Das ist also eine Rechnung, die ein Unternehmer machen würde, der einen Hof pachtet, den Bauern als bezahlten Geschäftsführer anstellt und sich auch die Kapitalkosten in Rechnung stellt.
Diese Rechnung ist in Ordnung, weil alle Aktiengesellschaften so rechnen.
Dann könnten alle Kleinbetriebe zumachen, weil das in allen Branchen so läuft. Wie Centauri erwähnt hat, der Schreiner ohne Angestellte der am Wochenende die Rechnungen macht.
Müsste man auch noch jede Mitarbeit in der Familie fiktiv vergeben (Haushälterin zum Mindestlohn für kochen, putzen, waschen, einholen, Kinder betreuen), so würde sich auch eine Familie nicht rechnen.
Auch in der Schweiz mit Aussenschutz ist die Situation nicht besser:
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Hier wird aber das Einkommen und nicht der Unternehmensgewinn genannt.
Man sollte, um die Zahlen zu verstehen, wissen, dass SFr. 50'000 kaufkraftmässig etwa dem Lohn eines schlecht bezahlten Angestellten etwa im Detailhandel entsprechen. Davon kann man kaum leben. Die Kaufkraft eines CHF (etwa 85 Euro-Cent) entspricht in der Schweiz bei weitem nicht derjenigen eines Euro in Deutschland. Eine 4-Zimmer-Wohnung 50km von Zürich weg kriegste nicht unter 2000 kalt und trocken.
Wenn man noch die Arbeitszeiten in den Familienbetrieben berücksichtigt, ergibt sich so ziemlich das gleiche Bild wie in D.
Was ich nicht weiss, ist, ob in den Einkommensrechnungen die Naturalleistungen an die Lebenshaltung (Kost, Unterkunft) eingerechnet sind oder nicht. In der CH entspricht die Eigennutzung eines Hofes als Wohnung im Schnitt etwa 2000 CHF pro Monat. Auch hier, wie bei Euch, aber über kleinere Distanzen: Extreme Unterschiede zwischen niedrigpreisigen Randregionen und in der Nähe grosser Städte.
Schlussfolgerung: Willste Kohle machen, bleib ledig und werde Anwalt oder Zahnarzt, oder erbe ein grosses Vermögen und verwalte es.
Was ich an diesen Rechnungen irreführend finde: Wenn man den fiktiven Unternehmensgewinn pro Kuh oder pro was-auch-immer angibt. Das würde für Manfreds Zahlen bedeuten, wenn du eine Kuh abgibst haste 267 E weniger Verlust. Eine Rechnung, die sicher nicht stimmt.
Was ich auch schlecht beurteilen kann: Ob ein Arbeiten auf dem eigenen Hof, das buchhalterisch gerechnet keinen Gewinn abwirft, deshalb sinnlos ist. Mit Geld kann man nicht alles messen. Wenn man soviel Bareinkommen erzielen kann, dass man gut davon leben kann, muss man ja nicht buchhalterischen Gewinn machen.
Was aber zu fordern wäre, ist, dass man steuerlich gleich behandelt wird wie grosse Unterehmen. Hier werde ich aber auch als Arbeitnehmer ungerecht behandelt, denn ein grosser Teil meiner Lebenshaltungskosten sind zur Erhaltung meiner Fähigkeit, Einkommen zu erzielen, unbedingt nötig. Wenn ich hungrig, unausgeschlafen und nackt zur Arbeit erscheine, wird das nix. Diese Kosten muss ich aber als Einkommen versteuern. Jemand, der vom Kapital lebt, muss das nicht und wenn er es schlau macht, wird sein Kapital dauernd grösser, ohne dass er je steuerbares Einkommen hätte. Aber das ist eine andere Diskussion.
---> Grössere Freibeträge, höherer Steuersatz auf dem Rest wäre gerechter. (Auch wieder eine andere Diskussion ...)
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.