Für einige Zwecke kann und sollte man Glyphosat mit anderen Werkzeugen ersetzen, sicherlich. Es deswegen ganz zu verbieten ist nach wie vor unsinnig und wenn man alle Stoffe verbieten möchte die möglicherweise irgendwie gefährlich werden könnten, dann hat man viel zu tun. Bitte gleich mit Zigaretten und Tabak anfangen, braucht kein Mensch
Glyphosat-Diskussion
- Rohana
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Re: Glyphosat-Diskussion
Vielleicht ist dir entgangen dass mit Glyphosat nicht nur "Arbeit gespart" wird (Ernte"erleichterung" ist schon ziemlich lang nicht mehr legal bei uns). Details wurde hier schon des langen und breiten diskutiert.
Für einige Zwecke kann und sollte man Glyphosat mit anderen Werkzeugen ersetzen, sicherlich. Es deswegen ganz zu verbieten ist nach wie vor unsinnig und wenn man alle Stoffe verbieten möchte die möglicherweise irgendwie gefährlich werden könnten, dann hat man viel zu tun. Bitte gleich mit Zigaretten und Tabak anfangen, braucht kein Mensch
Für einige Zwecke kann und sollte man Glyphosat mit anderen Werkzeugen ersetzen, sicherlich. Es deswegen ganz zu verbieten ist nach wie vor unsinnig und wenn man alle Stoffe verbieten möchte die möglicherweise irgendwie gefährlich werden könnten, dann hat man viel zu tun. Bitte gleich mit Zigaretten und Tabak anfangen, braucht kein Mensch
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
Re: Glyphosat-Diskussion
.....Tabak, schöne Parallele zum Getreide. Das war auch mal eine der wichtigsten HeilpflanzenRohana hat geschrieben: Bitte gleich mit Zigaretten und Tabak anfangen, braucht kein Mensch
http://www.naturheilkraeuter.org/die-ge ... es-tabaks/
- emil17
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Re: Glyphosat-Diskussion
Vielleicht ist dir entgangen, was ich heute morgen um 07:33 geschrieben habe?Rohana hat geschrieben:Vielleicht ist dir entgangen dass ...
Immerhin ist totspritzen eines Ackers vor der Bestellung nicht bloss Bodenschonung und Treibstoffersparnis, sondern eben auch Arbeitserleichterung. Wenn man die Kartoffeln, die ebendieser Acker hervorgebracht hat, in Belgien oder Portugal biliger zu Fritten verarbeiten kann als da wo sie gewachsen sind, dann tut man genau das und kein Schwein fragt nach dem deswegen verbrauchten Treibstoff.
Vielleicht ist dir entgangen dass ich genau das, auch um 07:33 heute, nicht will?Rohana hat geschrieben:Es deswegen ganz zu verbieten ist nach wie vor unsinnig
Aber vielleicht gibt es ein Mittelweg zwischen "einsetzen soviel man will, Hauptsache es rechnet sich" und "ganz verbieten"?
Falls ja, hat der Konsument der so erzeugten Lebensmittel auch was dazu zu sagen, und derjenige, der es unfreiwillig mitisst, weil es inzwischen wirklich überall ist, vielleicht auch?
Bitte beim Thema bleiben, sonst wird das alles noch unübersichtlicher.Rohana hat geschrieben:wenn man alle Stoffe verbieten möchte die möglicherweise irgendwie gefährlich werden könnten, dann hat man viel zu tun.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
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strega
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Re: Glyphosat-Diskussion
bei Zigaretten und Tabak hat die Bevölkerung die Wahl, ob sie das konsumieren will oder nicht. Zumindest so rein theoretisch, abgesehen vom Suchtfaktor.
Bei Lebensmitteln, die mit Glyph und Co. traktiert werden hat sie das eher nicht... denn die breite Bevölkerung hat keinen eigenen Garten und hängt ab von dem was ihr vorgesetzt wird zum Kauf. Steht ja nicht auf der Zutatenliste des Produkts, wann was gepritzt wurde.... wär aber vielleicht gar nicht schlecht wenn das aufgeführt würde?
Und zu was wird gespritzt, wenn nicht zur Arbeitserleichterung und Gewinnmaximierung um jeden Preis???
Bei Lebensmitteln, die mit Glyph und Co. traktiert werden hat sie das eher nicht... denn die breite Bevölkerung hat keinen eigenen Garten und hängt ab von dem was ihr vorgesetzt wird zum Kauf. Steht ja nicht auf der Zutatenliste des Produkts, wann was gepritzt wurde.... wär aber vielleicht gar nicht schlecht wenn das aufgeführt würde?
Und zu was wird gespritzt, wenn nicht zur Arbeitserleichterung und Gewinnmaximierung um jeden Preis???
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- Taraxacum
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Re: Glyphosat-Diskussion
Für die Gesunderhaltung der Kulturen? Gespritzt wird ja nicht stets und ständig Glyphosat auch wenn das der Bevölkerung so verkauft wird. Da werden u.a. Micronährstoffe nach Bedarf der Pflanze gespritzt, Blattdüngung mit NPK... und natürlich gegen diverse Krankheiten. Macht auch ein Biobauer und ein Kleingärtner so. Und nein, die landwirtschaftlichen Flächen sind wirtschaftlich nicht mit irgendwelchen Jauchen und Brühen behandelbar. Es mag auf klitzekleinen Parzellchen funktionieren, aber auf größeren Schlägen von mehreren ha ....? Ein landwirtschaftlicher Betrieb ist nun mal ein gewinnorientiertes Unternehmen auch wenn das hier einige Leute nicht wahrhaben wollen. Keiner arbeitet irgend etwas ohne dass in irgendeiner Form ein Gewinn für ihn daraus entsteht. Sei es der Lohn beim Arbeiter oder der Gewinn eines handwerklichen Unternehmens. Auch der Selbstversorger betreibt die Selbstversorgung nicht aus lauter Langeweile. Sein Lohn: hochwertige Lebensmittel für sich.
Was mich immer traurig macht: es sind immer die Bauern schuld, dabei sind es die Agrarkonzerne, die die besseren Lobbyisten haben, die die meisten Fördermittel einsacken, die rücksichtslos maximale Rendite erwirtschaften wollen/müssen. Ein Bauer, der von seinem Land/Tieren lebt, leben muss, wird es ganz anders behandeln als ein Konzern, der die Interessen der Anleger nach Maximalrendite befriedigen muss. Das wird hier leider kaum so thematisiert und ständig vermischt. Was passiert denn, wenn die kleinteilige Landwirtschaft ausstirbt, die Nahrungsmittelerzeugung ist dann in der Hand von weltweit tätigen Agrarkonzernen wie zum Beispiel Nestle. Unser Essen kommt dann entweder aus dem Ausland, wo sich die Erzeuger einen Dr..k scheren, was Umwelt- & Hygienestandarts angeht, wo die Arbeiter maximalst ausgebeutet werden oder aus dem Chemiebaukasten. Hauptsache das Zeug im Supermarkt ist schön billig......
Was mich immer traurig macht: es sind immer die Bauern schuld, dabei sind es die Agrarkonzerne, die die besseren Lobbyisten haben, die die meisten Fördermittel einsacken, die rücksichtslos maximale Rendite erwirtschaften wollen/müssen. Ein Bauer, der von seinem Land/Tieren lebt, leben muss, wird es ganz anders behandeln als ein Konzern, der die Interessen der Anleger nach Maximalrendite befriedigen muss. Das wird hier leider kaum so thematisiert und ständig vermischt. Was passiert denn, wenn die kleinteilige Landwirtschaft ausstirbt, die Nahrungsmittelerzeugung ist dann in der Hand von weltweit tätigen Agrarkonzernen wie zum Beispiel Nestle. Unser Essen kommt dann entweder aus dem Ausland, wo sich die Erzeuger einen Dr..k scheren, was Umwelt- & Hygienestandarts angeht, wo die Arbeiter maximalst ausgebeutet werden oder aus dem Chemiebaukasten. Hauptsache das Zeug im Supermarkt ist schön billig......
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Benutzer 4754 gelöscht
Re: Glyphosat-Diskussion
Es muss keiner in Deutschland normal erzeugte Lebensmittel kaufen,strega hat geschrieben:bei Zigaretten und Tabak hat die Bevölkerung die Wahl, ob sie das konsumieren will oder nicht. Zumindest so rein theoretisch, abgesehen vom Suchtfaktor.
Bei Lebensmitteln, die mit Glyph und Co. traktiert werden hat sie das eher nicht... denn die breite Bevölkerung hat keinen eigenen Garten und hängt ab von dem was ihr vorgesetzt wird zum Kauf. Steht ja nicht auf der Zutatenliste des Produkts, wann was gepritzt wurde.... wär aber vielleicht gar nicht schlecht wenn das aufgeführt würde?
Und zu was wird gespritzt, wenn nicht zur Arbeitserleichterung und Gewinnmaximierung um jeden Preis???
dazu braucht es keinen eigenen Garten,
man muss nur in das andere Supermarktregal greifen.
gaaaaanz einfach.
Wozu?
zur Qualitätssicherung.
Mycotixin belastetes Getreide ist Sondermüll.
Schorfige Äpfel und löchrigen Salat Kauft keiner,
bzw das stößt der Handel
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Benutzer 72 gelöscht
Re: Glyphosat-Diskussion
Wieso vermischt du das alles?Taraxacum hat geschrieben:Ein landwirtschaftlicher Betrieb ist nun mal ein gewinnorientiertes Unternehmen auch wenn das hier einige Leute nicht wahrhaben wollen. [....] Das wird hier leider kaum so thematisiert und ständig vermischt. Was passiert denn, wenn die kleinteilige Landwirtschaft ausstirbt, [....] Hauptsache das Zeug im Supermarkt ist schön billig......
Niemand hier startet eine Petition für "mehr Großkonzerne in der Lebensmittelerzeugung" - ganz im Gegenteil, ich denke, das Befürworten von Spritzmittel dient eher den Großkonzernen...
Und gerade jetzt in den letzten postings ging es nicht wirklich um ein Totalverbot.
Geht es nicht um die Schädlichkeit oder Nicht-Schädlichkeit von Glyphosat?
Und dass es "Hauptsache billig" sein soll, wollte schon gar niemand hier.
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Benutzer 72 gelöscht
Re: Glyphosat-Diskussion
Gibt es? Wie könnte der aussehen?emil17 hat geschrieben:Aber vielleicht gibt es ein Mittelweg zwischen "einsetzen soviel man will, Hauptsache es rechnet sich" und "ganz verbieten"?
Wäre das nicht eine Lösung??
Das Glyphosat der Natur nützt, das glaube ich schlicht und einfach nicht - nein, nicht so wie in der Kirche.emil17 hat geschrieben:Ich habe in dieser Diskussion wiederholt gesagt, dass ich es vertretbar finde, z.B. hartnäckige Stockausschläge von Gehölzen durch gezielte Einzelpflanzenbehandlungen mit Herbiziden zu bekämpfen. Daraus kann man nicht mit dem "alles ist Gift" ableiten, dass man es folglich auch grossflächig ausbringen darf, bloss um Arbeit zu sparen.
Ich glaube es denen nicht, die es behaupten, weil ich weiß, dass es anders ist.....
- Taraxacum
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Re: Glyphosat-Diskussion
@ Ina: auch der kleinste Bauer hat ein landwirtschaftliches Unternehmen. Ist halt so
Und auch er muss wirtschaftlich arbeiten, sonst ist er ganz schnell weg vom Fenster. Einige Bauern, die ich kenne und die so einen "Bilderbuchbauernhof" haben in Süddeutschland / Österreich schaffen das nur mit Quersubventionen durch Tourismus und/oder unselbständiger Arbeit in der Industrie oder eben bei den Agrarunternehmen und der eigene Hof wird nur noch im Nebenerwerb bewirtschaftet. Der Hof selber trägt sich schon lange nicht mehr selbst allein. Schade drum aber ich glaube nicht, dass diese Entwicklung der Landwirtschaft wieder zurückgedreht werden kann. Dazu sind die Konzerne/Handel schon zu mächtig geworden und dem Verbraucher ist es in der Regel schlicht egal, woher seine Nahrung kommt. Hauptsache billig. Wir hier besetzen eine kleine Nische. Wir können nur durch Aufklärung und vormachen einige wenige um Umdenken anregen. Die breite Masse aber eher nicht. Da ist die 3. Flugreise im Jahr oder das neue Smartphon wichtiger als naturnah erzeugte Lebensmittel. Da darf die Hähnchenkeule nur max. 1€ kosten. Stadt und Land sind schon viel zu weit auseinander gedriftet. Ich glaube nicht, dass dieser Graben jemals wieder geschlossen werden kann. Die Medien tun da schon genug dazu. Falls Glyphosat wirklich verboten wird, kommt ein anderes Mittel auf den Markt. Wie sich das dann auf die Umwelt auswirkt? Kapitalismus funktioniert nun mal so. Da ist kein Platz für Romantik.
- emil17
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Re: Glyphosat-Diskussion
Lieber Löwenzahn,
ich befürchte, dass du Recht hast.
Bis auf die letzten Sätze:
"Den Kapitalismus" als gemeinsamen Nenner gibt es nicht, es gibt bloss gemeinsame oder unterschiedliche Interessen. Mein Freund wird morgen mein Feind sein, wenn er damit mehr Geld machen kann. Jeder gegen jeden kann kein Modell für eine zukunftsfähige Gesellschaft sein, und ein Naturgesetz ist es auch nicht. Das haben die Neodarwinisten aus dem von ihnen stets falsch zitierten Satz von Darwin "survival of the fittest" gemacht - korrekt übersetzt würde diese Stelle so ähnlich wie "im sich Behaupten gegen die Widerwärtigkeiten des Alltags" lauten, und daraus lässt sich viel besser eine kooperierende Gesellschaft mit gemeinsam definierten Zielen als ein Kampf jeder gegen jeden ableiten. Das war auch die Urform des menschlichen Zusammenlebens über Zehntausende von Jahren.
Was ist das denn für eine Gesellschaft, wo alle müssen, aber keiner will, und jeder betont, dass er nur Opfer ist? Was ist das für eine Berufsehre, wo man sich zwar als Unternehmer sieht, aber null unternehmerische Freiheit hat? Wo man Waren auf eine Weise erzeugt, die man selber nur vertreten kann, weil man muss? Lebt man fürs Geld oder braucht man Geld, um zu leben?
Mit anderen Worten, ein Teil der Kosten der "normal" erzeugten Nahrungsmittel sind nicht im Warenpreis enthalten, sondern werden als Kollateralschaden der Allgemeinheit und den zukünftigen Generationen überlassen. Das funktioniert auch bei der Atomenergie und beim Billig-Flugverkehr so. Es ist trotzdem unfair.
(Es ist übrigens seltsam, dass eine Produktion von Nahrungsmitteln, die nur mit derart hohen Aufwandmengen von Kunstdünger und Agrochemikalien funktioniert, einfach mal als normal bezeichnet wird - normal wäre eigentlich etwas anderes).
Jede nicht nachhaltige Produktion von was auch immer ist eine Anleihe an die Umwelt und an die Zukunft, für die die Gesellschaft haftet. Gegen diese Art Trittbrettfahrerei kann eigentlich nur der Gesetzgeber an, und es ist eine seiner ureigensten Aufgaben, für alle gleiche Bedingungen zu schaffen und zu erhalten.
Deshalb müsste man auch die Einfuhr ausländischer Produkte verbieten, die unter Bedingungen oder mit Methoden hergestellt werden, die im Inland nicht zulässig sind, denn das ist unfaire Konkurrenz. Genau darum sind ja diese Welthandelsabkommen so faul, denn das wird darin ausgeschlossen. Zudem werden in diesen Handelsabkommen Koppelgeschäfte und Quersubventionen ausgeschnapst (wir lassen billiges Importfleisch rein, damit wir mehr Autos exportieren können), die auch wieder unfair sind.
ich befürchte, dass du Recht hast.
Bis auf die letzten Sätze:
Wenn man Geld als einzigen Wertmasstab akzeptiert, hast du auch da noch Recht.Kapitalismus funktioniert nun mal so. Da ist kein Platz für Romantik
"Den Kapitalismus" als gemeinsamen Nenner gibt es nicht, es gibt bloss gemeinsame oder unterschiedliche Interessen. Mein Freund wird morgen mein Feind sein, wenn er damit mehr Geld machen kann. Jeder gegen jeden kann kein Modell für eine zukunftsfähige Gesellschaft sein, und ein Naturgesetz ist es auch nicht. Das haben die Neodarwinisten aus dem von ihnen stets falsch zitierten Satz von Darwin "survival of the fittest" gemacht - korrekt übersetzt würde diese Stelle so ähnlich wie "im sich Behaupten gegen die Widerwärtigkeiten des Alltags" lauten, und daraus lässt sich viel besser eine kooperierende Gesellschaft mit gemeinsam definierten Zielen als ein Kampf jeder gegen jeden ableiten. Das war auch die Urform des menschlichen Zusammenlebens über Zehntausende von Jahren.
Geld über alles andere stellen muss keiner, es wird bloss immer nur vorgeschoben. Auch die, welche mitmachen müssen, um zu überleben, haben noch Entscheidungsfreiheit, wenn sie nur wollen.Unsere Taten müssen vor allem ein Ausdruck der Freiheit sein, sonst gleichen wir Rädern, die sich drehen, weil sie von außen dazu gezwungen werden. (Mark Twain)
Was ist das denn für eine Gesellschaft, wo alle müssen, aber keiner will, und jeder betont, dass er nur Opfer ist? Was ist das für eine Berufsehre, wo man sich zwar als Unternehmer sieht, aber null unternehmerische Freiheit hat? Wo man Waren auf eine Weise erzeugt, die man selber nur vertreten kann, weil man muss? Lebt man fürs Geld oder braucht man Geld, um zu leben?
So einfach ist das nicht, denn die Nachteile des hemmungslosen Chemikalieneinsatzes in der Nahrungsmittelproduktion treffen alle. Wäre dem nicht so und das Zeug wäre wirklich harmlos, dann wäre es ja egal.Oelkanne hat geschrieben:Es muss keiner in Deutschland normal erzeugte Lebensmittel kaufen,
dazu braucht es keinen eigenen Garten,
man muss nur in das andere Supermarktregal greifen.
gaaaaanz einfach.
Mit anderen Worten, ein Teil der Kosten der "normal" erzeugten Nahrungsmittel sind nicht im Warenpreis enthalten, sondern werden als Kollateralschaden der Allgemeinheit und den zukünftigen Generationen überlassen. Das funktioniert auch bei der Atomenergie und beim Billig-Flugverkehr so. Es ist trotzdem unfair.
(Es ist übrigens seltsam, dass eine Produktion von Nahrungsmitteln, die nur mit derart hohen Aufwandmengen von Kunstdünger und Agrochemikalien funktioniert, einfach mal als normal bezeichnet wird - normal wäre eigentlich etwas anderes).
Jede nicht nachhaltige Produktion von was auch immer ist eine Anleihe an die Umwelt und an die Zukunft, für die die Gesellschaft haftet. Gegen diese Art Trittbrettfahrerei kann eigentlich nur der Gesetzgeber an, und es ist eine seiner ureigensten Aufgaben, für alle gleiche Bedingungen zu schaffen und zu erhalten.
Deshalb müsste man auch die Einfuhr ausländischer Produkte verbieten, die unter Bedingungen oder mit Methoden hergestellt werden, die im Inland nicht zulässig sind, denn das ist unfaire Konkurrenz. Genau darum sind ja diese Welthandelsabkommen so faul, denn das wird darin ausgeschlossen. Zudem werden in diesen Handelsabkommen Koppelgeschäfte und Quersubventionen ausgeschnapst (wir lassen billiges Importfleisch rein, damit wir mehr Autos exportieren können), die auch wieder unfair sind.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
