So, ich habe mir mal die Zeit genommen nachzulesen, wie dieser Faden eigentlich entstanden ist vor über 2 Jahren, denn auf mich wirkt dieses Thema in diesem Forum etwa so sinnvoll wie ein Faden über die Einführung von Tempo 120 auf allen Autobahnen in einem Porsche-Forum.
Eigentlich stand auf den ersten 3 Seiten fast das Gleiche wie auf den letzten 30 Seiten, - Diskussion über die Glaubwürdigkeit von wissenschaftlichen Studien und die unvermeidlichen Praxisbeispiele aus dem unerschöpflichen Agrochemie-Wissensschatz unseres Jung-Lobbyisten.
Das hier ist ein Forum für Leute, die zur weit überwiegenden Mehrheit die Absicht haben oder schon umsetzen, ihre Lebensmittel NICHT aus dem Angebot der sog. Lebensmittelindustrie (ob man deren Produkte überhaupt als "Lebens"-Mittel bezeichnen dürfte, ist eine andere Frage) zu beziehen, sondern selbst anzubauen, und zwar aus der Überzeugung heraus, dass dies für einen selbst und die Umwelt besser ist. Den bewussten Verzicht auf Agrochemie, halte ich dabei für einen ebenfalls mehrheitlichen Konsens.
Nun ist es kein Einzelfall, dass hier im Forum über Dinge diskutiert wird, die nicht direkt mit SV zu tun haben, aber wir hatten meines Wissens noch keinen Faden, der sich mit einem Thema beschäftigte, das dem mehrheitlichen Grundkonsens, worauf es hier ankommt, so widerspricht.
Die Selbstversorgung, um die es hier mehrheitlich geht, ist eine per Definition private, individuelle Einzellösung für eine mehr oder weniger privilegierte (was die Verfügbarkeit von Nutzflächen betrifft) Minderheit, und kein Forschungsprojekt für die Lösung der Welt-Ernährungsfrage. Es dürfte jedem Gartenbesitzer oder-Nutzer klar sein, dass das, was er tut, nicht möglich wäre, wenn
Alle versuchen würden, es zu tun, und zwar schon gestern nicht, heute auch nicht, und morgen sowieso nicht, und mit Alle meine ich sowohl die Einwohner dieses Landes, als auch die Bewohner dieses Planeten.
Es gibt keine umweltschonende Methode, denn es gibt garkeine Methode, eine unbegrenzt wachsende Population auf einer begrenzten Fläche zu ernähren! Darum ist es langfristig völlig wurscht, ob Glyphosat schädlich für die Umwelt ist, oder nicht.
Glyphosat ist nur Einer von unzähligen Versuchen, mit technischen Mitteln die Folgen einer Überpopulation hinauszuzögern oder zu mildern (und gleichzeitig evtl. ein kleiner Beitrag, das irgenwann auch zu schaffen, - aber durch die möglichen Spätfolgen für die allgemeine Lebenserwartung, nicht durch billigere Nahrungsmittel

)
Jedenfalls wäre dieser Faden aus meiner Sicht nach spätestens 5 Seiten in die "Relative Realität" gewandert, denn es geht überwiegend um ein Rhetorik-Trainingsprogramm für Ölkanne, der bestimmt (sofern er ihn nicht längst hat) bald einen gut bezahlten Job findet mit seiner Fähigkeit zur Abstraktion und Transformation von rationaler Einsicht:
Oelkanne hat geschrieben:Umweltchemikalie problemlos ist [...]bis die Harmlosigkeit klar bewiesen ist.
Ich glaube das PSM weder harmlos noch problemlos sind, in Deutschland gibt es 11mio Hektar Ackerland die konventionell bewirtschaftet werden, die Hälfte davon wird mit Getreide bebaut, der standart im Getreide gegen Blattläuse und Getreidewickler sind Phyrethoide, meist DecisForte von Bayer oder Karate von Syngenta, einmal im Herbst und mindestens einmal im Frühjahr.
von beidem braucht man 70ml/ha entsprechend 7g Wirkstoff/ha mal 11 mio Hektar ergeben 77t von zwei hochpotenten Wirkstoffen(Cyhalotrhin und Deltametrhrin) in ganz DE pro Jahr und das nur auf Getreideflächen, Karate beispielsweise darf man auch in Kartoffeln, Raps, Zuckerrüben, Birnen, 45 Gemüsearten und Tabak einsetzten, jeweils meist mit 70(75)ml/ha.
Und mir kann keine Behörde weiß machen, das ein Stoff der mit einer Menge von 0,00075g/qm alle Blattläuse, Zikaden, Getreidewickler und Frittfliegen für 2-3 Wochen sicher beseitigt völlig harmlos für den Menschen sein kann...
Edit:
Das Beispiel ist vielleicht etwas krass....
Interessant finde ich PSM trotzdem

Ein Eisengießer heult schließlich auch nicht rum, bloß weil der Stahl 1700°C hat den er verarbeitet und dabei u.u. gesundheitsschädlicher Rauch/Staub/Gase entstehen...
