Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

centauri

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1271

Beitrag von centauri »

@Pitu
Was haben Bauern von Subventionen? Nichts! Es erhöht weder ihr Einkommen noch dient es der Umwelt. Die Nutznießer sind doch die an die unsere Bauern die Gelder weiter reichen. Und um mehr geht es nicht. Ist nur eine von vielen Möglichkeiten Geld von unten nach oben zu schaufeln. ;)
Wenn ich soviel Subventionen bekommen würde wie in der Landwirtschaft pro Arbeitsplatz bezahlt wird würde ich gar nicht mehr arbeiten gehen. Ich glaube die Kohlearbeitsplätze waren mit 92 000 € pro Arbeitsplatz noch höher subventioniert. Aber das ist glaube ich auch schon Geschichte.
So gesehen leisten wir uns mit subventionierter Landwirtschaft nur den sozialen Frieden da Geiz geil ist und ein Kilo Fleisch nicht mehr wie 1970 kosten darf. Mehr ist es nicht. ;)
Edit:
Jetzt hab ich doch glatt die Bauern vergessen. :pfeif:
Die versuchen natürlich größer zu werden da es Zuschüsse und Subventionen nur Hektarweise gibt. Nicht nach Wirtschaftsweise oder Nachhaltigkeit. Das ist nicht vorgesehen. Ich denke mal das was ich letztens über Indien verlinkt habe wird uns überrollen wie eine Walze. Und unsere Bauern vertrauen der Politik, den Bauernverbänden und der Agroindustrie wie schon seit 50 Jahren. Mit Bauernschläue hat das nichts zu tun. Dafür haben wir aber die größten Kartoffeln. Wieder Volksmund eben sagt. :hhe:
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Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1272

Beitrag von Rohana »

centauri hat geschrieben:Es hat eigentlich nichts mit Stärke zu tun sonder eher mit Intelligenz. Stark fühlen sich im Moment die die viel Geld auf der hohen Kante haben und den Markt zur Zeit beherrschen. Intelligent sind die die die Zeichen der Zeit erkennen. Intelligenter sind die die es schon wussten das es so kommt. ;)
Und am intelligentesten sind die die wissen wie Nischen funktionieren? :roll: ... ich neide keinem die seine und bin froh um jeden der's schafft, aber es geht halt nicht endlos so weiter.


Pitu:
Ohne Subventionen wäre schon okay, dann würden mal reale Preise gezahlt (werden müssen). Dann wäre auch endlich Schluss mit dieser unsäglichen Stöckchensprungmentalität (noch eine Auflage mehr, noch ein bisschen hier und ein bisschen da) und man würde mal sehen was eigentlich alles dranhängt an der Landwirtschaft. Ohne Subventionen wäre Bio wahrscheinlich auch hinfällig, denn bei der Auswahl zwischen teuer und sehr teuer siegt ja meistens der Geldbeutel über die Moral. Das schönste Bio nützt halt nix wenn niemand es kauft...
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
Benutzer 72 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1273

Beitrag von Benutzer 72 gelöscht »

Rohana hat geschrieben:Ohne Subventionen wäre schon okay, dann würden mal reale Preise gezahlt (werden müssen).
wieso?
und nur für Schuhe? - öh sorry: nur in der Landwirtschaft??
Rohana hat geschrieben:Dann wäre auch endlich Schluss mit dieser unsäglichen Stöckchensprungmentalität (noch eine Auflage mehr, noch ein bisschen hier und ein bisschen da) [....] Ohne Subventionen wäre Bio wahrscheinlich auch hinfällig,
"bio" soll die Umwelt, die Tiere und Wildpflanzen schützen, weder die Konsumenten noch die Landwirte :roll:

Es ist vor allem Aufgabe des Staates, die schwachen und die, die nicht selber für sich reden könne, zu schützen.
Rohana hat geschrieben:Das schönste Bio nützt halt nix wenn niemand es kauft...
eigentlich ohne Worte!! :platt:

WEM bitteschön nützt es nix?

****************************************************

@Rohana: wo kaufs du deine Schuhe? deine Pestizide? deinen Dünger? deinen Zahnersatz? deine Maschinen? dein Saatgut?

Es IST ein Mythos, dass Landwirte Produzenten sind wir alle leben in einem System der gegenseitigen Abhängigkeiten.
ist das so schwer zu kapieren?

Da ich ja auch ein bisschen Garten hab und dort etwas ernte, weiß ich ganz genau, dass ich nicht die Lebensmittel produziert habe, die ich in meinem Garten ernte :ziege: :bieni: :oma:

soviel zu "Lebensmittelproduktion"
und ja: ich weiß auch, dass es Arbeit ist, der Natur das Essen abzuringen. :flag:
centauri

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1274

Beitrag von centauri »

Na Ina da läufst jetzt aber etwas neben der Spur. Ich ringe nicht der Natur etwas ab. Ich ringe meinem Land etwas ab. So zu sagen ist mein Land erst mal nur der Standort für mein tun. Kommt eben jetzt nur auf die Wirtschaftsweise an ob ich dort Natur und Biodiversität dulde oder nicht. Könnte ja dort eine Lagerhalle hin stellen und Champignons züchten. Hab ich dann der Natur etwas abgerungen? Nee, ich hab ihr nur einen weiteren Lebensraum genommen. ;)
Benutzer 3370 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1275

Beitrag von Benutzer 3370 gelöscht »

Rohana hat geschrieben:Und am intelligentesten sind die die wissen wie Nischen funktionieren? :roll: ... ich neide keinem die seine und bin froh um jeden der's schafft, aber es geht halt nicht endlos so weiter.
Da mach dir mal keine Sorgen. Der Biokonsumanteil Dt liegt unter 4% und steigt stetig, da ist noch genug Platz für Nischen nach oben.
Abgesehen davon, für eine echter Unternehmer geht es endlos weiter bis ans Lebensende.(siehe weiter oben).
Rohana hat geschrieben:Ohne Subventionen wäre schon okay, dann würden mal reale Preise gezahlt (werden müssen).
Was nützen reale Preise, wenn das Geld wieder der Pharmaindustrie, Saatguthersteller, Maschinenbauer und Banken in den Rachen geschmissen wird?
Es sei denn der unternehmerisch denkende Bauer steigt auf Bio um, weil er die Abhängigkeit von obigen satt hat und bemerkt hat, dass er eigentlich nur willfähriger Handlanger und Lohnsklave von obigen ist und daher zum Unternehmer wird.
Siehe auch Hildegards Post https://www.selbstvers.org/forum/viewto ... 60#p363260
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1276

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

Was nützen reale Preise, wenn das Geld wieder der Pharmaindustrie, Saatguthersteller, Maschinenbauer und Banken in den Rachen geschmissen wird?
Es sei denn der unternehmerisch denkende Bauer steigt auf Bio um, weil er die Abhängigkeit von obigen satt hat und bemerkt hat, dass er eigentlich nur willfähriger Handlanger und Lohnsklave von obigen ist und daher zum Unternehmer wird.
So ein Quatsch hab ich selten gelesen.
Brauchen Biobetriebe etwa keine Tiermedizin im Krankheitsfall, lassen die ihre Tiere elendig verrecken?
Auch die Mittel zur Prävention kosten Geld, schau dir mal die Preisliste von Dr. Schaette an...
Biobetriebe brauchen also nichts auszusäen, bei denen wächst die Kultur von allein?
Auch Biobetriebe müssen Z-Saatgut zukaufen oder bei eigenem Nachbau (verhältnismäßig) Höhe Gebühren an sie Saatguttreuhand zahlen.
Hybridsaatgut z.B. für Mais muss ebenso zugekauft werden.
Biobetriebe arbeiten also gänzlich ohne Maschinen?
Es gibt sogar einzelne Maschinenbauer die nur auf Geräte für den Biobetrieb spezialisiert sind: z.B. die Fa. Treffler und die Fa. Einböck.
Entsprechend gesalzene Preise rufen die dann auf.
Und Banken brauchen Biobetriebe also auch nicht,
wächst bei denen das Geld auf den Bäumen oder sagt z.b. die Stallbaufirma "auch sie sind Bio?! ja das ändert alles, da geben wir 99% Rabat auf den Listenpreis so sparen sie sich auch einen Kredit"
centauri

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1277

Beitrag von centauri »

Das Problem ist das die Nische im Kopf fehlt und keiner ein Risiko eingehen möchte. Bis letztes Jahr hatte ich auch noch einen grösseren Auftraggeber. Bis er angefangen hat an der Preisschraube zu drehen. Hab ihm gesagt das er seinen Scheiß ab nun selber machen kann und gut war es. Das war finanziell erst mal auch nicht so einfach. Habe meine Werbung forciert und Heute geht es mir besser als je zu vor. Was will ich damit sagen? Ganz einfach. Ich Arschloch hätte das schon früher machen sollen. ;)
Aber irgendwie verfällt man in Bequemlichkeit wenn man nicht mehr selbst denken muss und merkt gar nicht mehr das man gar nicht mehr selbstbestimmt arbeitet. Und so geht es der Landwirtschaft schon seit Jahrzehnten.
Ach Ölkännchen was soll man dazu sagen. Richard wollte nur verdeutlichen das der Bauer eigentlich nicht mehr der Herr auf dem eigenen Hof ist und der Druck auf die Landwirtschaft von ganz wo anders her kommt.
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MeinNameistHASE
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1278

Beitrag von MeinNameistHASE »

centauri hat geschrieben: Richard wollte nur verdeutlichen das der Bauer eigentlich nicht mehr der Herr auf dem eigenen Hof ist und der Druck auf die Landwirtschaft von ganz wo anders her kommt.

Dann ist ihm hoffentlich auch bewusst, dass das nicht nur bei konventionellen Landwirten so ist... Die Verbands-Biobauern haben auch strikte Richtlinien und werden zusätzlich noch mit Kontrollen und Zertifizierung in der Spur gehalten. Die einzigen "freien" Bauern sind da in meinen Augen die EU-Bios, die haben ihre Richtlinie von der EU, normale Kontrollen und hohe Subventionen für die Ertragsverluste im Vergleich zum konv. Landbau :aeh: und sind nur sich und ihrer eigenen Idee verpflichtet.
Ich verlasse mich auf meine Sinne: Irrsinn, Wahnsinn und Blödsinn!
centauri

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1279

Beitrag von centauri »

@Hase
also geht es ja doch. Ich bin auch in keinem Verband obwohl es derer einige geben würde. Weil es sofort mit irgend welchen Auflagen und Bestimmungen beginnt. Kann zwar vorkommen das der eine oder andere Auftrag dadurch weg fällt aber das kann ich verkraften. ;)
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marceb
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1280

Beitrag von marceb »

Hier ein Beispiel für eine Nische:
https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/ ... 54968.html
Onlinehandel: Fleisch essen mit besserem Gewissen
Schleswig-Holstein Magazin - 07.07.2018 19:30 Uhr
Eigentlich war Anja Hafke Vegetarierin, jetzt verkauft sie mit ihrem Mann Joachim Galloway-Fleisch von regionalen Züchtern übers Internet und setzt dabei auf artgerechte Haltung.
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