist einfach:
Der Autor will nicht wissen was ist, der versucht seine Sicht der Dinge mit Fakten zu unterlegen und als die vernünftig-realistische darzulegen. Solche Artikel entstehen nicht, indem man das Thema frei vergibt, sondern indem man jemanden sucht, der die Problematik im Sinne der Auftraggeber darlegt.
Das ist in diesem Artikel ziemlich missglückt, weil der Autor sein Handwerk nicht versteht und einige Anfängerfehler gemacht hat. Wenn er eine Viertelstunde aufgewendet hätte, um die relevanten Zahlen zusammenzusuchen, bevor er sein Milchmädchen-Szenario breit dargelegt hätte, wäre der Artikel sicher anders geworden.
Rohana hat geschrieben:Gezielt und konsequent Bio-Produkte aus D einkaufen statt nur lustige Kreuzchen zu machen hätte einfach einen grösseren Effekt. Ist aber anstrengender und teurer.
Du weisst ja nicht, wieviele dieser Leute Bio einkaufen. Mindestens ist es ihnen nicht egal, denn auch diese Kreuzchen muss man aktiv machen. Du weisst auch nicht, wieviele Leute Bio einkaufen, die diese Kreuzchen nicht gemacht haben.
Ich finde es gut, dass so viele Leute "diese Kreuzchen" machen. Es führt dazu, dass auf politischer Ebene nicht einfach im Namen des Volkes weiter gewurschtelt und geklüngelt werden kann. Mündige Bürger sind unbequem, auch rot-grüne Regierungen kriegen ab und zu mal Warnschüsse, wenn sie das vergessen.
Selbst wenn keiner dieser Kreuzchenmacher Bio einkauft, wird es dazu führen, dass die Umweltstandards in der landwirtschaftlichen Produktion angehoben werden, wenn es nur genügend viele sind. Dann müssen auch diese mehr für bessere (im Sinne von umweltverträglicher erzeugte) Nahrungsmittel ausgeben.
Würde man aber das Recht, Kreuzchen zu machen, nur denen zugestehen, die völlig konsequent leben, dann hätte überhaupt keiner mehr das Recht, sich zu äussern.
Eine bessere politische Methode der Regierung als durch direkte Demokratie (Föderalismus und freie und geheime Wahlen und Wahlrecht für alle, egal was sie tun und lassen, und für die Regierung bindende Volksabstimmungen zu Sachthemen) weiss ich nicht. Natürlich ist sie unvollkommen.
Schliesst man das Volk vom Kreuzchenmachen aus, bestellt jede Regierung früher oder später solche Experten wie den Autor dieses Artikels, weil es für sie einfacher ist und sie gerade andere Probleme haben, und es wird dann danach.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Benutzer 72 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1839

Beitrag von Benutzer 72 gelöscht »

Rohana hat geschrieben:Der Denkfehler ist, den Im- und Export wegzulassen. Denn es ist ja keineswegs so dass Österreich nur für Österreich produziert oder in Österreich nur in Österreich produzierte Lebensmittel verzehrt werden. Andererseits macht genau das wieder den Bio-Anteil irrelevant,
Also ich seh schon klitzekleine Unterschiede zwischen "bio" und "regional". Manche Dinge wachsen bei uns nicht und die kann ich dennoch in "bio" kaufen statt konventionell. Ich weiß, die Transportwege....
Aber ganz dasselbe ist es doch nicht.

Wieso machen die Im- und Exporte den Bioanteil irrelevant?
Rohana hat geschrieben:Und hab ich nicht letztens gelesen/gehört dass in Österreich gezielt staatliche Einrichtungen umgestellt wurden auf Bio-Essen?
"Staatlich" wüßte ich nicht, aber es gibt einige Schulen und Kindergärten, Kantinen in diversen Firmen wahrscheinlich auch.
Am Ziel sind wir lange nicht, aber der Weg dahin ist begonnen ...
(in Deutschland aber auch?)
emil17 hat geschrieben:Der Autor will nicht wissen was ist, der versucht seine Sicht der Dinge mit Fakten zu unterlegen und als die vernünftig-realistische darzulegen. Solche Artikel entstehen nicht, indem man das Thema frei vergibt, sondern indem man jemanden sucht, der die Problematik im Sinne der Auftraggeber darlegt.
Das ist in diesem Artikel ziemlich missglückt, weil der Autor sein Handwerk nicht versteht
Gott sei Dank hat er sein Handwerk so offensichtlich schlecht gemacht :hhe:

Es gibt genauso viele Studien, die beweisen, dass wir uns langfristig nur mit "bio" ernähren können - es hängt eben echt vom Auftraggeber ab...
Deshalb finde ich es ziemlich sinnlos.

Wenn bei mir Bio funktioniert, dann weiß ich, dass es "bei mir" funktioniert. :aeh:
Benutzeravatar
emil17
Beiträge: 8319
Registriert: Di 21. Sep 2010, 08:07
Wohnort: In der Schweiz da, wo die Berge am höchsten sind

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1840

Beitrag von emil17 »

kraut_ruebe hat geschrieben:ich kanns nach all den jahren, die wir hier schon darüber diskutieren nicht wirklich verstehen, dass bio hier 'funktioniert' und quasi direkt nebenan nicht, obwohl - runtergebrochen aufs individuum - zwischen mir und Rohana kaum ein unterschied in der grundlegenden denk- und lebensweise besteht.
Ich denke, dass da Mentalitätsunterschiede zwischen D und A (und CH!) sind.
Als Schweizer mit deutschen Wurzeln erlebe ich die deutsche Innenpolitik in den Medien sehr befremdend. Da werden hauptsächlich die anderen runtergemacht. Bist du von der falschen Partei, hat deine Idee keine Chance, egal wie gut sie ist. Immer und überall wird herausgestellt, warum die anderen den Wohlstand verhindern.
Gleichzeitig scheint eine ausgesprochene Staats- und Autoritätsgläubigkeit zu herrschen - "das muss doch organisiert werden" und "die müssen sich doch kümmern". In Diskussionen ist dann doch jeder der Meinung, dass "die da oben" genau das nicht tun werden.

Bis du dann aber im Land, ist es herzlich und es gibt unglaublich viel Kreativität und Bürgerinitiativen und überall Dinge, die nicht von oben organisiert oder angeordnet sind und die man als Schweizer "diesen Deutschen" nie zutrauen würde.
Überall im Land, auch in kleinen Provinzstädtchen, gibt es vorzügliche Lebensmittel zu kaufen. Brot, Wurstwaren, Milchprodukte, Bier kriegste in einer Vielfalt und Qualität, die man erlebt haben sollte. Das hat dann aber auch wieder seinen Preis.
Gäbe es keine Kunden dafür, gäbe es auch kein Angebot.
Allerdings kannst du auch in einen der überall vorhandenen riesigen Einkaufshallen gehen. Für mich als Schweizer ist es immer wieder verblüffend, wieviel Fressalien man in D für ein Geld kriegt, was hier bei uns gerade mal für eine Jausen reicht.

A kenne ich nicht so gut. Ich hab aber von Bekannten den Eindruck, dass man dort ger nicht erst erwartet, dass sich die Regierung überhaupt kümmert, also macht man selber. Eine Rolle spielt auch, dass es ein gebirgiges Land ist. Da ist man es schon seit jeher gewöhnt, sich selbständig durchzuwurschteln.

Mit dem Begriff Import ist es auch so eine Sache, denn der orientiert sich an Staatsgrenzen, nicht an geographischen Naturräumen. In Basel ist Frischgemüse aus dem Sundgau oder Markgräflerland Importware, solches aus dem Tessin nicht. Macht keinen Sinn.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Antworten

Zurück zu „Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion“