Vögel füttern im Winter versus Vogelschutz

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Lometas
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Re: Vögel füttern im Winter versus Vogelschutz

#121

Beitrag von Lometas »

Wir füttern die Vögel kaum mit extra Futter, haben freilaufende Hühner, die bekommen draußen ihr Getreideschrot, die Spatzen warten auch drauf.
Der Garten wird im Herbst nicht ausgeräumt, rundum auf dem 10 Morgen Grundstück gibt es zahlreiche Wildstauden und heimische Sträucher, mehrere Laubhaufen/Reisighaufen und Totholz,viele Rankgewächse an Haus und Scheune, rauhe Bretter am Stall, ein paar alte Bäume, Brennholzstapel. Die Vögel werden schon was finden. Wir verwenden keine Gifte am Haus, im Stall, Garten, Weide.

Auf naturnahen Grundstücken benötigen die heimischen Standvögel wirklich kaum eine extra Beifütterung.
Es ist aber sicher sehr schön die Piepmätze nahe am Wohnhaus beobachten und ablichten zu können, deswegen sollte man sie auch anfüttern.
Wenn Naturliebhaber die Möglichkeit haben, sollten sie einen extra Blühstreifen irgendwo auf dem Grundstück oder am Wegrand anlegen: Disteln, Sonnenblumen, Malven, Doldenblütler, Hafer, Mohn, Odermennig, Flockenblumen, Königskerze usw.
Benutzer 72 gelöscht

Re: Vögel füttern im Winter versus Vogelschutz

#122

Beitrag von Benutzer 72 gelöscht »

Was mir zu denken gibt, in Wien bleiben die meisten Früchte, die Vögel angeblich so sehr lieben, bis zum Frühling an den Sträuchern - auch die Eiben (welche Vögel fressen Eiben?), die dann alle abfallen und an den Schuhsohlen kleben :grr:

Aber auch die anderen Beeren und Samen...
Kiefernzapfen werden nur von Eichhörnchen leergefressen.

Ob das was mit den vielen Futterhäuschen zu tun hat?

Und was machen die Vögel dann, wenn "die Krise" kommt, und die Menschen vor lauter Hunger das Vogelfutter selber essen, statt es für die Wildvögel anzubauen??

Lernen die das dann schnell wieder, ich meine: sich selber zu ernähren??
Rati
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Re: Vögel füttern im Winter versus Vogelschutz

#123

Beitrag von Rati »

Also, ich füttere erst bei längerem Frost oder Schnee und wenn das Wetter nicht entsprechend ist (wie heute grad) und noch Futter im Haus liegt, kommt so wieso kaum eine vorbei - bei uns jedenfalls.
Ganzjahresfütterung find ich auch nicht gut, So ein Futterhaus ist wie Fastfood für Vögel. Aufwandsfreie Hochenergienahrung, in Notzeiten i.O. im Sommer unnötig bis schadhaft.
Und:
...Die wissen alleine, wann sie einen Wurm aus der Erde ziehen, ein Insekt verspeisen oder eben meine bescheidenen Gaben in Anspruch nehmen.
Vögel wissen genau so gut(schlecht) wie alle Tiere was das richtige für sie ist (siehe Homo sapiens sapiens).
cfun hat geschrieben:Am kritischsten sehe ich, dass man die Vögel durch das Füttern praktisch züchtet und damit langfristig abhängig von sich macht....
ja nee, abhängig würd ich nicht sagen, eher "bestechen" ;). Die Meisen denen ich im Winter das Futter biete, füllen im Frühjahr unsere Nistkästen und befreien unsere Pflanzen von Tierchen die wie nich wollen. :aeh:

Den NABU Vorschlag selber Futter zu sammeln finde ich absolut unlogisch.
Da gibt es schon viel zu wenig Futterpflanzen und dann sollen die auch noch abgeerntet werden um sie den Vögeln(und anderen Tieren) die nicht so auf Menschennähe stehen auch noch weg zu nehmen. :dreh:

Der Stieglitz (Diestelfink) wurde als Vogel des Jahres gewählt um auf das Problem der fehlenden Futterpflanzen hin zu weisen.
Es ist wichtig darauf hin zu weisen das dringend mehr für Vögel geeignete Samen und Früchte tragende Pflanzen her müssen, aber deshalb den Vögeln die genau unter diesem menschgemachtem Mange an Pflanzen leiden auch noch die Unterstützung zu entziehen find ich undurchdacht.

Grüße Rati
Nachtrag:
ina maka hat geschrieben:Was mir zu denken gibt, in Wien bleiben die meisten Früchte, die Vögel angeblich so sehr lieben, bis zum Frühling an den Sträuchern
Ob das was mit den vielen Futterhäuschen zu tun hat???
ich denke es hat eher damit zu tun das die Vögel welche da drauf angewiesen sind nicht in den Städten leben und die Kulturfolger (Stadtvögel - nicht Standvögel) andere Futterquellen erschlossen haben.
Aber:
ina maka hat geschrieben:...Lernen die das dann schnell wieder, ich meine: sich selber zu ernähren??...
sie verlernen deshalb nicht sich auch aus urtümlichen Futterquellen zu ernähren. :)
Was ist ist! Was nicht ist ist möglich!"
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Benutzer 1612 gelöscht

Re: Vögel füttern im Winter versus Vogelschutz

#124

Beitrag von Benutzer 1612 gelöscht »

Und hier meine absolute Lieblings-Vogelschützer-Hymne:
https://www.youtube.com/watch?v=s56siBs22HU
:mrgreen: :flamingo:
Rati
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Re: Vögel füttern im Winter versus Vogelschutz

#125

Beitrag von Rati »

jo, kann ich verstehen. Stadttauben müssen in ihrer Population ja auch kontinuierlich eingedämmt werden um Schädigungen des Ökosystems zu vermeiden. :aeh:

Grüße Rati
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Re: Vögel füttern im Winter versus Vogelschutz

#126

Beitrag von fuxi »

Das Thema hatten wir schonmal >>hier<<, wo auch auf die Hintergründe und Methoden der Ganzjahresfütterung eingegangen wird (die ich z.B. praktiziere). Empfehlenswert finde ich dazu das Buch "Vögel füttern aber richtig" von Peter Berthold.

Die Argumentation "Füttern ist kein Ausgleich für zerstörte Vogellebensräume, also sollte man lieber nicht füttern" ist eine klassische Nirvana-Fallacy ("Wir können es nicht perfekt machen, also machen wir lieber gar nichts"). Falls der Zwck des Artikels sein sollte, zu gartenbaulichen Vogelschutzmaßnahmen zu animieren (was ich für absolut sinnvoll halte), hätte man das durchaus besser formulieren können.

Edit: Ich hab die Themen mal zusammengeführt. Deswegen befindet sich das Thema jetzt nicht mehr im "Dorfschreier" sondern unter "Wildtiere, Fischerei, Jagd"
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July
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Re: Vögel füttern im Winter versus Vogelschutz

#127

Beitrag von July »

Ich füttere seit fast 20 Jahren keinen Vogel mehr . Immer wenn ich im Winter Vogelfutter draußen hatte waren sofort die Wanderratten angekommen und haben sich satt gefressen:(
Die saßen dann teilweise zu Dritt im Vogelhaus am hellichten Tag.

Bei uns finden die Vögel auch so genug. Es hängen immer noch sehr viele Hagebutten an den Wildrosensträuchern und auf meinem Acker bleibt alles bis zum Frühling stehen, auch dort finden die genug
Und trotz Nichtfütterung gibt es hier bei uns eine gute Viefalt an Vögeln.
LG von July
Benutzer 72 gelöscht

Re: Vögel füttern im Winter versus Vogelschutz

#128

Beitrag von Benutzer 72 gelöscht »

Unsere Nachbarn füttern ganzjährig Vögel - ist ja auch wirklich süß, denen zuschauen... (ich tät es trotzdem nicht)
Heute als wir den roten Mond sehen wollten, haben wir was ganz anderes entdeckt: eine kleine Maus saß da auf der Stange, kaute und kroch wieder rein in´s Futterhäuschen, kam raus, zeigte uns die Zunge und kaute wieder (na gut die Zunge nicht wirklich).... :haha:
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65375
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Re: Vögel füttern im Winter versus Vogelschutz

#129

Beitrag von 65375 »

Ich habe den Futterbehälter vor das Wohnzimmerfenster im ersten Stocke gehängt, da kommt keine Ratte dran.
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Maeusezaehnchen
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Re: Vögel füttern im Winter versus Vogelschutz

#130

Beitrag von Maeusezaehnchen »

Wir füttern im Winter an mehereren Stellen rund um Haus. Ist super wenn man zB in der Küche arbeitet und vor der Arbeitsplatte das Fenster direkt zum Vogelhaus
Da beobachtet man oft mehr die Vögel als man Arbeitet :pfeif:
Wir haben unmengen unterschiedlicher Vögel und natürlich auch hin und wieder eine Maus die sich das runtergefallen holt.
Aber meine Mädels haben so schon so viele Vogelarten gelernt... da ersparen sie sich viel auswendig lernen in der Schule. Und Erwachsene sind verblüfft wenn sie zB den Feld- und den Hausspatz unterscheiden können :grinblum:
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