Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Benutzer 72 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1141

Beitrag von Benutzer 72 gelöscht »

@Ölkanne: ich - nee, nee, nee.
den Schuh zieh ich mir nicht an!

Ich kenne Landwirte und ich kenne arme Menschen (also arm, was das Geld angeht).

Mir brauchst du da nichts erzählen :roll:

weißt du was? ich war nie in meinem Leben jemand, der "auf die (Bauern, Konsumenten, Reichen, Arbeitslose oder so)" herumschimpft.
noch nie.

du bringst mich fast dazu, "die Bauern" für geldgierige Jammerer zu halten, die uns vera... wollen.

lass das lieber, ich hab deine Erklärung über Schwanz-Kupieren eigentlich sehr gut gefunden.
Bauernbashing gibt es bei uns eigentlich nicht - mag sein, dass es das woanders gibt und mag auch sein, dass solche Aktionen dazu geführt haben?

Wieso sollte ich mehr dafür bezahlen, dass der andere, also der, dem ich was abkaufe, seine Arbeit auch gut tut?
ist das nicht mehr selbstverständlich, dass man seine Arbeit gut tut?

Dann werde ich, die ich als Kassierin im Landhandel arbeite, in Zukunft von jedem Landwirte, der einen Traktor haben will, der mehr als ein halbes Jahr hält, einen "freiwilligen Aufpreis" verlangen.
Und wenn er das nicht zahlen will, werde ich auf der Moralkeule herumreiten.... :pfeif:

In jedem Beruf ergibt sich der Preis aus einer Verhandlung, einem Kompromiss zwischen Käufer und Händler.
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1142

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

Wir produzieren nach Recht und Gesetzt und erzeugen damit Lebensmittel in sehr guter Qualität, bei sehr hohen Umweltschutzstandarts.
Warum sollten wir keinen Aufpreis verlangen wenn wir darüber hinaus Leistungen erbringen sollen?

Wer einen Traktor neu kauft hat erstmal nur die gesetzliche Gewährleistung, mehr nicht auch wenn die Kiste 400.000€ kostet.
Wenn ich jetzt darüber hinaus eine Garantie will und/oder einen Wartungsvertrag haben will sagt der Landmaschinenhändler "ja sicher können wir das machen, kostet aber XXX€ pro Jahr".

Und warum sollen wir solange Gratis-Extras bieten bis wir am Hungertuch nagen??
Bloß weil manche einer ein sehr veraltetes Bild des Bauern im Kopf haben?
Nein, Landwirte sind Unternehmer und das von ihnen geführte Unternehmen ist keine Wohlfahrtsgesellschaft sondern dient dazu nach Vollständiger und angemessener Bezahlung aller Arbeit auch noch Gewinn abzuwerfen,
wie jedes Andere Unternehmen auch.
Und das mit der vollständigen, angemessenen Bezahlung schaffen nur die Betriebe bei denen auch der Betriebsleiter ein Angestellter ist,
in den kleineren Betrieben (die ja so gewünscht sind) ist es Selbstausbeutung des Landwirtes und der Familie denn es kommt nichtmal der Mindestlohn bei rum.

bei der BASF, SAP, die DB, EON und auch bei deinem Schreiner umme Ecke ist die Gewinnerzielung legitim aber sobald das die Landwirtschaft will werden wir als geldgeile Jammerer denunziert?
Benutzer 72 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1143

Beitrag von Benutzer 72 gelöscht »

@Ölkanne: Tierwohl ist Tierwohl :roll:
es heißt ja auch nicht "Konsumentenwohl"....
centauri hat geschrieben:Jetzt könnten wir doch den Landwirten ja eigentlich 10 € zukommen lassen, dann würde es den schon mal besser gehen und sie könnten sich auch um das Tierwohl kümmern. Und da würde das Fleisch nicht wesentlich mehr kosten.
DAS ist mal eine Ansage!
sag noch,wie wir das machen können und ich bin dabei! :michel:

ehrlich jetzt - warum wird das nicht getan???
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1144

Beitrag von Rohana »

ina maka hat geschrieben: Wieso sollte ich mehr dafür bezahlen, dass der andere, also der, dem ich was abkaufe, seine Arbeit auch gut tut?
ist das nicht mehr selbstverständlich, dass man seine Arbeit gut tut?
Das ist ja bereits der derzeitige Status. Wir machen gute Arbeit, auch wenn du das anscheinend nicht wahrhaben willst.

Das, was als Label "(mehr) Tierwohl" genannt wird, sind EXTRA Leistungen, die darüber hinaus gehen - deshalb heisst es auch MEHR Tierwohl. Insofern sind es MEHRleistungen, die einen MEHRpreis mit sich bringen, weil wir einen MEHRaufwand haben. Wenn's jetzt immer noch nicht klar wird, weiss ich auch nicht wie man dir das verklickern soll, echt.
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Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1145

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

ina maka hat geschrieben:@Ölkanne: Tierwohl ist Tierwohl :roll:
es heißt ja auch nicht "Konsumentenwohl"....
Da darf ich mich Mal selbst zitieren:
Wir produzieren nach Recht und Gesetzt
So, jetzt könnte man die Gesetze verschärfen.
Aber dann bitte nicht jammern das die kleinen Betriebe schließen,
denn meist bedingt eine solche Verschärfung der Auflagen so hohe Investitionen das sich der Weiterbetrieb nicht lohnt.
Großbetriebe können die Umrüstung stemmen...
... und übernehmen gleich noch das Kontingent von kleinen nun nicht mehr existierenden Nachbarn.
Benutzer 72 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1146

Beitrag von Benutzer 72 gelöscht »

@Rohana: nein, du verstehst mich überhaupt nicht .. ist mir aber auch egal jetzt. "Mehr Tierwohl" ist keine Leistung, die dem Konsumenten erbracht wird, sondern dem Produzenten (also dem Tier!!!)

Aber dann hab ich mich mal gefragt, was bedeutet denn dieses "mehr" Tierwohl?
hab mal versucht, danach zu googeln und wundere mich sehr, weil ich dachte, das hier unten erwähnte sei sowieso gesetzliche Mindestvorschrift.
die Tiere erhalten Beschäftigungsmaterial und Vollspaltenböden sind verboten.
(Schweine haltung mit mehr Tierwohl (Spar)

Kann mich mal jemand aufklären?
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1147

Beitrag von Rohana »

ina maka hat geschrieben:@Rohana: nein, du verstehst mich überhaupt nicht .. ist mir aber auch egal jetzt. "Mehr Tierwohl" ist keine Leistung, die dem Konsumenten erbracht wird, sondern dem Produzenten (also dem Tier!!!)
Und wer erbringt diese Leistung? Wen kostet sie Geld und Zeit? :kaffee:
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Benutzer 72 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1148

Beitrag von Benutzer 72 gelöscht »

Das sollte von uns allen gestemmt werden: JA!! nicht nur von den Landwirten, ist doch eh klar. :flag: :flag:

Aber Leistungen, die nicht dem Tierwohl dienlich sind, von Konsumenten aber wegen dem Tierwohl verlangt werden, die sollte ein ehrlicher Bauer ablehnen und diese Ablehnung erklären, nicht Geld dafür verlangen.
Können wir die Diskussion beenden?

Ich bin bei keiner Tierschutzorganisation, ich esse wenig Fleisch, ich zahle, was ich kann und das ist nicht viel.
Ich hätte gerne einen Bauernhof und gebe ehrlich zu, dass ich jedem Landwirt, der sich beschwert, dass er wenig verdient, trotzdem neidisch bin, weil er HAT wenigstens einen Hof und diese schöne Arbeit ... jeden Tag.

Mein Mann arbeitet am Bau, er kann sich den Lohn nicht aussuchen (es gibt sehr viele Subunternehmer, die die Preise drücken, Arbeitsplätze sind sowieso rar etc.) und wir zahlen trotzdem wo es geht "fair".
Ich kann keine Tiere leiden sehen (Menschen eh auch nicht, aber die können sich eher wehren und haben mehr Lobby).
Ich will nicht als "unmoralisch" dastehen, weil ich das Geld (dieses zu verdienen hat meinem Mann viel Zeit und Kraft gekostet!!) weil ich das Geld nicht habe, ein fragwürdiges Siegel zu finanzieren.
Verlangen tu ich aber auch nichts, was dem Tierwohl nicht dienlich ist und nur eine sinnlose "Extra-Streicheleinheit" wäre.

Diese zusätzlichen Streicheleinheiten tät vielleicht mancher Konsument selber austeilen??? :hhe: :lala:
(weiß schon, dass das in Wahrheit eher Tierquälerei wäre - ist auch nur so gemeint, dass diese Forderungen vielleicht daher kommen, dass "die Städter" eben ohne es zu wissen, vielleicht doch etwas vermissen....)

Das ist alles.

Und :aeh: ich versuche, wo es geht "selber zu produzieren" bzw. - so seh ich es - Pflanzen und Tiere selber zu pflegen, die mich dann ernähren.....
"Möchtergern-Selbstversorger" halt.

Es käme mir aber niemals in den Sinn, Tiere zu halten (oder jemanden dafür zu bezahlen, dass ers tut), wenn ich es nicht kann. Und damit meine ich, wenn ich den Tieren kein schönes Leben bieten kann..... Da verzichte ich lieber und dünge meine "Felder" eben selber.

muss aber dazu sagen, dass ich nicht vom in der Schweinemast verdienten Geld leben muss :pfeif:
weil ich lebe von Menschenzucht :haha: :haha:

(sorry, das war jetzt geblödelt)
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1149

Beitrag von Rohana »

ina maka hat geschrieben:Das sollte von uns allen gestemmt werden: JA!! nicht nur von den Landwirten, ist doch eh klar. :flag: :flag:
Ja ne, so klar ist das nicht wenn du ständig sagst der Bauer allein muss dafür sorgen dass seine Viecher paradiesische Zustände vorfinden...
Aber Leistungen, die nicht dem Tierwohl dienlich sind, von Konsumenten aber wegen dem Tierwohl verlangt werden, die sollte ein ehrlicher Bauer ablehnen und diese Ablehnung erklären, nicht Geld dafür verlangen.
Äh... wovon redest du? Und welcher Konsument würde dem Bauern zuhören? :aeug: Vom reden ist auch noch kein Geld ins Haus gekommen. Wer extragestreichelte Schweine haben möchte, kann extragestreichelte Schweine bekommen, wenn's Geld stimmt. Allerdings sehe ich die ganze "Diversifizierung" in diesem Bereich sehr kritisch, weil durch die eigene Besserstellung die Arbeit anderer (Bauern) schlechtgemacht wird. Siehe "Hornmilch", "Heumilch", "Weidemilch"...
Es käme mir aber niemals in den Sinn, Tiere zu halten (oder jemanden dafür zu bezahlen, dass ers tut), wenn ich es nicht kann. Und damit meine ich, wenn ich den Tieren kein schönes Leben bieten kann..... Da verzichte ich lieber und dünge meine "Felder" eben selber.
Das ist eben der Unterschied zwischen Haustieren und Nutztieren. Die Maxime ist nicht "dass die Tiere ein schönes Leben haben", sondern dass sie gesund und produktiv sind - das "schöne Leben" versuchen wir natürlich im Rahmen der Möglichkeiten umzusetzen.
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
viktualia

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1150

Beitrag von viktualia »

Das mit dem "Extragestreichelt" hatte Ölkanne reingebracht, da es ja tatsächlich Ansprüche gibt, deren Erfüllung dem Tier nix nutzen würde,
bzw. deren Fehlen sie nicht in dem Maße quält, wie ein Nullachtfuffzehn Verbraucher/Tierschützer vielleicht meint.
Rohana sagte: Allerdings sehe ich die ganze "Diversifizierung" in diesem Bereich sehr kritisch, weil durch die eigene Besserstellung die Arbeit anderer (Bauern) schlechtgemacht wird. Siehe "Hornmilch", "Heumilch", "Weidemilch"...
Wie jetzt? Die investieren in mehr Platz und sollen es ohne darüber zu informieren schaffen, dafür ihren gerechten Lohn zu bekommen? Die pflegen alte Rassen, die Landschaft, machen sich vielleicht die Mühe, in Kreisläufen zu arbeiten, aber weil es andere "herabsetzt" mögen sie darüber schweigen?
Und ich dachte heute morgen noch, der link passe nicht ganz...
https://schillipaeppa.net/2018/05/04/je ... zustellen/
Da geht es auch darum, dass Landwirte nicht über ihren Hof informieren sollen, weil es, na ja, so quatsch wie "nicht die ganze Wahrheit sei". Wie solle es denn auch? Solange jemand nicht behauptet, das sei jetzt das non-plus-ultra, ist doch eigentlich alles in Ordnung, auch wenn es leider nicht der eigenen, vorgefassten Meinung entspricht.
Rohana, das ist doch keine "eigene Besserstellung". Das ist das, was die Werbefuzzis aus dem Produkt machen.
Dadurch kommt dann die Abwertung deiner Kollegen rein - meinst du echt, dass kommt von den "Produzenten", also aus "euren eigenen Reihen"? Ernsthafte Frage jetzt.
Dann tu ich den hier auch noch rein, ich kann mich gar nicht entscheiden, ob ich das lustig oder gruselig finde:
http://hassomansfeld.com/site/downloads ... P_0299.pdf Der Autor des oben verlinkten Artikels, Hasso Mansfeld ist Vorstand Kommunikation der Bergquell Naturhöfe AG. und beschreibt, wie die Imagecampagne des Biohofs zum Börsengang verlief.
Meine "Lieblingssätze":
Die Überladung des Themas Bio mit Aspekten der Vollwerternährung, des Umweltschutzes und politischer Inhalte hatte in der Vergangenheit zur Folge, daß weite Teile der Bevölkerung nicht erreicht wurden. Der Verbraucher wollte zwar Bio konsumieren, wurde aber praktisch durch die Überladung des Themas vergewaltigt.
In der Konsequenz stieg die Anzahl der Nichtverwender in den vergangenen vier Jahren von 25 Prozent auf 33 Prozent an. Fast zehn Prozent der deutschen Bevölkerung hatten langfristig das Interesse an Bio verloren.
und:
Dazu kam die Tatsache, daß das Kaufhaus des Westens (KaDeWe) in Berlin große Mengen von Bergquell Naturhöfe-Eiern für 75 Pfennig pro Stück absetzte. Aus dem Feinkost-Ei wurde ein Luxus-Ei.
(Das war 98/99)
Wie ich ganz zu Anfang sagte: der Spiegelartikel handelt von einer verunglückten Werbekampagne.
Und die Landwirtschaft hat ein Kommunikationsproblem.
Aber haben wir das nicht alle?
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