Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Fred
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1401

Beitrag von Fred »

Bauernverband zur Ernteerwartung 2018:

Pressemeldungen | 05.07.2018
Extrem früher Erntebeginn mit deutlichen Ertragseinbußen

Der Deutsche Bauernverband (DBV) erwartet wegen der in weiten Teilen Deutschlands vorherrschenden Trockenheit eine Getreideernte von nur 41 Millionen Tonnen. „Wir werden erneut eine Ernte haben, die weit unter dem Durchschnitt liegt. Einige Betriebe haben wegen der Dürre nicht geerntet, sondern den Bestand direkt gehäckselt“, stellt der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, fest.

„Das Wetter war in manchen Teilen Deutschlands in diesem Jahr eine echte Herausforderung: Nach einem nassen Winterhalbjahr folgte ein kalter Start ins Frühjahr. Im April war der Frühling zu warm und viel zu trocken - dieser Wetterwechsel hat viele Kulturen stark gestresst. Punktuelle Regenfälle und Gewitter haben die Situation nur selten entspannt. Lokale Starkregenereignisse von bis zu 100 Litern innerhalb einer Stunde konnten die ausgetrockneten Böden nicht aufnehmen“, so Rukwied.
Benutzer 3370 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1403

Beitrag von Benutzer 3370 gelöscht »

Und wer auf Spezialisierung und Massenproduktion zu Niedrigpreisen setzt, kriegt dann ein besonders großes Problem, wenn die Produktionskette auf einmal nicht mehr richtig funktioniert.
Da keiner mehr eine Lust hat für den Verlust zu zahlen :haha:

Arme Bauern müssen alle aufgeben und sterben...eine Runde Mitleid für alle deren Ernte wegen Dürre ausgefallen ist :mued: :mued:
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Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1404

Beitrag von Rohana »

Spendierst du auch ne Runde Mitleid für Mara1 und alle anderen SVler die dieses Jahr kaum was ernten können? Oder eher nicht so? :dreh:
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
Benutzer 72 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1405

Beitrag von Benutzer 72 gelöscht »

Also so ganz dilettantisch als Nicht-Landwirtin...
Vorneweg: ja, mir tun die Menschen leid, deren Ernte verdorrt ist.
Aber ganz versteh ich es nicht... Das Arbeitsleben in unserm System funktioniert so, dass jemand etwas produziert.
Wenn er´s gut macht, produziert er viel und wenn er auch verkaufen kann, verdient er viel.
Das ist überall so :im:

Wer kein Verkaufstalent hat, kann auch kein Geld scheffeln - in keiner Branche (ein Angestellter muss sich selber gut verkaufen, damit er einen gut bezahlten job bekommt - dem schenkt "der Chef" auch nichts!).

Wer beim Produzieren Fehler macht, dem geht was kaputt und im schlimmsten Fall produziert er mal "nichts".
Der Landwirt produziert doch seine Ernte.
Wieso kann er das nicht ohne Regen?? :hmm:

Es ist vielleicht eben doch nicht so?

Mein aufrichtiges Beileid all denen, die hart gearbeitet haben und jetzt (fast) nichts dafür bekommen!

Trotzdem hoffe ich langfristig auf ein Umdenken bei der Frage "wer produziert unsere Nahrung?"

Das ist ja auch der Punkt, an dem ich meine, es kann gar keine "Selbstversorger" geben .... :flag:

edit: Man sollte das ganze mal ein bisschen globaler sehen und auch branchenübergreifend......
Jeder Mensch muss essen, jeder Mensch "konsumiert"
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1406

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

ina maka hat geschrieben:Also so ganz dilettantisch als Nicht-Landwirtin...
Vorneweg: ja, mir tun die Menschen leid, deren Ernte verdorrt ist.
Aber ganz versteh ich es nicht... Das Arbeitsleben in unserm System funktioniert so, dass jemand etwas produziert.
Wenn er´s gut macht, produziert er viel und wenn er auch verkaufen kann, verdient er viel.
Das ist überall so :im:

Wer kein Verkaufstalent hat, kann auch kein Geld scheffeln - in keiner Branche (ein Angestellter muss sich selber gut verkaufen, damit er einen gut bezahlten job bekommt - dem schenkt "der Chef" auch nichts!).

Wer beim Produzieren Fehler macht, dem geht was kaputt und im schlimmsten Fall produziert er mal "nichts".
Der Landwirt produziert doch seine Ernte.
Wieso kann er das nicht ohne Regen?? :hmm:

Es ist vielleicht eben doch nicht so?


Mein aufrichtiges Beileid all denen, die hart gearbeitet haben und jetzt (fast) nichts dafür bekommen!

Trotzdem hoffe ich langfristig auf ein Umdenken bei der Frage "wer produziert unsere Nahrung?"

Das ist ja auch der Punkt, an dem ich meine, es kann gar keine "Selbstversorger" geben .... :flag:

edit: Man sollte das ganze mal ein bisschen globaler sehen und auch branchenübergreifend......
Jeder Mensch muss essen, jeder Mensch "konsumiert"
Dieses rumgelabere von dir nach dem Muster "ha wer produziert denn die Nahrung/Ernte" geht mir seit etlicher Zeit auf den Keks,
du willst schließlich damit darstellen das die Pflanze den Landwirt garnicht braucht, schließlich produziere die Pflanze ja und nicht der Landwirt.
Dieser Käse bringt mich jedesmal fast zur Weisglut!
Stecke doch Mal einen Rübensamen oder ein Rapskorn in eine Wiese oder verstreue eine Handvoll Getreide auf der Wiese...
... da wird nix draus!
Unsere Kulturpflanzen können nichts ohne die Pflegende des Landwirts!
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1407

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

Und zur Trockenheit:
dafür kann der Landwirt nichts,
dagegen konnte er etwas tun z.b reduzierte Bodenbearbeitung um den Wasserhaushalt im Boden so wenig wie möglich zu stören, durch organische Dünung die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens verbessern und durch eine gute Versorgung mit den Grundnährstoffen von vorneherein den Stress der Pflanze milderen.
Ich schrieb bewusst konnte.
Durch den Wegfall von Herbizide ist man zu intensivieren und tieferen Bodenbearbeitung gezwungen, durch die ständige Verschärfung des Düngerechts ist es und wird es vorallem für reine Pflanzenbaubetriebe (und die hätten es besonders nötig) immer unattraktiver organische Dünger einzusetzen (unabhängig ob Mist, Gülle oder Kompost), das abdinkende Versorgungniveau der Grundnahrstoffe liegt an den stark gestiegenen Nährstoffpreisen, bei fallenden Produktpreisen, und bei Phosoaht dazu noch das eine aufdünung von Phosphat-Mangel-Standorten nahezu unmöglich ist (rechtlich gesehen)

Rücklagen auf der Bank zu bilden ist durch eine extrem hohe Steuerlast absurd, die Rücklagen fehlen dann in Krisenzeiten.

Um die Rücklagen aber bilden zu können muss erstmal etwas verdient werden und da liegt das zweite große Problem,
die Produktpreise kannten bisher, auf Grund der Geiz-ist-Geil Mentalität und den Billigimporten, nur einen Weg:
nach unten.
Die Produktionskosten kennen nur einen Weg:
nach oben,
egal ob durch Inflation, neue Auflagen oder anderem.

Bei realistischen Produktpreise bräuchte es weder Ausgleichszahlungen noch irgendwelche Sonderbeihilfen,
dann kann man aber eben das Weißbrötchen bei Kaufland nicht mehr für 13ct/STK kaufen sondern für 16ct,
aber das ist ja dann alles viel zu teuer und es würde eine große Hungersnot um sich greifen...
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Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1408

Beitrag von Rohana »

Doch doch, der Landwirt kann die Traubhausgase reduzieren. Bestimmt.
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
hobbygaertnerin
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1409

Beitrag von hobbygaertnerin »

Hier herrscht ja ein netter Miteinanderton, wow, wünsche jedem, der wirklich ein Problem hat, so mitfühlende Kommentare. :motz:
Hab den Fernsehkommentar auch gesehen und mir so meine Gedanken gemacht-
ich hab ja Vergleichsmöglichkeit, meine kleine SV Fläche und unsere Landwirtschaft.
Zum Glück ist bei uns noch ein bisschen mehr an Regen von Oben gekommen, es hat zwar nicht für den Wald gereicht, dort haust der Borkenkäfer und da sind natürlich auch wieder die Landwirte schuld, die vor 50 oder mehr Jahren mehr Fichten angepflanzt haben, die hätten damals schon wissen können, dass es heissere Sommer geben wird.
Auf meiner SV-Fläche kann ich bewässern, hab dort über die Jahre eine Menge Terra Preta ausgebracht,
der Vergleich Kartoffeln war sehr aufschlussreich, mit Bewässerung und ohne.
Ich bin ja echt gespannt, was uns als Ratschlägefür die künftige Bewirtschaftung auferlegt wird, wie es in Zukunft gemacht werden soll, ein Jahr ist soviel Regen und Nässe, ein anderes Jahr sehr trocken.
Unser Mais musste von Anfang an mit sehr wenig Niederschläge auskommen, der hat sich reingestemmt und ist in die Tiefe gewurzelt, aber das hat er auch nur gemacht, weil es von Anfang an sehr trocken war.
Ich hab wirkliches Mitgefühl mit allen, denen es durch die Trockenheit die Ernte verdorben hat, wenn das Futter nicht reicht, weil ich das alles selbst erlebt und mitgemacht habe, es ist nicht lustig, zuschauen zu müssen, wenn mangels Wasser oder durch andere Unwetter nichts mehr draussen steht.
Zum Glück hab ich keine solch gleichgültigen oder bösartigen Kommentare anhören oder lesen müssen, sondern nette Menschen in unserem Umfeld gehabt, die entweder Futter zu verkaufen hatten, ihre Flächen angeboten haben, dass wir Zwischenfrüchte anbauen konnten.
Wundern tut es mich aber auch nicht mehr, wenn immer weniger junge Menschen bereit sind, in der Landwirtschaft zu arbeiten.

Aber es ist natürlich einfacher, mit Worten nieder zu knüppeln.
Weil mir SV einfach Freude macht, deshalb schreib ich hierin diesem Forum mit, aber als Bäuerin fühle ich mich nicht so besonders wohl hier, muss ich ehrlich sagen.
centauri

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1410

Beitrag von centauri »

Jaja die Ironie an der ganzen Sache ist schon faszinierend. Einmal gibt es Rekordernten und einmal eine Dürre. Gut, das konnte ja keiner wissen das mal eine Dürre kommt. :pfeif:
Wenn ich überlege das ich die vorigen drei Jahre 45 Rundballen Heu zur Deponie gebracht habe weil sie keiner haben wollte. Hat auch noch Geld gekostet. Aber woher hätten die Bauern oder Pferdehalter die ich gefragt habe das wissen sollen das es mal soweit kommt. :aeh:
Bin ja nur gespannt welche tollen neuen Maschinen nach dieser Missernte wieder rum fahren werden. :hmm: So, jetzt werde ich mal beim Wirtschaftsministerium anfragen wo ich meine Nothilfe herbekomme, ich kann ja bei den Temperaturen seit 2 Monaten auch nicht wirtschaftlich in den Bäumen rum klettern. Vielleicht habe ich da in den letzten Jahren falsch investiert und hätte mir auch eine Baumstubbenfräse kaufen sollen. Haben ja all die anderen Baumkletterfirmen auch gemacht. Mittlerweile fährt zwar hier in jeder 2ten Ortschaft eine rum was ja auch schon wieder dumm ist und die Preise drückt. :aeh:
Oder ich lebe einfach mal von dem was ich habe. Hatte ja so zu sagen eine "Rekordernte" letzten Winter. Beihilfe wird es ja für mich nicht geben! :kaffee:
@hobbygaertnerin
Klar möchten Junge Leute keine Landwirtschaft mehr erlernen. Wenn mein Vater schon 5000 ha hat geht das ja noch. Aber fange in diesem Geschäft mal bei Null an oder eben mit ganz wenig.
Wenn ich für einen Traktor schon soviel bezahlen muss das es in einem anderen Gewerk eine Betriebsstätte für 6 Angestellte hin stellen kann ist es eben schwierig.
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