Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Benutzer 146 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1231

Beitrag von Benutzer 146 gelöscht »

Zwischenfrage: wenn Ihr einen Anruf von so einem Marktforschungs-Fuzzi bekommt, der eine Umfrage macht, - beantwortet Ihr dann die Fragen, oder verweist Ihr ihn gleich auf Eure Beiträge in dem Faden hier? :duckundweg:
Benutzeravatar
marceb
Beiträge: 678
Registriert: Sa 17. Aug 2013, 10:01
Familienstand: Single
Wohnort: Lolland

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1232

Beitrag von marceb »

Ich habe ja die Frage gestellt.
Mit geht es oft in Gesprächen so, dass alle über die Massentierhaltung und die Bauern schimpfen.
Wenn ich dan sage, der Konsument hat das in der Hand, was und wo er kauft, dann kommen Ausreden.
Ja wir wollen auch weniger Fleisch essen oder mehr selber kochen usw.
Und wie so oft, kommt dann, ich muss noch schnell zu A... oder L... und für heute abend Fleisch zum Grillen kaufen.
Wenn ich dann sage warum dieses Fleisch, was in der Massentierhaltung hergestellt wird, kommt nur Schulterzucken.

Alle wollen was tun, aber nicht bei sich anfangen, sollen doch die Anderen was machen.

Gruß
Martina
Benutzer 146 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1233

Beitrag von Benutzer 146 gelöscht »

marceb hat geschrieben:Ich habe ja die Frage gestellt.
Mit geht es oft in Gesprächen so, dass alle über die Massentierhaltung und die Bauern schimpfen.
Wenn ich dan sage, der Konsument hat das in der Hand, was und wo er kauft, dann kommen Ausreden.
Ja wir wollen auch weniger Fleisch essen oder mehr selber kochen usw.
Und wie so oft, kommt dann, ich muss noch schnell zu A... oder L... und für heute abend Fleisch zum Grillen kaufen.
Wenn ich dann sage warum dieses Fleisch, was in der Massentierhaltung hergestellt wird, kommt nur Schulterzucken.

Alle wollen was tun, aber nicht bei sich anfangen, sollen doch die Anderen was machen.

Gruß
Martina
OK., aber was kann einen dazu verleiten, seine Konsum- und Einkaufsgewohnheiten im Detail offenzulegen? :hmm: Ist es der Drang, zu belegen, dass man den eigenen Ansprüchen gerecht wird? Soll es Vorbildfunktion haben: "seht her, ICH habe Nichts zu verbergen" ? Muss ich, was ich konsumtechnisch tue, nicht nur mit meinem eigenen Gewissen vereinbaren, sondern auch der öffentlichen Beurteilung preisgeben? Mag sein, dass ich etwas paranoid bei dem Thema Privatsphäre bin, - ich wundere mich halt nur...:im:
Benutzeravatar
Rohana
Förderer 2018
Förderer 2018
Beiträge: 4790
Registriert: Mo 3. Feb 2014, 20:31
Familienstand: verheiratet
Wohnort: Oberpfalz

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1234

Beitrag von Rohana »

Man muss sie ja nicht offenlegen. Nur sich mal des öfteren die Frage stellen, ob man seinen eigenen Ansprüchen gerecht wird...
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
hobbygaertnerin
Förderer 2019
Förderer 2019
Beiträge: 4085
Registriert: Di 14. Jun 2011, 08:48

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1235

Beitrag von hobbygaertnerin »

Ich glaub mal nicht, dass irgendwelche Vorbildfunktion damit angestrebt wird.
Hab nur festgestellt, dass einem eine andere Art des Lebens, Einkaufens, konsumieren nicht einfach in den Schoss fällt- und dass es auch eines gesunden Rückgrates bedarf, sich von den vielen Angeboten, Kommentaren usw. nicht zum Kaufen zu verfürhen bzw. verunsichern, zu lassen.
Mit 40 Jahre alten Camel Boots in Harmonie und Gebrauch zu leben, rein aus der Sicht der Wirtschaft fühle ich mich manchmal ein wenig als Wirtschaftschädling, ohne das irgendwie ändern zu wollen.
Entweder es wird der Verzicht auf Konsum in manchmal nicht mehr nachvollziehbarer Weise rübergebracht oder als Armut und Rückständigkeit. Und wie alles dafür getan wird, um diese scheinbar archaischen Muster in uns dazu zu benützen, um Konsumieren zu erzeugen.
Mir fehlt ein wenig dieses gesunde Mittelmaß, auch noch das Leben geniessen zu können und wollen und was mir noch fehlt, es wird immer so getan, als würde "gut Leben" nur was für die Schönen und Reichen bedeuten.
Dass dies auch mit wenig Mitteln geht- wird schön brav unter den Tisch oder Teppich gekehrt.
Es wird doch eher auf den Homos -Konsumentus hingearbeitet.
Nur um wieder die Kurve für diesen Thread zu bekommen,
es ist einfach, über andere zu schimpfen, viel schwieriger, selbst seinen Arsch hochzukriegen und selbst was tun.
viktualia

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1236

Beitrag von viktualia »

Zwischenfrage (von Frodo): wenn Ihr einen Anruf von so einem Marktforschungs-Fuzzi bekommt, der eine Umfrage macht, - beantwortet Ihr dann die Fragen, oder...
Lach, ja, ich beantworte die "die Frage" ähnlich umfangreich und "Sachbezogen" wie ich das hier im Forum tue. Ich werd aber nicht mehr oft angerufen...
Echt jetzt, ich mach mir da durchaus nen Spass draus, zum Beispiel ner "Oil of Olaz" Tante was von den pflegenden Eigenschaften einfachen Olivenöls zu erzählen. Oder der Mensch vom RWE, der von mir wissen wollte, was ich von deren Sponsoring der LaGa halte. Der hat auch eine ausführliche, energetische Antwort bekommen.
Marceb: Alle wollen was tun, aber nicht bei sich anfangen, sollen doch die Anderen was machen.
Ich fand´s jetzt sehr spannend, zu schauen, was bei den anderen geht - und auch mal wieder ne Bilanz zu ziehen, was bei mir leicht geht, wo ich nachbessern könnte und wo ich es vielleicht müsste. Weil die Realität ja eher aus Gewohnheiten besteht, denn aus dem Umsetzen guter Vorsätze.
Das mit den Bio-Bohnen steht jetzt ganz oben auf der Liste, weil es halt sehr einfach geht, bzw. nur wegen meiner faulen Freude, den Kaffe gemahlen zu bekommen, so eingefahren ist.

Ausserdem ist das ja ein "multidimensionales Problem" - wenn ich da was machen will, muss ich ja echt alle Ebenen meines Lebens einbeziehen: nicht nur mein Geld und /oder die Infos über die verschiedenen Produkte, es hat auch viel mit meinem Zeitmanagement zu tun, der Infrastruktur meiner Umgebung (wo sind Läden, hab ich ein Auto), meinen sonstigen Fähigkeiten (kann ich überhaupt kochen, wie vertrage ich welche Lebensmittel/Pflegeprodukte/mit welchem Werkzeug kann ich umgehen) und, auf den Punkt "Grillen mit Normalos" bezogen: hab ich genug Humor und/oder Geduld, um mit einer Disskusion über das Thema nicht die ganze Party zu sprengen.
Wenn ich da nicht mit meinem "Zeitenwende" Ding dran gehe, bin ich doch schon verzweifelt, bevor ich angefangen habe.
Oder, schlimmer und normaler: sorge ich nur dafür, dass die "Normalos" sich freuen, noch nicht ganz so abgedreht zu sein, siehe manche Formen des Veganismus.
(Da frag ich mich grad wirklich: ob jetzt wohl mehr Soja-Kunst-Produkte ihren Weg auf die Grills finden als gutes Weidefleisch, in diesem unserem Jahrzehnt? Hat da vielleicht einer Zahlen?)

Mir persönlich reicht ein Lagerfeuer mit Kartoffeln und Quark, bzw. bei "Normalos" boykottier ich eher die komischen Grillsoßen, igitt.
(Hobbygärtnerin, ich finde es faszinierend, auf wie verschiedene Weise wir das gleiche ausdrücken...)
Gelöschter Benutzer 54

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1237

Beitrag von Gelöschter Benutzer 54 »

ich find das spannend, was hier aufgelistet wird.

woher das nehmen, was ich jetzt oder generell nicht selber machen kann, ist ein wichtiger punkt für mich. ich bin von meinen eigenen produkten verwöhnt, geschmacklich und inhaltlich, und hab keine lust dazu, mir das mit minderwertigem zeug zu ergänzen. das ist mein treibstoff, sind meine LEBENSmittel, ohne kann ich nicht funktionieren. ich hab lange gesucht und rumprobiert, und viele etiketten gelesen und recherchiert, bis ich mir mein zeug zusammengefunden hab.

letztens hab ich beim hofer meine rasenroboter-nachbarin an der kasse getroffen. hat mich auch interessiert, was sie so einkauft. auch ein 'na, das dachte ich mir doch genau so' macht spass :mrgreen:
Benutzeravatar
Rohana
Förderer 2018
Förderer 2018
Beiträge: 4790
Registriert: Mo 3. Feb 2014, 20:31
Familienstand: verheiratet
Wohnort: Oberpfalz

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1238

Beitrag von Rohana »

Passend zum Thema: Spiegel Kolumne (!) zum Ethischen Konsum http://www.spiegel.de/wissenschaft/mens ... 13258.html :engel:
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
strega
Förderer 2017
Förderer 2017
Beiträge: 1672
Registriert: Do 22. Mai 2014, 20:59
Familienstand: rothaarig
Wohnort: in der teutonischen Zivilisation, aber fast nie dort....

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1239

Beitrag von strega »

mumpf, da müsst ich jetzt meinen Adblocker ausschalten um das lesen zu können, mag ich aber net... klingt aber interessant :)

mir isses mittlerweile völlig wurscht was andere von mir denken, hab wesentlich weniger Geld als die Normalbevölkerung, aber hab dafür ne Menge anderes Wunderbares :)

gute Freunde geniess ich trotzdem, das zählt für mich im zwischenmenschlichen Bereich :daumen:

wer möglichst viel konsumieren, kaufen, wegwerfen will möge das tun, irgendwann sind die Grenzen vielleicht halt erreicht, dann schauen wir wies weitergeht...

bis dahin und wohl auch danach schau ich dass ich einfach gut lebe :pft:
Frauen, die sich gut benehmen, schreiben selten Geschichte. Eleanor Roosevelt
viktualia

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1240

Beitrag von viktualia »

Strega, an meinem ad-blocker hat er sich nicht gestört, aber ich glaube nicht, dass du was verpasst hast.
Es fängt damit an, dass es eine "Sünde" sei, Katzen zu halten, weil die ja so viele Vögel fressen. Und sie drinnen halten ist auch "Sünde".
Überhaupt sind all die Sachen, auf die ich seit Jahrzehnten keinen Bock habe, ne Sünde: Autos wegen Reifen, die Mikroplastik abgeben, Handys wegen Kinderarbeit, Klamotten auch (kein Wort über das Lebensmittelrecht, welches Pestizide nur in Lebensmitteln verbietet, hätte an der Stelle schön gepasst, find ich, aber - nada.) Kaffee, Turnschuhe, Fleisch (natürlich nix über Weide/Bodengesundheit)...
Das ganze wird dann als "Luxus" bezeichnet und nicht im Sinne von Lebensqualität hinterfragt; von da wird dann ein Bogen zu "Ablasshandel" gesponnen und eine winzige, systemkritische Überlegung eingefügt: ob der ganze Komplex vielleicht unterschwellig zur Ablehnung der Flüchtlinge aus den ausgebeuteten Gebieten führt.
Meiner Ansicht nach der einzige reale Punkt bei dem ganzen Artikel, geht aber unter, weil sie sich dann über "vegane Kokser" auslässt.
Und dass Gesetze nötig seien, aber erst dann, wenn viele Menschen es schon von selber machen, bzw. dass wir davon sicher profitieren, weil es bei der "Gurtpflicht" ja auch so war.

Was bin ich froh, dass du so schön und unkompliziert davon schreibst, wie einfach und innig das Leben ist, wenn man es einfach lebt, anstatt es zu kaufen.
Antworten

Zurück zu „Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion“