Mulchen mit Stroh

wranger
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Mulchen mit Stroh

#1

Beitrag von wranger » Fr 17. Mär 2017, 09:21

Moin,

letztes Jahr fiel mir auf, dass die Kartoffelblätter nach dem Regen tagelang auf dem nassen boden lagen, fördert die Krautfäule ja. Die Verdunstung ist vor dem vollen Blattschluss auch ziemlich hoch.

Ich hatte daher überlegt dieses Jahr die Kartoffeln mit Stroh zu mulchen. Hat das schon mal einer versucht, auf was wäre zu achten:

- Erfahrungen
- Sinnvoll
- wie stark samt das Getreide aus
- den Ballen vorher durchnässen und erst nach dem Keimen des Getreides auf dem Beet verteilen?


Warum Stroh: Das einzige Material was ich ohne zu hohen Aufwand bekommen könnte.

Gruß

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Thomas/V.
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Re: Mulchen mit Stroh

#2

Beitrag von Thomas/V. » Fr 17. Mär 2017, 09:28

Die Krautfäule kommt nicht vom Bodenkontakt, sondern davon, das die Blätter über mehr als 8 Stunden naß bleiben.
Sonst dürften ja Tomaten, die am Stab im GH angebunden sind, keine bekommen, aber da ich im GH auch längere Zeiten habe, in denen Wasser auf den Blättern steht (kalte Nächte, keine Sonne tagsüber, keine Wind für Durchzug) kriegen sie die BF auch im GH.
Lassen sie mich durch, mein Bruder ist Arzt!

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Re: Mulchen mit Stroh

#3

Beitrag von wranger » Fr 17. Mär 2017, 09:36

Thomas/V. hat geschrieben:Die Krautfäule kommt nicht vom Bodenkontakt, sondern davon, das die Blätter über mehr als 8 Stunden naß bleiben.
Jo, der Boden braucht bei mir manchmal mehrere Tage zum trocknen, in diesem Zeitraum sind auch die (unteren) Blätter immer feucht und die Krautfäule startet von unten nach oben. Ich erhoffe mir, dass das Stroh/der Mulch schneller trocken ist, ein Trugschluss? :hmm:

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Thomas/V.
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Re: Mulchen mit Stroh

#4

Beitrag von Thomas/V. » Fr 17. Mär 2017, 09:50

Evtl. verwechselst Du die gelben Blätter, die oftmals unten an der Pflanze sind, mit der BF?
Die gelben Blätter entstehen durch Lichtmangel, haben nichts mit BF zu tun.
BF sieht anders aus und verteilt sich gleichmäßig auf der ganzen Pflanze auf allen naß gewordenen Blättern.
https://www.google.de/search?q=braunf%C ... 7GwnDUrR0M:

Die Sporen der BF sind wohl immer in der Luft, evtl. wird der Effekt nur verstärkt, wenn Regen auf den kahlen Boden platscht und das Stroh verhindert es etwas.
Aber wie gesagt, im GH platscht nichts auf den Boden, trotzdem werden teilweise alle Blätter gleichzeitig befallen, wenn das Wetter danach ist.
Mehr Effekt dürften resistentere Sorten bringen. Bei den Tomaten ist meine Brown Berry noch am resistentesten, die Krankheit breitet sich langsamer aus als bei den anderen Sorten.
Am sinnvollsten wäre wohl ein riesiges Gebläse für den Garten, um die Blätter schnell trocken zu bekommen :lol:
Lassen sie mich durch, mein Bruder ist Arzt!

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Re: Mulchen mit Stroh

#5

Beitrag von Adjua » Fr 17. Mär 2017, 09:53

Gegen Krautfäule hilft Einstauben mit Gesteinsmehl. Ausser bei Dauerregen, da hilft gar nichts mehr.

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Re: Mulchen mit Stroh

#6

Beitrag von Thomas/V. » Fr 17. Mär 2017, 10:01

Ausser bei Dauerregen, da hilft gar nichts mehr.
Ja. Letztes Jahr hat es von Juni bis Mitte August fast jeden Tag geregnet oder zumindest getröpfelt, und das bei kaum Wind, entsprechend verheerend sah es aus.
Trotzdem gab es bei Kartoffeln noch eine relativ gute Ernte, die Tomaten waren noch schlimmer dran. Man muß einfach mal viele Sorten ausprobieren und über mehrere Jahre beobachten und evtl. selektieren, was bei einem selber am besten funktioniert.
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Re: Mulchen mit Stroh

#7

Beitrag von Salmandra » Fr 17. Mär 2017, 10:19

Strohmulch ist gut für Schnecken! Normalerweise mulche ich, auch die Kartoffeln, mit Grasschnitt. Letztes Jahr hatte ich auf dem neuen "Kartoffelacker" nicht genug und habe Stroh vom Rundballen genommen. Die Getreidekörner darin sind teilweise gekeimt, konnten aber leicht rausgezogen werden. Aber die Schnecken :ohoh: wir haben die Enten extra umquartiert aber das hat nicht ausgereicht, ich konnte noch fleißig absammeln.

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Re: Mulchen mit Stroh

#8

Beitrag von yen-zen » Fr 17. Mär 2017, 10:53

Ich mulche lieber mit Grasschnitt den ich vor der Samenreife gesenst habe. Den Grasschnitt habe ich als Haufen liegen. Stroh ist mir zu sperrig und soll angeblich Stickstoff verbrauchen für die Rotte. Den Grasschnitt mögen die Bodenlebewesen wohl auch viel lieber. Der Begriff "mulchen" bezeichnet mMn das Bedecken der Erde mit einer Schicht zu verrottenden Materials, Stroh, wenn nicht gehäxel, braucht lange zum verrotten. Das mit dem Stroh kenne ich nur von den Erdbeeren, da mache ich das damit die Früchte nicht auf der Erde liegen. Gegen Austrocknen durch Wind, Beschattung des Bodens und für lockere Krume wird Stroh wohl auch funktionieren, gegen Krautfäule hilft mE bei Kartoffeln Luft zwischen den Reihen und Pflanzen, will heißen nicht so dicht pflanzen. :pfeif:
Wo kämen wir Hin wenn keiner schaute wo man hin käme wenn man ginge um zu sehen wohin man käme.

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Re: Mulchen mit Stroh

#9

Beitrag von Teetrinkerin » Mi 16. Okt 2019, 10:24

Ich hole mal den Thread aus der Versenkung, auch wenn ich nicht direkt mit Stroh mulchen möchte.

Ich lege die Wege zwischen den Beeten mit Stroh aus, seit ich auf einem Holzbrett bei nasser Witterung mal eine Rutschpartie gemacht habe (mein Garten ist minimal abschüssig). Ich finde die Wege mit Stroh (auch wenn sie dadurch breiter und die Beete etwas schmaler geworden sind) viel angenehmer zu begehen. Nun ist das leider so eine Sache, an Stroh ranzukommen. Große Quader sind kein Problem, aber die kleinen Strohballen, wie wir sie früher gehabt haben, gibt es kaum noch zu kaufen - uns fast unmöglich, das in Bioqualität zu finden. Bisher habe ich noch aus dem alten Fundus greifen können, aber leider hat mein Vater das altes Stallgebäude vor zwei Jahren abgerissen, das Stroh hat ein befreundeter Bauer meines Vaters abgeholt. Letztes Jahr konnte ich bei einem Bioland-Landwirt aus meinem Bekanntenkreis ein paar Ballen holen, aber es waren seine letzten kleinen, die er hatte. Nun habe ich aber eine Quelle gefunden, wo konventionelles Stroh angeboten wird - nur wenige Ortschaften entfernt. Würdet ihr in einem biologisch bewirtschafteten Garten mit konventionellem Stroh die Wege mulchen? Gibt es etwas, das dagegen spricht?

Ich hätte noch einen anderen Bioland-Landwirt im Bekanntenkreis. Aber der hat halt gehäckseltes Stroh und ich denke, das verrottet noch schneller, als normales Stroh.

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Re: Mulchen mit Stroh

#10

Beitrag von Rohana » Mi 16. Okt 2019, 10:45

Auch konventionelles Stroh verrottet ;) Das hat möglicherweise mal Fungizid gesehen und ist tendenziell weniger pilzbelastet, aber sonst dürfte das auch nicht so viel "können"... wird eher das Problem sein Kleinballen zu finden, die macht ja kaum noch jemand, egal ob Bio oder Konvi. Allerdings finde ich es ziemlich Verschwendung mit gutem (Bio)Stroh Wege zu mulchen :hmm: Holzhackschnitzel/Rindenmulch sind keine Option?
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)

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