Hausentscheidung - Lebensentscheidung

Was halt nirgendwo passt
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Spottdrossel
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Re: Hausentscheidung - Lebensentscheidung

#71

Beitrag von Spottdrossel »

Frodo hat eigentlich exakt die beiden Punkte genannt, die man nicht vergessen sollte.
An das Problem Ortsrandlage/ Neubaugebiet hatte ich vorher schon gedacht, da aber die Gemeinde zuletzt 2003 mal ein Grundstück verkaufen konnte und hier mehr Wegzug als Zuzug ist, glaube ich nicht, das da was passieren könnte.
(Und den gutgemeinten Rat "verkauf doch die obere Grundstückshälfte und finanzier damit Dein Haus" vergessen wir mal ganz schnell :roll: )
Dafür hat uns jetzt die Windkraft eingeholt.
Die Fronten sind relativ klar verteilt: die "Zugereisten", die keine Ackerland haben, was sich versilbern läßt, sind dagegen, wenn mal einer der Alteingesessenen dagegen ist, dann nur, weil das Grundstück, was am meisten Kohle bringt, jemand aus dem Nachbarort gehört...
Wobei ich nicht pauschal gegen Windkraft bin, nur finde ich es bißchen seltsam, das der Vogelsbergkreis fast flächendeckend zugespargelt ist, während die Rhön oder der Taunus weiterhin ihre schöne Landschaft erhalten...
Man muß sich einfach klarmachen, das man nie alle Eventualitäten voraussehen kann.
Der Arbeitsplatz kann wechseln oder ein unerträglicher Nachbar zieht nebenan ein, und schon ist die schönste Planung hinfällig.
Ist aber vielleicht auch ganz gut so, ohne meine gruselige Nachbarin Elli wäre ich nie in dem Haus hier gelandet :daumen: .
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emil17
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Re: Hausentscheidung - Lebensentscheidung

#72

Beitrag von emil17 »

Spottdrossel hat geschrieben: Der Arbeitsplatz kann wechseln oder ein unerträglicher Nachbar zieht nebenan ein, und schon ist die schönste Planung hinfällig.
Deshalb sag ich ja, ein Grundstück ist dann gross genug, wenn man ohne Feldstecher nicht erkennen kann, wer am Zaun steht ...
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Benutzer 68 gelöscht

Re: Hausentscheidung - Lebensentscheidung

#73

Beitrag von Benutzer 68 gelöscht »

frodo hat geschrieben:2. Gleiche Ausgangssituation, aber diesmal weit entfernt von allen Ballungsräumen, also scheinbar „wachstumsresistent“. Nun wird gerade die periphere Lage und dünne Besiedlung zur Basis einer ähnlichen Entwicklung:
3. Auch in der Pampa, aber ohne Projekte -> Verödung und schließlich Aufgabe der öffentlichen Versorgung
Gelöschter Benutzer 54

Re: Hausentscheidung - Lebensentscheidung

#74

Beitrag von Gelöschter Benutzer 54 »

ein kleiner überblick über den aktuellen zinsmarkt in D :

http://www.immobilienscout24.de/de/fina ... 1308693866
roland

Re: Hausentscheidung - Lebensentscheidung

#75

Beitrag von roland »

emil17 hat geschrieben:Wenn Du eine verbindliche Zusage der Bank hast (verbindlich = juristisch wasserdicht), dann stell Dich auf den Standpunkt,
Das ist es ja, bei der Erstellung genau dieser ist ihnen der Fehler ja erst aufgefallen - also keine rechtliche Handhabe. Ich hab zwei Chancen: entweder ich bekomm noch etwas eigenkapital oder ich drück den Kaufpreis noch weiter. Aber der Besitzerin hatte ich schon mündlich den Preis zugesagt - da hab ich mit meiner guten Seele ein verdammt schlechtes Gewissen, da nochmals verhandeln anzufangen.
Wisst Ihr, 10000€ sind ein haufen Geld!! Aber - es ist nur Geld! Noch entspricht das der jährlichen Sparleistung, nur wegen der
Zinsseszinseszins - Verschleppung ;) wirds zum Problem! Und, ich hab zugesagt -??

Ach ja, Frage an die Immofachleute ;) : Ist der von der finanzierenden Bank errechnete Verkehrswert eher über- oder unterbewertet? Liegt der tatsächliche Kaufpreis eher drüber oder drunter? So rein Erfahrungsgemäss.


Zur Lage und so:
in einem habt Ihr recht, das ist maximal auf 10-15 Jahre planbar - aber die sind optimal, da das Tal total auf Bio/Weidevieh/Solardächer/Tourismus,... ausgerichtet ist. Das Grundstück selber ist eh sicher, denn die Schuttertäler haben leidvoll gelernt, das man gewisse Uferbreiten nicht bebaut. In sofern ist nur auf der Gegenüberliegenden Seite ein "zuwachsen" der Wiesen zu erwarten. Wer natürlich Weiten wie in Brandenburg als Maßstab nimmt, ist das nahe - aber hier ists doch ein guter Nachbarabstand.
Damit ist auch die Frage der Reizschwelle klar: sie schwankt extrem! Hier ist ein Grundstück von 9000m² schon ein Großgrundbesitzer - bei manchem von euch fühlt man sich da schon beengt, oder? :pft:

Roland (der heute schon wieder lachen kann, mannn ist das ein Gefühlsakt, so ein Hauskauf :ohm: :bieni: )
Manfred

Re: Hausentscheidung - Lebensentscheidung

#76

Beitrag von Manfred »

Bei uns hier wird fast alles deutlich unter dem gutachterlichen Verkehrswert verkauft.
Ich frag mich immer, wieso die Verkehrswerte so hoch ausfallen, wenn sie die Realtität nicht wiederspiegeln. Aber egal...

Von welchem Betrag redest du den insgesamt (gern auch per PN)?
Das Haus scheint zwar schön, aber bestimmt nicht mehr das frischeste zu sein. Da rollt sicher noch einiges an Kosten auf dich zu, schon alleine wegen der ganzen Dämmvorschriften. Und dem Wurmbefall würde ich auch tiefer auf den Grund gehen.
Zumindest die Decken und der obere Teil des Wohnbereichs und der Scheunenteil dürften Großteils Balken/Blockbohlenkonstruktionen sein?
Die Balkenköpfe in den Decken sind siche einen Blick wert. Die sind oft feuchter als der Rest. Und wenn da mal Würmer oder Pilze drin hocken...
Gelöschter Benutzer 54

Re: Hausentscheidung - Lebensentscheidung

#77

Beitrag von Gelöschter Benutzer 54 »

roland hat geschrieben:

Ach ja, Frage an die Immofachleute ;) : Ist der von der finanzierenden Bank errechnete Verkehrswert eher über- oder unterbewertet? Liegt der tatsächliche Kaufpreis eher drüber oder drunter? So rein Erfahrungsgemäss.
normalerweise unterbewertet. die bank - wenn sie ordentlich arbeitet - wird sich nicht überhöht bestände 'einkaufen'. sollte es zum versteigerungsfall kommen kann ja niemals der wahre wert und kaum jemals die offene forderung eingebracht werden. dies verlustrisiko durch eine zu hohe vorabbewertung aufzublähen ist seit diversen geplatzten immobilienblasen eher unüblich.
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emil17
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Re: Hausentscheidung - Lebensentscheidung

#78

Beitrag von emil17 »

Eine Möglichkeit ist, den jetzigen Besitzer als Kapitalgeber zu bitten, d.h. diesen einen Teil des Kaufpreises gegen Zins und Grundbuchsicherheit später fällig werden zu lassen. Auch eine Bürgschaft von Eltern usw. kann helfen.
Was die Bewertung der Substanz betrifft, so muss man zwischen Schäden (z.B. abgefaulte Balkenköpfe, gebrochene Sparren, undichtes Dach, eingestürzte Grundleitungen) und Alter unterscheiden. Feuchte Keller sind z.B. die früher übliche Bauweise gewesen.
Aber das muss man vor den Kaufpreisverhandlungen untersuchen.
Am zugesagten Kaufpreis nachträglich noch herumzuschneiden wäre unfair - Wort ist Wort. Es besteht natürlich das Risiko, dass sie an einen anderen verkauft, der das Geld gleich hat.

Bei der Bewertung spielt die persönliche Situation des Kreditnehmers auch eine Rolle, da dieser mit seinem ganzen Vermögen, nicht nur mit der Immobilie, für die Hypothek haftet. In der Schweiz haben viele Banken das Prinzip, dass bei Angestellten die Belastung durch das Haus inkl. Nebenkosten und Rückstellungen nicht mehr als 1/3 des Einkommens betragen darf. Kinder geben selbstverständlich Abzug.
D.h. unsicheres Einkommen - was immer die Bank darunter versteht, z.B. bei Doppelverdienern die Frau, die könnte ja ein Kind kriegen wollen und finanziell zur Zusatzlast werden - senkt das Limit, während ein höherer Beamter mit Festanstellung eher mehr bekommen wird. 1)
Was die Verkehrswertschätzung angeht, so stellt sich auch die Frage, was genau berechnet wird. Geht es nach Schema F, dann sind Bauten mit mehr als 50 Jahren Alter auf Null abgeschrieben, d.h. die Beleihungsgrenze ist dann Landpreis minus Abbruchkosten.
Man muss sich halt die Bank suchen, die bereit ist, sich überhaupt näher mit solchen Objekten zu befassen.
Ich wurde auch als weltfremder Spinner aufgefasst (man ist nett und sagts nicht so), als ich in ein solches Objekt investiert habe. Ein Bauunternehmer an Ort sagte es mir dann direkt: "Rupf doch das Gelotter ab und bau neu, dann haste zu gleichen Kosten wenigstens zeitgemässen Komfort". Der Einwand, man liebe solche Bauten, wird dann beantwortet mit "Mir kanns egal sein, ist ja nicht mein Geld ..."
kraut_ruebe hat geschrieben:Das Verlustrisiko durch eine zu hohe Vorabbewertung aufzublähen ist seit diversen geplatzten Immobilienblasen eher unüblich.
Das stossende daran ist, dass die letzte Finanzkrise durch die Gier der Banken verschuldet wurde - die haben ja massiv in Immobilien in den USA investiert, ohne die als Sicherheit fungierenden Objekte und die Bonität deren Besitzer überhaupt auch nur selbst anzuschauen. Nun müssens die Kleinkunden im eigenen Land ausbaden. Wenn du wirklich Geld brauchst, ist eine Bank das Letzte, was hilft.

Sinnvoll wären z.B. Vorzugszinsen und höhere Beleihungsgrenzen, wenn sich der Besitzer verpflichtet (Grundbucheintrag), solche Liegenschaften während einer langen Frist (20 Jahre) nicht weiterzuveräussern. Wer dann trotzdem einsteigt, meint es offenbar ernst.

Nicht verzagen, das wird schon!

1) Leider, aus Sicht der Bank, sind Fragen wie "Wollen Sie Kinder?" oder gar "Sind Sie oder ist ihre Frau schon schwanger" auch bei Finanzberatungen unzulässig. Hier sollte man im eigenen Interesse kräftig lügen.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
roland

Re: Hausentscheidung - Lebensentscheidung

#79

Beitrag von roland »

Manfred hat geschrieben:Bei uns hier wird fast alles deutlich unter dem gutachterlichen Verkehrswert verkauft.
Gutachterlich heist von der Bank erstellte oder vom Käufer oder Verkäufer erstellte Gutachen?
Den der Wert, von dem ich Red, ist der von der Bank aufgrund eines Berichtes des Fachwerk-Fachmanns, ein paar Bildern, dem Exposee der Maklerin und eines selber gezeichneten Grundriss - mehr gabs nich :pft: .
emil17 hat geschrieben:Eine Möglichkeit ist, den jetzigen Besitzer als Kapitalgeber zu bitten, d.h. diesen einen Teil des Kaufpreises gegen Zins und Grundbuchsicherheit später fällig werden zu lassen. Auch eine Bürgschaft von Eltern usw. kann helfen.

Sinnvoll wären z.B. Vorzugszinsen und höhere Beleihungsgrenzen, wenn sich der Besitzer verpflichtet (Grundbucheintrag), solche Liegenschaften während einer langen Frist (20 Jahre) nicht weiterzuveräussern. Wer dann trotzdem einsteigt, meint es offenbar ernst
Hm, ja die Besitzer werd ich mal fragen - wobei ich dann natürlich gar nicht mehr mit verhandeln anfangen muss :) - Bürgschaft?? muss ich mal nachlesen, ersetzt die Eigenkapital? Denn flüssiges Geld is leider nicht da bzw schon für renovierung eingeplant.
Der Tipp mit der veräusserung is gut - aber was kommt dann auf mich zu, wenns doch sein muss, weil zb der Arbeitsplatz weg ist?? Muss ich mir überlegen - kommt drauf an, wieviel das bringt.

Mann, jetzt war alles in trockenen Tüchern - und dann dass :sauenr_1: :nudel:
Gibt es Schmerzensgeld wegen sellischer Grausamkeit? :ohoh:

Roland
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emil17
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Re: Hausentscheidung - Lebensentscheidung

#80

Beitrag von emil17 »

damit Du mich richtig verstehst: Ich hab geschrieben, "sinnvoll wären" ... leider gibts das nicht
Bürgschaft: Der Bürge bürgt mit einer weiteren Sicherheit für das Begleichen der Schuld. D.h. wenn A für B beim Schuldner C bürgt kann sich C das Geld bei A holen, wenn B nicht zahlen kann. Wenn also der Onkel für 100'000 Euro bürgt, kann sich die Bank 100'000 Euro beim Onkel holen, falls Du pleite machst. Du bist dann dem Onkel die 100'000 schwach.
Falls z.B. deine Eltern eine schuldenfreie Immobile haben, können sie diese als zusätzliche Sicherheit für die Bank stellen, d.h. für die Bank erhöht sich die Sicherheit, dass sie ihr Geld wieder bekommt. Bis zur Löschung ist diese Immobilie dann nur mit schriftlicher Einwilligung der Bank verkäuflich. Weil sich dadurch der Wert der Sicherheiten erhöht, ist das wie eine tiefere Beleihung, d.h. es gibt mehr Geld und/oder tieferen Zins.
Geht auch mit Pensionskassenguthaben, Lebensversicherungen und so weiter.
Es folgt: Bürge sein ist kein guter Job. Denn den Bürgen tut man würgen
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
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