Als ob du mich fragen würdest, wann und wie oft du schwurbeln darfst...
Mich ärgert diese verlogene Diskussion einfach tierisch.
Da haben wird endlich die Entwicklung, dass die Pflügerei und die damit verbundene Bodenzerstörung weniger wird.
Unsere Nachbarn Frankreich und Großbritannien verlagern sich massiv auf den Bodenschutz und den Humusaufbau. Frankreich will zu diesem Zweck sogar die Förderung des ökologischen Landbaus einstellen und die Mittel in den Bodenschutz umschichten.
Und in Deutschland diskutiert man allen ernstes, in die entgegengesetzte Richtung zu gehen?
Uns fehlen die Alternativen. Das wissen um alternative Ackerbaumethoden ist noch zu gering und viel zu wenig verbreitet.
Aber statt den Bauern bei dieser Entwicklung zu helfen, wirft man die wieder zurück, die bereits die ersten Schritte auf diesem langen Weg gegangen sind.
Ich bin beileibe kein Freund exzessiven Glyphosateinsatzes. Aber wenn der Preis für einen Glyphosatverzicht wahlweise mehr Bodenzerstörung oder der Einsatz anderer, problematischerer Chemikalien ist, dann bin ich nicht bereit, diesen zu bezahlen.
Von den paar kg Nahrungsmitteln, die ich pro Fläche produziere, könnte sich Deutschland hochgerechnet nicht mal ansatzweise ernähren.
Und für mich kann auch nicht die Lösung sein, für unsere Importe ärmeren Menschen ihre Nahrungsmittel vor der Nase weg zu kaufen oder ihnen gleich ihr Land wegzunehmen, wie wir in vielen Ländern beobachten.
Wer eine alternative Produktion in Deutschland will, der soll bitte zeigen, wie das funktioniert, und zwar auch in der benötigten Menge.
Hier nur noch etwas Deko-Landwirtschaft zu betreiben, während in unseren Supermärkten die importieren Billigstlebensmittel, Billigstkleidung etc. aus Nullstandard-Ländern immer mehr werden, ist für mich ein Verbrechen.
Außengrenzen zu, Pflanzenschutzmittel verbieten (auch Kupfer und Co.), dann kann Deutschland mal wieder richtig auskosten, wie sich Hunger anfühlt.
Das ist aktuell die Realität. Der Weg zu einer halbwegs vernünftigen Eigenversorgung ist noch sehr lang.
Und wenn wir uns dem nicht stellen, passiert weiter genau das, was seit Jahren passiert: Hier schöner Schein und weiter sinkende Versorgungsicherheit bei gleichzeitiger Verlagerung der von uns geschaffenen Probleme ins Ausland.
Das löst nicht, aber auch gar nichts. Die Erde hat nur ein Ökosystem. Es ist egal, an welchem Ende wir es zerstören. Es fällt immer auf unsere Kinder zurück.
Und genau diese Tatsache sollte man den einschlägigen Verbänden jeden Tag um die Ohren hauen, dass es nur kracht.
Das jüngste Beispiel ist die Molkerei Berchtesgadener Land.
Daheim etwas Deko-Grünland (die Wiesen werden dann halt mit Herbiziden gegen Zweikeimblättrige abgespritzt und die Rispe mechanisch ausgerissen) und 1/3 des Futters wird dann von dort zugekauft, wo es billigst erzeugt und mit jedweden Dreckschemikalien behandelt werden darf, natürlich inkl. Glyphosat.
Hauptsache, der Verbraucher sieht keine gelben Wiesen mehr. Wer braucht schon tropischen Regenwald...