Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

viktualia

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1591

Beitrag von viktualia »

wird die U-Ware im eigenen Betrieb erzeugt darf 100% U-Ware verfüttert werden.
die auch als solche deklariert wird: Umstellungsbetrieb.
Und sobald dieses Wörtchen da drauf steht, ist es, zumindest in meinen Augen, völlig in Ordnung
wenn die "nicht-Konvi-Getreide" in Bioeier verwandeln....

Irgendwo muss ja mal angefangen werden und Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist....
Manfred

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1592

Beitrag von Manfred »

Das Ganze hat halt auch den praktischen Hintergrund, dass die Betriebe wachsen (müssen) und durch Zupacht/Zukauf immer wieder neue Umstellungsflächen im Betrieb sind. Getreide kann man ja noch relativ leicht getrennt erfassen und vermarkten, und zumindest über die Menge auf Plausibilität prüfen, bei Grundfutter (Gras, Zwischenfrüchte etc.) ist das bei den heutigen Ernteketten wirtschaftlich nicht mehr realistisch.
Die Frist für die Umstellung des Gesamtbetriebs kann ich mir eigentlich nur so plausibel machen, dass Tricksereien vermieden werden soll (ein Jahr konventionell kräftig aufdüngen, im nächsten Jahr als bio ernten). Ansonsten wäre es besser, diese Frist zu streichen oder wenigstens auf ein Jahr zu verkürzen, um die Umstellungsschwelle zu senken.
Es gibt zwar in den meisten Bundesländern in den 2 Umstellungsjahren eine etwas höhere Flächenprämie, diese kann die Differenz aus Mehrkosten je produzierter Einheit und dem weiter geringen Erlös aber idR nicht ausgleichen.
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1593

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

viktualia hat geschrieben:
wird die U-Ware im eigenen Betrieb erzeugt darf 100% U-Ware verfüttert werden.
die auch als solche deklariert wird: Umstellungsbetrieb.
Und sobald dieses Wörtchen da drauf steht, ist es, zumindest in meinen Augen, völlig in Ordnung
wenn die "nicht-Konvi-Getreide" in Bioeier verwandeln....

Irgendwo muss ja mal angefangen werden und Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist....
Nein, hast du einen Bio-Hühnerstall darfst du 100% eigene U-Ware verfüttern und Bio aufs Ei schreiben.
auch wenn man als schon fertiger Bio Betrieb 30% zu gekauftes U dem Futter beimischt steht auf dem Ei Bio.
Manfred hat geschrieben:Das Ganze hat halt auch den praktischen Hintergrund, dass die Betriebe wachsen (müssen) und durch Zupacht/Zukauf immer wieder neue Umstellungsflächen im Betrieb sind. Getreide kann man ja noch relativ leicht getrennt erfassen und vermarkten, und zumindest über die Menge auf Plausibilität prüfen, bei Grundfutter (Gras, Zwischenfrüchte etc.) ist das bei den heutigen Ernteketten wirtschaftlich nicht mehr realistisch.
Die Frist für die Umstellung des Gesamtbetriebs kann ich mir eigentlich nur so plausibel machen, dass Tricksereien vermieden werden soll (ein Jahr konventionell kräftig aufdüngen, im nächsten Jahr als bio ernten). Ansonsten wäre es besser, diese Frist zu streichen oder wenigstens auf ein Jahr zu verkürzen, um die Umstellungsschwelle zu senken.
Es gibt zwar in den meisten Bundesländern in den 2 Umstellungsjahren eine etwas höhere Flächenprämie, diese kann die Differenz aus Mehrkosten je produzierter Einheit und dem weiter geringen Erlös aber idR nicht ausgleichen.
Naja, man könnte auch U-Ware als konventionell verkaufen (müssen), damit bliebe das Ei 100% Bio aber den Biotierhaltern und Mischfutterwerken würde das riesige Löcher reisen.
strega
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1594

Beitrag von strega »

aber U-Ware wird ja nicht so behandelt, also sprich gespritzt usw. wie konventionelle Ware?
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Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1595

Beitrag von Rohana »

Konvi-Ware muss ja auch nicht verpflichtend gespritzt sein :pfeif: solange kein Siegel draufpappt bekomm ich nix dafür wenn es "ohne alles" ist.
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1596

Beitrag von strega »

ungespritzte Konvi-Ware wär ein Traum....
das wär dann wirklich genuin und natürlich? Halt ohne Siegel einfach? :hhe:

naja, bleibt nicht nur ein Traum, hab ich an sich bei allem, was ich nicht selbst anbau
kauf halt nicht im Supermarkt :pft:

nur kommt ungespritzte Konvi-Ware wahrscheinlich eher selten in den Handel, also den normalen mein ich?
Weil du bzw. der Konvi-Bauer dafür nix extra bekommt?
Naja, wenn du es nur so siehst nach Kosten-Nutzen, dann könnteste immerhin die Chemie dir sparen und für das Geld was anderes Schönes machen...

ein intaktes Bodenleben wird halt nicht subventioniert, aber ist auch ein Wert, sicherlich :flag:

Und falls es ungespritzte Konvi-Ware doch gibt, so halt im ganz normalen Grosshandel und in den Discountern
die Konsumenten wissen das ja nicht.....
und können somit auch keine Prioritäten setzen
und ungespritzte Konvi-Ware kaufen und sehr gespritzte vielleicht liegenlassen
auch wenn sie es vielleicht wollen würden........................................................
boh, das ist echt schade!!!
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Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1597

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

ungespritzte Konvi-Ware wär ein Traum....
das wär dann wirklich genuin und natürlich? Halt ohne Siegel einfach? :hhe:
Ohne Siegel/Zertifikat geht in DE nichts.
außer das "Standart-Konventionelle".
nur kommt ungespritzte Konvi-Ware wahrscheinlich eher selten in den Handel, also den normalen mein ich?
Weil du bzw. der Konvi-Bauer dafür nix extra bekommt?
Es gibt sicher sehr viele Partien Getreide die nur sehr wenig mit Pflanzenschutzmitteln behandelt worden sind,
das wird aber nicht extra erfasst sondern kommt zu den anderen tausenden Tonnen dazu weil es keine Festlegung was als "wenig" gilt gibt
dann wären wir wieder oben beim Siegel.
Nein, man bekommt nicht mehr vom Handel wenn weniger PS-Eingesetzt wurde.

Und falls es ungespritzte Konvi-Ware doch gibt,
die Konsumenten wissen das ja nicht.....
und können somit auch keine Prioritäten setzen
und ungespritzte Konvi-Ware kaufen und sehr gespritzte vielleicht liegenlassen
auch wenn sie es vielleicht wollen würden
https://www.kraichgaukorn.de/startseite/

Keine PSM, aber auch kein Bio.

Aber auch dort geht nichts an einer Zertifizierung des Betriebes vorbei.
Benutzer 72 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1598

Beitrag von Benutzer 72 gelöscht »

Es gibt auch Konsumenten, die mehr für "bio" bezahlen, weil sie eine gute Sache unterstützen wollen.
Also jetzt nicht nur um die eigene Gesundheit zu stärken/zu schonen.....
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marceb
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Registriert: Sa 17. Aug 2013, 10:01
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1599

Beitrag von marceb »

Weide oder Stall: Wo geht es der Kuh besser?

https://www.ndr.de/nachrichten/niedersa ... ch592.html
Weide - oder Stall: Aus welcher Haltungsform stammt die bessere Milch? Wo leben die Kühe gesünder? Was ist schonender für die Umwelt? Antworten auf diese und mehr Fragen haben niedersächsische Wissenschaftler gesucht und gefunden - oder sich zumindest angenähert. Federführend bei dieser systematischen Untersuchungen über einen Zeitraum von fünf Jahren war das Grünlandzentrum Niedersachsen/Bremen mit Sitz in Ovelgönne (Landkreis Wesermarsch). Das Ergebnis: Keine Form, Milchkühe zu halten, schneidet in allen untersuchten Bereichen nur gut ab. Weide und Stall haben Vor- sowie Nachteile, sagt Projektleiter Jendrik Holthusen vom Grünlandzentrum. Wichtig sei das richtige Management, um die jeweiligen Stärken wirklich zu nutzen. Hier die Ergebnisse einiger Punkte zusammengefasst.
Stall oder Weide - was ist besser für die Kuh?
Ob sich die Tiere auf der Weide oder im Stall wohler fühlen, hängt den Forschern zufolge auch von der Jahreszeit ab: Demnach geht es Milchkühen im Sommer draußen besser. Sie haben gesündere Klauen und wenn sie die Wahl zwischen Weide und Stall haben, stehen sie lieber im Grünen. Im Winter sind Tiere von der Weide allerdings auch nicht weniger krank als ihre Artgenossen, die ganzjährig drinnen leben.
Wie steht es um Euter und Parasiten?
In Sachen Fütterung und Gesundheit des Euters stehen vor allem Weidebetriebe vor besonderen Herausforderungen. Was die Gesundheit des Organs mit den Milchdrüsen betrifft, so wirkt sich Weidehaltung grundsätzlich erst einmal positiv aus. Doch bei zu starker Nässe steigt das Risiko von Infektionen stark an und der Weidegang sollte reduziert werden, raten die Experten Landwirten. Eine regelmäßige Reinigung vor allem in den Bereichen der Treibewege, Liegebereiche und Tränken reduziert laut Studie die Gefahr einer Infektion in jedem Haltungssystem. Unabhängig von Weide- oder Stallhaltung kann jeder Betrieb Probleme mit dem Umweltkeim Streptococcus uberis haben. Auch Parasiten stellen sowohl im Stall als auf der Weide ein großes Risiko für die Tiergesundheit dar.
Geben Kühe im Stall mehr Milch?
Die Langzeitstudie bestätigt zwar, dass Kühe im Stall mehr Milch geben. Aber über den wirtschaftlichen Erfolg entscheidet trotzdem eher der Milchmarkt: Als vor zwei, drei Jahren die Preise im Keller waren, konnte keine der Haltungsformen Weide oder Stall die Verluste ausgleichen.
Ist Kuh-Haltung schlecht für das Klima?
Innerhalb des Projektes wurde auch die Bildung von klimaschädlichen Treibhausgasen bestimmt. Dafür wurde ein Berechnungsverfahren weiterentwickelt, mit dem die je Liter Milch erzeugten Treibhausgase ermittelt werden können. Dieses Berechnungsverfahren dient laut Studie zur Erstellung von betriebsspezifischen Klimabilanzen und zur Unterstützung bei der Klimaberatung landwirtschaftlicher Betriebe. Das Verfahren zeigt auf, an welchen Stellen Betriebe die Bildung von Treibhausgasen einschränken und so Kosten einsparen können. Nimmt man den CO2-Fußabdruck als Maßstab für die Klimaeffizienz der Milcherzeugung, lässt sich der Studie nach feststellen: Im Mittel hat die Milch der Betriebe mit ausschließlicher Haltung im Stall und der Haltung mit bis zu sechs Stunden auf der Weide einen etwas kleineren CO2-Fußabdruck. Und damit eine bessere Klimaeffizienz als die Milch der Betriebe mit Ganztags- und Halbtagsweide. Einen Einfluss darauf hat zum einen der Methanausstoß durch die Verdauung der Rinder und der Untersuchung zufolge auch die Produktion von Grund- und Kraftfutter.
Wie steht es um die betriebswirtschaftliche Effizienz?
Betriebe mit großen Herden sind betriebswirtschaftlich effizienter als kleinere Betriebe. Dies gilt laut Studie sowohl für Stall- als auch für Weidebetriebe. Überraschende Ergebnisse: Einige Weidebetriebe mit einer längeren Weidezeit und einer geringeren Milchleistung waren betriebswirtschaftlich genauso effizient oder sogar effizienter als Stallbetriebe mit einer höheren Milchleistung. Zum Unterschied zwischen Stall und Weide: Weidebetriebe mit einer geringeren Milchleistung können betriebswirtschaftlich aber genauso effizient sein wie Stallbetriebe.
Und wie sieht es der Verbraucher?
Für die Studie wurden 358 Bürger zu den vier gängigsten Haltungsformen befragt. Zum einen zur reinen Stallhaltung und Haltung mit Außenklimastall sowie zum Stall mit Auslauf und zum Stall mit Sommerweide. Nur 4,2 Prozent von ihnen akzeptieren Stallhaltung. Heißt: Fast alle Befragten sind dagegen. Dabei wird die Haltung in einem Außenklimastall positiver bewertet, doch die Akzeptanz der Verbraucher dafür erreicht dennoch mit 16,5 Prozent einen eher niedrigen Wert. Ein Auslauf für die Kühe kann die Akzeptanz der Stallhaltung deutlich erhöhen. Haben die Tiere die Möglichkeit, in den Sommermonaten auf die Weide zu kommen, steigt bereits die Zustimmung der Befragten zu dieser Haltungsform stark an.
Wie viele und welche Betriebe haben teilgenommen?
Insgesamt 60 Landwirte öffneten ihre Höfe für die Forscher, stellten Betriebsunterlagen und sich für Befragungen zur Verfügung. Laut Grünlandzentrum ähneln sich die Höfe zwar in ihrer Struktur, doch unterscheiden sich in ihrer Bewirtschaftungsform. Deshalb wurden sie in vier Gruppen mit je 15 Betrieben geteilt.
Gruppe 1: Die Kühe hatten mehr als zehn Stunden täglich Weidegang.
Gruppe 2: Die Kühe konnten zwischen sechs und zehn Stunden auf der Weide verbringen.
Gruppe 3: Die Tiere hatten unter sechs Stunden Zugang zur Weide.
Gruppe 4: Die Tiere wurden ausschließlich im Stall gehalten.

Wer steckt hinter der "Systemanalyse Milch"?
Federführend ist das Grünlandzentrum Niedersachsen/Bremen mit Sitz in Ovelgönne (Landkreis Wesermarsch), das nach eigenem Bekunden mit "Landwirtschaft, Gewerbe und Industrie sowie Wissenschaft, Verwaltung und Politik" zusammenarbeitet. Das Projekt wurde gemeinsam mit der Hochschule Hannover, der Freien Universität Berlin und der Georg-August-Universität Göttingen durchgeführt. Beteiligt waren insgesamt 15 Doktoranden aus acht Arbeitsgruppen. Zusammengearbeitet wurde auch mit der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, gefördert wurde das Projekt vom niedersächsischen Wissenschaftsministerium.
Manfred

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1600

Beitrag von Manfred »

Mal wieder ein Possenstück deutscher Bürokratie.
Der Besamungsverein Neustadt Aisch konnte zeitweise keine Kurse zur Rinderbesamung anbieten, weil diese als anzeigepflichtiger Tierversuch gelten und die Bezirksregierung von Unterfranken die Bearbeitung verschleppt hat.

https://www.topagrar.com/suedplus/news/ ... 91453.html
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