Glyphosat-Diskussion

Benutzer 4754 gelöscht

Re: Glyphosat-Diskussion

#1621

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

wenn man das Stichwort "Bauer" bringt, je nach Gegend nicht nur schöne Wiesen, sondern eben auch Tierfabriken, stinkende Schweinemästereien und langweiligste Maisfelder in den Sinn. Auch die Tatsache, dass in den intensiv bewirtschafteten Tiefländern nur noch Mineralwasser getrunken werden kann, macht nicht gerade gute Presse.
Wo hast du denn das mit dem Mineralwasser her?
Schweine haben ihren Eigengeruch und glaube mir wenn man die selbe Menge Schweinefleisch in Freilandhaltung erzeugen würde, wären für den 0815 Städter ganze Landstriche "Unbewohnbar" weil es eben nach Schwein riecht
Abluftwäscher sind in den heutigen Schweine und Geflügelställen standt der Technik, das reduziert die Geruchsbelastung auf ein Minimum.
Früher war der Misthaufen in der Hofmitte...
inkl. Fliegen und anderem Ungeziefer...
Ein Beispiel: 1985 wurde mir an der Uni von kompetenter Seite (der Dozent war nicht ganz zufällig auch noch Forschungsleiter in einer der Basler Chemiefirmen) erzählt, biologischer Weinbau sei in Mitteleuropa schlicht unmöglich, weil ohne chemischen Pflanzenschutz gibt es keinen Ertrag.
Womit er ja auch Recht hatte,
Wein ohne Pflanzenschutz gleicht Russischroulette.
Die Bio-Winzer nehmen eben Kupfersalze,
aber auch die laufen unter chemischem Pflanzenschutz ....
Ein Imageproblem, wenn es einmal erkannt ist, kann man nicht beheben, indem man dem Publikum die Kompetenz abspricht, mitzureden.
Warum sollte jemand bestimmen dürfen der keine Ahnung hat?
In meinem Heimatort ist seit über 200 Jahren ein Chemiewerk,
uns hat noch nie jemand gefragt ob wir bewohner die Produktion wollen oder nicht.
Über immer neue Ausbaustufen und Produktionserhöhungen informiert die Werkleitung gerne und Ausführlich,
ich und die knapp 6000 Einwohner meines Heimatortes verlassen uns darauf das die Chemiker und Ingenieure wissen was sie tun.
Schief ging bis jetzt noch nie etwas.

Warum verlässt man sich also nicht auch auf die Landwirtschaft?
Wenn die Aufklärung zudem aus der Presse der Agrochemiefirmen kommt und 1:1 übernommen wird, dann ist es eben nicht Aufklärung, sondern Werbung in eigener Sache.
Frage Mal einen überzeugten BMW- Fahrer warum er sich einen 5er BMW kauft und keine E-Klasse.
Na, das wird auch wie die Werbeabteilung von BMW klingen.
Und warum?
Weil er von seinem BMW überzeugt ist.
Benutzer 72 gelöscht

Re: Glyphosat-Diskussion

#1622

Beitrag von Benutzer 72 gelöscht »

Oelkanne hat geschrieben:Schweine haben ihren Eigengeruch


Wobei ich aus eigener Erfahrung weiß, dass Schweine sehr reinliche Tiere sind und bei Freilandhaltung bzw. genügend Auslauf/Stroh/Schlamm (was auch immer sie "brauchen") viel weniger stinken als z.B. Pferde!
Ich esse gar kein Schweinefleisch, ich mag es nicht.
Oelkanne hat geschrieben:Früher war der Misthaufen in der Hofmitte...
inkl. Fliegen und anderem Ungeziefer...


Bei uns war er hinterm Stall oder ... im "Vorgarten" (halt vorne, zur Straße hin). Aber nie mitten im Hof. Fliegen ja, aber weniger als im Stall, dafür scharrten die Hühner "im Mist" (und bekamen so sicherlich ein sehr artgerechtes Futter).

Ein Beispiel: 1985 wurde mir an der Uni von kompetenter Seite [...] erzählt, biologischer Weinbau sei in Mitteleuropa schlicht unmöglich, weil ohne chemischen Pflanzenschutz gibt es keinen Ertrag.
hm - bei uns kann Wein eigentlich sogar gar nicht wirklich wachsen (und der "Edelwein" hat es bei uns auch nicht geschafft). Direktträger wuchert und trägt sehr viel, absolut gesund ohne dass wir irgendetwas täten. In sonnenbegünstigteren Lagen wird er sicherlich auch süßer als bei uns.
Oelkanne hat geschrieben:Warum sollte jemand bestimmen dürfen der keine Ahnung hat?
Warum sollte jemand bestimmern dürfen, der (eigentlich normale, durchaus berechtigte) wirtschaftliche Eigeninteressen hat?


hab heute beim Gartenarbeiten mal meine Kinder befragt (weil ich es eben so gar nicht kenne), ob sie schon mal erlebt haben, dass ein Kind gemobbt wird, weil es ein Bauernkind ist.
Alle sagten nein - wir halten uns auch am Land in Niederösterreich, manchmal Steiermark/Kärnten auf.
Sie wußten davon auch nichts. Vielleicht gibt es das woanders. :im:

Für mich kann soetwas aber weder ein Argument für noch gegen Glyphosat sein!
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Rohana
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Re: Glyphosat-Diskussion

#1623

Beitrag von Rohana »

emil17 hat geschrieben:Gerüchte und falsche Vorstellungen gedeihen nicht dort, wo umfassend informiert wird.
Jetzt ist bloss das Problem dass die lieben Landwirte eben Landwirtschaft betreiben und nicht den ganzen Tag irgendwo in der Stadt stehen und Leuten erklären wie Landwirtschaft funktioniert. Die Medien, die "aufklären" im Stil von BILD und ähnlichen, die betreiben keine Aufklärung nach Fakten sondern nach Aufmerksamkeitsfaktor, die wollen ja gelesen werden. Und nicht zuletzt sind die wenigsten Konsumenten daran interessiert zu sehen und zu hören wie die landwirtschaftliche(n) Realität(en) aussehen, sondern die meisten wollen hören dass alles so ist wie vor 100 Jahren, frei von allem was Angst macht, idyllisch und schön und dass billig auch guten Gewissens konsumiert werden kann - oder eben, dass die ganze Agrarindustrie böse ist und wir alle sterben werden. Dazwischen gibt es leider Gottes sehr wenig.

In meinem direkten Umfeld versuche ich natürlich Fragen zu beantworten und "Aufklärung" zu leisten, so sie denn gewünscht wird. Ist auch alles recht positiv angekommen bisher, so manches (Vor)Urteil haben wir diskutieren und zumindest teilweise beseitigen können. Auch der Gebrauch von Spritzmitteln lässt sich anhand von Beispielen verdeutlichen und verständlich machen.
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Glyphosat-Diskussion

#1624

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

Warum sollte jemand bestimmern dürfen, der (eigentlich normale, durchaus berechtigte) wirtschaftliche Eigeninteressen hat?
Nein, der genau so wenig wie der dahergelaufene.

Sondern Vater Staat als neutrale Institution.

Aber selbst dessen Neutralität wird mittlerweile von manchen Personen angezweifelt,
stattdessen glauben (nicht wissen) sie irgend etwas anderes.
Griseldis

Re: Glyphosat-Diskussion

#1625

Beitrag von Griseldis »

Oelkanne hat geschrieben: Halte ich mir nun 20 Hühner, brauche ich mindestens 511m² Gemüsegartenfläche um die Menge nicht zu über schreiten!
Viele werden hier 20 Hühner halten, die wenigsten werden aber den Mist auf 511m² verteilen....
Hier wird keiner seine Hühner ausschließlich im Stall halten, sodass die Hühner das meiste ihrer Hinterlassenschaften selber verteilen und da die meisten Hühner hier vermutlich mehr als 25qm Freilauf/Huhn zur Verfügung haben, können die Hühner gar nicht so viel kacken, dass die Fläche überdüngt würde und der wenige Hühnermist, der nachts anfällt, den verkraftet die Anbaufläche der meisten hier locker.
Gelöschter Benutzer 54

Re: Glyphosat-Diskussion

#1626

Beitrag von Gelöschter Benutzer 54 »

dazu kacken sie die jahresmenge nicht auf einmal, sondern verteilen sie auf 365 tage/8760 stunden, die düngestoffe werden dadurch ja auch abgebaut, umgewandelt, verbraucht bevor die nächsten kommen.

das bodenleben wird dadurch aktiver, kriegt ja auch regelmässig nen klecks nachschub, vermehrt sich, baut den dünger schneller ab, wird hungriger, könnte nach ner zeit mehr hühner vertragen und mit dem humusaufbau beginnen.

kleckern statt klotzen hat in der natur viele vorteile. am acker lässt sich in der kulturzeit immer wieder mal n bissl hühnerdreck eher schwer ausbringen, im garten kann man mit den laufend wiederkehrenden kleinportionen aber hervorragend leben im boden (=gesundheit, wachstumskraft, wasserspeicher) heranziehen.
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Glyphosat-Diskussion

#1627

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

kraut_ruebe hat geschrieben:dazu kacken sie die jahresmenge nicht auf einmal, sondern verteilen sie auf 365 tage/8760 stunden, die düngestoffe werden dadurch ja auch abgebaut, umgewandelt, verbraucht bevor die nächsten kommen.

das bodenleben wird dadurch aktiver, kriegt ja auch regelmässig nen klecks nachschub, vermehrt sich, baut den dünger schneller ab, wird hungriger, könnte nach ner zeit mehr hühner vertragen und mit dem humusaufbau beginnen.

kleckern statt klotzen hat in der natur viele vorteile. am acker lässt sich in der kulturzeit immer wieder mal n bissl hühnerdreck eher schwer ausbringen, im garten kann man mit den laufend wiederkehrenden kleinportionen aber hervorragend leben im boden (=gesundheit, wachstumskraft, wasserspeicher) heranziehen.
Ja sicher, das Huhn kackt mehrmals am Tag und nicht zwei mal im Jahr.
Die Summe der Nährstoffmenge/Kotmenge bleibt aber die gleiche ebenso bleibt auch die gesetzliche Grenze die gleiche. Egal ob ich ein zwei drei oder vier Mal im Jahr Mist streue oder das Huhn 3650 Mal im Jahr kackt.
Gelöschter Benutzer 54

Re: Glyphosat-Diskussion

#1628

Beitrag von Gelöschter Benutzer 54 »

die summe, die reinkommt, bleibt gleich.

die menge, die der boden aufbrauchen kann ohne auszuwaschen, wird grösser.
centauri

Re: Glyphosat-Diskussion

#1629

Beitrag von centauri »

@Ölkanne
Hast ja recht, nur der Vater Staat sind eben auch wir. Und wenn alle nun auch die Landwirtschaft subventionieren, dürften auch alle mitreden.
Wenn ein Bauer ohne Zuschüsse wirtschaftet erhebe ich auch gar keinen Anspruch auf Mitbestimmung. So einfach ist das. :aeh:
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Glyphosat-Diskussion

#1630

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

centauri hat geschrieben:@Ölkanne
Hast ja recht, nur der Vater Staat sind eben auch wir. Und wenn alle nun auch die Landwirtschaft subventionieren, dürften auch alle mitreden.
Wenn ein Bauer ohne Zuschüsse wirtschaftet erhebe ich auch gar keinen Anspruch auf Mitbestimmung. So einfach ist das. :aeh:
Die Anspruch auf Bezahlung wird uns gewährt weil Vater Staat und damit auch du mitbestimmt.
Agrarausgleichszahlungen.
Ausgleich von Markterschwernissen
Und wer verhängt diese Markterschwernisse?
Richtig,
Vater Staat und damit auch du.

Ohne Markterschwernisse bräuchte es keine Ausgleichszahlungen,
damit fiele auch die Hühnermist-Diskussion weg :lol:
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