Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1721

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

Bekomme ich da eine Bestätigung von den Weizenanbauern hier ? Also eine ehrliche Antwort ?
Kann man das überhaupt Berechnen ?
Der Einfachheit halber hätte der Mann einfach offen legen können wir er zu dieser Zahl kommt.

Betrachtet man die Bodenfruchtbarkeit (auch wenn es hier für keine Einheit gibt) und den Humusgehalt so steigen beide in den letzen 70 Jahren kontinuierlich an.

Seine Zahl ist in sofern schon unrealistisch das 2man diese Summe im Bundeshaushalt (2017 329 Mrd€) nicht finden kann:
Deutschland hat 12mio ha Ackerland, auf etwa der Hälfte davon wächst Weizen, durchschnittlicher Ertrag von 8t/ha und 190€/t müssten das Kosten ergeben von:
6.000.000*8*190*9=82,08 Mrd€, also ¼ des Bundeshaushaltes
nur für die Weizenfläche...
Da fehlen nochmal 6Mio ha Ackerland... unterstellen wir der Einfachheit halber hier auch Mal den Anbau von Weizen:
164,16Mrd€ soll das angeblich kosten.
Der Größte Posten im Bundeshaushalt sind die Sozialausgaben mit 174 Mrd€:
164+174= 338Mrd€.
So groß ist nicht mal der Bundeshaushalt,
oder andersherum:
Der Mann erfindet Zahlen die jeder Grundlage entbehren.
https://www.bundesfinanzministerium.de/ ... D227874956

Abgesehen davon glaube ich nicht das sich so ein Wert irgendwie berechnen lässt.
Benutzer 72 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1722

Beitrag von Benutzer 72 gelöscht »

Rohana hat geschrieben:Die Tonne Weizen ist mehr wert als sie bezahlt wird.
Und das Bodenleben? Der regelmäßige Regen? genügend Sonnenschein?
Wieviel "kostet" das alles?
und wer bezahlt dafür?
Oelkanne hat geschrieben:Betrachtet man die Bodenfruchtbarkeit (auch wenn es hier für keine Einheit gibt) und den Humusgehalt so steigen beide in den letzen 70 Jahren kontinuierlich an.
Wo steht das? Ich hab gegoogelt und eigentlich nur die gegenteilige Aussage gefunden. :im:
Die Landwirtschaft setzte in den letzten 60 Jahren ebenso viel CO² frei wie der fossile Umsatz durch Kohle, 19 Milliarden Tonnen pro Jahr.


(Quelle - pdf)

Nur im Landforum stand es so ähnlich, aber ohne Quelle (oder ich hab sie nicht gefunden).

Wie groß ist denn der Verlust für den Landwirt, wenn er einen haben Meter Streifen neben dem Weg frei lässt? So ist das bei uns eigentlich überall und dort befindet sich sehr viel Leben, wird aber offensichtlich nur wenig oder nicht bis an den Rand "gesprizt"....
Na ja
Benutzeravatar
emil17
Beiträge: 8389
Registriert: Di 21. Sep 2010, 08:07
Wohnort: In der Schweiz da, wo die Berge am höchsten sind

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1723

Beitrag von emil17 »

Rohana hat geschrieben: Auch würde ich vermuten, dass es beträchtliche Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit hat, wenn wir keinen Weizen mehr anbauen, und dass die Beeinträchtigung des Grundwassers durch Faktoren ausserhalb der Landwirtschaft *wesentlich* höher ist als durch die Landwirtschaft selbst - die werden natürlich nicht genannt (z.B. Industrie, Versiegelung, Grundwasserentnahme, marode Kanalsysteme, aktuell Salzstreuer überall, ...). Es ist bequem einfach alles der Landwirtschaft in die Schuhe zu schieben.
Klar dass man das Problem "bei den anderen" vermutet. Diese Position ist ok, wenn man seine Hausaufgaben gemacht hat. Aber wer hat das schon ...
Tatsache ist, dass Landwirtschaft die menschliche Tätigkeit mit dem grössten Flächenbedarf ist. Daraus kann man zwanglos folgern, dass man als Landwirt bezüglich Umgang mit seinen Produktionsmitteln mehr Verantwortung hat als andere Branchen, z.B. was Artenreichtum, Grundwasserschutz und so weiter angeht.
Ansonsten würde ich es halten, wie wenn sich die Kinder im Sandkasten streiten: Da sind es auch immer die anderen. Also nimmt man allen das Schäufelchen weg und Ruhe ist.
Konkret: Wer die Umweltsünden der Landwirtschaft nennt, ist deswegen nicht gegen die Landwirtschaft und auch nicht für die anderen Umweltsünder.
Zudem sollte man das Kind nicht gleich mit dem Bade ausschütten: Es verlangt keiner, man solle keinen Weizen mehr anbauen. Aber man könnte sich überlegen, wie man das umweltverträglicher machen könnte, bzw. wo das Optimum des Anbaues liegt, wenn man Kollateralschäden an der Umwelt auch mit einbezieht und nicht immer bloss behauptet, die anderen seien schlimmer und der Konsument wolle das.
Das ist halt so wie damals bei der Atomkraftwerkdiskussion: Wer nicht für AKWs ist, will deshalb noch nicht zurück in die Steinzeit. Und wer findet, die Polizei mache nicht alles richtig und der Staat habe seine Nase in gewisse Dinge nicht zu stecken, ist deswegen noch kein Terrorist.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Benutzeravatar
Rohana
Förderer 2018
Förderer 2018
Beiträge: 4791
Registriert: Mo 3. Feb 2014, 20:31
Familienstand: verheiratet
Wohnort: Oberpfalz

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1724

Beitrag von Rohana »

emil17 hat geschrieben: Klar dass man das Problem "bei den anderen" vermutet. Diese Position ist ok, wenn man seine Hausaufgaben gemacht hat. Aber wer hat das schon ...
Tatsache ist, dass Landwirtschaft die menschliche Tätigkeit mit dem grössten Flächenbedarf ist. Daraus kann man zwanglos folgern, dass man als Landwirt bezüglich Umgang mit seinen Produktionsmitteln mehr Verantwortung hat als andere Branchen, z.B. was Artenreichtum, Grundwasserschutz und so weiter angeht.
Warum muss man das denn an Flächenbedarf aufhängen? Gibt ja auch noch so Dinge wie Emissionen und Unterschiede im Niveau von (toxischen) Abfallproduktion bzw. generell der "Umweltauswirkung" ... Ackerfläche ist viel, aber nicht alles, und vor allem gibt es ja noch ein "drumrum". Wenn das alles fair behandelt würde, wäre man schon einige Schritte weiter ;) es genügt halt nicht, der Landwirtschaft Auflagen zu machen und mehr und mehr und NOCH MEHR Einschränkungen aufzuerlegen und sich zu wundern, warum sich trotzdem nichts ändert.
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
Benutzeravatar
emil17
Beiträge: 8389
Registriert: Di 21. Sep 2010, 08:07
Wohnort: In der Schweiz da, wo die Berge am höchsten sind

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1725

Beitrag von emil17 »

Es gibt eben immer weniger drumrum.
Was bedeutet fair in diesem Zusammenhang?
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Benutzeravatar
Rohana
Förderer 2018
Förderer 2018
Beiträge: 4791
Registriert: Mo 3. Feb 2014, 20:31
Familienstand: verheiratet
Wohnort: Oberpfalz

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1726

Beitrag von Rohana »

Fair bedeutet, dass endlich mal effektive Einschnitte kommen, um Verkehr und Emissionen, Versiegelung, Licht- und Lärmverschmutzung, Stromverbrauch etc zu beschränken. Aber das scheint ja wieder nicht umsetzbar weil dann jede/r was beitragen müsste anstatt nur die Landwirte :hmm:
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
centauri

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1727

Beitrag von centauri »

Rohana hat geschrieben:Fair bedeutet, dass endlich mal effektive Einschnitte kommen, um Verkehr und Emissionen, Versiegelung, Licht- und Lärmverschmutzung, Stromverbrauch etc zu beschränken. Aber das scheint ja wieder nicht umsetzbar weil dann jede/r was beitragen müsste anstatt nur die Landwirte :hmm:
Kann es sein das so manche Einschränkungen die andere Teile der Gesellschaft betreffen an dir vorüber gehen? Kannst ja mal mit einem Handwerksbetrieb reden der sich jetzt einen neuen Transporter kaufen muss. Oder schaue mal wie viele Ausgleichsflächen geschaffen werden müssen wegen diverser Bauprojekte von denen wiederum auch die Landwirtschaft profitiert. usw..
Benutzeravatar
Spencer
Förderer 2019
Förderer 2019
Beiträge: 1098
Registriert: Di 11. Sep 2012, 11:30
Wohnort: pommersches Dorf, slawischen Ursprungs

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1728

Beitrag von Spencer »

Ausgleichsflächen ist auch ein Stichwort !

Die ganz genauen Zahlen habe ich nicht im Kopf aber ich glaube 10 Ausgleichsflächen musste die DEGES für die Erschaffung der A20 anlegen. Das war die Auflage für dieses größte Straßenbauprojekt nach der Wiedervereinigung. Was das Wort "Auflagen" bedeutet, wird jeder Landwirt, Selbstständige oder Häuslebauer sicherlich wissen....
Nun las ich letztens das die DEGES von diesen 10 Maßnahmen die mittlerweile realisiert sein müssten, da die auch an einen Zeitrahmen gebunden sind, 3 hat durchführen lassen. Davon 2 unzureichend :hmm:
Das fiel auch irgend einem Rechtsanwalt auf, der darauf hin die Landesregierung verklagte, das sie endlich ihren Auflagen nachkommen müssten, ohne deren es das riesige Straßenbauprojekt nicht gegeben hätte. Und der Richter gab dem Recht.....
Und der Landesregierung geht das so ziemlich am A. ... vorbei :rot:

:aeh:
Benutzer 2354 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1729

Beitrag von Benutzer 2354 gelöscht »

in Bensersiel ist die Ortsumgeheung stillgelegt worden weil sie durch ein Naturschutgebiet führt, also Recht gilt doch noch für alle.
30 Mio . Euro in den Sand gesetzt.
viktualia

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1730

Beitrag von viktualia »

Kann es sein das so manche Einschränkungen die andere Teile der Gesellschaft betreffen an dir vorüber gehen?
Kann es sein, dass an uns allen alle möglichen "Einschränkungen" vorbei gehen, weil wir alle so beschäftigt damit sind, das Spiel des Spaltens mitzuzuspielen?
Mich würde ja mal interessieren, wieviel "Schaden" dadurch angerichtet wird, oder wie sich der "Energieverlust" beziffern liesse,
der bei Unterhaltungen dabei entsteht, dass der schwarze Peter nur hin und her geschoben wird, anstatt mal nen Stich zu machen...
Da kommt doch mindestens genau so viel Frust her wie von der "Umweltverschmutzung"...
Tatsache ist, dass Landwirtschaft die menschliche Tätigkeit mit dem grössten Flächenbedarf ist. Daraus kann man zwanglos folgern, dass man als Landwirt bezüglich Umgang mit seinen Produktionsmitteln mehr Verantwortung hat als andere Branchen, z.B. was Artenreichtum, Grundwasserschutz und so weiter angeht.
Was für eine Logik....
So ein Spielchen mit "Quantität über Qualität" ist doch -
und dann "Schäufelchen wegholen", die Mutter der schwarzen Pädagogik: nimm ihnen die Lernchance, zeig ihnen, das Macht vor Verantwortung steht
und freu dich an der kurzen Ruhe.

Dieser Schlusssatz: (in Spencers link) „Die Menschheit ist gut beraten, nicht alles auszuprobieren, was möglich ist.“, der sollte doch wohl heissen: "Die Menscheit wäre gut beraten, vorher zu überlegen, ob sie die Verantwortung für das übernehmen KANN, bevor sie ausprobiert, was möglich ist...". Oder?

Spencer, das Problem (mit dem neunmal teureren Weizen) liegt, in meiner unbescheidenen Sicht, noch woanders:
(vorsicht, jetzt kommt bissl "geschwurbel", also ne Gebrauchsanleitung für´s "anders denken")
"Mathematik" ist ja eigentlich ein Oberbegriff für das, was man mit Zahlen macht. Und zeichnet sich, normalerweise, durch ein sehr hohes Maß an Eindeutigkeit aus.
Jetzt ist es so, dass unsere sogenannte "Wissenschaft" das, was sie beobachtet, hauptsächlich zählt.
Und "zählen" ist nicht das gleiche wie "erkennen". Es ist ein anderer Bezugsrahmen, ein "eindeutiger" halt.

In der "eigentlichen Realität", da, wo die Sachen nicht nur "Eindeutig" sind, sondern reale Folgen haben, (egal, ob das alle erkennen oder alle leugnen,) ist alles miteinander vernetzt.
Einge haben das ja inzwischen mitbekommen, aber nicht alle und vor allem nicht "das System", das zieht noch "eindeutige Machtverhältnisse" vor. (Das ist jetzt polemisch, sorry.)
Was jetzt immer wieder große Irritationen hervorruft, ist die Tatsache, dass auf diese Weise dieselben "Zahlen" ("Werte" wär hier missverständlich) immer wieder auftauchen, egal, ob das Geld dafür da ist, bzw. wer es ausgibt oder ob die Massnahme wirklich Sinn macht.
(Wasserschaden (durch 1Kg Dünger) plus Bodenschaden (durch 1Kg Dünger) plus Artenverlust (durch 1Kg Dünger) sind 3 Faktoren;
aber nicht gedüngt ist ein Kilo, nicht drei...)

Die Verschmutzung des Grundwassers (zum Beispiel) hat nicht nur viele Gründe, sie kostet halt auch was.
Und was sie kostet, kann man ganz unabhängig davon errechnen, ob das Klärwerk, das seine Aufgabe erfüllen solll, schon gebaut ist, oder nicht. ("Eindeutig" in der Bux...)
Was aber eindeutig fest steht, ist, wie hoch deine Abwassergebühren sind. UNSERE Abwassergebühren. (Auch die Einnahmen aus den Abwassergebühren, lieber Emil.)

Würden wir die Verschmutzung verhindern, wird es noch "abstrakter" (die "eindeutigen Zahlen" werden noch irrealer), denn dann haben wir das Klärwerk ja umsonst gebaut.
Und wenn die Verschmutzung weiter geht, hat die Arbeit ja nur da das Klärwerk, wo eins steht -
da, wo es ins Grundwasser läuft, sammelt sich ne Hypothek für die schaufellosen Kinder.

Vor allem aber würde jedes Klärwerk, jeder Quadratmeter gesunden, aktiven Bodens, seine Arbeit machen, da wo vorhanden;
ganz egal, wie hoch unsere Abwassergebühren zu dem Zeitpunkt, in der Region wären.
(Das ist bissl wie in der Werbung, wo man mit vielen Energiesparlampen viel Strom sparen kann, "eindeutige Mathematik" eben. Oder so: https://www.youtube.com/watch?v=Zh3Yz3PiXZw Alternative Mathematik in Trump´land)

Aber diese "Klärenden Werke" und die bioaktiven Böden, die würden SPAREN, würden ihren Job einfach machen und die "Rechnung" noch uneindeutiger machen.
Das können Wissenschaftler aber noch nicht "erkennen"; sie tun sich ausgesprochen schwer damit, zu errechnen, was man sich sparen sollte....
Das nennen die eher "unwissenschaftlich", denn es ist eine "Wertung", keine "Rechnung".
Aber ausrechnen, wieviel mehr ne Tonne Weizen kosten würde, wenn man das Düngen beibehält und ein Klärwerk vom Erlös kauft, das geht.
Antworten

Zurück zu „Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion“