Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

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Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1621

Beitrag von Rohana »

emil17 hat geschrieben:Wenn einem Landwirtschaftsbetrieb nach allen Kosten ähnlich viel bleibt wie einem gewöhnlich gut verdienenden Angestellten nach obiger Rechnung, warum ist das dann Selbstausbeutung?
Selbst wenn: Weil die Arbeitsbedingungen nicht zu vergleichen sind. Hast du doch selbst schon erwähnt...
emil17 hat geschrieben:Wer einen 8-Stundenjob will und Samstags, Sonntags frei mit 4 Wochen Urlaub und 13. Gehalt, der sollte nicht Landwirt werden.
Ich sehe übrigens das weitaus grössere Problem darin, dass es den Landwirten geht wie Jogi zu WM-Zeiten: Es weiss einfach jeder alles und würde den Job mindestens genausogut machen können, achwas, tausendmal besser sogar! Anders als bei Jogi hat das bei uns leider sehr unerfreuliche Auswirkungen, die weit ins Leben hineinreichen - sowas gibt es bei Schustern, Bäckern, Klempnern oder Grafikdesignern einfach nicht.
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
Benutzer 72 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1622

Beitrag von Benutzer 72 gelöscht »

emil17 hat geschrieben:Als Arbeitnehmer gehen über 90% des Lohns drauf, um meine Arbeitskraft langfristig zu erhalten.
Wohnung, Versicherungen, Lebensmittel, Mobilität um zur Arbeit zu kommen (warum zahle ich das? Wenn ich einen Handwerker kommen lassen muss, setzt der den Weg ja auch auf die Rechnung), Körperpflege, Familie um den Nachwuchs zu sichern.....
Das alles zählt zum Umsatz nicht zum Gewinn? :eek:
Wow, das hab ich echt nicht gewußt....

obwohl - ja, doch, logisch:

emil17 hat geschrieben:Als Arbeitnehmer gehen über 90% des Lohns drauf, um meine Arbeitskraft langfristig zu erhalten.
muss ja sein, ist kein Extra-Gewinn :hmm: :hmm:
Benutzer 72 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1623

Beitrag von Benutzer 72 gelöscht »

Rohana hat geschrieben:
Wenn einem Landwirtschaftsbetrieb nach allen Kosten ähnlich viel bleibt wie einem gewöhnlich gut verdienenden Angestellten nach obiger Rechnung, warum ist das dann Selbstausbeutung?
Selbst wenn: Weil die Arbeitsbedingungen nicht zu vergleichen sind. Hast du doch selbst schon erwähnt, oder?
emil17 hat geschrieben:Wer einen 8-Stundenjob will und Samstags, Sonntags frei mit 4 Wochen Urlaub und 13. Gehalt, der sollte nicht Landwirt werden.
Ah! :hhe:
Jetzt verstehe ich - du willst den Beruf einer Landwirtin ausüben (weil es ja trotz allem Freude macht), aber dafür einfach viel mehr Geld bekommen?
richtig verstanden?

Ich will Wanderschäfer sein und davon leben können! Wieso geht das nicht? Böse böse Konsumenten...
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Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1624

Beitrag von Rohana »

Alles was ich will, ist das unsere Arbeit genauso anerkannt und fair entlohnt wird wie jede andere auch. Thats it.
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Hildegard
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1625

Beitrag von Hildegard »

Rohana hat geschrieben:Alles was ich will, ist das unsere Arbeit genauso anerkannt und fair entlohnt wird wie jede andere auch. Thats it.
Es wird nicht JEDE andere ARBEIT fair entlohnt,da gibt es eklatante Unterschiede.
Auch bei den Landwirten!
Bei der Anerkennung das gleiche Spiel.
LG Hildegard
Trau nie dem Ort an dem kein Unkraut wächst ;)
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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1626

Beitrag von emil17 »

Zum fairen Lohn hat Marx die beste Erklärung: Lohn ist nicht fair, sondern Entgelt zum Marktpreis für den Mehrwert, den der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber schafft. Deshalb kann eine Kassiererin am Supermarkt nie soviel bekommen wie ein Patentanwalt, obwohl es, von der Art der Arbeit her, fair wäre, der Kassiererin mehr zu bezahlen.
Der Mindestlohn stellt sich bei freiem Markt dort ein, wo er unter Einbezug der Familie gerade noch so zum Leben ausreicht.

Warum "alle" bei der Landwirtschaft mitreden: erstens hat fast jeder einen Landwirt in seiner jüngeren Ahnereihe, und dann ist es nun mal die mit Abstand umwelt- und flächenrelevanteste Tätigkeit. Zudem betrifft einen sehr direkt, was man isst. Dazu kommt noch, dass verhältnismässig sehr viele Subventionen in die Landwirtschaft fliessen.
Hauptsächlich aus Umweltgründen hat die Landwirtschaft ein Imageproblem. Durch das "wir machen es schon richtig, wenn was falsch läuft sind die Konsumenten schuld und wer nix davon versteht soll das Maul halten" wird sich das auch nicht bald ändern.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1627

Beitrag von Benutzer 3370 gelöscht »

Rohana hat geschrieben:Alles was ich will, ist das unsere Arbeit genauso anerkannt und fair entlohnt wird wie jede andere auch. Thats it.
Schon mal in der Altenpflege gearbeitet und echten fairen Lohn erhalten ?

Das Leben ist kein Ponyhof und Landwirte sind zumindest meist die, die ihre Lebensgrundlage geerbt haben und was daraus machen könnten wenn sie könnten, statt dessen jammern sie herum. Jaja ich weiß jeder geerbte Hof hat eine Hypothek, aber schon mal daran gedacht einen Hof zu kaufen? Das Geld dafür liegt auch nicht auf der Straße.
Also Rohana jaul nicht herum und schau das aus deinem Hof was ordentliches wird, einen echten Unternehmer hab ich noch nie jammern gehört.
Und nein ich habe keinerlei Neidgefühle gegenüber privilegierten Erben, ich bin froh darüber, dass mein bescheidener Hof durch meine, und die Arbeit meiner Frau gekauft werden konnte.
Wir besitzen zwar nur knapp einen Ha, aber zum Jammern haben wir keine Zeit und auch keine Lust. Vielleicht ist der Bedarf an jammern größer je größer die Wirtschaft ist.

Altenpfleger haben höchstens ein empathisches Gen geerbt, kann man aber nicht mal verkaufen.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1628

Beitrag von hobbygaertnerin »

Hab diesen Artikel gelesen, gibt Grund zum Nachdenken.
https://www.stern.de/wirtschaft/news/ma ... 64366.html
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Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1629

Beitrag von Rohana »

RichardBurgenlandler hat geschrieben: Also Rohana jaul nicht herum und schau das aus deinem Hof was ordentliches wird, einen echten Unternehmer hab ich noch nie jammern gehört.
Genau sowas geht mir derbe aufn Sack - einer berechtigten Forderung zu unterstellen, dass sie "jammern" ist. Wenn die Altenpfleger mehr Geld fordern, "jammern" die ja auch nicht, das ist dann alles toll und berechtigt, zahlen wills trotzdem keiner. Wir pflegen übrigens nebenbei die Oma im Haus, aber das ist wieder n anderes Thema...
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1630

Beitrag von Rohana »

Zum Thema: EFSA warnt vor Tierfutter mit antibiotikaresistenten Bakterien, die auch noch gentechnisch verändert sind :eek:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natu ... 41372.html

"Wie groß die Gefahr ist, die von den gentechnisch veränderten Organismen ausgeht, ist unklar. Die Tiere scheiden den Großteil der Bakterien wieder aus und eigentlich sollten die in der Umwelt nicht überlebensfähig sein. Sicher ist das allerdings nicht."
Wär ja interessant genau zu wissen worin ihre Antibiotika-Resistenz besteht und ob diese auf andere Bakterien übertragen werden kann. Und wie ist das wohl mit Vitaminzusätzen für den Menschen, werden die etwa nicht nach den selben Verfahren hergestellt? :hmm:
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