Gegen die deutsche Schulpflicht

Was halt nirgendwo passt
centauri

Re: Gegen die deutsche Schulpflicht

#281

Beitrag von centauri »

Hier wird immer sehr viel von "Dem Druck in der Schule ausgesetzt sein" geschrieben.
Deshalb hatte ich wahrscheinlich in der Schule keine Probleme. Richtigen Druck hatte ich keinen!
Liegt aber mit Sicherheit an meiner Natur. Weil man mich nicht unter Druck setzen kann.
Heute nicht und damals auch nicht. Gelangweilt hab ich mich immer das weis ich noch.
Klar wusste ich das ich die Schule fertig machen muss. Also hab ich das durchgezogen. So einfach wie möglich. :)
Da kamen aber auch solche Sätze in die Beurteilung wie:
"Thomas ist einer meiner intelligentesten Schüler, aber auch einer meiner faulsten". :engel:
Meine Eltern haben da aber auch nicht viel Druck ausgeübt.
Also durchkommen war die Devise. Mehr nicht, weniger auch nicht.
Bestimmte Grundlagen mitnehmen die man gebrauchen kann und den Rest weg lassen.
Probleme mit Lehrern hatte ich eigentlich keine. Mit den Kameraden/innen auch nicht.
Und mit dieser Einstellung ging ich durchs Leben, bis Heute.
Natürlich ist nicht jeder Mensch so gestrickt und manchmal war es auch nicht einfach.
Einfach deshalb nicht weil man schnell mal eine Entscheidung trifft für die man die Konsequenzen tragen muss!
Dann wurde aber nicht über die Konsequenzen rum gemosert.
Sonst wäre die Entscheidung ja falsch gewesen.
Also aufstehen, Krone richten und weiter! :)
Olaf
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Re: Gegen die deutsche Schulpflicht

#282

Beitrag von Olaf »

@ Tom: Die Fremdsprachen scheinen manchen regelrecht traumatisiert zu haben, mir hat in meiner Erinnerung Russisch die Schule weitgehend verleidet, sonst wäre ich wohl wirklich gern hingegangen, unseren Kindern französisch/ russisch, meine Frau hat heulend spanisch abgebrochen (sie durfte das aber immerhin, war schon ihre dritte Fremdsprache). Ob viele Fremdsprachlehrer selbstverliebte Sadisten sind? An der Uni hatte ich ne gute Russischlehrerin, da hat das sogar bisschen Spass gemacht, und dann lernt man ja auch anders. Was brauchbares gekonnt habe ich nach insg. 8! Jahren trotzdem nicht, das haben die am Anfang schon versaut...Wozu das also?
Immerhin kann ich mir dadurch ein bisschen vorstellen, wie sich das anfühlen muss, Legasteniker oder sowas zu sein. Mein bester Kumpel in der Schule war auch einer. Aber ich glaub, in Russsich war der sogar besser als ich. Die Sprache ist ja eigentlich auch logischer als die deutsche.
Eigentlich bin ich ein netter Kerl.
Wenn ich Freunde hätte, könnten die das bestätigen.
Benutzer 72 gelöscht

Re: Gegen die deutsche Schulpflicht

#283

Beitrag von Benutzer 72 gelöscht »

Adjua hat geschrieben:Ich habe meinen Lehrlingen auch immer erklärt, dass sie gar nicht wissen können, ob etwas für sie interessant ist, bevor sie sich damit beschäftigt haben. (Meinen Kindern übrigens auch).

Hatte zur Folge, dass sie fremdbestimmt (von mir) nicht ihre persöliche "Vielfalt" kultivieren dürften (was gleichbedeutend gewesen wäre mit dem Schmoren im eigenen recht dünnen Saft). Dafür konnten sie nach der Lehrzeit alle immerhin sinnerfassend lesen.
kannst du Deutsch? :flag:

Dann solltest du wissen, dass das sich mit verschiedenen Dingen beschäftigen, eben genau die Vielfalt fördert.
Auch wenn das angeblich ein "Buzzwort" ist (was ist das??)

im eigenen dünnen Saft schmoren, bedeutet nicht persönliche Vielfalt - höh?? Wer sagt sowas?

(als ich sagte, dass ich auch hier Vielfalt haben will, meinte ich: ganz normale Staatschulen, Freilerner, Privatschulen - sowohl reformpädagogische als auch religiöse, Sportschulen, Homeschooler und so weiter - das meinte ich mit Vielfalt. dachte, das sei jedem klar, sorry. "Schule verbieten" wollte ich nie)

Wenn mir jemand etwas erklärt, bin ich deshalb doch nicht fremdbestimmt - deutsch?
dann bin ich höchstens (teilweise) von Fremden inspiriert. "bestimmt" ist viel viel mehr.
Fremdbestimmt bin ich, wenn ich statt einen Ausflug für ein paar Tage auf eine einsame Alm zu machen, in eine Stadt, in der Englisch gesprochen wird, zu fahren, ein paar Tage in einer Fabrik zu arbeiten, um auch das kennezulernen....
Wenn ich stattdessen in einem stickigen Raum mit vielen anderen Gleichaltrigen (die manchmal laut sind und stören, Unsinn machen - manchmal auch lustige Witze! :) ) sitzen muss und einem Menschen zuhören, der gelangweilt etwas für mich total uninteressantes erzählt. Manchmal erzählt dieser Mensch auch etwas, was mich vielleicht interessieren tät, aber genau dann, macht mein Sitznachbar arge Faxen.

Was bitte soll ich dort lernen?

durchhalten???

Freut mich übrigens sehr, dass du das auch deinen Kindern erzählt hast (dass man nicht wissen kann, ob etwas einem gefällt, bevor man sich damit beschäftigt hat).
hab ich meinen Kindern auch immer wieder gesagt... :daumen:
Soetwas können Kinder nämlich auch zu Hause lernen - oder durchs leben erfahren.....

(Vielfalt bedeutet auch, dass es viele verschiedene Wege gibt)

@centauri: meine Lehrer waren von meiner Gelassenheit fasziniert, mit der ich auch die ärgsten Drohungen ihrerseits an mir abperlen ließ und einfach grinsend sagte "ja, ich hab abgeschrieben"
Sie wußten nie, ob ich das ernst meinte oder ironisch.... :haha:

Für mich war die Schule trotzdem einen Qual
weil laaaaaaangweilig.
Kennst du den Begriff "Boreout"?
ist ganz was schlimmes, tut weh und tötet sehr viel ab in einem jungen Menschen
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Peterle
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Re: Gegen die deutsche Schulpflicht

#284

Beitrag von Peterle »

@Ina und Zottelgeis

Mag sein ich ticke falsch, aber auch wenn viele die Grenzen nicht ausloten sind wir trotzdem fremdbestimmt.
Das beginnt mit der Erziehung, Ernährung, Kleidung, Schule, Gruppenzwang, Werbung (..) und endet mit der vorgeschriebenen Grabstelle. Ändern kann man das, aber nur mit großem Aufwand und unter Verlust von ziemlich viel Komfort.

Früher wurde diese Art der Fremdbestimmung demokratisch abgestimmt, heute wählen wir unseren Schäfer. Wer das nicht sehen will, hab ich auch kein Problem mit. Aber warum diskutieren wir dann über Schulpflicht?

Gruß

Peter
Benutzer 72 gelöscht

Re: Gegen die deutsche Schulpflicht

#285

Beitrag von Benutzer 72 gelöscht »

@Peterle: für mich sind Eltern und Kinder nicht zu trennen - anfangs ist das Baby sogar tatsächlich ein Teil von Mamas Körper und das löst sich erst ganz allmählich.
Von dem her ist das, was die Eltern den Kindern antun (im guten oder im schlechten) nicht so wirklich "fremd"bestimmt.

"Das Schicksal" bzw. die äußeren Umstände, die mich zu etwas zwingen - oder wenn ich etwas freiwillig tu, weil ich ja einsehe, dass es für alle (nicht nur fürs Gesetz!! nicht nur für mich) das beste ist, das nenne ich auch nicht fremdbestimmt.

Ich selber hab einen argen Schaden durch meine Schulzeit - diese Lähmung, die bei mir vom jahrelangen (für mich, gefühltem!) sinnlosem Zeit-Totschlagen zurückgeblieben ist, die ist schwer zu überwinden.
Manche Dinge werde ich nie wieder machen können, weil die Zeit dafür vorbei ist - meine Jugendzeit...

gestohlen

Mein Leben ist aber trotzdem schön, wird schon passen - so ist es und weil es ist, ist es gut! :)

Was jetzt aber nicht bedeutet, dass ich dieses System bejaen kann

(und :pft: nein, ich bin kein Wunderkind - nicht mehr und nicht weniger als Nachbars "Bratzen" )
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Re: Gegen die deutsche Schulpflicht

#286

Beitrag von Peterle »

@Ina,

das kann man so interpretieren wie du schreibst, aber das hatte ich so gar nicht gemeint. Eltern sind zu sehr involviert um sachlich zu argumentieren (deshalb werden Betroffene aus Strafverfolgung und Rechtsprechung ausgeschlossen).

Warum lernten wir eine andere Geschichte als die Kinder in der DDR?
Warum werden die Gläubigen von der Kirche belogen?
Warum ist unser Wirtschaftssystem so ungerecht?
Warum machen die Politiker nie das, was das Volk will bzw. was in der Wahl versprochen wurde?
Warum gibt es Modewellen (nicht nur in der Mode).
Warum habe ich ein Kohlekraftwerk und Tagebau vor der Tür?
Warum muss ich mir unsinnige Wandverkleidungen ans Haus kleben?
.
.
Kannst du gern selbst vervollständigen. Was davon ist nicht fremdbestimmt?

Gruß

Peter
Benutzer 3991 gelöscht

Re: Gegen die deutsche Schulpflicht

#287

Beitrag von Benutzer 3991 gelöscht »

Nachdem ich mir viel über "Hole in the wall" angeschaut habe, bin ich überzeugt, dass es den Unterricht wie gehabt nimmer lang geben wird.

Da die vids alle englisch sind, kurz worums da geht.

Ein indischer Lehrer hat festgestellt, dass Kinder, die zu Hause Internet Zugang hatten, den anderen weit voraus waren, und hat in einem Slum einen Computer montiert. Es hat sich sofort ein Rudel Kinder eingefunden, die sowas noch nie gesehen hatten, aber vier Stunden später sind sie bereits im Netz rumgesurft. Das wurde mehrfach wiederholt, in Indien, Afrika, und auch in England, mit immer gleichen Ergebnis, die Kinder schaffen das locker ganz ohne Anleitung. In einem entlegenen Dorf wurde ein Häuschen mit Solaranlage und Computern ausgestattet, das Personal sollte lediglich das Klo sauber halten.
Die Kinder waren binnen kurzer Zeit über den altersgemäßen Lehrstoff hinaus, und was auffiel, sie interessierten sich für sehr komplizierte Dinge,die man in Schulen als nicht altersgemäß erachtet.

Er schildert, was die Aufgabe der Schule im British Emipre war (und wohl nicht nur da), die Kinder sollten an Gehorsam gewöhnt werden und als Soldaten oder in der Bürokratie einsetzbar sein.

Bei den Versuchen wurde später eine "Granny" zugeschaltet, für 1 Std.in der Woche, die wie eine Oma, die Kinder loben sollte.

Inzwischen gibt es viele "school in the cloud" weltweit

https://www.theschoolinthecloud.org/

Letzlich werden die Ergebnisse dafür sorgen, was sich durchsetzt. Bisher sind die Eltern das Problem, sie können sich nicht vorstellen, dass 5 - 6 Kinder und ein Internet - Anschluss mehr bringt als Schulbank drücken.

Nachtrag
Für mich war die Schule trotzdem einen Qual
weil laaaaaaangweilig.
Kennst du den Begriff "Boreout"?
Das sagt dieser Inder auch, in der Schule dämmern die Kinder in 5 Std. an die 4 Std. bloß vor sich hin.
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Peterle
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Re: Gegen die deutsche Schulpflicht

#288

Beitrag von Peterle »

Ich stimme dir zu (auch ohne "hole in the wall").
Unser Schulsystem dient dazu, der Wirtschaft nützliche Arbeitnehmer zuzuführen. Natürlich in unserem Interesse :aeug:

Gruß

Peter
centauri

Re: Gegen die deutsche Schulpflicht

#289

Beitrag von centauri »

@Ina
klar kenne ich den Begriff "boreout".
Wenn ich den nicht kennen würde, wer denn dann! :haha:
Hab ja beruflich schon so verschiedenes gemacht aber irgendwann war die Luft raus. Dann war es langweilig. :roll:
Das Projekt wurde dann zu Ende gebracht und dann war Schluss damit.
Jetzt klettere ich an Bäumen rum und habe jeden Tag eine neue/andere Herausforderung.
Je schwieriger desto besser.
Und im Sommer wenn nix los ist suche ich mir eine andere Herausforderung.
Aber Grundsätzlich mache ich selten etwas ohne Kalkül! :hmm:
Und so war ich auch in der Schule.
Das kann ich gebrauchen das nehme ich mit. Der Rest belastet nur.
Und das meiste was ich Heute weis hab ich mir eh selber angelernt oder beigebracht.
Dazu brauchte es keine Schule. :)
Adjua
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Re: Gegen die deutsche Schulpflicht

#290

Beitrag von Adjua »

Ina Maka ich kann nicht bloss Deutsch. Ich weiss auch, dass Wörter aus welchen Gründen auch immer zu Kampfbegriffen werden, mit denen dann Logik und Fakten totgeschlagen werden. In dem Kontext ist "Vielfalt" ein schönes Beispiel ....
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