Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
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Wildmohn
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
@Rohana:
Ich fände es schon interessant, wenn Du kurz mal schildern könntest, wie Dein Arbeitsplatz ausschaut. Also, Betriebsgröße, welche Art(en) der Produktion und wie die Produkte vermarktet werden. Welche Rolle Du in diesem Produktionszyklus spielst und ob Du und Deine Mitstreiter den knochenharten Marktdruck spürt und der Betrieb letzendlich im kapitalistischem Hamsterad gefangen ist....? Wodurch für artgerechte Innovationen kein Freiraum mehr ist... denn Druck macht blind.
Ich fände es schon interessant, wenn Du kurz mal schildern könntest, wie Dein Arbeitsplatz ausschaut. Also, Betriebsgröße, welche Art(en) der Produktion und wie die Produkte vermarktet werden. Welche Rolle Du in diesem Produktionszyklus spielst und ob Du und Deine Mitstreiter den knochenharten Marktdruck spürt und der Betrieb letzendlich im kapitalistischem Hamsterad gefangen ist....? Wodurch für artgerechte Innovationen kein Freiraum mehr ist... denn Druck macht blind.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Ist jeder hier Veganer oder erzeugt seine Milchprodukte selbst ohne die Jungtiere von den Muttertieren zu trennen? Andernfalls finde ich es ziemlich vermessen, wie auf Rohana rumgehackt wird. Ich möchte niemandem Heuchlerei vorwerfen, aber ein Produkt nachzufragen und den Produzenten dann Tierquälerei vorzuwerfen ist schon sehr paradox. Wenn man nicht möchte, dass eine gewisse Praxis existiert, sollte man sie auch nicht mit seinem Konsumverhalten unterstützen. Wenn man sie doch unterstützt, sollte man sich nicht darüber beschweren. Das ist vollkommen widersinnig.
Wer keine Fehler macht, macht wahrscheinlich auch sonst nichts.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Bayrischer Durchschnittsbetrieb. 33 Milchkühe + Nachzucht, Laufstall, männliche Kälber werden mit etwa 4 Wochen verkauft. Ackerbau & Grünland nur fürs Tierfutter, selten wird mal ein Überschuss Weizen verkauft. Milch geht an die lokale Molkerei. Ich bin im Stall bei allen anfallenden Arbeiten und nach Kräften in der Aussenwirtschaft dabei. Ausserdem mache ich das Herdenmanagement (und hüte die HobbyhühnerWildmohn hat geschrieben:@Rohana:
Ich fände es schon interessant, wenn Du kurz mal schildern könntest, wie Dein Arbeitsplatz ausschaut. Also, Betriebsgröße, welche Art(en) der Produktion und wie die Produkte vermarktet werden. Welche Rolle Du in diesem Produktionszyklus spielst und ob Du und Deine Mitstreiter den knochenharten Marktdruck spürt und der Betrieb letzendlich im kapitalistischem Hamsterad gefangen ist....? Wodurch für artgerechte Innovationen kein Freiraum mehr ist... denn Druck macht blind.
Was den Marktdruck angeht, unsere Molkerei hat eine solide Basis und konnte auch in der (oder eher den) Milchkrise(n) über dem Durchschnitt zahlen, aber die Preise sind bei der letzten um knapp 1/3 eingebrochen, das merkt man schon. Stell dir einfach mal vor es wäre alles wie immer, nur würdest du im Monat 1/3 weniger Geld bekommen... und das über einen längeren Zeitraum. Jetzt, wo wir wieder bei knapp "normal" sind, liest man in der Zeitung Schlagzeilen wie "Der Milchpreis hat sich in den letzten x Monaten fast verdoppelt!" (Vergleich von schlechtestem Auszahlungspreis zu schlechtesten Zeiten und bester jetzt, kommt hin) und man kommt sich ein ganz kleines bisschen verarscht vor
Kannst du "kapitalistisches Hamsterrad" und "artgerechte Innovation" genauer definieren? Durch die Gegebenheiten vor Ort haben wir (genau wie alle anderen, die an Land gebunden sind) einen relativ begrenzten Gestaltungsspielraum, aber das würde vermutlich eh jeden Rahmen eines Postings sprengen. Geht einfacher wenn du vorbeikommst
Alles immer aufs System abzuwälzen ist übrigens zu einfach, vonwegen Druck macht blind. Es ist einiges theoretisch möglich, aber lange nicht alles bezahlbar(!), praktisch bzw. arbeitstechnisch umsetzbar und/oder wirtschaftlich (und anderweitig) sinnvoll.
Wenig im Vergleich zu wem oder was? Keine Lautäusserung ist der Normalzustand, wenn Laut gegeben wird, dann hat das einen konkreten Anlass. Bio-Kälber werden genauso Hunger haben wie konventionelle, und zur Fütterungszeit dementsprechend sich bemerkbar machen...ina maka hat geschrieben:nein - Die Tiere dort schreien allerdings wenig - warum auch immer.Rohana hat geschrieben:Ach Ina, deine teure Bio-Rohmilch von Weidekühen, dürfen diese Kühe ihre Kälber behalten? ...
Was ist schon "ideal"? Ja, ich bin der Meinung unsere Tiere haben keinen Leidensdruck, trotz ihrer Einschränkungen. Zwischen "es ginge noch besser" und "leiden" liegen (für mich) Welten. In ihren Kopf schauen kann ich natürlich nicht, das ist klar. Kann aber auch sonst keinerIch weiß eh, dass nicht alles ideal sein kann.
Leben ist mit Leid verbunden, immer und überall.
Ich kann nur versuchen, möglichst wenig Leid zu verursachen...
finde es nicht gut, das zu leugnen, aus Angst, angegriffen zu werden wegen dem, was man tut.....
Könnte an deinen Aussagen liegen...Wieso denkst du eigentlich, dass ich keine Bauern kenne, keine Bauernhöfe von innen kenne?
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
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Benutzer 72 gelöscht
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
so meinte ich das "wenig"Rohana hat geschrieben:Wenig im Vergleich zu wem oder was? Keine Lautäusserung ist der Normalzustand, wenn Laut gegeben wird, dann hat das einen konkreten Anlass.
Vielleicht aber seh ich denselben Bauern wie du? nur seh ich ihn anders??Rohana hat geschrieben:Könnte an deinen Aussagen liegen...Wieso denkst du eigentlich, dass ich keine Bauern kenne, keine Bauernhöfe von innen kenne?
So wie die Blinden, die einen Elefanten beschreiben sollen und einer erwischt ein Bein, der andere den dünnen Schwanz.....
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Nunja, "den" Bauern gibt es nicht. Jeder hat andere Verhältnisse, es gibt mehr oder minder Ähnlichkeit in den Gegebenheiten und/oder Produktionsweisen. Nichtmal das Ziel ist immer 100% übereinstimmend 
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
@Ina
Vermutlich hörst du auch anders. Kannst du das mit "schreien weniger" irgendwie belegen? Natürlich über irgendeinen repräsentativen und verifizierbaren Durchschnitt.
Weil so rein subjektiv könnte ich auch behaupten die Kälber in der Heide sind glücklicher.
@Rohan,
danke für die Aufklärung. Ich dachte mir schon, dass das mehr Aufwand ist. Das die Kuh unwillig wird ist natürlich auch nicht förderlich.
Gruß
Peter
Vermutlich hörst du auch anders. Kannst du das mit "schreien weniger" irgendwie belegen? Natürlich über irgendeinen repräsentativen und verifizierbaren Durchschnitt.
Weil so rein subjektiv könnte ich auch behaupten die Kälber in der Heide sind glücklicher.
@Rohan,
danke für die Aufklärung. Ich dachte mir schon, dass das mehr Aufwand ist. Das die Kuh unwillig wird ist natürlich auch nicht förderlich.
Gruß
Peter
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Benutzer 72 gelöscht
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Rohana hat geschrieben:Nunja, "den" Bauern gibt es nicht. Jeder hat andere Verhältnisse, es gibt mehr oder minder Ähnlichkeit in den Gegebenheiten und/oder Produktionsweisen. Nichtmal das Ziel ist immer 100% übereinstimmend
gilt für jeden Menschen!
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Thomas/V. hat geschrieben:Sagt jemand, der die Globalisierung toll findet...Rai hat geschrieben:...kaufen die halt ihre Billigmilch in anderen Ländern in denen es den Tieren nicht so gut gehen soll wie in Deutschland.
Grüße Rati
Was ist ist! Was nicht ist ist möglich!"
[Einstürzende Neubauten 1996]
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- Thomas/V.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Klar, wenn Schafe und Wölfe sich über die nächsten Mahlzeiten einigen wollen, kommt bestimmt was Gutes raus...wie wenn nicht durch globale Einigung soll den nationale Eigenbrödelei unterbunden werden?
Träum weiter...
Lassen sie mich durch, mein Bruder ist Arzt!
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Ich gebe zu ich kannte deine Reaktion schon bevor du deinen letzen Beitrag geschrieben hast
Aber zum Glück
brauche ich wiedereinmal nur deine Worte zu verwenden um das Missverständniss zu klären:
Grüße Rati
wieso Schafe und Wölfe? Das ist wohl ein MissverständnissThomas/V. hat geschrieben:Klar, wenn Schafe und Wölfe sich über die nächsten Mahlzeiten einigen wollen, kommt bestimmt was Gutes raus...
Aber zum Glück
geht halt nur global sonst sind selbst die gezwungenen Politiker machtlos.Thomas/V hat geschrieben:Und wenn sich Landwirte und Konsumenten zusammentun würden und die Politk zwingen würden, die Rahmenbedingungen zu ändern, dann würde es beiden zu Gute kommen...
Grüße Rati
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