Bienensterben

Benutzer 4754 gelöscht

Re: Bienensterben

#351

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

Soja lässt sich mit weniger Chemie anbauen als die heimischen alternativen Ackerbohne oder Erbse.

Wie Rohana schon schrieb braucht das Soja eine Überfahrt mit der Spritze: das Herbizid
das nächste was dann kommt ist der Mähdrescher,
denn die Schadpilze und -insekten des Soja kommen bei uns (fast) nicht vor.

ganz anders bei Bohnen und Erbsen:
Hier machen sich immer schneller Viruserkrankungen breit die durch Blattläuse übertragen werden.
Die Erkrankung kann zum Totalausfall führen und es reicht schon ein einziger Stich von einer einzigen infizierten Laus aus um die Pflanze zu infizieren.
Auch ohne Viruslast werden Blattläuse in Erbsen und Bohnen schnell zum Problem da der Saugschaden schnell ertragswirksam wird.
Dazu kommen Erbsen bzw Bohnenkäfer:
die Larven bohren die Samen an:
bei Saatgut sinkt die Keimfähigkeit drastisch und auch bei Futterware ist das problematisch, denn befallene Partien sind nicht lagerfähig.
Besonders die Bohnen wünschen sich dann noch eine Fungizide Behandlung da Brennflecken und Schokoladenfleckenkrankheit sowie Rost schnell zu großen Ertragseinbußen führen.
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Bienensterben

#352

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

Ich möchte hier aber keines Wegs die heimischen Leguminosen schlecht machen!
Wenn es wirtschaftlich(er) wäre würde ich wehsentlich mehr dieser Pflanzen anbauen, da sie viele positive Sachen mitsich bringen (zusammengefasst im Begriff "Fruchtfolgeauflockerung") und besonders die Ackerbohne mir freude macht.

Leider ist der Erbsen/Bohnenanbau idr ein Nullsummenspiel, die staatlichen Förderungen für heimisches Eiweiß wurden ersatzlos gestrichen und der Marktpreis liegt (durch die Konkurrenz von Soja aus Übersee) sehr tief, dazu kommt eine große Ertragsschwankung die eine wirtschaftliche Produktion zusätzlich erschweren.
Rati
Beiträge: 3607
Registriert: Di 8. Mär 2011, 13:58
Wohnort: ein Sachse unter Niedersachsen

Re: Bienensterben

#353

Beitrag von Rati »

Hi Rohana und Ölkanne.
Rohana hat geschrieben:Soja braucht ein Herbizid und dann war's das.
Oelkanne hat geschrieben:Soja lässt sich mit weniger Chemie anbauen als die heimischen alternativen Ackerbohne oder Erbse.
kann ich diese Wissen irgendwo einsehen? Ich hätte da noch Fragen, würd das gern mal lesen und finde keine Quelle.
Oelkanne hat geschrieben:...Leider ist der Erbsen/Bohnenanbau idr ein Nullsummenspiel, die staatlichen Förderungen für heimisches Eiweiß wurden ersatzlos gestrichen und der Marktpreis liegt (durch die Konkurrenz von Soja aus Übersee) sehr tief,...
das ist leider richtig, und der neue Vertrag mit trumpelboy über größere Abnahmemengen macht das ganze nicht besser. Ich würde aber trotzdem weiter am Ball bleiben, um rechtzeitig Erfahrungen zu haben falls sich das mal ändert.(Wirtschaftskollaps amiland oder überaschender Klimawandel). :)
Rohana hat geschrieben: Durch die Knöllchenbakterien* besorgt es sich seinen Stickstoff selbst, wie alle Leguminosen..... * die müssen hier bei uns "geimpft" (= zusätzlich aufgebracht) werden, da sie natürlich nicht vorkommen
das ist leider nicht richtig. Die Knöllchenbakterien sind Mitglieder des normalen Bodenmicrobioms und kommen recht häufig vor.
Natürlich kann es sein, das sie aug Grund der langzeitigen leguminosenfreien Beackerung nur in geringer Zahl vorhanden sind, aber einmal als Vorfrucht Lupine oder so und du hast genug vorhanden.

Grüße Rati
Was ist ist! Was nicht ist ist möglich!"
[Einstürzende Neubauten 1996]
Benutzeravatar
Rohana
Förderer 2018
Förderer 2018
Beiträge: 4787
Registriert: Mo 3. Feb 2014, 20:31
Familienstand: verheiratet
Wohnort: Oberpfalz

Re: Bienensterben

#354

Beitrag von Rohana »

Die Knöllchenbakterien die das Soja braucht kommen bei uns nicht natürlich vor, genausowenig wie Soja selbst. Knöllchenbakterien sind immer spezifisch für die einzelnen Arten!
Derowegen: Impfen. :)

Vielleicht lassen sich deine Fragen z.B. auf https://www.sojafoerderring.de/ beantworten?
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
Rati
Beiträge: 3607
Registriert: Di 8. Mär 2011, 13:58
Wohnort: ein Sachse unter Niedersachsen

Re: Bienensterben

#355

Beitrag von Rati »

Rohana hat geschrieben:[Die Knöllchenbakterien die das Soja braucht kommen bei uns nicht natürlich vor, ...
ah so meinst du das...hmm, muss ich noch mal drüber nachdenken wie spezifisch die Symbiose ist.
Rohana hat geschrieben:Vielleicht lassen sich deine Fragen z.B. auf www.sojafoerderring.de/ beantworten?
Dankeschön da hab ich was zu lesen.

Grüße Rati
Was ist ist! Was nicht ist ist möglich!"
[Einstürzende Neubauten 1996]
Wildmohn

Re: Bienensterben

#356

Beitrag von Wildmohn »

Der obige Diskurs lenkt vom eigentlichen Problem, nämlich der Problematik des (Bienen-)Insektensterbens ein wenig ab.
Folgende Thematik des Artikels wird in den nächsten Tagen vermehrt in der öffentlichen Diskussion Aufmerksamkeit erlangen:
https://www.sueddeutsche.de/politik/pes ... -1.3934493
Für rollende Fußnägel fühle ich mich nicht zuständig... ;)
Benutzeravatar
Rohana
Förderer 2018
Förderer 2018
Beiträge: 4787
Registriert: Mo 3. Feb 2014, 20:31
Familienstand: verheiratet
Wohnort: Oberpfalz

Re: Bienensterben

#357

Beitrag von Rohana »

meine Fussnägel bleiben verschont, ich habe einen Adblocker :engel: wer dem Glyphosat vorwirft, dass es alles tötet was grün ist (was übrigens nicht ganz korrekt ist aber wir wollen mal nicht so sein), der muss es auch dem Pflug vorwerfen. Was umgepflügt ist, lebt auch nicht mehr. Aber... insgesamt nix neues. Was ist also das revolutionäre an dem Artikel? Oder wird nur wieder aufgewärmt?
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
Wildmohn

Re: Bienensterben

#358

Beitrag von Wildmohn »

Das besondere an diesem Artikel ist, dass dieses Problem nun ganz oben angekommen ist und wir Debatten erleben werden, die das Aus von Pestiziden nicht mehr ausschließen... insgesamt eine interessante Entwicklung die da gerade in der Politik abläuft...die Problematik spitzt sich regelrecht zu und es werden endlich handfeste Entscheidungen getroffen,denn der Einsatz von Pestziden ist ein rückschrittliches Vergehen an Mensch und Natur, da gibt es sicher intelligentere Lösungsansätze. Hier gilt es anzusetzen und diese zu entwickeln... und- bzw. auf bestehende Alternativen aufzubauen.
Benutzeravatar
Rohana
Förderer 2018
Förderer 2018
Beiträge: 4787
Registriert: Mo 3. Feb 2014, 20:31
Familienstand: verheiratet
Wohnort: Oberpfalz

Re: Bienensterben

#359

Beitrag von Rohana »

Intelligentere Lösungsansätze die auf Luft und Liebe beruhen, oder auf vagem Gerede? Oder dürfen wir endlich wieder Schulklassen zum Unkrautzupfen rekrutieren? Bedenke, die Menschen brauchen Bewegung... könnte doch die gesamte Bevölkerung pro Woche in der Saison 2h Unkrautzupfen leisten, dann bräuchten wir schon keine Herbizide mehr (und keine Fitnessstudios). Nur die Logistik... naja Haken sind immer dran :michel:
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
Benutzer 6122 gelöscht

Re: Bienensterben

#360

Beitrag von Benutzer 6122 gelöscht »

Hier ist ein ganz aktueller Artikel von heute aus dem Spiegel zum Thema Insektenschutz:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natu ... 32573.html

Erstaunlich finde ich beim Punkt Glyphosat und Insekten, daß von 42 getesteten Pestiziden Glyphosat als am wenigsten toxisch für Bienen befunden wurde? :hmm:

Rohana, die Idee mit dem kollektiven Unkrautzupfen fände ich prinzipiell ganz gut - wenn auch vermutlich utopisch heutzutage. :mrgreen:
Soweit ich weiß gab es doch in der DDR-Kartoffelkäfereinsätze von der Bevölkerung einschließlich Schulkindern. Der Käfer wurde Amikäfer genannt und sollen gerüchtehalber von den bösen Amis mit Flugzeugen über den Kartoffelfeldern der DDR abgeworfen worden sein.
Antworten

Zurück zu „Pflanzen und Garten allgemein“