Glyphosat-Diskussion

Rati
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Re: Glyphosat-Diskussion

#1741

Beitrag von Rati »

Oelkanne hat geschrieben:ein normaler Landwirt reagiert auf die Natur in gleichem maße wie ein Bio-Landwirt, jemand der mit und in der Natur arbeitet kann nicht nach Schema F, 8 Wochen im vorraus akribisch geplant, verfahren...
aj nee, auf die gleiche Weise ganz bestimmt nicht ölkanne.
Ist ungefähr so wie Schulmedizien und Alternativmedizin. Und nicht das jetzt wieder jemand meint ich würde eines von beiden zum Teufel erklären. Ich gehe sowohl zum Schulmediziner als auch zum Alternativen.
Ich fänd es nur gut wenn sie mehr zusammenarbeiten würden, okkeeee? :)
MeinNameistHASE hat geschrieben:... Glyphosat ist nicht Allheilmittel, aber auch nicht das tödlichste Gift... Mehr will ich dazu im Moment gar nicht sagen.
sehe ich auch so.

Grüße Rati
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Rohana
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Re: Glyphosat-Diskussion

#1742

Beitrag von Rohana »

"Auf die gleiche Weise" wird da ja gar nicht zur Debatte gestellt (und dem ist logischerweise nicht so), sondern "in gleichem Maße" - was vielleicht nicht haargenau gleich, aber doch recht nah beeinander liegt. Der Vergleich mit Schul- und Alternativmedizin ist vielleicht gar nicht so schlecht gewählt ;)
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Benutzer 72 gelöscht

Re: Glyphosat-Diskussion

#1743

Beitrag von Benutzer 72 gelöscht »

Rohana hat geschrieben:"Auf die gleiche Weise" wird da ja gar nicht zur Debatte gestellt (und dem ist logischerweise nicht so), sondern "in gleichem Maße" - was vielleicht nicht haargenau gleich, aber doch recht nah beeinander liegt.


und genausowenig zutrifft :pfeif:
Rohana hat geschrieben:Der Vergleich mit Schul- und Alternativmedizin ist vielleicht gar nicht so schlecht gewählt ;)
Ja, das seh ich auch so (und auch ich bin keine "ausschließlich"-Verfechterin, hihi - aber viiiel mehr "bio" wäre drin ohne dass irgendwer hungern müsste!)
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emil17
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Re: Glyphosat-Diskussion

#1744

Beitrag von emil17 »

Oelkanne hat geschrieben: Man hat (weltweit) einen Bedarf an Lebensmittel der Menge X.
Würden jetzt alle auf eine Wirtschaftsweise umstellen die im Schnitt 50% weniger erntet fehlt dir ½X.
Wo kommen diese ½X her?
Denkfehler!
- nicht alles was Bedarf ist wird über den Markt gedeckt
- und vor allem: nicht alles was gekauft wird ist Bedarf.
Nun ist es zwar gut, dass nicht irgendwelche Funktionäre den "Bedarf" definieren, aber "Kaufen für die Müllhalde" gibts auch und vor allem im Lebensmittelbereich.
Dieser gewollte falsche Verwendung des Begriffs kommt immer, wenn Grosskonzerne ihre Geschäftsmodelle in Frage gestellt sehen.
"Wenn wir die AKWs vom Netz nehmen, haben wir eine Stromversorgungslücke und damit eine Wirtschaftskrise"
(logisch, der Strom wurde ja verbraucht, also muss es Bedarf gegeben haben)
"Wenn wir nicht noch mehr aufrüsten, kommen die Russen" (hier ist gar nichts mehr logisch)

Der "freie Markt" ist prinzipbedingt gar nicht fähig, herauszufinden, was der "Bedarf" ist, weil er nur die Kriterien Angebot und Nachfrage kennt.
Nimmt man nur das Kriterium her, ob etwas zu einem bestimmten Preis gekauft wird, und nennt man das, was dann weggeht, Bedarf, dann hat die Menschheit also Bedarf an Wegwerfgrills, Schlagsahne aus der Dose, Mobiltelefone deren Akku man nicht wechseln kann, Wochenendshoppingreisen nach Chicago, und so weiter.
Zudem erzwingt diese Definition, selbst wenn sie korrekt wäre. Überproduktion, denn solange die Ware weggeht, weiss man ja nicht, ob noch mehr nicht auch noch gekauft worden wäre.

Was in der Betrachtung fehlt, ist z.B. die missbräuchliche Verwendung - als altbekannte Beispiele nenne ich die Verwendung als Mastfutter oder zur Biogasherstellung. Könnte Weizen billiger als Brennholz bereitgestellt werden, würden viele damit heizen und aus marktwirtschaftlicher Sicht wäre das logisch, konsequent und "Bedarf".
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Re: Glyphosat-Diskussion

#1745

Beitrag von Rohana »

Ölkanne hat nichtmal was von Markt gesagt, den hast du grade ins Spiel gebracht, Emil. Offensichtlich gibt es leider Gottes auch Menschen die "Bedarf" haben an Wegwerfgrills und anderen hirnlosen Dingen, sonst würden die ja nicht gekauft...

Was von der Menge der erzeugten Lebensmittel tatsächlich mal auf irgendwelchen Tellern landet und ob es überhaupt soviel braucht, ist natürlich eine wichtige Frage. Andererseits schau dich um, welcher Teil der breiten Bevölkerung in unseren Breiten kann noch mit regional-saisonaler Ernte kochen statt mit ellenlanger Liste in den Supermarkt zu rennen damit Gericht Y auf den Tisch kommt? Die Bevölkerung könnte sicher mit viel weniger Menge und auch wesentlich weniger Vielfalt ernährt werden. Würde sie bloss (als Gesamtheit) freiwillig nie machen...
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Re: Glyphosat-Diskussion

#1746

Beitrag von emil17 »

Rohana hat geschrieben:Ölkanne hat nichtmal was von Markt gesagt, den hast du grade ins Spiel gebracht, Emil.
Implizit schon, denn "Bedarf" decken durch "Wirtschaftsweise" erfolgt bei uns nun mal durch Markt. Ausser im Selbstversorgungsbereich, der existiert in amtlichen Statistiken nicht, und nicht im Sozialismus, dort wirst du gehauen oder es war Sabotage, wenn zu wenig rauskommt
Oelkanne hat geschrieben:Würden jetzt alle auf eine Wirtschaftsweise umstellen die im Schnitt 50% weniger erntet fehlt dir ½X.
Rohana hat geschrieben:Offensichtlich gibt es leider Gottes auch Menschen die "Bedarf" haben an Wegwerfgrills und anderen hirnlosen Dingen, sonst würden die ja nicht gekauft...
Eben nicht, denn wenn jeder nur noch kaufen würde, was er braucht, wäre es anders. Es sei denn, du unterscheidest nicht zwischen Mode, lebensnotwendigem Bedarf, Statussymbolen und Kaufen als Ersatzhandlung oder aus Langeweile oder Nachahmung. Ein wichtiges Anliegen der Werbung ist es ja, Absatz zu fördern durch "Bedarf" wecken und Trends setzen. Wenn jemand 400 Paar Schuhe im Schrank hat, alle gekauft, hat sie die im gleichen Sinne des Wortes gebraucht wie der chinesische Kuli seine tägliche Schale Reis?
Um auf das eigentliche Problem zurück zu kommen, muss man solchen "Bedarf" mit nicht nachhaltiger umweltbelastender Produktion decken?
Es heisst, auf konventionelle Landwirtschaft könne man nicht verzichten, weil zu viele Mäuler gefüttert werden wollen. Oder eben doch, weil ja ein Drittel von dem Zeug gar nicht gegessen wird?
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Re: Glyphosat-Diskussion

#1747

Beitrag von Rohana »

Daher der Bedarf in Anführungszeichen. Ich bezweifle stark dass Wegwerfgrills *gebraucht* werden.
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Re: Glyphosat-Diskussion

#1748

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

Eine Diskussion über eine Verringerung des "Wegwerfanteils" um Produktionskapazitäten einzusparen ist hinfällig.
Um das hin zu bekommen müsste man Lebensmittel so stark verteuern das die Verbraucher es im Geldbeutel sehr deutlich merken ob sie viel wegwerfen oder nicht.

Eine Verteuerung der Lebensmittel wird aber keine Regierung durchsetzen können und wollen, weltweit ebenso undenkbar,
wer jetzt schon aus Geldnot kaum den Grundbedarf decken kann, kann das nach der Preiserhöhung mit Sicherheit nicht besser...
centauri

Re: Glyphosat-Diskussion

#1749

Beitrag von centauri »

Lebensmittel sind doch eh teuer wenn ich die versteckten Kosten mit einrechne. Nur diese Rechnung geht an den Verbrauchern vorbei. :roll:
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Re: Glyphosat-Diskussion

#1750

Beitrag von emil17 »

Oelkanne hat geschrieben: Eine Verteuerung der Lebensmittel wird aber keine Regierung durchsetzen können und wollen
Muss sie auch nicht: Sie muss bloss umweltverträglichere Produktionsstandards durchsetzen als bisher, und das auch für Importwaren.
Damit würden auch die Landwirte selber besser leben, denn es käme mehr auf standortbezogenes Wissen und weniger auf Produktion von Massenware an, und die unfaire Konkurrenz von Importware, die unter aller Sau erzeugt wird, wäre weg.
Der Konsument kann dann immer noch wählen und vergleichen und das billigste kaufen, wenn er will - nur wäre dann eben auch das billigste halbwegs akzeptabel produziert worden.

Bei Autos wurde das auch schon durchgesetzt - gäbe es keine Abgasemissionsvorschriften (und dagegen sind die Autohersteller bei der Einführung auch Sturm gelaufen), wären die Autos etwas billiger (und würden gekauft), aber unsere Städte wären unbewohnbar.
Ebenso ist logisch dass jeder, der fährt, über KFZ-Steuer und Treibstoffzuschlag Strassenunterhalt, Lärmschutzwände und so weiter mitfinanzieren muss, und das auch für Orte, wo er selber nie fährt oder wohnt.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
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