Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

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Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1811

Beitrag von Rohana »

emil17 hat geschrieben:Das Problem an der Sache ist, dass hier patentierte Hybridsorten empfohlen werden, auf die für jeden Anbau Lizenzgebühren anfallen.[...]
Ja, total problematisch im Gegensatz zu sortengeschützten Hybridsorten, deren Saatgut man grundsätzlich als Z-Saatgut kauft. Den Unterschied siehst du wo genau (und wo steht dass es patentierte GVO-Sorten sind? Gut, liegt in den USA nahe, aber hab ich jetzt nicht gelesen?)
Kann ja jeder sortenschutzfreien Linienmais anbauen der lustig ist. Kostet nichtmal was! Aber warum tut es dann keiner, hm? :kaffee:
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
viktualia

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1812

Beitrag von viktualia »

Emil, du möchtest über das Patentrecht philosophieren?
Nee, da bleib ich lieber bei Lokal/Global. Du hast da nen Denkfehler.
Sorten sind im Gegensatz zu Orten beweglich.

Wir sind mobiler geworden; ne lokale Sorte kann geographisch gesehen durchaus auch sehr weit entfernt was nutzen, und:
sie kommt heutzutage dahin. Früher nicht.
Es ging um das "Instrument", mit dem man die "Lokalitäten" vergleichen kann. Heutzutage.
Nix Tautologie, hast wieder nicht aufgepasst.

Dass man mit einem "Instrument" alle möglichen Lieder blasen kann, ist klar?
Und vielleicht tuten nicht alle Bauern in das Bayern Horn.
Das war der Punkt, der Artikel.

Ina, lass dich von dem Gezänk nicht ablenken; der Artikel war insofern gut, als er über dieses "Instrument" berichtet,
schlecht, weil er unterstellt, Bauern würden nicht merken, dass man damit auch andere Lieder spielen kann
und inspirierend (für mich, durch dich...), weil es halt auch ein Instrument ist, sein könnte, das Interesse an Vermehrung/Bewahrung/Anbau "ortsspezifischer" Sorten (die eher mehr als weniger "geographischen Zonen" entsprechen) zu fördern,
weil halt heutzutage das Problem der Entfernungen obsolet ist.

Was Emil geruhte zu übersehen, weil er sonst den T-Hammer nicht hätte zücken können.
Aber vielleicht lese ich das ja auch hinein - meine Aussage betrifft den Ertrag, durch optimalen Standort.
Wenn es um Patente, Lizenzen, Namensrechte geht, die sind natürlich immobil. Da kommt es mit der Tautologie natürlich hin.
Die wollte aber keiner kaufen oder verkaufen. Es ging um Sortenauswahl.
Benutzer 72 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1813

Beitrag von Benutzer 72 gelöscht »

Rohana hat geschrieben:Jetzt erklärst du mir mal was genau Hybridsorten (höherer Ertrag durch Heterosis-Effekt) mit "Chemie" zu tun haben...
Nun, der höhere Ertrag kommt nicht "nur" vom Heterosis-Effekt, sondern verlangt auch mehr Dünger - mehr "Mineralisation" des Bodens ...
Und soviel ich weiß, mag sein, dass ich irre, gibt es da ein paar Schädlinge mehr, die auf ertragreichere Pflanzen fliegen und es gibt ja auch - ob bei uns weiß ich nicht (denke eher nicht), diese "roundupresistenten Nutzpflanzen".

halt alles mehr "Chemie" :aeh:

dass Landwirte vom Wetter und sowieso von der Natur abhängig sind, ist ein alter Hut. Sind wir im Grunde genommen alle.
Ich finde es halt einfach nicht so prickelnd, diese gottgegebene oder naturgegebene Abhängigkeit gegen eine Abhängigkeit von "der Industrie" zu tauschen.
ist zu philosophisch für diesen Faden, eigentlich hat mich Oelkanne´s unbegründetes Urteil gestört:
"so ein Quatsch" ist keine Aussage, die irgendwas besagt außer, dass er es für einen Quatsch hält.

Das hat mich gestört.

Und ja - auf Dauer macht es mir ein bisschen Angst, dass wir, was Nutzpflanzensaatgut angeht, von Konzernen abhängig geworden sind.
Gott sei Dank ist es bei den Tomaten ja nicht so :holy:
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1814

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

Emil, nach deinen Vorstellungen von "lokal" dürften wir gar kein Mais anbauen
und Ina auch keine Tomaten.
Nun, der höhere Ertrag kommt nicht "nur" vom Heterosis-Effekt, sondern verlangt auch mehr Dünger - mehr "Mineralisation" des Bodens ...
Und soviel ich weiß, mag sein, dass ich irre, gibt es da ein paar Schädlinge mehr, die auf ertragreichere Pflanzen fliegen und es gibt ja auch - ob bei uns weiß ich nicht (denke eher nicht), diese "roundupresistenten Nutzpflanzen".
Der Ertragszuwachs bei Mais kommt fast ausschließlich aus der Züchtung:
Düngemittel gab es in den 60er schon die gleichen wie heute, nur deren Verwendung war lange nicht so stark reglementiert.
Die Unkrautbekämpfung erfolgte mit Atrazin, gut wirksam und äußerst gut verträglich für den Mais.
Die heutigen Wirkstoffe zwicken den Mais doch etwas mehr, jedes zwicken geht auf den Ertrag.

Schädlinge und Schadpilze in nennenswertem Umfang kannten wir bis vor wenigen Jahren garnicht und selbst heute spielen sie eine untergeordnete Rolle (den Oberrheingraben mit dem WMWB Mal ausgenommen, da ist das Problem aber hausgemacht).

Nein, GVO Sorten gibt es in Deutschland nicht.
kein BT-Mais, keine RR-Sorten (Glyhosatresistent).
halt alles mehr "Chemie" :aeh:
in deiner etwas verblendeten Vorstellung vielleicht,
in der Realität aber nicht.
dass Landwirte vom Wetter und sowieso von der Natur abhängig sind, ist ein alter Hut. Sind wir im Grunde genommen alle.
Ich finde es halt einfach nicht so prickelnd, diese gottgegebene oder naturgegebene Abhängigkeit gegen eine Abhängigkeit von "der Industrie" zu tauschen.
Die Abhängigkeit vom Wetter kann man nicht eintauschen :haha:
Wo kommt diese Vorstellung her das die Landwirte von der Industrie abhängig seien?
Es ist niemand gezwungen Mineraldünger und moderne Sorten zu verwenden. Es wird auch keiner gezwungen Pflanzenschutzmittel zu verwenden.
Es steht mir als Landwirt und Unternehmer frei ob ich einen Schlepper von Fendt, John Deere oder doch Case fahre, ob ich meinen Mais mit einer deutschen, einer italienischen oder amerikanischen Säemaschine in den Boden bringe.
Ich kann auch wählen ob ich eine Sorte von Bayer, Syngenta, LimaGrain oder sonst wem aussäe.
Ich kann selbst entscheiden ob ich Dünger aus Lutherstadt Wittenberg, Rostock, Ludwigshafen oder doch Russland nehme oder lieber Gülle fahre.
Ob ich das Unkraut aushacke oder ein Mittel von DuPont, BASF oder Adama bleibt auch mir überlassen.

Mir bleibt es aber auch überlassen ob ich den Acker nicht einfach still lege und ohne die Produktion von Nahrungsmittel viekeicht mehr Geld in der Tasche habe.

Das einzige was ich nicht wählen kann ich das Wetter, den gesetzlichen Rahmen und den Weltmarktpreis.
eigentlich hat mich Oelkanne´s unbegründetes Urteil gestört:
"so ein Quatsch" ist keine Aussage, die irgendwas besagt außer, dass er es für einen Quatsch hält.
Mehr sollte es auch nicht heißen.
Was die taz da versucht der Landwirtschaft und Bayer in die Schuhe zu schieben ist auch völliger Irrsinn.
Und ja - auf Dauer macht es mir ein bisschen Angst, dass wir, was Nutzpflanzensaatgut angeht, von Konzernen abhängig geworden sind.
Gott sei Dank ist es bei den Tomaten ja nicht so :holy:
Es steht jedem frei eigene Sorten zu züchten und diese beim Bundessortenamt zuzulassen.
Das kann/darf jeder von uns.
Ich sehe ein grundsätzliches Problem bei patentierten Sorten: Patentiert werden Eigenschaften, die aus anderen Pflanzen oder Bakterien stammen und per Gentechnik auf diese Sorten übertragen worden sind. Patentwürdig kann aber nur eine geistige Eigenleistung sein. Das wäre in diesem Falle das Wissen, wie man Gene transferiert. Die Gene selbst stammen nicht aus der Retorte des Patentinhabers, sondern von anderen Lebenwesen, an denen niemand Urheberrechte beanspruchen kann, sind also nicht patentfähig.
Gentechnik ist in DE verboten.
Gentechnikverfahren kann man wie alles andere auch patentieren lassen.
Ein Patentinhaber auf ein Resistenzgen könnte deshalb auch verbieten, die andere Sorte, von der das Gen stammt, ohne sein Einverständnis anzubauen. Zudem hat er bei der Entwicklung etwas selbst gemacht, was er Dritten verbietet: sich aus der Sortenvielfalt ungefragt bedient.
Findest du in der Kasachischen Steppe irgend eine Weizen Sorte die gegen die heutigen Gelbroststämme resistent ist und schaffst diese Eigenschaft in eine deiner Weizensorten ein zu kreuzen:
Herzlichen Glückwunsch Emil,
dein Finanzielles Auskommen ist gesichert,
nach dem du die 20.000.000€ Züchtungskosten durch Saatgutgebühren wieder eingenommen hast.

Ina dürfte nun nicht mit deiner gelbrostresistenten Weizensorte weiter züchten um ihre eigenen Sorten zu verbessern, sie würde sich dadurch etwa 15.000.000€ sparen.
Ina dürfte aber in die Kasachische Steppe fahren, sich dort die selbe Pflanze wie du holen und selbst züchten.
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1815

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

Das Bild im Artikel zeigt doch schon wo der Fehler im System liegt :haha: :haha:

Flip-Flops, kurze Hose, Berberschal
Das ist in Verbindung mit dem absolut abdriftarmen Motorsprüher die ideale Schutzausrüstung für die Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln.
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Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1816

Beitrag von Rohana »

Ölkanne hat ja schon erklärt wie "Chemie" die Erträge der Hybridsorten beeinflusst, nämlich so gut wie gar nicht. Auch würde ich gerne die Maisschädlinge sehen die zwischen Mais und Mais nach Hybride oder Liniensorte unterscheiden ;)


Ich hätte gerne so eine Mais-Sorten-Ertrags-Datenbank. Wir suchen nämlich immer noch DIE Sorte für unsere Lage, haben jedes Jahr 3 verschiedene im Anbau, aber so richtig dolle gefunkt hats noch mit keiner. Landessortenversuche sind schön und gut, spiegeln aber nur annähernd unsere Bedingungen wieder. Die grösste Hürde die ich sehe ist der Datenschutz, diese Daten müssen ja erhoben und verarbeitet werden, und natürlich die leidige Frage wer betreibt den Aufwand und woher bekommt er ihn bezahlt. Der Nutzen den der Anwender hat ist ja zumindest theoretisch klar: Optimale Sorte für die vorhandenen Bedingungen, sprich beste Ausnutzung der Gegebenheiten - wenn dann nicht noch das Wetter einen Strich durch die Rechnung macht...
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Benutzer 72 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1817

Beitrag von Benutzer 72 gelöscht »

Oelkanne hat geschrieben:Emil, nach deinen Vorstellungen von "lokal" dürften wir gar kein Mais anbauen
und Ina auch keine Tomaten.
Also "meine" Vorstellung von lokal: Sorten, die von irgendwoe herkommen, aber sich über die Jahre an die Gegebenheiten genau meines Grundstücks angepasst haben. Und deshalb robuster sind.
Oelkanne hat geschrieben:Der Ertragszuwachs bei Mais kommt fast ausschließlich aus der Züchtung:

siehste, das ist mal eine Antwort, mit der ich was anfangen kann! :daumen:
Wenn es stimmt, dann hab ich das nicht gewußt, denn ich meine zu bemerken, dass in meinem Garten, die Pflanzen aus gekauften Samen (wo viel versprochen wird), eher kränkeln und mehr Dünger brauchen, als meine "alten Mickerpflanzen", die trotz Nährstoffarmut gesund wachsen und trotzdem einen (für mich als Nicht-Profi!!) akzeptablen Ertrag erbringen.
Ist ja bei den Kühen auch so - den Hochleistungsrassen reicht Heu und Weidegang nicht.

Was ich noch gerne wissen würde: wie sieht es mit den Inhaltsstoffen aus? nicht die, die die weiterverarbeitende Industrie braucht, sondern die, die für nachhaltige Gesundheit bei den Konsumenten (Landwirten und Nicht-Landwirten) führt. ?
Oelkanne hat geschrieben:Schädlinge und Schadpilze in nennenswertem Umfang kannten wir bis vor wenigen Jahren garnicht und selbst heute spielen sie eine untergeordnete Rolle
?? Da hört man aber anderes
Oelkanne hat geschrieben:Es steht jedem frei eigene Sorten zu züchten und diese beim Bundessortenamt zuzulassen.
Das kann/darf jeder von uns.
.... wenn er´s zahlen kann ....

Darf ich auch ohne Zulassung "züchten" und die Produkte dann als Nahrungsmittel in den Verkehr bringen?

Oelkanne hat geschrieben:Ina dürfte aber in die Kasachische Steppe fahren, sich dort die selbe Pflanze wie du holen und selbst züchten.
Was passiert da mit den Rechten der Indigenen an ihren Sorten?
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1818

Beitrag von Rohana »

ina maka hat geschrieben:Was ich noch gerne wissen würde: wie sieht es mit den Inhaltsstoffen aus? nicht die, die die weiterverarbeitende Industrie braucht, sondern die, die für nachhaltige Gesundheit bei den Konsumenten (Landwirten und Nicht-Landwirten) führt. ?
Kannst du die benennen?
Oelkanne hat geschrieben:Ina dürfte aber in die Kasachische Steppe fahren, sich dort die selbe Pflanze wie du holen und selbst züchten.
Was passiert da mit den Rechten der Indigenen an ihren Sorten?
Die fragst du natürlich ganz artig. Ansonsten passiert nicht viel, weil du ja nicht denen ihre Sorte nachbauen, sondern zur Zucht verwenden willst und dein Endprodukt sich deutlich vom Ausgangsmaterial unterscheiden muss :kaffee:
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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1819

Beitrag von emil17 »

ina maka hat geschrieben: Was passiert da mit den Rechten der Indigenen an ihren Sorten?
Ina, das interessiert die überhaupt rein gar nicht.
Deshalb habe ich ja den Artikel mit dem Reis hier verlinkt.
Oelkanne hat geschrieben:Die Unkrautbekämpfung erfolgte mit Atrazin, gut wirksam und äußerst gut verträglich für den Mais.
Ja ja, die gute alte Zeit ... Du weisst aber schon, warum das Zeug verboten worden ist?
Atrazin ist ein schönes Beispiel, was Agrochemikalien in der Umwelt anrichten können.
Jetzt höre ich schon das Argument, ich solle einen einzigen Namen von einem nennen, der wegen Atrazin im Trinkwasser gestorben ist.

Dass jeder eine neue Sorte züchten und zulassen kann, ist theoretisch möglich, praktisch bei kommerziell interessanten Nutzpflanzen genauso wahrscheinlich, wie jeder Amerikaner Präsident von Amerika werden kann. Du brauchst, eben wegen diesem Patentierungsunfug, neben den eigentlichen Züchtern einen ganzen Stab von Anwälten, um die rechtlichen Seiten abzusichern.
Selbst wenn du dich hier gesetzeskonform verhalten hättest, würden dich die Grossen mit einer Flut von Klagen eindecken, bis dir finanziell die Luft ausgeht, bevor du auf den Markt kannst.
Das Beispiel von "gehe selber nach Kasachstan und suche dir dort den resistenten Weizen" hinkt schon deshalb, weil sich die Firmen die Pflanzen selber als geschützt eintragen lassen wollten und so das Monopol auf die Verwendung der Resistenzeigenschaft gehabt hätten.
Das hat so leider nicht funktioniert, weil gewisse NGOs aufgepasst haben und TTIP zur Zeit nicht vom Fleck kommt.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1820

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

Ja ja, die gute alte Zeit ... Du weisst aber schon, warum das Zeug verboten worden ist?
Hätte ich nicht Atrazin schreiben sollen, sondern "die Kulturbegleitflora wurde durch einen herbziden Wirkstoff aus der Gruppe der Triazine erfolgreich bekämpft, gleichzeitig zeichnet sich der Bodenwirkstoff durch ein äußerst niedriges phytotoxisches Potential aus bei gleichzeitig großer Dauerwirkung."
Das hätte doch auch wieder nur mecker gegeben.

Von "guter alter Zeit" sprach keiner außer dir.
Dass jeder eine neue Sorte züchten und zulassen kann, ist theoretisch möglich, praktisch bei kommerziell interessanten Nutzpflanzen genauso wahrscheinlich, wie jeder Amerikaner Präsident von Amerika werden kann.
Na also,
dann beschwere dich doch nicht.
Du brauchst, eben wegen diesem Patentierungsunfug, neben den eigentlichen Züchtern einen ganzen Stab von Anwälten, um die rechtlichen Seiten abzusichern
Das ist kein Patentierungsunfug.
Der Sortenschutz dient dazu den Züchtern ihr Einkommen zu sichern und "Raubkopien", die du offensichtlich befürwortet, zu verhindern.
Nach etlichen Jahren (Getreide 25 Jahre) fällt der Sortenschutz weg und jeder kann mit der Sorte züchten und sie Gebührenfrei Nachbauen wie er lustig ist.
Das Beispiel von "gehe selber nach Kasachstan und suche dir dort den resistenten Weizen" hinkt schon deshalb, weil sich die Firmen die Pflanzen selber als geschützt eintragen lassen wollten und so das Monopol auf die Verwendung der Resistenzeigenschaft gehabt hätten.
Eine Sorte eines Züchters ist seine Sorte ist doch klar daß er seine Arbeit vor dem Zugriff anderer schützen will?
In Deutschland sind die Regeln dazu im Sortenschutzgesetzt gesammelt:
https://www.gesetze-im-internet.de/sortschg_1985/
Eine einzelne Sorte zu schützen kostet 900€ im Jahr,
bei mehreren Sorten sinkt der Betrag schrittweise auf 300€ pro Jahr und Sorte.

Ohne Sortenschutz, oder Patentierungsunfug wie du es nennst, wären die Züchter auf der Stelle pleite.
Ohne Züchter wären wir jetzt immer noch auf dem Ertragsniveau von vor 100 Jahren...
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