Du sagst es, keiner der selber fährt baut sich einen schönen acker zu.
Aber Strom haben will wohl jeder??
Hat jemand etwas anderes gesagt?
Nein.
Aber muss man dazu Ackerflächen zubauen?
Nein.
Oelkanne hat geschrieben:mag eine Solaranlage wirtschaftlich und angebracht sein (der Markt/Verbraucher bzw die Politik fordern und fördern sie ja)
eh klar, und die "Produzenten" beleuchten ihre Häuser nur mit eigenem Öl - Rapsöl??
Und der Trecker fährt auch mit Heu oder Mais oder Weizen?
ausschließlich?
Das verstehe ich nicht, warum sollte der Schlepper mit Heu, Mais oder Weizen fahren?
Gemeint ist wohl die nachhaltige Erzeugung von Treibstoff, um den Hof auch aus energetischer Sicht als Nettoproduzent bewirtschaften zu können.
Für mich ist das Energeiproblem nicht mit einem Patentrezept lösbar, egal ob das nun AKWs oder Biodiesel sein soll. Vielmehr geht es darum, alle sich als Nebennutzung ergebenden Energiequellen maximal auszunutzen. Also Solaranalge aufs bestehende Dach, anfallende Biomasse vergären (ist nicht dasselbe, wie Biomasse ausschliesslich zu Energeizwecken extra anzubauen), anfallendes Brennholz nutzen, im Winter wo es geht den Hof mit der Abwärme der Milchkühlung heizen, und was der Möglichkeiten mehr sind.
Wesentlich ist, dass die Währung, in der nachhaltig gerechnet wird, nicht Euros sind, sondern Nettoenergie oder Nahrungsmittel - man kann ja nicht den ganzen Hof umstellen bloss weil der wetterwendische Markt gerade Strom oder Biodiesel nachfragt. Was sich nur wegen Fördernung rechnet, hat längerfristig keinen Bestand.
Es fragt sich auch, ob die immer energiesüchtigere städtische und vorstädtische Bevölkerung einfach Energie fordern kann, weil produzieren bequemer als sparen ist, und dafür die Landschaft zugestellt werden muss - damit verliert die ländliche Gegend ihren Selbstwert und wird als Lieferant und Entsorgungsplatz deklassiert.
Ein Beispiel: Viele moderne Häuslebauer fressen mit ihrem Traum nicht nur bestes Kulturland für ihre Einfamilienneubauten, um die dann ein Schottergarten mit automatischer Bewässerung und Rasenmähroboter kommt, weil ja alles keinen Aufwand machen darf. Sie verlangen auch Verkehrsfläche und Energie, die selbstverständlich billig sein und vor allem vorhanden zu sein hat. So sind intelligente Häuser immer mehr in Mode, man lässt dafür einen Home Server Tag und nacht laufen, nur um immer und überall Multimedia bereit zu haben und damit man die Sonnenstoren nicht mehr selber runterlassen muss. Die Kilowattstunden, die dafür durch den Zähler laufen, sind Energiebedarf und haben vorhanden zu sein (50 Watt für einen Homeserver, und das ist nicht viel, sind im Jahr 440 kWh Verbrauch!).
Wärmepumpe ist "umweltfreundlich" - sicher besser als Widerstandsheizung, aber warum man eine tagsüber unbewohnte Hütte im ganzen Volumen der inzwischen für 2 Personen üblichen 140 m2 Wohnfläche auf 23 Grad im Winter halten soll, darf man sehr wohl in Frage stellen.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
emil17 hat geschrieben:....weil produzieren bequemer als sparen ist....
so hab ich das noch nie gesehen, aber..... ja, hm - das dürft einiges erklären!
ist es wirklich so??
für die meisten wohl tatsächlich
hast du da in deinen Lösungsvorschlägen nicht einfach Permakultur beschrieben?
Wir überlegen ja jetzt ernsthaft, doch draußen zu bauen und natürlich ist die Größe des Hauses ein Thema!
so klein wie geht - damit wir weniger heizen müssen und damit weniger Fläche "verloren" geht und im Sommer sind wir sowieso fast nur draußen....
Aber als Städter ist man es ja gewohnt, auf wenigen m² glücklich zu sein - Siedlungsbauten verbrauchen viel viel weniger Platz als Einfamilienhäuser!!
Ja aber eigentlich hat emil schon Recht mit seiner Aussage. Wen interessiert es schon in der Stadt wo alles so her kommt. Da kommt eben der Strom aus der Steckdose und warm wird es wenn man am Heizkörper dreht. Fressen produziert ja nicht der Landwirt sondern wir steril verpackt vom Discounter bereitgehalten. Alle paar Jahre paar neue Gardinen und ein paar neue Schrottmöbel. Mehr braucht es ja eigentlich nicht um glücklich zu werden in einer urbanen Gesellschaft.
Viele wollen ja auch in einer Stadt wohnen weil das kulturelle Angebot so groß ist. Das kann sein das man das so denkt. Nur ohne Moos nix los. Das ist hier auf dem Land so, das wird in der Stadt nicht anders sein. Nur wenn ich die Möglichkeit haben möchte an einer kulturellen Veranstaltung teil zu nehmen dann fahre ich mal eben 45 min nach Leipzig. Wenn ich in Leipzig ungünstig wohne brauche ich vielleicht auch eine Std zum Veranstaltungsort. Liegt eben daran das die Infrastruktur in die Stadt besser ist wie die innerstädtische Infrastruktur.
Wie jeder lebt oder leben will, das ist die eine Sache,
aber wenn diese Fläche, die landwirtschaftlich nutzbar, eine immer grössere Anzahl von Menschen ernähren , bei gleichzeitiger Verschwendung von Lebensmitteln und Biomasse und gleichzeitig vermehrter Bebauung, Ausweitung der Infrastruktur, die fruchtbaren Flächen weniger werden und zugleich auch noch für den immer grösseren Energiehunger liefern sollen, - das kann sich nicht ausgehen.
In der Geschichte ist ein Muster zu erkennen, zuerst werden fruchtbare Gebiete besiedelt, dann gibts die Arbeitsteilung,
die Wertschätzung für das was vom Boden kommt nimmt ab, die Ansprüche steigen, die Böden wurden übernutzt und irgendwann brach das ganze System zusammen.
Man wanderte woanders hin und ob das immer friedlich abging, naja.
Aber jetzt, wenn die globalisierte Welt so weitermacht- da mag ich lieber nicht weiterdenken.
Ich muss da oft lächeln, bei den Haushaltsgeräten werden die Pickerl für die Energieeinsparung immer mit noch mehr Pluszeichen versehen, in Anbetracht dessen was man bei den Autos so lesen kann- hab ich auch bei den Pluszeichen so meine Bedenken.
Aber was alles für Verpackungsmüll an Energie verschwendet wird, bei den Unterhaltungs- und infoelektronischen Sachen würd mich auch interessieren, was da so die Woche über an Aufladung elektrischer Strom gebraucht wird?
Energiesparen und ressourcenschonende Nutzung wäre in meinen Augen eine sehr, sehr wichtige Zukunftstrategie-
aber wenn in den Geschäften jetzt bereits Handtücher zu Billigpreisen liegen, die nicht mal mehr für Waschen geeignet sind, es interessiert auch niemand, was der Anbau von Baumwolle an Wasser verbraucht-
jetzt könnt ihr mir mit dem Dreschflegel eine raufhauen, aber manchmal muss ich mich als Bäuerin schon richtig ärgern, wenn wir die Deppen der Nation sein sollen, nichts gegen die Erzeugung von Energie, aber die ganzen Flächen mit Platten zubauen und unten drunter noch landwirtschaftliche Nutzung- und das alles bitte sehr billig und so umweltschonend wie es nur geht-
ja keinen Garten mehr, wo auch noch was zum Ernten wächst, der Robotter und die Steinwüste ist angesagt-
(ich sag nichts, wer keinen Garten hat, aber ich sehe mir genug in unserem Dorf)
und dann wird zum Aldi gegangen und das billigste Gemüse gekauft um dann wieder über die Bauern zu schimpfen, die mit soviel Gift und sonstigem arbeiten.
Wer für Aldi was liefert, braucht sich nicht einbilden, dass da eine Schnecke im Salat oder eine Laus geduldet wird, da geht dann die ganze Lieferung zurück und wird halt eingemulcht.
Die Deutschen sind die Sparfüchse beim Einkaufen. Die Quittung bekommen wir dafür, da bin ich mir sicher.
Es gibt ja auch Anlagen, die so hoch sind, dass Traktoren darunter fahren können und die Ackerfläche bestellen. Angeblich sollen bestimmte Kulturen unter den Solarpaneelen sogar besser gedeihen. Damit hätte man dann ja 2 Fliegen mit einer Klappe geschlagen.
Weltretten mit dem Griff ins Bio-Regal, aber sonst alles beim Alten:
"Bei den Verbrauchern stößt die Bio-Offensive von Aldi, Rewe und Co. offenbar auf Zuspruch. Bei einer aktuellen Marktstudie des Marketingunternehmens AMM gaben 60 Prozent der Befragten an, sie fänden es gut, dass man Bio inzwischen auch bei Edeka, Rewe, Aldi und Lidl kaufen könne. Viele sagten, dies sei billiger als in den Fachgeschäften - und außerdem müsse man beim Einkauf keine Umwege machen."
fuente hat geschrieben:Es gibt ja auch Anlagen, die so hoch sind, dass Traktoren darunter fahren können und die Ackerfläche bestellen. Angeblich sollen bestimmte Kulturen unter den Solarpaneelen sogar besser gedeihen. Damit hätte man dann ja 2 Fliegen mit einer Klappe geschlagen.
das sind die von mir beschriebenen Anlagen fuente. Aber positves wird hier grad nicht so gelesen , selbst wenn da, wie du schreibst, manche Kulturen angeblich sogar besser wachsen würden, ist hier im Forum z.Z. wohl eindeutig die Schimpf und Fingerzeigfraktion in Hochkonjuktur. Die möchten lieber weiter auf dem negativen herumhacken. Vor allem auf dem Negativen der Anderen [der Konsument, der Stadtmensch, natürlich auch der Bauer, der Häuslebauer, und &, &...],statt mal das positive auf Gehalt oder Weiterentwickelbarkeit zu prüfen.
Liegt bestimmt am Wetter
Grüße Rati
Was ist ist! Was nicht ist ist möglich!"
[Einstürzende Neubauten 1996]
Naja,
wenn ich mir unsere Landschaft so vorstelle, die Solarmodule ganz hoch oben und unten drunter fährt der Traktor über das Feld.
Gibts da Bilder, wie man sich so eine Landschaft vorstellen kann?
Und nur wenn man nicht gleich auf jeden Zug aufspringt, ist man nicht jammernd, rückständig.
Meiner Meinung nach gäbe es noch viele passende Dächer, grosse Strassenböschungen, die sich perfekt für die Solarstromerzeugung nützen würden.
Aber trotz allem, diese Art von Überfülle in Punkto Lebensmitteln und Energie werden wir uns auf Dauer nicht leisten können, da beisst die Maus keinen Faden ab.
Mit dem Tesla zum Aldi und dort Bio einkaufen- ist das die Zukunft?