@Oelkanne,
ich habe leider nicht ansatzweise eure Vorkenntnisse. Aber mir scheint, dass in dieser herkömmlichen Sichtweise das Produkt (Zuckerrübe) etwas isoliert betrachtet wird.
Und du schreibst, dass, wenn ein Produkt abgefahren wird, der Boden hinterher ärmer ist als vor der Einsaat.
Da möchte ich leienhaft mal drauf eingehen, auch wenn das Meiste nur angelesen ist.
Zunächst einmal ist es doch während des Wachstums einer Pflanze so, dass die Pflanze Nährstoffe aus Luft und Boden aufnimmt, im Wasser enthaltenen Elemente in komplexe Molekülketten einbaut und dadurch eben ein Längen- und Dickenwachstum erreicht. Energie wird erzeugt durch Photosynthese (Fotosynthese für die jüngeren), der Transport geschieht über Osmose.
Nährstoffe werden in den Boden eingebracht extern durch Regen, Staub etc. sowie über Aufspalten von vorhandenen Verbindungen und über im Wasser gelöste Stoffe (Grundwasser). Dabei ist es nicht nur die Leistung einer Pflanzenart sondern die Verbindung vieler, die den Pflanzenteppich so effektiv arbeiten lassen. Unkräuter - oder hier besser Beikräuter - stehen in ständiger Verbindung mit der von uns gewünschten Pflanze.
Betrachten wir die Nährstoffkette insgesamt, so wird nicht nur der vorhandenen Boden genutzt, sondern auch reichlich anderes, wie eben auch verrottendes Pflanzenmaterial oder Dung oder tote Tiere. Hierzu gibt es viele schöne Bilder, unter anderem auch in dem oft geschmähten Seymore, und ist insgesamt unstrittig. Nun könntest du behaupten, dass durch kurze Fruchtfolgen und angepasste Kulturpflanzen die Rechnung nicht mehr aufgeht, also mehr rausgeht als reinkommt. Und das ist ja auch das Argument für Düngen insgesamt.
Hier kann ich nur auf die zitierten Gabe Brown und Sohn verweisen, die innerhalb von 22 Jahren auf ca. 2000 Hektar eine gut dokumentierte Alternative gelebt haben, in welcher durch unterstützende Untersaaten (Beikräuter), Mischkulturen, konsequente Bodenbedeckung, Beweidung und Fruchtwechsel eine Bodenverbesserung erzielt wurde, welche nahezu beispiellos ist.
Hacken von Rübenfeldern, mangelnder Wasserhaushalt, Unterdüngung scheinen insgesamt kein Thema zu sein. Wie in dem Bericht aufgeführt haben sich Humusgehalt und Wasserspeicherung extrem verbessert. Ohne externen mineralischen Düngereintrag!
Ich hatte mal aus eigener Anschauung beschrieben, wie ich im Spätfrühling in MCPomm durch einen Sandsturm gefahren bin, der von den umliegenden Äckern stammte. Da war nacktes Land noch im Mai und bei Trockenheit und etwas Wind war der wertvolle Oberboden Wind, Sonne und Regen schutzlos ausgeliefert. Selbst mir als Laien ist klar, dass das wenig effektiv ist.
Vor knapp drei Jahren im Herbst habe ich hier meinen Gemüsegarten übernommen. Er bestand aus Magerrasen, einer Ecke Tomaten (angebaut im dritten Jahr am selben Platz) und einer grünen Tonne. Regenwürmer vielleicht zwei je qm und einer Spatentiefe von 25cm. Sonstige Bodenlebewesen kaum erkennbar. Folgerichtig ging mein erster Anbauversuch in die Hose: Schneckenplage und demzufolge meine Lösung Containeranbau. Im restlichen Umland habe ich im Herbst alles Laub gesammelt, dessen ich habhaft werden konnte. Grasschnitt wurde getrocknet und mit dem Laub gehäckselt, alles Fallobst gesammelt und in dem Haufen eingebracht etc. und tralala. Klassischer Flächenkompost halt. keine Ecke war ohne Bewuchs oder Mulch. Jetzt, im dritten Jahr ersaufe ich in Erdbeeren, Tomaten haben Haupttriebe die eher an Äste von Bäumen erinnern und ich konnte sogar Salate im Freiland ernten. Gedüngt wird nur mit Rinderdung oder Brennesseljauche. Im Boden sind je Spateneinstich mindestens mehrere Regenwürmer und sonstige Bodenlebewesen zu finden.
Das ist natürlich noch kein relevanter Zeitraum, jedoch stützt das die Aussagen von Familie Brown.
Vielleicht versuchst du mal auf diese Punkte und das, was im Bericht steht einzugehen? Weil deine Antwort beschreibt ja nur den konventionellen Anbau, nicht das, was Gabe Brown als Alternative aufzeigt.
Boah eyh, nen Haufen Buchstaben

. Ich hoffe die meisten stehen da wo sie hinsollen und ihr könnt dem Ganzen einen Sinn entnehmen
Gruß
Peter