In einem Vorgarten sah ich blühende Nelken, recht schön sogar.
Haselnüsse fingen hier schon im Dezember an zu blühen. Frost gab es noch nicht, kann aber noch kommen.
Die Aprikose denkt sicher sie ist im Süden
Vor ein paar Jahren hat mein damaliger Vermieter im Dezember aus Spaß eine Plastikrose in seinen Rosenbusch gesteckt.
Inzwischen sieht man blühende Rosen jetzt im Januar noch.
Einige Rosen haben sich diesmal auch noch nicht vom Winter beeindrucken lassen und bringen noch ein paar Farbtupfer in den Garten. Am zähesten ist die Strauchrose Mozart. Doch leider haben die Graupelschauer und Stürme der letzten Tage den Blüten ziemlich zugesetzt. Meine Vermutung bei der Aprikose ist folgende: Ende November gab es bei uns ein paar Tage Frost, so um die -3 °C. Anschließend gingen die Temperaturen langsam wieder nach oben bis auf 15 °C kurz vor Weihnachten und seitdem pendeln die Temperaturen im oberen einstelligen Bereich, ohne weiteren Fröste dazwischen. Die Tage werden ja auch immer länger auch wenn die Sonne sich rar macht. Ich denke mal, meine Aprikose hat bereits Frühlingsgefühle entwickelt. Igel hab ich hier auch schon wieder draußen rumlaufen sehen.
Die Aprikose kommt aus einem ganz anderen Klimabereich. Dort gibt es zware trockene und saukalte Winter, aber der Frühling ist nicht so nasskalt und der Winter nicht so langwierig wie bei uns.
D.h. wenns mal kalt und dunkel war, ist die darauf aus, so bald wie möglich zu blühen. In ihrer Heimat funktioniert das auch.
Wenn die Blüte schon so weit ist, dass die Blütenblätter zu sehen sind, dann werden sie durch etwas stärkeren Frost kaputtgehen.
Du kannst versuchen, durch Abdecken mit Vlies zu schützen, aber bis Anfang Mätz ist es noch lange hin. Wenn wie du schreibst der Baum gross ist, geht das sowieso nicht, weil be jedem besseren Wind alles davonfliegt oder durch Nasschnee zerdrückt wird.
Spät blühende Sorten haben das Problem auch, nur ist eben alles etwas später.
Ein angepasstes Verhalten an unseres Klima zeigen etwa die Buchen - die lassen sich durch Wärmeperioden im Winter nicht aus dem Konzept bringen und bleiben stur in der Knospe, bis die Tage lang genung sind.
Abhilfe kann sein, die Aprikose eher an die Nordseite eines Gebäudes zu stellen, damit sie im Winter nicht zu früh munter wird. Du hast dann allerdings eine viel spätere Ernte.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Garten etc. ist alles südlich vom Haus angesiedelt. Im Norden ist geht die Straße (eher Gasse) lang. Durch den Gutspark und eigene große Bäume sowie die Häuser der Nachbarn ist der Gartenbereich recht geschützt bei uns. Hat alles seine Vor- & Nachteile.
Wenn Klima und Standort passen, ist der Baum problemlos und ertragssicher.
Wenns nicht passt, ist die Kultur elend aufwendig in Pflanzenschutz und Pflege und in gewöhnlichen Jahren trotzdem ohne befriedigenden Ertrag in Qualität und Menge. Verregnete Sommer, nasskalte Frühjahre und schwere Böden mag sie nicht. Eine nasse Woche kurz vor oder während der Ernte und alles fault am Baum, wenn man nicht spritzt.
Deshalb sind an nicht ganz passender Lage ein windexponierter Standort und ein starkes Auslichten der Krone wichtig, damit nach Regen alles rasch abtrocknet. Wenn das Wetter nicht will, hat man trotzdem nichts. Gespritzte und nicht ganz reife Aprikosen kann man im Hochsommer aber überall auch kaufen.
Dann lieber auf anderes Obst ausweichen, das anspruchsloser ist.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Wenn man nu aber Aprikosen-Liebhaber ist und diese gespritzten unreifen Dinger nicht mag? Aprikose steht auch auf meiner Haben-wollen-Liste, auch wenn ich nicht jedes Jahr davon ernten kann und das mit Frust verbunden sein wird. Anderes Obst ist eben nicht Aprikose, da gibt es keine Konkurrenz.
Wenn du nicht im Weinbauklima bist, dann versuche sie als Spalier zu ziehen. Wenn es nur ein Baum werden soll, eine selbstfruchtbare Sorte wählen, sonst zwei verschiedene, die aber etwa gleichzeitig blühen sollten. Die meisten, aber nicht alle Sorten sind ausreichend selbstbestäubend.
Hauptproblem ist die Monilia-Krankheit. Es gibt leider keine ausreichend resistenten Sorten. Der Pilz braucht für den Befall nasse Blüten und Zweige. Wenn du einen Platz findest, wo der Schlagregen nicht hinkommt und einige Stunden Sonne ist, hast du schon die meisten Probleme vermieden.
Falls der Boden bei dir schwer und lehmig sein sollte, das Pflanzloch sehr grosszügig ausheben und unten eine Kiespackung als Drainage reingeben - was allerdings nichts nützt, wenn da drin dann das Wasser steht.
Die Landesämter für Landwirtschaft haben oft sehr gute Sortenempfehlungen, schau da mal rein - müsste im Internet zu finden sein.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Danke Emil, das werde ich mir schon mal speichern. Zur Zeit noch nicht machbar, wenn ich mit dem Baum nicht umziehen will. Wir suchen schon länger ein Haus und meine Idee ist, falls nicht schon Obstbäume vorhanden sind, sämtliche Bäume am Spalier zu ziehen. Ganz einfach, weil man ja nicht jünger wird und ich jetzt schon Probleme mit meinen Apfelhochstämmen habe. Nee, Weinbauklima haben wir im Ruhrpott leider nicht und das Wetter wird auch immer schlimmer. Lehmboden gibt es hier auch überwiegend. Aber ich wäre schon glücklich, wenn ich mich alle 5 Jahre an leckeren Aprikosen satt essen könnte.
Ich wünsch dir viel Glück bei der Suche nach der Idylle ...
Ich würde bei einem Haus mehr Wert auf nette Nachbarn statt auf Marillenfähigkeit legen, aber hoffentlich wird es beides. Die Nachbarn haste das ganze Jahr über, die Aprikosen zwei Wochen.
Ein Vordach aus Glas kann auch schon einiges bewirken, da gibts Bausätze, die sich leicht nachträglich noch anbringen lassen.
Im Zweifelsfall pflanze lieber eine feine pilzresistente Tafeltraubensorte an die Spalierwand, da hast du fast sicher jedes Jahr etwas und die Ernte lässt sich auf mehrere Wochen hinziehen.
Die Eigenwilligkeit der Marille wird sich auch beim Spalierschnitt zeigen, die wachsen ziemlich sparrig. Im Lehrbuch zum Schnitt gibt es z.B. eine schöne Zeichnung, wie man einen Leitast auf ein Auge ableitet und den Austrieb daraus als Verlängerung weiterzieht. Die Marille wird wahrscheinlich darauf bestehen, um jeden Preis rechtwinklig zum Ast weiterwachsen zu wollen, oder dein Auge macht wenig und es bildet sich anderswo eine kräftige Rute waagrecht von der Wand weg. Unmöglich ist es nicht, aber es braucht eine ähnliche Art von hartnäckiger Geduld wie die, wenn man seine Kinder dazu kriegen will, das Zimmer aufzuräumen.
Wenn du am Baum gereifte Aprikosen magst, dann fahre in der Erntezeit, so ab Ende Juni, in den Süden. Die gibts z.B. südlich von Lyon an jedem Strassenrand. Du fährst aber zu einem Erzeuger an den Hof und verlangst zweite Wahl zum Einkochen, das sind dann die richtig reif gepflückten, die nicht mehr lange transportfähig sind. Die kosten auch nur die Hälfte der Erstklassware.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.