Glyphosat-Diskussion

Benutzer 72 gelöscht

Re: Glyphosat-Diskussion

#1471

Beitrag von Benutzer 72 gelöscht »

viktualia hat geschrieben:Ich hab ja mal gesehen, wie wer nen 10Euroschein verbrannt hat - ich kann dir sagen, das war ein sehr, sehr seltsames Gefühl.
Ich liebe México und natürlich das mexikanische Wappen (den Adler, der, auf einem nopal sitzend, eine Schlange verspeist).
wollte das unbedingt als Anhänger haben und hab es jetzt.
einfach weil ich eine Münze angebohrt habe und mir um den Hals gehängt (auf den Münzen ist oder war dieses Wappen drauf).

Ich hab mir auf einem Trödlermarkt in México-Stadt dieses Anbohren machen lassen.
Ein paar Standler haben sich geweigert das zu machen, weil jede Münze (und jeder Geldschein) dem Staat gehöre und es eine Straftat sei, soetwas zu zerstören. - hm? stimmt das oder nicht?
seltsam ist es auf jeden Fall....
Benutzer 3370 gelöscht

Re: Glyphosat-Diskussion

#1472

Beitrag von Benutzer 3370 gelöscht »

ina maka hat geschrieben: "jeder Cent, den ich nicht beim einkaufen ausgebe, ist ein Cent, den ich dem System entziehe"?
Es müsste heißen: "Jeder Cent, den ich nicht durch Opferung meiner Lebenszeit durch das System verdiene wird dem System entzogen"
Denn letztendlich muss die Ressource Mensch (Humanressource) in verwertbares Geld verwandelt werden.
Die Geldmenge, die durch Realwirtschaft auf dem Globus zirkuliert ist etwa 1/40 - 1/70 der Geldmenge in der Finanzblase.
Das heißt wenn du einen Cent in Umlauf bringst (durch Lohnarbeit) entspricht das 40-70 Cent in der Finanzblase.
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Thomas/V.
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Re: Glyphosat-Diskussion

#1473

Beitrag von Thomas/V. »

Es müsste heißen: "Jeder Cent, den ich nicht durch Opferung meiner Lebenszeit durch das System verdiene wird dem System entzogen"
Ich schätze, das hat sie auch gemeint, ist nur ein bischen falsch raus gekommen.
Wäre vielleicht sogar besser, dieses Geld dem System zu entziehen??
Ja. Schulden und Zinsen sind einer der Grundpfeiler des Systems. Was würde passieren, wenn keiner mehr Kredite aufnehmen und verkonsumieren oder investieren würde (z.B. in immer größere Traktoren oder immer neue Spritzmittel)?
Lassen sie mich durch, mein Bruder ist Arzt!
viktualia

Re: Glyphosat-Diskussion

#1474

Beitrag von viktualia »

ina maka hat geschrieben:
"jeder Cent, den ich nicht beim einkaufen ausgebe, ist ein Cent, den ich dem System entziehe"?
Ina, ich hätts fast editiert, weil mir im Moment des abschickens klar wurde, dass du Geld meinst, für das du gar nicht erst arbeiten gehst. Also niemals gehabt hast. Du bist ja auf so ne wunderbar besondere Weise abstrakt...
Wenn ihr nicht beide arbeitet, sondern du nen Garten machst, entziehst du dem System "deine" Lebenszeit.
(Gibst sie ja eigentlich nur entspannter weiter, oder?)
Die Kohle wird wohl nicht mehr oder weniger deswegen.
Und Richard
Es müsste heißen: "Jeder Cent, den ich nicht durch Opferung meiner Lebenszeit durch das System verdiene wird dem System entzogen"
schafft es glatt, zu formulieren, dass jemand, der Geld durch Geld verdient, in Form von Zinsen auf´s Vermögen, dieses dem System entzöge. Uups.
Richard, "an das System", wegen verlöre. Nicht verdienen durch. Das waren die Bösen. Thomas, du auch?
Und stimmen tuts dann immer noch nicht, behalten tu ich nur meine Zeit; wie du dich oder dein Geld "dem System" entziehen willst kann ich nicht sehen.

Puh, Thomas, stimmt: Schulden NICHT machen "entzieht" dem System Geld, weil die abstrakte Sache "System" von so Dingen wie Schulden "lebt". Ja. Der einzige Weg, sozusagen. Aber schon bissl abstrakt auch, oder?
Aber Geld sparen, es nicht ausgeben, entzieht nix. Das kann ich nur mir selber vorenthalten.
In dem Moment, wo ich meine Lebenszeit dafür gegeben habe, ist es im System. Und wenn ich nen Vertrag unterschrieben habe, ist auch Zeit weg, die ich noch nicht gelebt habe. Und das Geld schon im System. Aber ich bekomm es durch Verzicht oder irgendwas nicht wieder raus.
Ich kann weitere Multiplikationen vermeiden indem ich es zurückhalte, aber das ist wieder sehr abstrakt.

Außerdem ist Geld in meinen Augen eher ein Symbol als ein System.
Kein Gift, wenn ich ein Bild entwerfen müsste, wäre es, glaub ich, eher CO2. Zu große Konzentrationen an einem Ort sind definitiv ungut, aber ohne etwas in der Art gäbe es auch keinerlei Austausch, das wäre Lebensfeindlich.
Es fällt für mich eher unter "Kulturtechnik", verroht, aber die Idee hat für mich schon "Bestandsschutz".
Bis wir weiter sind mit der Dialektik, in 2, 3tausend Jahren, lach, oder so.
strega
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Re: Glyphosat-Diskussion

#1475

Beitrag von strega »

naja, wenns um Abstraktes geht.... für mich ist sehr abstrakt, warum so ein Haufen Leute ständig das eigene Leben opfert um einem bischen bedrucktem Papier hinterherzurennen.... der Wert des Geldes ist für mich tatsächlich eine super abstrakte Sache, eigentlich basiert das ganze System doch auf heisser Luft, die ein Haufen Leute an irgendwelchen Rechnern und in der Banknotendruckerei produzieren? Und fast alle findens toll und machen das bescheuerte Spiel mit....

Während diese Tatsache überhaupt nicht abstrakt für mich ist: wenn ich meine Gurken nicht kaufen gehen muss sondern selbst im Garten hab, dann kann ich einige Stunden im Jahr weniger arbeiten, bin daher unabhängiger vom System und kann mit meiner Lebenszeit das anfangen, was mir Spass macht, anstatt meine besten Jahre einem Arbeitgeber in den Rachen zu werfen. Ist doch super konkret?

Aber nu ja, und was hat das Ganze jetzt mit Glypho zu tun? Abgesehen von der Tatsache, dass ich zu den glücklichen Menschen gehöre, die niemals Geld für Gift im Garten ausgeben werden. Und wieder guckt das System in die Röhre :) Es lebe die Revolution!
Frauen, die sich gut benehmen, schreiben selten Geschichte. Eleanor Roosevelt
Wildmohn

Re: Glyphosat-Diskussion

#1476

Beitrag von Wildmohn »

@strega:
Aus diesem System auszusteigen ist garnicht so einfach, wenn man erst mal darin gefangen ist. Von daher ist jede Möhre, jede Zucchini, jedes Salatblatt und jeder selbstgeernteter Kürbis ein Befreiungsakt.
Es lebe die Revolution im kleinen und im großen, wo und wie auch immer! :)
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Thomas/V.
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Re: Glyphosat-Diskussion

#1477

Beitrag von Thomas/V. »

@ Viktualia:
aber ohne etwas in der Art gäbe es auch keinerlei Austausch, das wäre Lebensfeindlich.
Da ist leider auch bei Dir ein Stück Systempropaganda hängen geblieben ;)
Der Mensch hat 100 000 Jahre ohne Geld gelebt.
"Beim Geld hört die Freundschaft auf" ist wohl ein tiefsinniger zu interpretierendes Sprichwort als allgemein angenommen wird. :pfeif:
Lassen sie mich durch, mein Bruder ist Arzt!
viktualia

Re: Glyphosat-Diskussion

#1478

Beitrag von viktualia »

"Beim Geld hört die Freundschaft auf" ist wohl ein tiefsinniger zu interpretierendes Sprichwort als allgemein angenommen wird. :pfeif:
Hüch, was willst du mir sagen?
Nein, ich plädiere nicht dafür, weiter dem Mammon zu fröhnen. "Etwas in der Art" ist viktualisch gemeint.
Und das "kein Austausch = Lebensfeindlich" war das wesentliche, da wirst du mir doch zustimmen?
Ich will mich nicht noch mehr vom Thema entfernen und hab hier ja schon einige "Geldsystemdiskussionen" miterlebt.
Vielleicht kann ich es anhand von Stregas genialem post nochmal besser erklären:
naja, wenns um Abstraktes geht.... für mich ist sehr abstrakt, warum so ein Haufen Leute ständig das eigene Leben opfert um einem bischen bedrucktem Papier hinterherzurennen.... der Wert des Geldes ist für mich tatsächlich eine super abstrakte Sache, eigentlich basiert das ganze System doch auf heisser Luft, die ein Haufen Leute an irgendwelchen Rechnern und in der Banknotendruckerei produzieren? Und fast alle findens toll und machen das bescheuerte Spiel mit....

Während diese Tatsache überhaupt nicht abstrakt für mich ist: wenn ich meine Gurken nicht kaufen gehen muss sondern selbst im Garten hab, dann kann ich einige Stunden im Jahr weniger arbeiten, bin daher unabhängiger vom System und kann mit meiner Lebenszeit das anfangen, was mir Spass macht, anstatt meine besten Jahre einem Arbeitgeber in den Rachen zu werfen. Ist doch super konkret?
Die "heisse Luft", die "Über-abstraktion" nicht des Tauschens, sondern des Unterdrückens, die gehört abgeschafft, klar.
Aber ein Mittel um konkretes Tun, reales Gemüse, realen Kraftstoff, reale Wasserschläuche zu besorgen oder zu verteilen ohne jedesmal ne Grundsatzdiskussion zu führen, würde nicht nur Zeit sparen, es dient auch schlicht der Kommunikation über die jeweiligen "Werte" also das Verhältniss zum Nutzen.
Du denkst an Macht und nennst es böse, ich denke an "Übersetzen" an "Funktion" und nenne es einen Motor der Evolution.
Wertfrei im Sinne von Böse UND Gut.
(In "meinem" System kann ich was "Böses" nicht rausschmeissen, abschaffen und ne Lücke riskieren. Ich möchte die Ursachen erfassen und umgestalten. Das ist eher ne Frage der unterschiedlichen Dialektik als unterschiedlicher Moral....)

Und noch was zu Stregas, das löst nämlich auch Centauris "Anfrage":
Wir könnten Glyphosat auch mal philosophisch betrachten.
Wu Wei in Reinform: NICHT-TUN. Wenn Strega ihr Leben und ihre Umgebung so gestaltet hat, dass sie niemals nicht Gift brauchen muss, das ist Perfekt.
Eine giftige Waffe unschädlich machen, indem man nicht in den Krieg zieht,
den "Krieg" einfach ausfallen lässt. Das ist souveränes Nicht Tun. Und da müssen unsere Landwirte erst mal hinkommen. Können.
Und da müssen wir uns jetzt entscheiden, wir alle, an welcher Seite des Stricks wir ziehen......
Benutzer 3370 gelöscht

Re: Glyphosat-Diskussion

#1479

Beitrag von Benutzer 3370 gelöscht »

Wildmohn hat geschrieben:Aus diesem System auszusteigen ist garnicht so einfach
Je weiter du aus dem System aussteigst, umso härter werden die Konsequenzen, die du vom System zu spüren bekommst.

Ich denke zb an einen Obdachlosen, der ist schon fast ganz ausgestiegen.
viktualia

Re: Glyphosat-Diskussion

#1480

Beitrag von viktualia »

"Aus dem Sytem aussteigen" ist doch auch so´n arg abstraktes Schlagwort.
Mich wundert dieser unbeholfen anmutende Umgang mit abstrakten Dingen bei den "Normalen". (Da bin ich lieber "viktualisch".)
"Sich dem System unterwerfen" ist für mich so was wie "innerhalb des Systems denken". Also ist Schritt 1 für mich in so einem Fall:
erweitere die Fragestellung (anstatt mich an einer fragwürdigen Antwort fest zu halten).
Da komm ich dann auf so interessante Dinge, wie, dass "das System" ja meine gesamte Umgebung bedeutet, das Gute wie das Schlechte, alles Äussere, die gesamte Vergangenheit. Die könnte ich nur als Schriftstellerin ändern und das auch nur für den Raum meines Buches.
Es ginge also um meine Zukunft und um mein Inneres.
Und natürlich steht es mir frei, die zu gestalten.
Da bin ich dann an dem Punkt, wo ich die Verantwortung für mein Handeln -innerhalb des "Systems"-
(sollen wir es nicht "Realität" nennen? Warum sollte ich aus "der Realität" aussteigen wollen? Bin doch nicht Gaga, nur Viktualia....)
übernehme. Oder nicht?
Ich kann das "System" (also die Realität) in die eine - oder die andere Richtung beeinflussen.
Das ist real. Nicht immer leicht, aber real möglich.

Das mit dem Aussteigen aus der Gegenwart, der Realität, "dem System" ist ein Symbol, kein Konzept.
Nur neue Konzepte können die bestehenden Konzepte "des Systems" ablösen, ergänzen, obsolet machen.

Obdachlose sind in dem Bild doch eher Symptomträger des Systems, nicht ausserhalb, bei Gott nicht.
Die zahlen doch eher mit ihrem Schicksal für unseren Wohlstand, sie als ausserhalb darzustellen heisst für mich, mit Verlaub, sich vor der Zeche zu drücken. (Richard, ist Dialektik, nicht Moral).

"Härtere Konsequenzen", was soll das sein? Also, in meiner Erfahrung wird es durch Eigenständigkeit leichter.
Hart ist es, sich den lebensfeindlichen Aspekten "des Systems" zu unterwerfen.
Pflege ich meine organischen Systeme, erleichtern mir ungemein viele Rückkopplungsmechanismen das Leben.
Wer soll mich unterdrücken, nur weil ich an mich glaube?
Mein Bauch gehört mir; es ist auch meine ureigene Entscheidung, wovon ich mich im Laufe eines Tages "befruchten" lasse,
also wem ich glaube und was ich ausscheide.
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