Sparen durch Selbstversorgung

centauri

Re: Sparen durch Selbstversorgung

#161

Ungelesener Beitrag von centauri »

@Pitu
Ach ich hacke nicht auf Ina rum. Ich versuchte nur etwas grade zu rücken. Was so jeder macht ist mir eigentlich egal, nur manche Aussagen stimmen eben nicht so Pauschal. So nach dem Motto, es geht bei mir nicht anders weil ich Kinder habe. Andere Leute haben auch welche (oder gehabt).
Doch es geht vieles anders wenn man sich nicht selbst im Wege steht und sich auch Gedanken darüber macht. ;)
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Anne_with_a_B
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Re: Sparen durch Selbstversorgung

#162

Ungelesener Beitrag von Anne_with_a_B »

'Tschuldigung dass ich eine Grundsatzdiskussion losgetreten habe! :eg:
Ich zumindest habe auf den letzten Seiten viel gelernt und viel Stoff zum nachdenken bekommen, dafür danke!
Ich möchte später nicht mit einem vollen Konto auf ein leeres Leben zurückblicken.
centauri

Re: Sparen durch Selbstversorgung

#163

Ungelesener Beitrag von centauri »

Ach Anne solche Diskussionen gibt es hier des öfteren. Liegt nur daran das hier viele Lebensmodelle aufeinander treffen. Wie im richtigen Leben eben auch. ;)
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65375
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Re: Sparen durch Selbstversorgung

#164

Ungelesener Beitrag von 65375 »

centauri hat geschrieben:Und genau da fängt die Sache an zu hinken. Wieso stellt ihr eure Obstbäume, Beerensträucher und Weinreben nicht selber her? Würde sich doch auch lohnen. ;)
Äh, wer sagt, daß die angesprochenen das nicht tun?
Ich jedenfalls mache es zum Teil so. Beerenstäucher kaufen ist Quatsch, die werden eh immer mal geschnitten, da fällt genug Vermehrungsmaterial an. Obstbäume veredeln ist nicht ganz so leicht, wenn man bestimmte Sorten haben will, aber mit ein bißchen Rumfragen hat man auch da gute Chancen.
Einen Apfelbaum habe ich gekauft, den hat die Baumschule für jemanden hier im Ort vermehrt. Es ist die Sorte, die wir hier im Garten, die aber leider verpilzt war; also vermutlich ein "Bruder" unseres Baumes. Die eine Sorte soll aber auf dem Baum nicht alleine bleiben.
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Maisi
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Re: Sparen durch Selbstversorgung

#165

Ungelesener Beitrag von Maisi »

Auf die Frage gibt es eigentlich kein richtig oder falsch als Antwort, weil sie komplett von den individuellen Lebensumständen abhängt. Ich persönlich spare viel mit SV, habe aber das Glück, daß ich keine nennenswerten Ausgaben im Vorfeld hatte, um damit überhaupt anzufangen. Sprich, der Grund und Boden, viele Gerätschaften usw. das war bereits da und in meinem Besitz, weil ich es so geerbt habe. Mit den Lebensmitteln, die ich mir anbaue, komm ich mittlerweile recht weit und ja, ich spare damit richtig. Ich bin in Gelddingen sehr diszipliniert und kann daher genau sagen, daß mein monatliches notwendiges Budget (nennen wir es ruhig mal ganz altmodisch Haushaltsgeld) im Vergleich zu vor 5 Jahren noch etwas weniger als ein Drittel beträgt.
Was ich jetzt aber sicher nicht mache, daß ich kucke, was beispielsweise im Laden oder auf dem Markt Himbeeren kosten und rechne dann aus, was ich spare, wenn ich bei mir 20 kg Himbeeren ernte. Denn: ich würde mir ja im Leben keine 20 kg Himbeeren kaufen, wenn ich sie nicht im Garten hätte!

Ich hatte einen alten Gemüsegarten übernommen, der schon immer der Selbstversorgung diente. Mords Ausgaben für z.B. Beerensträucher fielen da nicht an, das meiste war schon da. Ein paar Sachen hab ich ausgetauscht, da bekam ich zum Teil die Pflanzen aber auch wieder geschenkt von Leuten, die sie los haben wollten. Den zweiten Garten hab ich selbst angelegt, nach und nach ganz altmodisch mit dem guten alten Spaten. Keine Kosten für ne Maschine, nur Schweiß und Muskelkraft. Meine Gemüsepflanzen ziehe ich mir selbst, zum Teil aus eigenem Saatgut, teilweise kaufe ich es. Ist immer noch viel billiger als Setzlinge.
Die Streuobstwiese, wo meine Hühner laufen, gehört nem Freund von mir; mit ihm hab ich die Hühner zusammen, die Futterkosten teilen wir uns. Ich brauch keine Pacht für die Wiese zu bezahlen, ich kümmer mich ein wenig darum und darf dafür auch im Herbst die ganzen Äpfel ernten, weil er gar keine Zeit dafür hat und froh ist, wenn er sie nicht zusammenlesen muß.
Das Brennholz kommt auch aus dem eigenen Wald, wir haben einige Hektar, und schon als Kinder mußten wir mit zum Holz machen, da gabs gar keine Diskussion und ich kenn es auch nicht anders, als daß man für ne warme Stube erstmal kräftig schwitzen muß.

Somit kann ich für mich sagen: ja, ich persönlich spare damit richtig Geld. Hätte ich aber erst viel Geld in die Hand nehmen müssen, um das erst alles zu kaufen, dann kann ich nicht sagen, ja ich spare was, weil ich jetzt nur noch Summe X im Monat fürs Essen brauche, hab dafür aber ein vielfaches von X im Vorfeld bereits ausgegeben.

Ich mache es aber nicht in erster Linie wegen des Geldes, sondern weil es mir Freude macht und es mir auch ein Bedürfnis ist, mit den Händen im Boden zu wühlen, zu ernten, einzukochen. Und auch die Vorfreude, wenn man weiß, boah, bald gibts endlich mal wieder frische Tomaten. Neulich der Biß wieder in den ersten Apfel seit einigen Monaten, himmlisch. Natürlich hätte ich mir nach den letzten verschrumpelten Dingern auch immer wieder Äpfel kaufen können, aber ich muß nicht immer alles jederzeit haben können. Ich kann warten und mich darauf freuen. Und dann genießen. Oder das Gesicht verziehen und den Wurm ausspucken :aeh:
Benutzer 72 gelöscht

Re: Sparen durch Selbstversorgung

#166

Ungelesener Beitrag von Benutzer 72 gelöscht »

centauri hat geschrieben:So nach dem Motto, es geht bei mir nicht anders weil ich Kinder habe. Andere Leute haben auch welche (oder gehabt).
Doch es geht vieles anders wenn man sich nicht selbst im Wege steht und sich auch Gedanken darüber macht.
Dass das ein Missverständnis ist, ist bei dir noch nicht angekommen? :hmm:
NEIN! Es ist nicht wegen meiner Kinder so, es ist wegen meiner Art.
Ich steh mir selber im Weg, wenn es um´s klassische Karrieremachen geht - hat viele Gründe, unter anderem weil ich nicht so eine Ellenbogenmentalität habe und des öfteren im Stillen arbeitete und andere dafür die Lorbeeren einheimsten. Ich war auch Bürogehilfin und hab als solche fast alles gemacht, auch kompliziertere "geheime" Auswertungen - das war ein Trara, wie der Chef da drauf gekommen ist, dass meine direkten Vorgesetztenm das mich machen lassen haben :lol:
hab dort viel gelernt, eine Erfahrung, die ich nicht missen will - aber so macht man nicht Karriere ;)
nette Menschen, meine Kollegen aber halt faul und ich hatte nie ein Problem damit, weil ich wenn ich arbeite gerne arbeite. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum ich das Aufrechnen der Zeit, die ich in SV investiere nicht ganz verstehe....


Wo hört Freizeit auf, wo fängt Arbeit an??

ist nicht das ganze einfach "Lebenszeit"?


centauri hat geschrieben:Ich mache grundsätzlich nichts was ich praktikabel und wirtschaftlich nicht machen kann und andere besser machen können weil deren Voraussetzungen für diesen Fall besser sind.
Mein Mann tut selber Bäume fällen und auch "klettern", ich verrate jetzt lieber nicht, wie :duckundweg:
Ich glaube aber man darf bei der ganzen Diskussion nicht vergessen, dass es andere Kulturen und andere Mentalitäten gibt, als die des deutschen Michels (den ich persönlich auch sehr schätze!) - so von wegen Sicherheit und Umgang mit Vorschriften....
Aber manche Dinge täten wir nie selber machen - zum Beispiel... Moment mal, ich muss nachdenken :kaffee:

Tauschen ist toll und gehört zur Selbstversorgung dazu! :daumen:
Für meine Rente muss ich schon auch etwas tun.
Möchte dann nicht nur auf die Solidarität der anderen angewiesen sein.
Als alter Mensch ist man auf Solidarität angewiesen - so sind wir Menschen eben, keine Einzelkämpfer eigentlich.
Mich hat es sehr fasziniert, dass die Familie eines Freundes ohne groß zu fragen, eine "Oma" adoptiert hat, denn diese alte Frau war alleine und konnte jetzt in der Familie mitleben...
Man kann nicht nur Kinder adoptieren ;)
Selbstversorgung ist kein Beruf und kein Job.
wirklich?

Ich trage auf Formularen beim Feld "Beruf" immer Hausfrau ein - kommt sogar mir altbacken vor, aber anders kann man es nicht ausdrücken.
Früher war das auch ein anerkannter Beruf - noch zu Zeiten meiner Eltern.
Nur dass das nicht ganz vergessen wird. :flag:

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sinnvolle Altersvorsorge?
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Maeusezaehnchen
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Re: Sparen durch Selbstversorgung

#167

Ungelesener Beitrag von Maeusezaehnchen »

Nachdem ich inzwischen das 27. Arbeitsjahr begonnen habe und erst 41 Jahre alt bin (ja, ich hab mit 15 eine Lehre gemacht) und bis vor 12 Jahren im Schnitt 70 Stunden die Woche als Bauleitung. In der Karenz hab ich nach 6 Monaten wieder für ein paar Stunden in der Firma gearbeitet. Um auch Zeit für die Kinder zu haben hab ich meine Arbeit auf 1/2 Arbeitsverpflichtung reduziert. Mit 2 Kindern, einem großen Haus mit SV-Garten und viel Zeit für Familie und Freunden ist die Zeit voll ausgefüllt.

Für den Garten gibt es keine so großen anschaffungskosten. Man muss nicht das sündhaft teure Gewächshaus haben. Ein einfacher selbt gebauter Folientunnel tut es aus. Für die Aufzucht hab ich meine Pflanzen inter der Wohnzimmerbank. Das kostet nix mehr. Und ich hab inzwischen einige Abnehmer für Pflanzen womit ich die Kosten für ein paar Samen (die ich nicht selbst ziehe weil zu aufwendig) und Anzuchterde locker herinnen sind.

Und dass ich die ganzen Stunden für die SV in der Firma verbringen würde kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Mit der reduzierten Arbeit ist mehr als genug Geld da und mein Mann arbeitet ja auch. Wir kommen mehr als locker mit dem Geld aus. Den großen 3-Woche-Palmenurlaub will von uns keiner... doch lieber mit dem Wohnwagen oder in einer Ferienwohnung in der Nähe. Die Kindern bekommen auch so gut wie alles was sie brauchen (oder sich wünschen) und können auch jederzeit ins Kino oder mal Shoppen gehen ohne dass wir lange auf alles verzichten müssen.
Haus und Grund gehören auch schon längst uns (nicht der Bank). Und wie so viele schon einen Kredit aufnehmen müssen nur weil die Waschmaschine kaputt ist kann ich mir schon gar nicht vorstellen.

Und trotzdem machen wir SV.... aus Überzeugung dass wir diese Qualität nicht so leicht bekommen und dies dann richtig teuer ist.
Das ich heuer mitschreibe wie viel ich in Bio-Ware ausgeben würde hat mit dem Artikel über die Ami-Familie zu tun (400qm Garten - 2,7 Tonnen Gemüse) weil ich gerne wissen will wie viel ich wirklich ernte. Und da ich das schon alles wiege kann ich mir auch mal anschauen wie viel das in Bio auch kosten würde.
Auch wenn ich dann vieleicht von dem einen nicht so viel kaufen würde braucht man ja trotzdem was und das wäre auf jeden Fall auch Bio-Ware oder vom Bauernmarkt (die sind bei uns teilweise noch teurer). Diese zu tote gespritzten spanischen Giftprodukte kommen mir auf jeden Fall nicht auf den Tisch.

Und die Zeit für ein Hobby hochzurechnen kommt mir ja schon gar nicht in den Sinn. Wer rechnet die Zeit wenn er zB beim Tennislehrer eine Menge Geld liegen lässt? Gartenarbeit ist sehr entspannend - vor allem Geistig. Damit müsste man ja schon fast die Ersparnis für einen Psychiater einrechnen. Das tägliche Workout ist im Garten auch billiger als beim Trainer.
Also :ua: man kann alles übertreiben.

Also.... Sparen mit der SV ist immer Ansichtssache.
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Sonne
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Re: Sparen durch Selbstversorgung

#168

Ungelesener Beitrag von Sonne »

Maeusezaehnchen hat geschrieben: Das ich heuer mitschreibe wie viel ich in Bio-Ware ausgeben würde hat mit dem Artikel über die Ami-Familie zu tun (400qm Garten - 2,7 Tonnen Gemüse) weil ich gerne wissen will wie viel ich wirklich ernte.
Echt? Machst du das? Würde ich auch gerne. Aber ich glaube, da bin ich nicht diszipliniert genug.

Eigentlich wollte ich heuer mal aufschreiben, was ich so für den Garten ausgebe, finanziell. Aber das ist auch eingeschlafen.
Vielleicht aktiviere ich das wieder. Das ist etwas leichter als alles zu wiegen.

Naja...wenn man Familie Dervaes, Sepp Holzer oder Peter Kaiser und anderen Glauben schenken darf, bauen sie auf wenigen Quadratmetern 10x mehr an als andere auf 10fach größeren Feldern bzw Gärten.

Ich kann mir zwar nicht vorstellen, so wie Kaiser 7fach auf einem Beet zu ernten. Aber vielleicht 3-4fach.

Und so kann ich mir vorstellen, dass man durchaus mit einem Gewinn ernen kann, der sich auch im Geldbeutel niederschlägt.

Allerdings: Arbeitszeit sollte man in diese Rechnung ehr nicht einbringen. Dann geht die Bilanz mit Sicherheit den Bach runter.

Mich würde schon sehr interessieren, wie das Konzept dieser Ertragswundergärtner genauer ausschaut.

Haben die einen genauen Plan oder sind sie immer auf dem Sprung entstehende Lücken sofort mit neuen Pflanzen oder Saatgut zu füllen?
Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte; und siehe da, es war sehr gut. 1. Mose 1, 31
hobbygaertnerin
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Re: Sparen durch Selbstversorgung

#169

Ungelesener Beitrag von hobbygaertnerin »

Sepp Holzers Anbau hab ich mir persönlich angesehen, seine Vielfalt und die Fruchtbarkeit fand ich in grossen Hügelbeeten, die Verrottungswärme und die Nährstoffe dort haben selbst in diesem "Kälteloch" seine Wirkung.
Um diese extreme Fruchtbarkeit wie man bei Fam. Dervaes oder Kaiser in diversen Filmen sieht- zu haben, ist ein anderes Kompostmanagement und -ausbringmengenverhalten nötig. Zumindest aus meiner Sicht.
Um Humusaufbau und sehr gute Ernten zu erzielen ist ein Hoch- bzw. Bankbeet auch ein guter Weg, Komposttee, Terra Preta, verschiedene Jauchen..........
Ich hab mit SV angefangen, um zu sparen, aber in anderer Hinsicht- es war das erfüllende und beglückende Gefühl, im Garten draussen so eine Art Wiener Naschgarten bzw. Viktualienmarkt selbst haben zu können, mit wenig Geld und dennoch die Fülle und den Reichtum zu geniessen. Trauben frisch vom Strauch, ausgereifte 'Pfirsiche, Nektarinen, Aprikosen vom Baum, Beeren fast die ganze Zeit über im Garten ernten zu können, aus einer Fülle von Kräutern mal schnell was holen zu können, mit der Schüssel auf Suche nach einer Mahlzeit im Garten gehen zu können, Sortenvielfalt und Geschmack in anderer Art und Weise wie das, was in den Discountern zu kaufen ist, geschmacklich zu erleben
Dann kam die Neugierde hinzu, wie man eben so wie die Dervaes oder Andere diese sagenhafte Fülle und Fruchtbarkeit erreichen könnte.
Ohne die segensreiche Wirkung von Hühner und Taubenmist hätte ich das nicht hinbekommen und 3 mal ernten ist in meinen Augen für unser Klima schon ein Gewinn. Verfrühung mit Gartenvlies, Bewässerung, im Herbst wieder mit Vlies für die Verlängerung der Gartensaison zu sorgen, mit Jungpflanzen die Zeit auf den Beet verkürzen,......
ich denke mir da wird es noch viele Möglichkeiten geben, die ich noch gar nicht weiß und kenne.
Die Frage ob und was man sich mit SV spart- kann ich leider nicht so ganz beantworten.
Bei den Bienen hab ich einiges in Euros und Zeit investiert, dafür könnte ich mir sicher viele, viele Jahre den besten Honig vom Imker kaufen, aber die Freude und das Erleben mit den Bienen kann ich mir nicht kaufen.
Die ersten Radieschen, der erste Salat im Frühjahr, die schönen Tomaten von den Sträuchern pflücken, sie sonnenwarm geniessen zu können, die Eier von den Hühnern jeden Morgen zu holen, sich mit der Tasse Tee aus der eigenen Teefarm :-) im Garten zu einer Pause hinsetzen zu können, die ersten Klaräpfel für Kuchen, Kompott und Apfelstrudel zu holen,
Versuche mit Kompost und anderen Möglichkeiten, um für eine gute Fruchtbarkeit und Wachstum im Garten zu sorgen,
die Liste der positiven Möglichkeiten von einer SV ist für jeden vermutlich anders.
Wenn von Honigkunden zurückkommt- dass der Honig sehr gut schmeckt, oder dass z.B. meine Eier eine ganz besonders guten Geschmack haben und noch viele solch kleiner Rückmeldungen, dann gibt mir das sehr viel zurück.
Ob man davon leben kann, da wäre ich vorsichtig, aber man braucht in unserer Zeit - wo man ständig dafür eingespannt wird, zu kaufen, zu konsumieren- seinen 2. Hunger nicht mit diesen Anforderungen stillen, sondern bekommt ihn mit der Freude am eigenen Erleben, am Genuss in guter Weise erfüllt.
Was mir auch aufgefallen ist, es ist eine Sichtweise-
früher war es auf dem Land vermutlich auch in der Stadt einfach total normal und unerlässlich, sich grösstenteils selbst zu versorgen, in Notzeiten überlebenswichtig, dann kam die Veränderung, man wurde belächelt und für rückständig angesehen.
Aber in so manchem Kurs wurde mir von Leuten, die ihr eigenes Bier brauen, ihre Pilze selbst heranziehen wollen, ihren eigenen Wein machen, das Brot selbst backen, voller Stolz erzählt, durfte mir tolle Fotos von Brau-, Back-, und sonstigen Sachen anschauen und habe gemerkt, es ist auch eine Art - die einen haben ein tolles Auto, andere erzählen von Reisen in alle Ecken und Enden der Welt und ein paar Leute sind auf den Geschmack des eigenen Tuns gekommen.
Uner Augenarzt hat einen tollen Garten mit Bienenhaltung, der Orthopäde meines Mannes macht seine eigenen Würste, Geräuchertes, Pasta, der Hausarzt erzählt immer von seiner Freude mit dem eigenen Wald und wie schön es ist, im Winter das Haus mit dem selbstgeschlagenen Holz zu heizen.
Es ist eine kleine Minderheit, aber um zur Quelle zu gelangen musss man gegen den Strom schwimmen.
Womöglich gibt es hochglanzbebilderte Zeitschriften über SV, aber wer selbst das Wunder, wie aus einem Hühnerei ein Küken herausschlüpft und von seiner Hühnermama bestens versorgt und behütet wird, erlebt hat, wie aus dem kleinen unscheinbaren Samenkorn ein Keimling, ein Pflänzchen heranwächst, wie man dann aus der reifen Frucht wieder Samen gewinnen kann, wie eine Schüssel Äpfel, Pfirsiche, Quitten einen ganzen Raum beduften, wie zartschmelzende Birnen nachgereift - wenn sie rechtzeitig vom Baum geplückt worden sind, schmecken,
wer solche kleinen oder grossen Geheimnisse für sich entdeckt-
braucht nicht mehr mit Stundenlöhnen usw. herumrechnen.
Man kann vieles berechnen, es gibt für alles seinen Preis- aber es lässt sich nicht in allem der Wert berechnen.
Deswegen mache ich es, sicher aus noch vielen, vielen anderen Gründen.
Aber ich habe mir abgewöhnt, auszurechnen, was ich dabei verdient habe, ich mache es für mich, ein paar Menschen um mich herum haben eben das Glück auch davon zu profitieren.
Dafür brauche ich kein Fitnesstudio, muss nicht Shoppen als Freizeitvergnügen betreiben, die Ausgaben für die Freizeit halten sich auch in Grenzen, ich brauch auch keinen Delikatessenladen, weil ich mir aus dem, was vor Ort wächst, das in der Regel selbst herstellen kann.
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si001
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Re: Sparen durch Selbstversorgung

#170

Ungelesener Beitrag von si001 »

:daumen:
Viele vor dir haben versucht, das auszudrücken, was du (mal wieder genial und ausfühlich) beschrieben hast.
Liebe Grüße, si001!
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